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Dienstag, 11. Juli 2017

TAK - Scottish Blend Aromatic

Ja, woher soll ich denn wissen, wie der ideale Beginner-Tabak schmeckt? All' die Jahre wussten das doch vor allem weniger versierte Händler ganz genau. Nach Nuss, Frucht und sonst was musste er schmecken… nur nicht nach Tabak. Soviel Aromasoße, wie möglich drin… damit es dem Einsteiger auch schön in der Pfeife gurgelt und auf der Zunge brennt. Ich will aber nicht undankbar sein. Allmählich setzt ein Umdenken ein und man traut auch dem Neuling an der Pfeife zu, Tabakaromen für sich zu bewerten und auf sich wirken zu lassen… und das funktioniert scheinbar ganz gut.

Eine Empfehlung, die ich heute aussprechen möchte, kommt aus dem, zur Zeit, wohl kreativsten Tabakhaus unseres Landes, von Tom Darasz aus Kiel. Unter seiner Marke TAK bietet Tom eine Mischung an, die ausgewogener und milder kaum sein könnte. Dabei hat Herr Darasz dabei gar nicht mal das Pulver neu erfunden. Er hat sich nur der ehemals so beliebten „schottischen Mischungen“ erinnert und einen sehr kultivierten Vertreter dieser Tabakart geschaffen. Helle und dunkle Virginias werden mit etwas Burley abgestimmt und dezent mit einem süßenden Aroma versehen. Was so einfach klingt, ist es aber nicht. Die Mischungsverhältnisse wollen wohl austariert sein und das zugegebene Aroma darf die feinen, aber prägenden Eigenaromen der Tabake nicht überdecken.


Sehr gelungen würde ich sagen. Zarte Heunoten der Virginias haben ebenso Platz, wie ein wenig Nussigkeit, die der Burley zusteuert. Eher delikat, als zu süß, macht die Mischung auch aus größeren Köpfen Spaß. Durch ihre Harmonie fördert sie sehr entspannten Tabakgenuss, ist aber kein „laues Lüftchen“, man darf schon merken, dass man raucht… aber keinerlei Spitzen, keine Schwankungen im Geschmack - und das tatsächlich über die gesamte Füllung. Der Umgang mit dem „Scottish Blend Aromatic“ wird zusätzlich durch seinen feinen, eher langfaserigen Schnitt erleichtert, der sich einmal gut stopfen lässt und zum Zweiten eigentlich zu jeder Pfeifengröße passt… wenn es nicht gerade ein Fingerhütchen mit Mundstück ist. Ein wenig vorgetrocknet glimmt er ruhig und gleichmäßig, was die ersten Füllungen ja nun auch merklich erleichtert. Zudem ist er äußerst friedlich im Umgang mit der Zunge und hat keinen Hang zum Sottern. Ideal? Jooo… könnte man so sagen!


Wenn das aber der ideale Tabak für Beginner ist, wieso rauche ICH davon jetzt die dritte Füllung hintereinander? Nun, weil friedensstiftende Mischungen, wie diese, auch ein Labsal für den erfahrenen Raucher sein können. Kein Gezicke, keine Tricks, keine umständliche Vorbereitung. Das ist doch manchmal genau das, was man sucht. Wenn man sich einfach ein entspannendes Pfeifchen gönnen möchte, ohne sich groß darauf konzentrieren zu müssen… auch da hat dieser Mix seinen eigenen Charme.

Ganz dicke Empfehlung also, für die noch nicht so versierten Pfeifenfreunde, die gern auch was vom Tabak schmecken möchten, ohne das das Gefühl aufkommt, gleichzeitig in einen Obstkorb gebissen zu haben… und auch den alten Hasen ist zu dieser Mixtur zu raten. Einmal, weil es sich um einen Tabakkumpel für alle Fälle handelt… aber auch, weil man sich so wunderbar an die alten „Scottish Mixtures“ erinnern kann, die der Zeitgeist samt und sonders hinweg gerafft hat. Da ist der Bursche hier schon auch ein kleines Juwel! Besonders erfreulich, dass es das schon für 11 Euro für 100 (!) Gramm gibt.


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Ehre, wem Ehre gebürt - der Scottish Blend Aromatic gehört nicht zu den Neukreationen der Darasz-Ära. Mit dem Kraut hat mich damals, 1988, Herbert Motzek schon gekobert, als ich erstmals als Erstsemester seinen Laden entdeckt hatte.

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  2. Was ja erst recht eine Empfehlung ist, lieber Michael Schmidt!:-) Ok, also erfunden von HM, traditionsgemäß und mit fähiger Hand weiter produzieri von TD.In der heutigen Zeit ja auch nicht mehr selbstverständlich und daher auch ein Lob wert. Danke für die Richtigstellung!
    Lieben Gruß

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  3. Bis auf den schon genannten Umstand, dass der Tabak von Herbert Motzek höchstselbst "verbrochen" wurde, stimme ich voll zu. Der Tabak ist seit den Siebzigern bei mir im festen Bestand.

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  4. hallo Ralf, danke für das review.
    wie lange lässt du die tabake von tom in der regel nach trocknen ?

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