Willkommen bei Jogi-wan...

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Mittwoch, 29. November 2017

TAK - Moro Cake

Darf man eigentlich schreiben, dass Tabak sexy ist?… und dann noch ausgerechnet Latakia? Man darf!

Wohlig süß, butterweich, wunderbar rund und mit sattem reifem Aroma spielen die 50% Latakia ihre Stärken aus, dazu kommen Virginias von feiner Würze, ein samtiger Black Cavendish und etwas fruchtig perlender Perique zur delikaten Abrundung. Ein Leckerbissen italienischer Art, für den Toms Mitarbeiter
Salvatore verantwortlich zeichnet. Molto gustoso, grazie amico mio! Für L-Fans wieder mal ein Fest… und schon der Duft aus der Tüte lässt die Synapsen tanzen!



Autor: 
Ralf Dings 

TAK - Am7 b5

Nein, das ist kein Abschuss-Code für Mittelstrecken-Raketen - das ist ein musikalischer Akkord und der Name meines heutigen Favoriten! Lieber Benzin-Zippo als du Pont? Lieber grob gestrahlt als glatt poliert? Lieber braunen Zucker als Stevia? Lieber Bier als Champagner? Na also, rockt doch! Hier ist der Tabak dazu! 


Genialer Virginamix, mit eher herb-süßer Fülle. Kerniger Ready Rubbed mit herrlich fetten Curlys, ein ordentlicher Schlag Perique bringt Frische und Pfeffer dazu, macht die Mischung satt und rund und würzig. Der Bursche quillt über vor handfestem Tabakgenuss. Dazu eine komplexe, harzige Süße - passt! Wie der nochmal heisst? Na: „Am7b5“. Doofer Name? Ist doch wurscht - der Tabak ist klasse! Richtig klasse...


Autor: 
Ralf Dings

Montag, 27. November 2017

TAK - Dark Matter

Liebe Freunde der US-Latakiamischungen mit Schmackes: Hier kommt ein weiterer Grund, zukünftig auf Zoll-Formalitäten zu pfeifen! BÄNG! Die volle Faust auf den Tisch. Hier wird nicht „geweicheit“. Achtung Ansage: 50 % Latakia, 25 % Perique, dazu brasilianische und afrikanische Virginias! Ergibt? Einen saft- und kraftvollen Krautwickel mit deftiger Rauchigkeit bei eher zurückhaltender Süße. Dafür gibt es von Sgt. Pepper (Perique) noch 'ne ordentliche Schaufel würziger, harziger Frische dazu.


Gelungene Abrundung durch die begleitenden Virginias. Chef ist aber ganz klar Big L. (s. Fahndungsfoto), der mit seinem Komplizen, dem unehelichen Burley-Sohn aus St.James, schnell und unmissverständlich klar macht, dass das hier kein Mix für Hosenmatze ist. Vollwürzige Latakia-Mixture gesucht? Bitteschön! Für Fans ganz klar ein Jahres-Highlight!

Autor:
Ralf Dings

TAK - Wahwah

Eigentlich ist das "WahWah" ja ein Bandpass-Filter. Hier ist aber nichts gefiltert - eher das Gegenteil trifft zu. Brasilien, Indien, Afrika. An vielen Orten der Welt wird heute Virginia angebaut... und das beschert der eigentlich gleichen Pflanze die unterschiedlichsten Aromen - je nach Wachstums- und Klimabedingungen. So reicht die Bandbreite der Virginias im WahWah von vollmundig süß über grasig, kräuterig bis herbsüß kräftig. Dieser abwechlungsreiche und hocharomatische Mix wird durch etwas fruchtigen Perique und sanft kräftigenden Kentucky zu einer, sehr delikaten Reise durch die Virginia-Welt ergänzt. In hohem Maße abwechslungsreich und komplex - ein feiner Genuss! Etwas Vortrocknung ist angeraten.



Autor:
Ralf Dings

Sonntag, 19. November 2017

Ogden's of Liverpool - St. Bruno Flake

Sehr, sehr lecker! Ich werde sicher nicht der Einzige sein, der den „St. Bruno“ zuallererst mal mit der Ready-Rubbed-Variante vergleicht, wie sie z.B. in Spanien verkauft wird. Nun liegt mein letztes Pfeifchen davon schon eine Weile zurück, und ich habe auch nichts mehr davon da um herauszufinden, ob ich schon eine von Mac Baren angemischte Version geraucht habe, aber… Der Flake hier kommt mir schon verschieden vor!

Das gilt für alle sensorischen Aspekte, vom Offensichtlichen wie dem Schnitt absehend einmal mit dem Duft angefangen, den ich, kurz gesagt, einfach klasse finde. Ich hätte aus meiner Erinnerung an den Ready-Rubbed mit viel mehr Aftershave gerechnet. Das meine ich wertfrei, ich bin seifigen Tabaken seit kurzem sehr zugeneigt, ohne, dass meine üblichen Vorlieben dadurch in den Hintergrund getreten wären. Sehr Angenehm finde ich, dass auch der typisch säuerliche Kentucky-Geruch nur sehr zurückhaltend ist. Der „St. Bruno“ duftet zusammengefasst wie dunkles, sehr dunkles, super saftiges Früchtebrot mit ein wenig winterlichen Gewürzen.


Und diese Eindrücke finden sich auch im Geschmack wieder. Keine Kentuckybombe, ich reagiere sehr sensibel auf den Geschmack dieses „darkfired-Sauerkrauts“, aber hier ist entweder nicht besonders viel davon enthalten oder er ist vom Casing her sehr gut gepuffert. Auch dieses unterscheidet sich in meiner Wahrnehmung von dem des (alten?) Ready-Rubbed. Die Rasierwasserfrische springt, außer vielleicht beim ersten Anzünden, nicht fröhlich in den Vordergrund, sie spielt verhalten immer mit, aber nie so ausgeprägt, dass man den „St. Bruno Flake“ als besonders seifigen Tabak bezeichnen könnte.

"Floral", auch gern genommen, trifft
es ebenfalls nicht ganz - ich empfinde das Casing eher wie, schon im Poucharoma ist es mir aufgefallen, eine ausgewogene Mischung winterlicher Gewürze, ohne dass ein bestimmtes Gewürz wie Zimt, Nelke, Kardamom genau zu benennen wäre. Die Tabakmischung verblüfft mich ebenfalls. "Ausgewählte Kentuckyblätter [...] zusammen mit leuchtenden Virginiablättern" seien da drin, und das muß man erst mal glauben.

Beim alten Ready-Rubbed war das auch eine klare Sache, aber hier beim Flake würde ich es nicht so eindeutig erkennen. Ohne Vorinformation müsste ich lange rätseln, woraus der „St. Bruno-Flake“ denn nun bestünde. Da schmecke ich Erdigkeit ohne harsche Rauheit, tiefe, dunkle Süße ohne Spitzen… Ein sehr voller, weicher Rauch wird da produziert, der schon aufgrund seiner Textur kugelrund zwischen die Synapsen kullert, um dort zu würziger Süße zu zerschmelzen. Zu lyrisch?

Das bringt mich zu einem weiteren Aspekt des „St. Bruno“, denn Schuld daran, dass mir hier die Pferde durchgegangen sind, könnte durchaus der nicht zu verachtende Nikotingehalt des Tabaks sein. Der wird nämlich ganz hinterrücks mit zwischen die o.g. Synapsen gekullert und kleistert sie dick zu. Bevor man es merkt, ist einem schwindelig.

Ich rate übrigens davon ab, die Flakes vor dem Rauchen zu sehr abtrocknen zu lassen. Sie kommen zwar recht feucht aus der Verpackung, aber eine ganze Nacht offen auf dem Schreibtisch hat der vollen Pfeife, die ich so probiert habe, nicht gut getan. Da kamen Schärfe und Kratzigkeit zum Vorschein, die angesichts der vernünftigen Abbrandeigenschaften, auch des noch etwas feuchten Tabaks, einfach umgangen werden sollten.

Zur Verpackung selbst: Ich finde ja diese Katzenfutterschälchen im Pouch sehr klasse, ohne genau benennen zu können, warum. Vielleicht einfach bloß, weil sie mich an den „Player's Navy Flake“ erinnern, der vor seinem endgültigen Ableben so verpackt war. Das Pouchdesign selbst finde ich sehr gelungen, im Hinblick darauf, wie geschickt der Warnhinweis heruntergespielt wurde, indem man sozusagen einfach das Label einer Rechteckdose darüber montiert hat. Zusammengefasst freue ich mich sehr darüber, dass der „St.Bruno Flake“ endlich wieder problemlos in Deutschland erhältlich ist, und zwar seiner selbst wegen, denn ich gehöre nicht zu denen, die seit Jahrzehnten irgendeiner Variante des Tabaks hinterher trauern. Für mich ist er neu und spannend und eine willkommene Bereicherung.


Autor:
Markus Heinrich