Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Freitag, 25. August 2017

Savinelli - Top-Allrounder aus bella Italia!

Für den Satz : „Es muss nicht immer Kaviar sein!“ gehen jetzt sofort erst einmal fünf Euro ins Phrasenschwein. Dabei ist er doch nicht verkehrt. Ja, als Pfeifenfreund liebt man die Pretiosen, die rauchbaren Laufsteg-Schönheiten, wie sie auch gerade Italien immer wieder hervorbringt. Traditionsgemäß gern auch mit Silbergeschmeide geschmückt oder in besonders grainigen Kleidchen. Ein Augenschmaus, fürwahr, ein Fest für die Sinne.

Nun ist aber nicht jeden Tag Mailänder Fashion Week und im Pfeifenalltag ist man mit den bella Pipas auf ihren Designer-High Heels nicht unbedingt in der besten Begleitung. Im täglichen Pfeifenleben zählen halt Dinge wie Solidität, praktische Handhabung und eine gewisse Unempfindlichkeit mehr und man hat nicht immer Gelegenheit, auf die Befindlichkeiten der begleitenden Rauchwerkzeuge Rücksicht zu nehmen. Wer trotzdem seine italophile Ader ausleben will, ist seit jeher bei Savinelli gut bedient.


Ok, seit dem Importeurswechsel, seinerzeit, eilten die Preise etwas davon und mancher wirft Savinelli Langweiligkeit vor. Man könnte Langweiligkeit aber auch mit Kontinuität übersetzen. Ja, Savinelli fertigt seit Jahr und Tag die gleichen Standardshapes. Die sind dafür aber entsprechend ausgereift, einige längst zu Klassikern geworden und die Designer schaffen es immer wieder, den Grundformen durch pfiffige Details zu immer neuen Auftritten zu verhelfen. Teilweise so gekonnt, dass die Pfeifen nicht nur das sachliche Denken, sondern auch die Seele erreichen. Was will man mehr?


Um der Preisentwicklung ein Schnippchen zu schlagen, bedient man sich inzwischen des übernommenen Traditionsnamens „Rossi“, unter dem man pfiffige und kostengünstige Zweitverwertung der Savinelli-Shapes betreibt. Hinzu kommt, dass, wer mit offenen Augen die Angebote vergleicht, immer noch recht preiswert an eine Savinelli besonderer Bauart gelangt. Schönes Beispiel ist die „Ermes Rustic“-Reihe.

Ordentliche Holzqualität, verpackt in ein ansprechendes und griffsympathisch rustiziertes Kleid, mit einem Edelstahlring als Holmabschluss und grundsolide gefertigten Acryl-Mundstücken. Ja, die sind nicht unbedingt ein Musterbeispiel an Bissfeinheit, dafür großzügig gebohrt und sauber gefächert… was mindestens ebenso wichtig ist. Italien wäre nicht Italien, würde nicht wenigstens eine Design-Besonderheit dazu kommen. Die findet sich bei den „Ermes“ an eben diesen Mundstücken. Kaum merklich, aber vom Auge sofort registriert und in die Rubrik „Besonderheiten“ einsortiert, haben die Mundstücke eine leicht bauchige Form und laufen unmittelbar an der Verbindungsstelle zum Holm wieder schlanker zusammen.


Eine Kleinigkeit mit großer Wirkung. Gemeinsam mit dem polierten Stahlring und der tief dunkelbraunen Beizung mit glattem Kopfrand ergibt sich so ein seriöses Erscheinungsbild mit dem gewissen Pfiff.

Dieser angenehme Eindruck entsteht übrigens bei allen verwendeten Shapes, im Besonderen kann ich das für die 616 Bent, die 101 Billard und die 320 Author sagen, die ich mein Eigen nenne. Aufgrund ihrer unkomplizierten Raucheigenschaften, ihres recht geringen Gewichts und ihres (praxisnahen) mittleren Füllvolumens sind die Savinellis oft bei mir in Gebrauch und mit mir unterwegs. Wer sich übrigens so gar nicht mit der rustizierten Oberfläche anfreunden kann, bekommt die Serie auch in glattem Finish.


Wer, wie ich, die Rustic-Versionen bevorzugt, kann schon für rund 75 Euro einsteigen und erhält mit einer „Ermes“ etwas, dass man getrost als guten Kauf bezeichnen kann. Ich würde meine Drei nicht mehr hergeben wollen… und zum Anhimmeln schaue ich halt bei den Divas im Pfeifenschrank vorbei!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Schön geschrieben. Zwar kann ich nach 1,5 Jahren als Pfeifenraucher noch nicht auf besonders viel Erfahrung was unterschiedliche Pfeifen angeht zurückblicken, aber meine 320er raucht sich hervorragend und damit besser als die anderen in der kleinen Sammlung.

    AntwortenLöschen
  2. Klare Linie im Text - danke für die Infos! ;)

    Was die Bissfreundlichkeit angeht, kann ich nur sagen, dass ich mir Mundstücke grundsätzlich in meine persönliche Form feile und sie dann nochmals poliere. Gerade mit Acrylmundstücken geht das wunderbar - insofern ist das für mich nicht unbedingt immer ein Kriterium, aber das mag natürlich auch nicht jeder. Man kann sich ebenso natürlich zu Recht auf den Standpunkt stellen, dass ein Mundstück von vornherein funktionieren muss.

    Nach einigen unschönen Erfahrungen gerade bei italienischen Pfeifen habe ich mich aber im Interesse meiner Nerven von diesem Standpunkt ganz grundsätzlich verabschiedet. Ich bin froh, wenn ein Mundstück so dick ist, dass ich genügend Material zur Verfügung habe, dass ich es selbst noch gut bearbeiten kann. ;)

    AntwortenLöschen
  3. Danke für diesen schönen Bericht über Savinelli Pfeifen. Mich sprechen die Savinelli Pfeifen optisch immer wieder an. Es sind einfach schöne Rauchgeräte die ich nicht missen möchte.

    AntwortenLöschen