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Samstag, 10. Juni 2017

Presbyterian - Presbyterian Mixture

Die frisch gekaufte Dose öffnen, gleich wieder schließen und gegen den starken Drang ankämpfen, sie mit Schmackes in den Müll werfen zu wollen. So geht es mir ganz oft mit Tabaken, die im Hause Planta angemischt werden. Das liegt nicht an Qualität oder Auswahl der verwendeten Grundtabake, sondern am typischen Planta-Hauscasing, das viele Raucher kennen, aber nur wenige benennen können. Für mich riecht es regelrecht widerlich. Aber ich weiß, dass sich dieser Geruch nach ein, zwei Stunden des Lüftens und wenigen Tagen Ruhezeit des Tabaks in der wieder verschlossenen Dose auf ein, auch für mich, erträgliches Maß reduziert haben wird, handelt es sich doch beim „Presbyterian“ nicht im mindesten um eine aromatisierte Mischung, sondern im Gegenteil, um einen raffinierten Engländer, der einiges zu bieten hat.


Butterig-weiche Orients nämlich zuerst und zuvorderst. Die milde, süßliche Variante, die tatsächlich ein bisschen nach Butter schmeckt und die einen ein bisschen an die milderen Blends von Samuel Gawith erinnert, „Skiff“, „Squadron Leader“. (NICHT die Sorten, die sich durch prägnante, fast animalische Würze auszeichnen; der Rattray's „Red Rapparee“ fällt mir hier ein, oder altmodische Orientzigaretten, "Botschafter" und ähnliche.)

Soviel von diesen Orientsorten beinhaltet der „Presbyterian“, dass der helle süße Virginia (der auch, ich bin mir sicher, das eingangs besprochene Haus-Aroma mitbringt) nur eine untergeordnete Rolle spielt. Aber die weichen, leichten Orients mit einem zu derben Virginia zu erden, würde den Blend auch unausgewogen erscheinen lassen. Der Latakia ist so hintergründig vertreten, dass einige Reviewer sogar rundheraus verneinen, überhaupt welchen wahrzunehmen. Ich schmecke ihn deutlich heraus, er rundet den „Presbyterian“ aber lediglich als Gewürz ab (hey, das ist WICHTIG, bei Speisen genauso wie im Tabak!), anstatt den Blend mit seiner Rauchigkeit zu dominieren.

Für mich persönlich ein Tabak für kühle, regnerische Sommertage, an denen die hellen Virginias zu sonnig schmecken würden, aber auch keine Herbststimmung aufkommen soll. Er ergänzt wunderbar den Duft feuchter Vegetation, wenn man ihn auf der überdachten Veranda oder auch nur am offenen Fenster im langen Zwielicht verregneter Nachmittage genießt.


Autor: Markus Heinrich


Kommentare:

  1. So sehe ich das auch. Der Presbyterian führt eine Art Schattendasein, das er eigentlich nicht verdient. So ist er eben, ein Gentleman, der sich nicht derb in den Vordergrund drängt, sondern unaufdringlich und gelassen ein guter Freund sein kann.
    Vielen Dank, dass Du ihn in Erinnerung gerufen hast!

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  2. Ein schöner Engländer wenn man Orient mag und Latakia zur Abrundung schätzt.
    Ein Tabak der bei mir ein Dauergast ist, ebenso wie die Early Morning Pipe und Motzeks Herbst 84....
    Wie bei Planta üblich sind die Brandbeschleuniger großzügig dosiert und der Tabak brennt vorbildlich
    Nicht nur von daher ein toller Tabak vomsich den Engländern zu nähern.


    Beste Grüße Marian

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