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Dienstag, 18. Oktober 2016

TAK (Motzek) - "Ralf's Burley Cup"

Wie schreibe ich ein Review über einen Tabak, der meinen Namen trägt und der nach einer Idee von mir gefertigt wurde? Nun, einen Verriss sollten Sie nicht erwarten und Bescheidenheit? Nö, wozu? Der „Ralf`s Burley Cup“ ist ein richtig guter Tabak geworden, weil Tom Darasz von TAK (vormals Motzek) genau das hinbekommen hat, was ich ihm mit meiner stümperhaften Wünschesammlung vortrug.

Ein Ready Rubbed sollte es werden, nicht störrisch, sperrig, sondern auch für weniger geübte Raucher gut zu handhaben – Ziel erreicht! BURLEY sollte drin sein, soviel wie möglich. Es sind 65 % Prozent geworden, Tom hat genau das richtige Maß erwischt – Ziel erreicht!


Nein, hier wird nicht, wie neuerdings mal behauptet, Burley „gehyped“ (allein dieses schreckliche Wort!). Seit ich, als Frischling, vor rund dreißig Jahren entdeckte, dass es der Burley ist, der den Mac Baren „Golden Blend“ so lecker macht, bin ich überzeugter Fan dieser Tabaksorte. Über die Jahre habe ich dann immer mal Händler und Produzenten gefragt, ob man nicht mal was mit viel Burley….

Was habe ich da nicht alles für einen Käse gehört? Er sei eigentlich Zigarettentabak, er tauge nur zur Beimischung… und überhaupt, was mir einfiele, dem Virginia seine klar zugeordnete Hauptrolle aberkennen zu wollen.


Da (und das sage ich nicht sooo gern) waren uns die amerikanischen Pfeifenfreunde um Lichtjahre voraus. Waren… damit das nicht so bleibt, gibt es den neuen, großartigen „Maduro-Burley“ von DTM und für die, die es nicht so büffelstark mögen, auch zwei schöne neue Burley-Mischungen von TAK.

Mein „Burley Cup“ sollte vor allem die ausgeprägte Schokoladigkeit reifer Burleys herüber bringen, die zusätzliche, nussige Würze. Angereichert mit feiner Süße dazu passender Virginias und herbwürzig abgerundet durch einen Aromahauch meines Lieblingsgetränks: Kaffee!… aber nicht diese „Nano-Nano-Brühe“, die George Clooney gequält lächelnd aus irgendwelchen Alukapseln quetscht. Nix da, mit sprudelnd kochendem Wasser von Hand aufgebrühter, würziger, runder, richtiger Kaffee. Diesen Wunsch konnte Tom ebenfalls sehr delikat in die Realität umsetzen – Ziel auch in diesem Fall erreicht!


Bleiben da noch Wünsche offen? Ja, der „Ralf`s Burley Cup“ sollte bezahlbar sein und bald erhältlich. Zu haben ist er ab dem 20. Oktober und sein Preis wird um die 14 (!) Euro für 100 Gramm betragen – auch hier das Ziel klar erreicht.

Der „Ralf`s Burley Cup“ bietet also vollschokoladigen Rauchgenuss, mit süß-würziger Abrundung, überfordert vom Gehalt auch eher unerfahrene Raucher nicht, glimmt sehr schön ruhig und gleichmäßig und ist eine sehr delikate Abwechslung zu eher Virginia-lastigen Mixtures. So wollte ich es gern haben, so lecker und propper hat Tom Darasz es umgesetzt. Für falsche Bescheidenheit also nicht der geringste Grund. ICH bin stolz auf ihn und hoffe, er mundet Ihnen!

Ihr Ralligruftie

Autor: Ralf Dings

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Cornell & Diehl - Burley Flake #1 und #3

Am Ende dieser Tabakbesprechung kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass ich ein Weichei bin. Damit müsste ich leben. So mancher starker Tabak hat mich schon gefordert. Immer bin ich stehen geblieben und wusste zum Schluss allerhöchstens, dass dieses Kraut mir auf Dauer zu stark ist und deswegen nicht zu meinen bevorzugten Mischungen zählen wird. Ich erinnere mich allerdings auch an die beiden Plugs von G.L. Pease. Die beiden einzigen, bei denen ich aufgeben musste. Zu heftig schlugen die Kentuckys zu.


Und nun stopfte ich vor kurzem, im Rahmen einer Erkundungstour in Sachen Burley, meine Pfeife mit Cornell & Diehls „Burley Flake #1“. Ein unglaubliches und natürliches Aroma in der Nase. Satt und bodenständig, würzig, ein bisschen geräuchertes Rindfleisch. Ein augenscheinlich leckerer Flake, „burley-based“ mit Kentuckys, Perique und Virginia. Der „Burley Flake #1“ ließ mich eine Viertelfüllung lang besten Tabak genießen. Herbe Schokolade, leicht drückende Kentuckys, ein Schwung Säure und ein dezent süßliches Lächeln der Virgnias im Hintergrund. Nikotin, welches auf die Tube drückt, aber am Abend mit einem Fläschchen Bier ein Genuss sein kann. Und als wenn ich die Warnung nicht ernst genommen hätte, fühlte es sich plötzlich an, als wenn der „Burley Flake“ ohne Vorwarnung in den zweiten Gang schaltet. Da traf mich eine Nikotinwucht, die alles bei Seite räumte und nichts als Schluckauf bei mir hinterließ. Ich habe die Nr. 1 noch dreimal gewagt, dann habe ich mich ergeben. Dieser Flake ist mir zu stark und für mich unbezwingbar.


Zur Abwechslung folgte nun noch Cornell & Diehls „Burley Flake #3“. Ich kann es kurz machen, denn meine Versuche erreichten die Zahl „vier“ nicht. Es sind dieselben Bestandteile in der Mischung (Burley, Kentucky, Perique und Virginia), nur sind sie unterschiedlich dosiert. Die Nr. 3 ist noch stärker. Ein Bulldozer, der ohne Umwege und ohne Abbremsen auf den Genießer zufährt. Dieser Tabak sucht sich seinen Weg. Entweder in die Herzen von Liebhabern echter und harter Männermischungen, oder aber er geht seinen Weg weit weg von mir. In diesem Fall befindet er sich bereits auf dem Postweg in den hohen Norden der Republik, wo ein Pfeifenkumpel sitzt und der sich ständig darüber beklagt, dass die angebotenen Mischungen zu leicht sind. Auf sein Urteil bin ich gespannt.



Autor: Ralf Ruhenstroth

TAK (Motzek) - Micha's Cake

Allllter… was'n dette? Det gloob ick doch jetz' nich!“ würde René Mariks Eisbär Kalle jetzt sagen. Als mich das Päckchen aus Kiel erreichte und ich das, mit selbst gebauten Mitteln, gepresste Quadrat in den Händen hielt, ging es mir ähnlich. Das hatten wir noch nicht. Ein Crumble Cake, den der vertreibende Händler selbst entwickelt und gepresst hat – das ist neu… und mutig… und große Klasse! Tom Darasz hat seit er den Laden von Herbert Motzek übernahm immer davon gesprochen, besondere, eigene Tabake zu kreieren. Bitteschön, hier ist der erste.


Ein Gemeinschaftswerk mit seiner Frau Michaela, bei dem helle, rote und dunkle Virginias gemischt und mit 15 Jahre altem Rum aus Barbados veredelt wurden. Schon der Dufttest an der Tabakplatte verrät Würze, Süße, Kraft und Tiefe. Eigentlich schade, diese quadratische Schönheit „anzuknabbern“, es geht aber recht leicht, etwas Tabak abzurubbeln, zu zerfasern und eher locker in einen Kopf mindestens mittlerer Größe zu füllen. Erstaunlich sanft nimmt die Mischung die Flamme an und glimmt rasch sehr ruhig und gleichmäßig.


Erster Geschmackseindruck: weich, rund, würzig… nicht zu süß und schwer. Der Rum sorgt im Hintergrund für eine körperreiche Abrundung, unterstützt die Tabakaromen aber nur, ohne sie zu sehr zu prägen oder gar zu überdecken. Die Pressung und Reifung sorgt für große Harmonie im Aroma. Wer jetzt nicht gierig wird, ihn kühl hält und eher nippt, findet eine dezent ätherisch-alkoholische Beigabe im Geschmack der recht klaren und leicht pfeffrigen Virginia-Aromen.


Nein, MICHAS CAKE ist kein Schwergewicht. Der Crumble Cake bleibt jederzeit beherrschbar, verfügt nicht über die Wucht mancher amerikanischer Kollegen und ist so auch ein delikates Vergnügen für Freunde nicht so starker Mischungen. Virginia-Fans werden ihre Freude haben. All' die Blumigkeit und Süße der VAs tritt durch die Pressung und Reifung noch einmal klarer und geschmackvoller zutage. Dieses Vergnügen bleibt über die ganze Füllung erhalten, allenfalls Geschmacksnuancen ändern sich, je nachdem, welche Anteile vom gepressten Block sich gerade in Glutnähe befinden.

Ganz sicher ist der MICHAS CAKE eine Bereicherung der Tabaklandschaft… und hat, wie gesagt, hierzulande eine Alleinstellung. Man darf gespannt sein, was Tom Darasz noch so alles aus dem Keller zaubert. Ein Twist und ein Plug sind schon einmal flüsternd angekündigt. Freuen wir uns erst einmal am Crumble Cake - ein feiner Wurf!


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Sonntag, 9. Oktober 2016

Motzek - Perique Sommer

Bitte was? Einen Sommertabak im Herbst vorzustellen, ist unpassend? Ich bitte Sie… Sie kaufen gefärbte Eier im September, Spargel und Erdbeeren im Januar und rauchen den „Early Morning Pipe“ am späten Abend. Etwas Flexibilität muss ich erwarten können, sonst bliebe mir nur, Ihnen den Motzek „Herbst 84“ vorzustellen… und den hatten wir schon.

Wieso überhaupt „“Perique SOMMER“? Nun, die erste, sommerliche Anmutung überkommt einen schon beim Dufttest. Während andere Perique-Mischungen gern mal säuerlich-würzig daher kommen, hat sich hier jemand oder etwas eingeschlichen und deutliche Spuren hinterlassen. Es duftet im Hintergrund nach Blüten im vollen Lebenssaft. Wie bei einem Spaziergang durch einen frühsommerlichen Garten… man hört die Bienen förmlich summen. Dahinter erschnuppert man die heuige Virginanote, eine milde Süße und den delikat-säuerlichen Periqueanteil. Vielschichtig, ja… aber eher duftig, sanft… darf man „beschwingt“ schreiben?


Ich habe den Tabak etwas gelüftet und leicht getrocknet. Mag sein, dass er für die Mehrheit gut konditioniert ist, ich mag meine Kräuter eher trockener, zumal ich meine, dass ihr Aroma dann noch intensiver wird. Eigentlich gehört der appetitlich grobe Ready Rubbed mit eingestreuten, gröberen Blattstückchen eher in große Köpfe, er macht aber auch bei kleineren Füllvolumen, wie hier in der 124er Stanwell, würzige Freude.


Hell… so würde ich den Geschmack als erstes beschreiben. „Sonnig“ zu schreiben wäre wohl zu plakativ. Der mild-würzige Virginia ist angereichert mit der blumigen Note, bekommt etwas dezent „lakelandisches“. Seifig? Nein, soweit reicht es nicht. Doch die florale Note dieser Mischungsarten ist durchaus feststellbar. Geerdet wird das Ganze dann durch die säuerliche Würze der zugegebenen 8% Perique. Sie rundet den “Perique Sommer“ auf höchst pikante Art ab. Das ist wirklich ein sommerlicher Genuss. Keine Schwere, nicht „fett“ oder opulent. Dennoch ist er ein rundes Geschmackserlebnis, das aber nie überfordert. Daher ist diese Mischung auch durchaus für Raucher geeignet, die erstmalig Kontakt zu einem Perique-Mix suchen… oder für Perique-Fans, die es zwischendurch auch mal blumiger mögen.

Er lässt sich gut anglimmen, bleibt ruhig und berechenbar und lässt sich so auch recht kühl genießen. Ich würde sagen, ein toller Wurf mit Charakter und Eigenständigkeit. Nein, ich bin nicht so sonderlich glücklich darüber, dass Tom Darasz das alte Firmenlogo 1:1 übernommen hat. Sicher, der Wiedererkennungswert… doch es fehlt mir der berechtigte Hinweis, dass mit Tom's Übernahme des Kieler Geschäfts auch zunehmend frischer Wind Einzug hält.

Ich wünsche ihm von Herzen, dass all' seine tollen Pläne, auch in Bezug auf neue Tabakideen, zu verwirklichen sind. Eines kann ich Ihnen versprechen: Von Tom Darasz und seinem Fachgeschäft in „Sailing City“ werden wir noch viel hören… und probieren!


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings