Willkommen bei Jogi-wan...

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Montag, 22. August 2016

Kolumne: Gott steh' uns bei!


Ja, die TPD 2 ist böse, sie ist ungerecht. Schon gibt es erste T-Shirts mit der Aufschrift: „TPD 2 ist ein Arschloch“. Ein Leben nach TPD 2 scheint kaum vorstellbar, der Untergang des rauchenden Abendlandes ist nahe. Seit Monaten liegen wir uns bei Stammtischen und in sozialen Netzwerken greinend in den Armen, beweinen die Ungerechtigkeit der Welt (ohne wirklich wahr zu nehmen, dass WIR es erst irgendwelchen, fehlgeleiteten Polit-Kaspern ermöglichen, solchen Schwachsinn zu gebären!) und jammern uns dem Untergang entgegen. Es ist soweit… die Pfeife stirbt. Morituri te salutant (wie jetzt bei Asterix stehen würde)!


Einzelne, von denen man sich fragt, auf welchem Planeten sie die letzten Jahre zugebracht haben, sind sogar jetzt noch völlig unvorbereitet und registrieren erschrocken schaudernd, welchen Einfluss diese teuflische


RICHTLINIE 2014/40/EU DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
vom 3. April 2014
zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Herstellung,
die Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen und verwandten Erzeugnissen und zur
Aufhebung der Richtlinie 2001/37/EG,


auf uns arme Pfeifenraucher haben wird! Übrigens heißt dieses Sesselfurzer-Produkt mit vollem Namen wirklich so! Damit wir jetzt noch einmal mit voller Inbrunst los heulen und die letzten Kleingartenverein-Vorsitzenden „REVOLUTION“ schreien können, hier noch einmal die Konsequenzen, die sich für uns Pfeifenraucher aus der TPD 2 ergeben. Sehr klar und sinnvoll zusammen gefasst von DAN PIPE:

Verboten sind in Zukunft jegliche Tabaknamen oder -bezeichnungen, die Aussagen machen über Stärke oder Geschmack des Tabaks, den Gehalt an Aromazusätzen in einer Mischung (oder auch deren Fehlen). Ebenso verboten sind auch Namen oder Namenselemente, die suggerieren, dass ein Tabakerzeugnis belebende, natürliche, ökologische oder irgendeine für die Lebensführung positive Eigenschaft haben könnte. Bezeichnungen wie „Sweet, „Vanilla, „Cherry oder „Whisky und „Soft, Gentle, „Mellow oder „Frisch werden aus den Sortimenten verschwinden, und auch Namensteile wie „Pleasure (Vergnügen) oder „Happiness (Freude) gehören ab jetzt der Vergangenheit an.

So, meine Damen und Herren. Hat das jetzt jeder verinnerlicht und ausreichend Zeter und Mordio geschrien? Fein, dann können wir uns ja der Realität zuwenden!



Ja, die TPD 2 wird eine Menge Geld kosten, manch' kleineren Hersteller in Bedrängnis bringen und für große Umstellung und schwierige Umgewöhnung sorgen. Doch sie ist nun einmal da. Schuld sind wir, die wir zu faul und/oder unfähig sind, dem schwachsinnigen Treiben im sogenannten EU-Parlament ein Stöckchen vorzuschieben, denen, die uns immer mehr bevormunden und fremd bestimmen, Einhalt zu gebieten. So heißt es also, mit den Gegebenheiten klar zu kommen. Hersteller und Händler haben Sorgen und Arbeit genug. Da brauchen sie nicht auch noch ein träges Heer verängstigter Verbraucher, die schlicht zu bequem sind, sich durch ein wenig Eigeninitiative zu informieren und sich einen pfiffigen Plan zurecht zu legen, wie es trotzdem möglichst störungsfrei weiter geht. Vorbildlich in Sachen Information hier das Haus Dan Pipe. Da werden Streichungen von Tabaken vorangekündigt, Umbenennungen 1:1 weiter gegeben, da wird ganz nah am Kunden gearbeitet. Der Kunde muss aber auch LESEN und ZUHÖREN, damit er die Informationen erhält, die er angeblich so gern hätte!

Nicht mehr zurecht finden? Meine Güte, seit Jahren werfen engagierte Leute in Foren, Blogs, auf YT und in den Netzwerken hunderte Tonnen gesprochener und geschriebener Hilfsgüter in Form von Reviews ab, damit sich die Gemeinschaft im Wust der Tabake auskennen lernt. Warum, zur Hölle, sollte sich daran etwas ändern? Ja, für den Moment ist vielleicht der schläfrig-routinierte „Klick“ auf den Lieblingstabak nicht mehr möglich. Es kann aber doch nicht zu viel verlangt sein, sich etwas auf neue Bedingungen und Namen einzustellen.

Eine Herde blökender Schafe, die durcheinander rennt, weil irgendjemand was vom bösen Wolf erzählt hat. SO präsentieren wir uns aktuell und SO wollen sie uns haben. Diese diktatorischen Puppenspieler, die sich mit Freude eine folgsame Menschheit züchten, um sie besser für ihre Schweinereien manipulieren zu können. Tun wir ihnen nicht den Gefallen. Erweisen wir uns als mündig, pfiffig und informiert…. auch dieser weitere Schlag wird uns nicht in die Knie zwingen, uns nicht die Freude an unserer Leidenschaft nehmen. Nehmen wir es hin und stellen uns darauf ein. Zurück schlagen können wir dann immer noch an den Wahlurnen!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings



Mittwoch, 17. August 2016

Samuel Gawith - Lakeland Dark

Ok, lassen Sie uns die grundsätzlichen Dinge sofort klären. Wenn Sie den Deckel dieser Dose öffnen, muss Ihnen klar sein, dass das NICHT das Gatter zum Ponyhof ist. Allerdings auch nicht, wie schon gelegentlich befürchtet, das Tor zur Hölle. Sie sind ein erfahrener Pfeifenraucher mit Faible für die naturnahe Richtung? Sie kennen sich mit höherprozentigen Genüssen aus und trinken Ihren Whisky eher selten aus Wassergläsern? Fein, es würde mich freuen, wenn Sie weiterlesen.


Es steht eindeutig „kräftiger Dark Fired“ auf der Dose und der liegt dann auch appetitlich zum Ready Rubbed aufgefasert drin. Erster Eindruck: der Name DARK bestätigt sich. Dunkelbraune, fast schwarze Virginias, die bei der Duftprobe kräftig-intensiv nach Heu riechen, mit einem ganz feinen Malzhauch im Hintergrund. Gut konditioniert ist er. Überraschend für einen Gawith Tabak nicht zu feucht und so geschmeidig, dass man sich gut ein lockeres Kügelchen formen kann, dass in einem eher kleinen Kopf Platz finden sollte (daher oben die Anspielung aufs Wasserglas). Ein wenig ruppig gestaltet sich das Anglimmen. Drei-vier Versuche sind es, mit kleinen Gedenkpausen dazwischen, dann glimmt er. Sofort bitte die Zuggewohnheit von kräftig auf nippend umstellen, sonst gibt es eins mit der Kelle. Dunkles, kräftiges Virginia-Aroma, beinahe ohne Restsüße, streichelt die Zunge. Heuig, erdig, samtig… es gibt die volle Palette eines Tabaks, der richtig erwachsen ist. Würzig teilt sich die Heunote mit und aus der Nase ausgeblasen, bekommen die Schleimhäute ein gutes Maß „Pfeffer“ mitgeteilt.


Sie rauchen eine ehrliche Haut. Sofort zu Beginn und über die ganze Füllung hält dieses „Starkbier“ durch. Ohne hinterlistige Stärkespitze zum Schluss und nur genippt kühl und sanft bis zum letzten Aschekrümel. Dann allerdings stellt sich auch bei kleinen Köpfen zunächst mal ein wohliges Sättigungsgefühl ein. Wer gierig war und einen größeren Kopf gewählt hat, bekommt nach einiger Zeit u.U. ein Problemchen, denn der „Lakeland Dark“ verteilt Nikotin mit der Baggerschaufel. Ja, auf diese Dose könnte man „bewusst genießen“ aufdrucken… und das kann man ihn, oh ja. Für erfahrene Raucher ein Erlebnis, mal wieder einen Dark Fired mit ordentlich Hubraum in der Pfeife zu haben. Für vorwitzige Beginner, die sich ein Döschen als spätpubertäre Mutprobe gönnen, wird der Genuss rasch und massiv in weiche Knie umschlagen. Die Warnung ist ehrlich gemeint.


Wer sich mit dem Gawith „Black XX“ duzt, wer auch den „Blockade Runner“ gut überstanden hat, wem der HH „Bold Kentucky“ ruhig noch ein Schäufelchen kräftiger sein dürfte, der hat hier einen absolut delikaten Sattmacher gefunden. Der „Lakeland Dark“ ist großes Kino und ich rate wirklich gern zu ihm. Sollten Sie aber Zweifel haben, dem Tabak gewachsen zu sein, hören Sie lieber auf sich. Es ist kein Heldentum, wenn man sich solche Tabake kauft, nur, um mitzuhalten. Bei 12,85 Euro für 50 Gramm ist es nur Geldverschwendung. Denen, die wissen, was da auf sie zukommt: Viel Freude und Genuss mit einem Klasse-Tabak!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings



Donnerstag, 4. August 2016

Samuel Gawith - Cabbie's Mixture

Zunächst einmal wären zwei Fragen zu klären. Wer ist Cabbie und wodurch ist der so bekannt geworden, dass ihm Gawith eine eigene Mixtur braut? Wikipedia klärt mich auf, dass mit „Cabbie“ im Umgangsenglisch ein Taxifahrer bezeichnet wird. Wäre ich nicht ganz so blind vor Begeisterung gewesen, dieses Kraut endlich probieren zu können, wäre mir wohl die Droschke auf dem Deckel aufgefallen. Diesen, damaligen Cabbie's, die mit ihren Einspännern die eher wohlhabende Kundschaft durch britische Städte kutschierten, ist dieses Kraut also gewidmet.

Zweite Frage: Wer ist bekloppt genug, für 50 Gramm Tabak ganze 16,50 Euro auf die Ladentheke prasseln zu lassen? Na ja, ich… zum Beispiel… und wohl auch andere Liebhaber spezieller Virginia/Perique-Mischungen. Soviel sei schon einmal verraten: Die Investition lohnt!


Galt in früherer Zeit ein neuer Tabak im S. Gawith-Programm als Sensation, zieht schon seit etlichen Monaten ein neuer Marketingwind durch die altehrwürdigen Produktionshallen. Neue Tabake quasi im Wochentakt, aufgefrischte Label und deftig angezogene Preise. Hinzu kommt, dass es die Spatzen von den Dächern pfeifen, dass auch an anderen Produktionsstandorten und von Zulieferern für Samuel Gawith gearbeitet wird. Viel und viel neu bedeutet aber nicht zwangsläufig auch viel gut.

Doch wer den Deckel der „Cabbie's Mixture“ öffnet, hat verloren. Verweht sind alle Zweifel, alles Misstrauen. Man sieht auf die leckersten Curlyscheibchen, atmet den unverschämt überbordenden Duft von reif-süßen Virginias, das tiefe Aroma von Feigen und lässt sich die Nase kitzeln vom spritzigen Hauch des Perique. Wer jetzt noch nicht lächelt, sollte die Dose wieder zu machen… er ist noch nicht reif für solche Delikatesse!


Wer nun aber mit kundiger Hand und nicht zu fest die etwas feuchten Scheibchen in einen vorzugsweise mittleren Kopf einbringt, sollte sich anschnallen. Herrschaften, was da schon bei den ersten Zügen an reifer Süße, tiefsamtigem Aroma und mildfruchtiger Spritzigkeit über die Zunge streift, ist ein Knaller!

Würden bitte alle die Raucher aufstehen, die betend auf die Rückkehr des alten Three Nuns hoffen! Hier ist die Rettung… und ich bin jetzt mal GANZ mutig. Dieser „Cabbie's“ erreicht locker das Niveau der alten Nonnen. Hier schmeckst Du wieder, dass es für das Original keinen Ersatz gibt, dass sich alle zum Teufel scheren sollten, die aus purer Gewinnsucht echten, guten Perique durch stil- und geschmackloses Aroma ersetzen. Verdammt seid Ihr, Frevler an der Tabakkunst!


Er glimmt, dass es eine Freude ist, ruhig und mit jedem Zug das volle Aroma ausschüttend. Sanft, aber mit Gehalt. Nie stark, aber mit Körper und Struktur. Delikat, satt und kullerrund. Bis zu den letzten, grauen Aschekrümeln ist dieser Tabak eine Offenbarung für die Freunde dieser Richtung. Ist mir doch egal, wenn die Geldgier seiner Produzenten mich in den Ruin treibt! Wobei man fair sein muss und anerkennen sollte, dass es solche Rohtabake auch nicht für'n Appel und'n Ei gibt. 16 Taler und 5 Groschen sind trotzdem ein Wort !… und bevor mich jetzt jemand nach einer Probe fragt : NEIN! Alles meins, meiiiiin Schatz, ich schlafe auf dieser Dose! Um es mit dem seligen Herrn Hochrain zu sagen: Versetzen Sie Ihr Bett oder, zumindest Ihr Kopfkissen, wenn es sein muss… aber gönnen Sie sich diesen Tabak.

Beginnern allerdings rate ich von diesem Kraut dringend ab. Weil es zu stark ist? Nein! Weil es sich schwierig raucht? Nein! Weil sie für ihr Pfeifenleben versaut sind, wenn sie diesen Stoff einmal probieren und für die Zukunft deutlich höhere Beschaffungskosten für Tabak einplanen müssen… und das will ich nicht verantworten!

Ihr Ralligruftie

Autor: Ralf Dings


Montag, 1. August 2016

Peterson - Summertime 2016

Dunkle, geriebene und helle, locker geschnittene Virginias mit einem Hauch von Burley ergeben eine wunderbare Mischung und angenehmen Rauchgenuss. Ein wenig Vanille, ein Schuss Rum und ein Hauch von Frucht meistern die perfekte Summertime Mischung“.


Nun, das las ich auf der Dose vor ca. vier Wochen, als der Sommer noch gar nicht so richtig da war. Nach dem Öffnen erschlug mich der Duft, dazu war die Mischung für meinen Geschmack sehr feucht. Jetzt, ungefähr einen Monat später, duftet es zwar noch immer nicht nach Tabak, aber die Mischung hat eine gute Konditionierung. Aus dem Cellophanbeutelchen riecht es leicht alkoholisch und mostig, darüber legen sich Früchte. Irgendwie Bowle vom Vorabend.


Das Stopfen und das Anzünden klappen jetzt vorzüglich. Im Geschmack zunächst etwas süß, dann im Wechsel mit etwas Säure. Mag sein, dass zu Beginn das Vanille-Aroma von sich Reden macht, doch dann wird es sehr fruchtig. Die Frage ist: Wo bleibt der Rum? Also, wer Charaktereigenschaften ähnlich eines naturnahen Navy sucht, der kann hier nicht fündig werden. Der Rum bietet hier eher etwas Spelunkencharakter einer Hafenkneipe.

Immerhin, diese Limited Edition raucht sich sanft und der Tabak brennt auch recht gleichmäßig runter. Er neigt auch nicht zu sottern und so unbändig heiß wird er auch nicht. Das Raumaroma? Deutlich feststellbar, Aromatenliebhaber erwartet hier nichts außergewöhnliches. Das alles kann ausschlaggebend dafür sein, den „Summertime 2016“ auszuprobieren. Für mich persönlich war es das nach fünf Füllungen allerdings…. nicht mein Ding.



Autor: Ralf Ruhenstroth