Willkommen bei Jogi-wan...

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Samstag, 23. Juli 2016

Es geht auch originell!

Beim Thema Raucherbedarfsartikel werden die Gesichter der Händlerschaft immer länger. Was auch kein Wunder ist. Wo der Marktanteil der Interessenten unter 5 % liegt, kann man nicht mehr mit einem vielfältigen Angebot an Pfeifenaschenbechern, -taschen und Co. rechnen. Man muss ja schon froh sein, dass es wenigstens die seit Ewigkeiten gewohnte Standard-Ware noch gibt. Soweit die einleuchtende Argumentation seit Jahren.


Damit KANN man zufrieden sein, muss aber nicht. Gerade Pfeifenfans mit einem gewissen Originalitätsanspruch, eigenem Geschmack und eher jugendlichem Designverständnis empfinden das aktuelle Angebot, je nach Temperament, als traurig bis entsetzend. Ja, es gibt tatsächlich Pfeifenraucher, die sich mit dem, noch gnädigerweise Gebotenen, nicht anfreunden mögen. Das ist aber weiter nicht tragisch…man muss sich nur selbst helfen. Das kostet nicht einmal die Welt, denn, wo die Estate-Pfeife bereits ihren festen Platz im Denken hat, sollte der „Secondhand-Markt“ auch bei anderen Dingen rund um die Pfeife nicht vergessen werden.  

Dabei empfiehlt es sich allerdings, anders vorzugehen. Die Suche im Internet gestaltet sich schon deswegen problematisch, weil es nicht nur rund um die Pfeife, sondern auch in „branchenfremden“ Bereichen durchaus interessante und originelle Lösungen gibt… doch, wonach soll man suchen? Besser ist es, die Jacke anzuziehen und Trödelmärkte, Antikhändler und Gebrauchtwarenhäuser zu durchstreifen… sich einfach inspirieren zu lassen und oft für wenige Euros genau DAS Stück zu finden, was dem persönlichen Geschmack entspricht.


Dabei finden sich nicht nur Aschenbecher mit Charakter, solide Pfeifentaschen im Antik-Look, sogar komplette Vitrinen zur Unterbringung der stolzen Sammlung lassen sich u.U. für einen noch zweistelligen Betrag erwerben. Wie das Stück auf dem Foto.


Nun ja, es wird nicht jedem gefallen und manch`“Altvorderer“ wird sicher mit Unwohlsein auf die Lockerung der „Kleiderordnung“ beim Raucher-Zubehör reagieren. Doch warum sollen Dinge, mit denen wir unsere Leidenschaft umgeben, nicht ungewöhnlich, individuell und gern auch mit einem Augenzwinkern versehen sein? Es geht um eine Leidenschaft… und wo steht, dass die uniformiert und genormt sein muss?



und ganz ehrlich ? Es macht großen Spaß, für ein paar Euros seinen ganz eigenen Geschmack zu realisieren und sich mit nutzbaren Dingen zu umgeben, die auch noch richtig schön sind…und Zeitzeugen einer vergangenen Epoche …auch das hat seinen Reiz…versuchen Sie es doch mal.

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Sonntag, 3. Juli 2016

Dunhill - Standard Mixture

Heute soll es um einen Tabak gehen, dessen Layout bestimmt schon nahezu alle mal gesehen haben und den es bestimmt schon seit Ewigkeiten gibt. Ich habe eine Dose dieses Kameraden das erste Mal in der Werkstattkiste meines Urgroßvaters gesehen. Als Aufbewahrungsbox für Schrauben. Und deswegen wollte ich ihn mal probieren, allein schon aus nostalgischen Gründen.


Dies ist jetzt schon drei Dosen her, und somit ist es an der Zeit meine Meinung kund zu tun. Das Dosendesign hat sich (bis auf die Sticker mit den brandheißen Neuigkeiten) wohl kaum geändert. Zumindest nicht, solange ich mich erinnern kann. Mit einem satten Pfft wird das Vakuum gelöst. Im Inneren befindet sich der Tabak in der altbekannten Papierverpackung mit diesem seltsamen Kragen und einem Pappdeckel mit zwei Tabakblättern drauf.

Der Tabak liegt fest gepresst drin. Ich gebe ihm gerne ein paar Sekunden, bevor ich meine Rübe dranhalte. Dann kann der Anfangsduft etwas entweichen. Der Geruchstest ergibt (natürlich) Latakia. Aber sobald man ihn zur Seite schiebt, meine ich eine Säure zu erkennen. Ein wenig nach eingelegten Oliven. Ein bisschen wie Mac Barens „Mature Virginia“. Im Hintergrund erkenne ich eine leichte Honig/Heunote vom Virginia. Vom Schnittbild ist er gewohnt relativ fein geschnitten, wie es die Dunhills eben an sich haben. Sehr stopffreundlich die ganze Sache.


Und hier kommen wir zum nächsten Punkt. Ruckzuck ist die Vauen Classic gestopft. Ich stopfe diese Schnittart gerne etwas fester und trockne sie u.U. etwas nach. Ich rauche ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit und zu jedweder Beschäftigung. Ich habe es noch nicht geschafft ihn zu "verärgern". Er bleibt immer schön cool und gelassen. Auch oFi Versuche ließ er anstandslos geschehen, und das, obwohl ich mit einer sensiblen Zunge "gesegnet" bin. Diese Eigenschaft schiebe ich dem Latakia zu.

Die ersten Züge beim Rauchen lassen auch eine Säure erkennen, ebenfalls mit diesem Olivenunterton. Dies verfliegt aber relativ schnell und lässt Platz für einen brotigen, dezent rauchigen Geschmack. Sehr angenehm mit einer dezenten Würze und Süße. M.E. ist die „Standard Mixture“ kein Latakia-Hammer, sondern eine eher dezente Mischung. Standard eben, aber keineswegs negativ gemeint. Ich rauche sie gerne, wenn ich keine Lust auf Überraschungen habe und mein Hirn für andere Dinge als fürs Rauchen benötige.

Die Tabakqualität stufe ich als sehr gut ein. Ich habe keine Strünke oder ähnliches Gestrüpp in den bisher konsumierten Dosen entdeckt, was ich bei dem Preis aber auch nicht möchte. Irgendwann geht die Pfeife einfach aus. Je nach Stopfgeschick, mit mehr oder weniger kleinen unverbrannten Resten. Er raucht sich schön trocken und hinterlässt ein würziges, (für mich) angenehmes Raumaroma. Aber das muss man mögen.

All in all handelt es sich hier um eine "normale" Latakia-Mixture, die ich jedem empfehlen kann, der nicht direkt die Schinkenkelle haben will, aber Pudding lieber isst als raucht. Die Raucheigenschaften sind über jeden Zweifel erhaben. Standard eben

LG vom Teutoburger Wald

Autor: Chris Henck