Willkommen bei Jogi-wan...

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Mittwoch, 24. Februar 2016

STG - Clan Full Aroma

Eieieiei! Der Haussegen hängt schief! Der gute alte "Amphora Full Aroma" wohnt nicht mehr bei Mama STG. Er ist ausgezogen und residiert jetzt ein paar Türen weiter. Auf der Klingel dort steht "von Eicken". Nun, eine Zeit lang war Mama sehr geknickt, hat ihr "Amphora" doch eine treue Anhängerschar, die vor allem den früheren, holländischen Mixtures nachtrauert. Virginia, Burley, ein wenig obstig-süßes Aroma, vielleicht etwas Kentucky und/oder Orient zur Abrundung… dabei unkompliziert, mild und nicht zu leicht. Ein treuer Tabakkumpel mit dem gewissen Etwas. Nichts für jeden, doch, be- und geliebt bei seinen, alten Fans.


Jetzt besuche ich dieser Tage Mama STG um zu schauen, ob die Trauer noch so groß ist, da öffnet mir doch ein neuer Spross der Familie. Adrett anzuschauen, von Kopf bis Fuß in ein braunes Gewand mit rot-goldenem Karo gehüllt und auf der Brust das leuchtend rote Emblem mit dem weißen CLAN-Schriftzug und dem Zusatz "Full Aroma". Moment, wer ist er denn und wieso kommt mir der "Full Aroma"-Schriftzug so bekannt vor? Soll das auf den "Amphora" zielen und womöglich Raucher abwerben? Mama STG bejaht das ganz offen und wirbt sogar im zugehörigen Personalausweis des Knaben dafür - unumwunden. Ok… dann probieren wir den Sprössling doch mal.


Er präsentiert sich sehr appetitlich, im griffigen Ready Rubbed-Stil. Nicht zu feucht und sofort zu stopfen. Sein Parfum erinnert an Obstblüten, ein wenig an Sandkuchen, mit einem Hauch Nuss und dezentem Tabakduft. Er lässt sich gut einbringen und problemlos entzünden… die ersten Züge offenbaren aber bereits, dass es sich nicht um einen "Amphora"-Klon handelt, der da ruhig und gleichmäßig vor sich hin glimmt. Der "Clan Full Aroma" startet und bleibt weicher, sanfter, als es der doch etwas kräftigere, robustere "Amphora" tut. Mag sein, dass die Kentuckys im "Amphora" den Unterschied ausmachen. Letztlich scheint der "Clan" auch vom Nikotingehalt her nicht ganz die Ausprägung seines Kollegen zu erreichen. Das kann man als Freund kräftiger Tabake auch als Nachteil sehen. Allerdings ist die von Zufallsrauchern gern mal kritisierte bittere Note des "Amphora" im "Clan" gar nicht zu finden… was ihn evtl. für eine breitere Raucherschicht interessant macht.


Die Süße erscheint nicht aufgesetzt, sie passt sich dem milden Allgemeinbild an. Nein, der "Clan" ist keinesfalls langweilig. Er hat das Zeug zu einem harmonischen Alltagstabak, der nie überfordert oder zickt. Der aber trotzdem die "alte" Note holländischer Mischungen mitbringt und so eine Alternative für die Fans dieser Kräuter darstellt. Nicht als Spiegelbild seines Mitbewerbers, sondern ganz klar als Ergänzung. Dabei ist er nicht saft- und kraftlos oder verpufft sein Aroma im ersten Drittel der Füllung… was ihn von einigen Söhnen der Mutter STG wohltuend unterscheidet! Durchaus auch interessant für Einsteiger und Aromatenraucher, die mal ein wenig in die "dunkle Seite der Macht" hinein schmecken möchten.

Well done, Mama! Zur Zeit sind die Außendienstler der STG noch damit beschäftigt, dass neue Familienmitglied bei den Händlern vorzustellen. Ich kann nur raten, die 7,60 Euro (Einführungspreis) zu investieren, um sich vom jungen "Clan Full Aroma" selbst ein Bild zu machen. Es lohnt sich und könnte zu einer dauerhaften Freundschaft werden! 


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Montag, 22. Februar 2016

Gerd Jansen verstorben!

Leider haben wir heute erfahren, dass Gerd Jansen verstorben ist. Gerd Jansen war viele Jahre Inhaber von "Gerd Jansens Pfeifendepot" in Hamburg und hat sein Ladengeschäft zu einem beliebten Anlaufpunkt für Pfeifen- und Tabakfans geführt. Erst im letzten Jahr hatte er sein Geschäft an seinen Nachfolger, Franz Fleischmann, übergeben, um mit 72 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Sehr schade, Gerd Jansen hatte noch viel vor. Er starb leider am 17. Februar 2016 im Alter von 73 Jahren. (rr)

Donnerstag, 18. Februar 2016

HU-Tobacco - Es geht weiter!

Es gibt Nachrichten, die einen besonders erschrecken und beschäftigen. Als mein Freund Hans Wiedemann Ende vorletzten Jahres mit erheblichen gesundheitlichen Problemen konfrontiert wurde, war ich schon geschockt und drückte alle Daumen für eine baldige Besserung. Die gelang zum Glück, doch Hans brauchte entsprechende Zeit, sich zu erholen. Zusätzlich legten die Ärzte ihm unmissverständlich nahe, sein extremes Arbeitspensum rasch zu reduzieren. Da sich keine praktikablen Lösungen auf die Schnelle fanden, stand die Manufaktur „HU-Tobacco“ eine Zeit lang vor dem drohenden Aus.



Nicht nur, dass Hans damit seine, mit viel Liebe und Leidenschaft, betriebene, Tabakschmiede hätte an den Nagel hängen müssen. Der Tabakmarkt hätte einen seiner besten Anbieter verloren… und das weltweit. Doch Aufgabe ist Hans' Sache nicht. Er tüftelte, suchte nach Lösungen und begab sich auf die Suche nach einem Vertriebspartner. Doch nicht IRGENDEINEN. Gesichtslose Großunternehmen, in denen HU-Tabake nur ein weiterer Artikel gewesen wären, ohne Liebe und Persönlichkeit vertrieben, kamen für Hans zum Glück nicht in Frage.

mit freundl. Genehmigung der Fa. Bosch

Die Lösung fand sich in Fürstenfeldbruck. Dort gibt es den 1926 von Albert Bosch gegründeten Tabakwaren-Handel BOSCH. Ein Familienunternehmen reinsten Wassers, dass durch Generationen die Liebe zum Tabak und den Service am Kunden gepflegt hat und pflegt. Schließlich lieferte schon Albert Bosch in den späten 20er Jahren seine Waren auf Wunsch persönlich an die Kunden aus. Per Fahrrad und Motorradgespann, bei Wind und Wetter, Eis und Schnee.


Heute erledigt man den Lieferservice moderner. 2011 kam zu Einzel-und Großhandel auch ein Online-Shop dazu. Inzwischen leiten die Brüder Albert und Klaus Bosch die Geschicke des Traditionsunternehmens. Ein Familienbetrieb blieb trotzdem den gewachsenen Prinzipien, wie pünktliche und zuverlässige Belieferung, ebenfalls treu.

mit freundl. Genehmigung der Fa. Bosch

Ein idealer Vertriebspartner für solche Ausnahmeprodukte, wie die HU-Tabake. Die Firma Bosch übernimmt nun den HU-Vertrieb für den gesamten deutschen Bereich ab dem 01. März 2016, während sich Hans dem immer stärker wachsenden Export widmet… und nicht zuletzt wieder Zeit findet, seine Tabakideen in die Tat umzusetzen. HU hat z.B. in diesem Jahr 5-jähriges Jubiläum in Lohmar und da dürfen wir uns auf einen echten Knaller freuen. Mehr wird aber noch nicht verraten!


Was wird sich nun für uns, die Kunden, ändern? Wer demnächst die neu gestaltete HU-Tobacco Startseite im Netz aufruft und aus Deutschland bestellt, wird zum eigens eingerichteten HU-Tabakshop der Firma Bosch umgeleitet, wo er wie gewohnt seine Tabake beziehen kann. Im bekannt persönlichen Stil des Shops und mit dem gewohnten hochwertigen Zusatzangebot. Zusätzlich sind bei Bosch telefonische Bestellungen möglich und man kann die Kräuter auch im Laden kaufen. Sie finden Tabakwaren Bosch in der Hauptstrasse 2, in 82256 Fürstenfeldbruck. Telefonische Kontaktaufnahme ist unter 08141/92432 möglich.

mit freundl. Genehmigung der Fa. Bosch

So ist allen geholfen und vor allem wir, die Tabakfans, können uns über den Fortbestand von HU-Tobacco freuen. Zudem wird es sicher sehr angenehm sein, mit der Firma Bosch Geschäfte zu machen. Tabakverrückte unter sich, quasi! Schön, dass es mit Hans Wiedemann und seinen Tabaken weiter geht… und schön, dass sich ein Partner gefunden hat, der Tabak genauso liebt, wie Hans, Sie und ich!

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Sonntag, 14. Februar 2016

Nachruf: Christian Wolfsteiner - Visionär und Könner!


Nein, ich bin mir nicht sicher, ob dem Christian das hier recht wäre. Er war einer der Leisen, der lieber seine Ruhe hatte, statt mit publikumswirksamem Getöse auf sich und sein Werk aufmerksam zu machen. Philosoph, liebenswerter Mensch, scharfsinniger Beobachter, Um-die-Ecke-Denker, Musiker… und seit 1997 auch Pfeifenbauer. Seine Inspiration für Formen? Die Welt… "Eine Pfeife besteht aus Linien.… aber nicht nur eine Pfeife, die ganze Welt besteht aus Linien. Man muss sie nur entdecken…" - so seine Ansicht.

genehmigt von Christian Wolfsteiner

Anlehnungen an klassische Zitate, ganz neue, zum Teil abstrakte Formen, Minimalismus oder beinahe barocke Verzierung ehemals rein praktischer Pfeifenshapes… Christian wusste immer, zu überraschen. Bei all' der Formenvielfalt hat er es aber stets verstanden, der Rauchbarkeit, dem praktischen Nutzen den größtmöglichen Raum zuzugestehen. Ein erstklassiger Handwerker und technischer Tüftler, der z.B. der Calabash-Idee immer wieder neues Leben einhauchte, durch Verwirbelungskammern und sonstige, strömungstechnische Tricks, die perfekt gelöst und nicht selten unsichtbar waren.

genehmigt von Christian Wolfsteiner

Das Driftwood-Finish seines Freundes Roger Wallenstein faszinierte und inspirierte ihn. Er entwickelte diese Techniken bis zur Unglaublichkeit weiter und schuf Oberflächen, die zum Teil die Illusion auslösten, dass die Pfeifen organisch seien, ja, gar lebten. "Schleifpapier ist ein Arschloch" pflegte Christian zu sagen. Zu spannend fand er die Möglichkeiten, dem Holz zu Porigkeit, man könnte fast sagen, zu amorpher Erscheinung zu verhelfen. Seine Art des Farbenspiels tat das Übrige.

genehmigt von Christian Wolfsteiner

Inzwischen hat seine Inspiration, seine beinahe grenzenlose Phantasie Nachahmer gefunden, die sich von seinem Ideengut nähren. Ihn machte das traurig und betroffen - mich, ehrlich gesagt, auch. Unsere gelegentlichen Telefonate dauerten gern mal mehrere Stunden. Zu faszinierend war es, diesem Mann zuzuhören, seine Gedanken für und um die Pfeife mitzuerleben.

In der letzten Woche hat ihn seine langjährige, schwere Krankheit endgültig besiegt. Christian starb mit nur 54 Lebensjahren. Nicht nur seine Familie, der mein tief empfundenes Mitgefühl gehört, auch seine Freunde bleiben traurig zurück. Die Pfeifenwelt wird ein gutes Stück ärmer, nun, wo er gegangen ist.

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Samstag, 13. Februar 2016

Seattle Pipe Club - Potlatch

Auch wenn die Seattle Seahawks es dieses Jahr nicht wieder in den Superbowl geschafft haben, so gibt es dort doch einen Grund zu feiern. Zumindest für den Seattle Pipe Club.
Mit dem „Potlatch“, dem indianischen Namen für das Fest der amerikanischen Indianer an der nordwestlichen Pazifikküste, bei dem in ritueller Weise Geschenke verteilt oder ausgetauscht werden, hat Joe Lankford zumindest die Pfeifenfreunde in Seattle mit seinem neusten Blend beschenkt.

Der „Potlatch“ ist eine englische Mischung, die im Wesentlichen aus Virginia, Burley, Latakia sowie Orientals, Perique und einem kleinen Teil Black Cavendish besteht und neben dem „Seattle Evening“ die zweite englische Mischung von Joe Lankford’s 6 Blends, die er für den Seattle Pipe Club kreiert hat.
Das Tabakbild des „Potlatch“ reicht von hellem Braun der Virginias und des Burley bis hin zu dunklen Brauntönen und Schwarz von Black Cavendish. Der „Potlatch“ ist ein Ribbon Cut mit feineren, langen Streifen.

Beim Öffnen der Dose: Zuerst Latakia mit seiner Rauchigkeit, dann Virginia und Burley, süßlich, nussig. Insgesamt aber sehr ausgewogen und rund in der Nase. Ein schöner, komplexer Engländer, so wie er sein soll.
Der Ribbon Cut lässt sich leicht in den Pfeifenkopf einfüllen, entzünden und ohne Probleme bis zum Schluss durchrauchen. Ich habe ihn in verschiedenen Pfeifen, mit und ohne Filter, geraucht, wobei er mir ohne Filter besser geschmeckt hat.
Schon mit den ersten Zügen genießt man das herrliche Aroma mit der dezenten Süße und der Nussigkeit von den Burleys im Wechselspiel mit der Rauchnote des Latakias und der Würze der Orientals und des Perique. Der Latakia drängt sich nicht auf, sondern rundet den vollmundigen Geschmack sehr gut ab, ebenso der Black Cavendish, der dem Ganzen noch eine angenehme Süße gibt. Der „Potlatch“ ist eine sehr runde und ausgewogene Mischung, komplex, spannend und abwechslungsreich. Er ist mittelstark mit einer vernünftigen Portion Nikotin, so dass man ihn den ganzen Tag über rauchen kann. Er wird auf alle Fälle neben dem von mir sehr geschätzten Mississippi River vom Seattle Pipe Club öfter Einzug in die Tabak Bar finden.
Erhältlich sind die Tabake des Seattle Pipe Clubs bei pipesandcigars.com oder 4noggins.com
Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land!



Autor: Torsten Wieczorek

Sonntag, 7. Februar 2016

Gawith & Hoggarth - Broken Scotch Cake

Es gibt so Tage, da gehen Dir alle auf den Senkel. Nichts klappt, alles holpert und stockt und der Stress feiert ein wahres Fest. Doch irgendwann geht auch der schlimmste Tag zu Ende und man schwört sich, am Abend mit einem guten Buch, einer entspannenden Pfeife und einem feinen Gläschen das innere Gleichgewicht zurückgewinnen zu wollen! Solche Tage kennen Sie auch? Da hätte ich einen Tabaktip für Sie!


Gut, mit dem Namen können wir uns eine Zeit lang beschäftigen. Cake dürfte klar sein? Ähnlich hergestellt wie Plugs, nur die Blätter werden kurzfaseriger geschnitten und der Cake nicht so extrem gepresst. Dieser Kuchen darf dann so vorbehandelt reifen und erreicht den Raucher dann entweder in kompletter handlicher Würfelform… oder aufgerieben, wie in diesem Fall. Bei der Definition von "Scotch" scheiden sich dann aber die Geister und nicht wenige Pfeifenfreunde erwarten bei dem Namen einen Latakia-haltigen Tabak.


Dem ist im Falle des „Brocken Scotch Cake“ nicht so. Er besteht aus einem Teil Virginias, die in heißem Rauch getrocknet wurden und einem Teil Virginia, der seinen Trocknungsvorgang an der Sonne abschließen durfte. Virginias mit anderen Virginias mischen? Wie langweilig ist das denn?

Nun, in diesem Fall sicher gar nicht… extrem harmonisch trifft es eher. Die Heuigkeit beim Duft war zu erwarten, es schwingt aber durchaus eine Erdnote und eine feinherbe Süße mit. Dank des recht groben Ribbon-Cuts macht der Tabak weder beim Einbringen in die Pfeife, noch beim Entzünden, irgendwelche Zicken. Er glimmt so entspannt vor sich hin, dass er, zur Anti-Stress-Therapie vom Arzt verschrieben werden sollte. Ein Erlebnis zum zurück lehnen, dass sich beim Geschmack fortsetzt. Reif-süßes Virginiaaroma, wie es typischer nicht sein könnte. Extrem weich und mild, cremig der Rauch… und wer jetzt nicht auf Dampflok-Betrieb umstellt (wir wollen uns ja entspannen) und eher gemächlich am Pfeifchen zieht, erlebt einen Gaumenstreichler ohne Neigung zum Zungenbiss. Da ist nichts, was den Virginiagenuss trübt.


Es wird nicht zu lieblich, die Erdigkeit bleibt über die ganze Pfeife ebenfalls erhalten, der Nikotingehalt hält sich in Grenzen und die Samtigkeit begeistert. Irgendwelche Besonderheiten? Nö… aber das ist die Besonderheit. Ein echter Kumpel zum Entspannen, dieser BSC. Aus mindestens mittlerer Kopfgröße genossen überzeugt er auf der ganzen Linie. Durchaus auch für weniger versierte Pfeifenfans zu empfehlen oder einfach für Raucher, denen Harmonie deutlich über spezielle Merkmale geht.

Ohne Filter legt die Süße, die Reife im Aroma noch etwas zu, doch auch ungefiltert bleibt dieses Kraut völlig ohne Tücke. Anlehnen, durchpusten, runter kommen, Freude am Genuss empfinden, ohne besondere Aufmerksamkeit zu investieren… das ist der Charakter eines wundervoll ausgeglichenen Tabaks. Ich kann ihn, speziell nach Tagen wie oben beschrieben, nur von Herzen anraten… und wie gesagt: es sollte ihn auf Rezept geben!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Mittwoch, 3. Februar 2016

G.L. Pease - Robusto

Pfeifentabake mit einer Prise Zigarrentabak, wie z.B. der Dietlmeier #9 oder der „The Witches“ von Pfeifen- Diehl in München, gehören schon seit Längerem zu meinen Favoriten. Immer nur englische Mischungen sind dann doch auf die Dauer eintönig und da ich bisher mit reinen Aromaten nicht recht warm geworden bin, ist diese Variante eine willkommene Abwechslung für mich. Daher reizte es mich, auch den „Robusto“ aus der „Original Mixtures Series“ von G.L. Pease, zu probieren, da diese Mixture aus Virginias, Latakia, Orienttabaken und Maduro-Zigarrendeckblättern zusammengestellt wurde,

Der „Robusto“ gehört bei G.L. Pease zusammen mit dem „Barbary Coast“, „Cairo“, „Caravan“, „Cumberland“, „Haddo's Delight“, „Odyssey“ und „Samarra“ zu den “Original Artisan Tobacco Mixtures”, einer Reihe, die schon in den frühen 2000er Jahren von G.L. Pease auf den Markt gebracht wurde. Diese Reihe zeichnet sich durch eine große geschmackliche Vielfalt aus und bietet dem Genießer von der Balkanmischung, über Virginia Blends bis eben hin zum „Robusto“ mit Maduro-Zigarrendeckblättern eine große Bandbreite an unterschiedlichem Tabakgeschmack.
Beim Öffnen der Dose ist von Zigarrentabak oder gar Havanna erst einmal kaum etwas zu riechen. Erdige Noten und Leder dominieren die Mischung, begleitet von einer dezenten Süße. Der beigemischte Latakia dominiert ganz klar den ersten Eindruck. Vollmundig, kräftig, wie ein echter Engländer, von Zigarre keine Spur. Erst beim zweiten oder dritten Schnuppern, wenn die Nase sich an den Latakia gewöhnt hat, ist im Hintergrund der feine Zigarrentabak zu erkennen.

Das Tabakbild ist dunkel, geprägt vom Latakia und den reifen dunklen Virginias mit wenigen helleren Einsprenkelungen der Orientals. Der „Robusto“ ist grob geschnitten, weshalb sich mittelgroße bis große Pfeifenköpfe für den ungetrübten Rauchgenuss empfehlen. Der Tabak lässt sich gut in den Pfeifenkopf einbringen, wobei ich ihn nicht zu fest gestopft habe und das in Brand setzen ist ein Kinderspiel.
Nach den ersten Zügen spürt man neben den Virginias und dem Latakia, die kräftig und vollmundig sind, im Hintergrund die delikate Note der Orientals im Wechselspiel mit dem Zigarrentabak. Die Maduros sind sehr dezent, bleiben aber die ganze Füllung über präsent und geben dem Rauchgenuss eine sehr interessante Komponente.
Der „Robusto“ ist ganz anders als z.B. der Dietlmeier #9 oder der „The Witches“ von Diehl, bei denen der Zigarrenanteil ganz klar im Vordergrund steht und die mit dem Cavendish eine gewisse Süße mitbringen. Der „Robusto“ ist eine englische Mischung mit präsentem Latakiaanteil, kräftiger als normale Virginiamischungen. Die Maduros treten beim „Robusto“ nie in den Vordergrund, sind aber immer spürbar und verleihen der ansonsten sehr ausgewogenen Mischung das gewisse Extra und die Komplexität.
Auch der Nikotingehalt ist recht ordentlich, wodurch er sich ebenfalls von den o.g. Mischungen mit Zigarrentabakanteil unterscheidet. Er lässt sich problemlos bis zum Ende durch rauchen, wobei er mild und angenehm auf der Zunge ist. Er sollte mit Bedacht geraucht und genossen werden und empfiehlt sich für Freunde komplexer, vollmundiger Engländer mit dem gewissen Extra.
Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land!

Autor: Torsten Wieczorek