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Donnerstag, 15. Dezember 2016

G.L. Pease - Regents Flake und Temple Bar (Old London Series)

Im Juli stellte G.L. Pease zwei neue Tabake der „Old London Series“ vor, den „Regents Flake“ und den „Temple Bar“. Beiden Mischungen sollen laut Herstellerangaben dieselben Ingredienzien zugrunde liegen, nur dass die eine Mischung ein Flake und die andere ein Plug ist. Da beide Tabake zu nicht unerheblichen Anteil Orientals enthalten und ich bereits bei Hans Wiedemanns „Fayyum“ und „Fayyum Cake“ die Erfahrung gemacht habe, wie unterschiedlich ein und dieselbe Mischung bei anderer Verarbeitung seien kann, reizte mich der Versuch die beiden „neuen“ G.L. Pease auszuprobieren und zu erleben.


Der Regents Flake ist, wie der Name schon sagt ein Flake bzw. ein „broken Flake“, der so beschrieben wird:

Eine großzügige Dosis der feinen Izmir Blätter geschichtet auf einem stabilen Fundament von reifen roten und süßen hellen Virginias, dann zum Reifen und fermentieren in Cakes gepresst, bevor vor er in Scheiben geschnitten wird und in die Dose kommt. Dieser Flake ist für den Liebhaber von orientalischen Mischungen mit ihren exotischen und verführerischen Aromen und brillantem Geschmack. Reiben Sie eine Scheibe oder zwei, um den Pfeife zu füllen und genießen Sie ein außergewöhnliches Raucherlebnis.“

Beim Öffnen der Dose waren die Flakescheiben schon sehr locker und erinnerten eher an einen Broken Flake. Falten und Knicken war mit den losen Scheiben nicht wirklich möglich. Die Konsistenz des Tabaks hingegen war perfekt. Eine leichte Restfeuchte, die schon beim Öffnen des Vakuumverschlusses dafür sorgte, dass einem der komplexe Duft von würzigen Orientals und reifen Virginias in die Nase stieg; würzig, floral, herbstlich, eine leichte Zitrusnote und die süßliche Note der Virginias.


Ich habe den Tabak ein wenig auf gerubbelt und damit einen mittelgroßen Pfeifenkopf einer Werner Johst Pfeife ohne Filter gefüllt. Der „Regents Flake“ lässt sich ohne Anstrengung in Brand setzen und bot mir schon nach den ersten Zügen einen großen Genuss. Eine Süße von Rosinen, gepaart mit einer würzigen, herbstlichen Note und einer Spritzigkeit; eine wirklich gelungene komplexe Mischung an Aromen, die Nase und Gaumen umspielten. Keiner der verwendeten Tabake gewinnt für sich wirklich die Oberhand. Virginias, Orientals und Perique ergänzen sich harmonisch und sorgen abwechselnd für ein Feuerwerk der Aromen. Der Tabak bleibt dabei sehr angenehm und lässt sich ohne große Anstrengungen rauchen; man braucht ihm keine besondere Aufmerksamkeit zu schenken, sondern kann sich entspannt zurücklehnen und ihn genießen.

Insgesamt ist er verhältnismäßig mild und nahe an einem „all day smoke“. Der Nikotingehalt ist mittelstark. Für mich eine wirklich sehr gelungene Mischung mit einer ordentlichen Portion Orientals, die mir hoffentlich noch viel Spaß machen wird.

Der „Temple Bar“ hingegen ist ein Plug mit folgender Beschreibung durch den Hersteller:

 „Gehaltvolle, reife rote und goldene Virginia Tabake, die großzügig mit feinen, süß duftenden Orientals gewürzt sind; verfeinert mit einem Hauch von Perique für ein wenig mehr Tiefe und Komplexität. Der Tabak wurde sorgfältig geschichtet und für zwei Wochen in großen Kuchen gepresst, die dann in Plugs geschnitten wurden und in der Dose vakuumiert wurden, bereit für den ultimativen Rauchgenuss“

Der „Temple Bar“ ist ein mittel bis hellbrauner Plug. Beim Öffnen der Dose verströmt er einen Duft von frischem Heu, Grass und Getreide, sehr milden Kräutern und einem Hauch der Schärfe und Würze des Periques; etwa so wie in einer Scheune, deren wunderbare Aromen an die Heuigkeit von Virginia erinnern. Ich habe den Plug in Scheiben und dann in kleine Würfel geschnitten, die ich dann in den großen Pfeifenkopf einer Flakepfanne eingefüllt habe. Nach zwei bis drei Streichhölzern war der Tabak in Brand gesetzt und ich durfte die ersten vollen Züge genießen.


Noten von Heu, Pergament und ein Hauch von gesalzenen Nüssen; dann eine leichte pfefferige Note, gepaart mit einer Würze, die an Wald und Holz erinnert; ähnlich einem eleganten Burley. Bis zur Hälfte der Füllung ein harmonisches Wechselspiel der Aromen; mal würzig, mal kräftig, mal leicht und elegant. Der Rauch ist kühl und angenehm. In der zweiten Hälfte überwiegen die erdigen, herben, würzigen Noten, die eher an Eiche, Wald und Herbst erinnern. Das Finish ist knackig, rauchig und erdig; die Würze und Pfefferigkeit des Perique treten etwas in den Hintergrund. Im Vergleich mit dem „Regents Flake“ ist die Süße noch dezenter und am Ende nur noch ganz leicht zu spüren. Der Plug wirkt insgesamt kraftvoller als der Flake und erinnerte mich ein wenig an den „Oak Alley“ von Cornell & Diehl, jedoch weniger süß und etwas würziger. Der Nikotingehalt ist ebenso wie beim „Regents Flake“ eher als mittelstark einzustufen.

Der „Temple Bar“ ist ebenfalls eine runde und wie ich finde sehr gelungene Mischung. Im Vergleich mit dem „Regents Flake“ aber eher etwas für den Abend, da gehaltvoller und kein „all day smoke“. Der „Temple Bar“ ist noch eine Spur komplexer als der „Regents Flake“; eine ähnliche Erfahrung, wie seinerzeit beim „Fayyum“ und „Fayyum Cake“ von Hans Wiedemann.


Beide Blends sind, insbesondere den Freunden von Orientals, zu empfehlen und versprechen eine Menge Genuss.

Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land



Autor: Torsten Wieczorek

Kommentare:

  1. Nur mal so zur Info: Tabak, der bei C&D hergestellt wird, schimmelt gerade weg wie gammelige Semmeln. Darunter fallen auch Blends von G.L. Pease... Beim Kauf sofort öffnen und nicht einlagern!

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