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Mittwoch, 23. November 2016

TAK (Motzek) - Toms Twist

So, jetzt ist mal Schluss mit lustig. Lange genug waren amerikanische und lakelandische Twists das Maß der Dinge für die Freunde dieser urigsten und ursprünglichsten Form der Tabakdarreichung in ordentlicher Würze und Stärke. Während die US-Twists hierzulande nur schwierig zu bekommen sind und oft zur Bekanntschaft mit den Zollbehörden verhelfen, stellten die Varianten „Brown No.4“ und „Black XX“ von Samuel Gawith auf dem deutschen Markt das Angebot für die Fans kräftiger Tabakwürste dar – bislang!


Perique galt und gilt als Würztabak, noch dazu als teuer. Als vor einigen Jahren der „Ascanian“ von DTM auf den Markt kam, verneigte man sich ehrfurchtsvoll vor den enthaltenen 10% des fruchtig-würzigen Krauts und mutmaßte entsprechende Stärke. Perique-Anhänger fanden den Prozentsatz aber eher albern, mussten ihren Wunsch nach mehr bisher aber auch auf dem amerikanischen Markt decken oder mit purem Perique eigene Mischversuche unternehmen - Schluss damit!

Während Hans Wiedemann mit seinen H.U.- Tabaken schon seit einigen Jahren erfolgreich die Palette an hochwertigen, auch naturnahen Mischungen im deutschen Tabakangebot bereichert, herrschte beim Rest der Anbieter eher Einfallslosigkeit und ängstlicher Konservativismus vor. Immer die gleichen Themen, einfach neu variiert. Da war nicht viel zu erwarten und zu erhoffen. Bis vor einiger Zeit Tom Darasz, talentierter Pfeifenmacher und neuer Besitzer des ehemals von Herbert Motzek geführten Ladens in Kiel, mit seinem neuen Tabaklabel TAK dazu kam. JETZT gibt es von ihm auch endlich einen Twist aus eigener, deutscher Produktion… und WAS FÜR EINEN. Tom kombiniert satten, reifen, würzig-kräftigen Kentucky mit spritzig-pikantem, delikatem Perique… und da geklotzt wird und nicht gekleckert, im Mischungsverhältnis 50:50!


Schon der Anschnitt der harzig-saftigen Rolle ist ein Erlebnis. Diese Erdigkeit, die tiefe Kraft, die der Duft verspricht. Wer sich nun in Geduld übt und die abgeschnittenen Coins noch ein paar Stunden lüften und etwas trocknen lässt, wird mit einer Kernigkeit im Geschmack belohnt, die so schnell kein anderes Kraut bietet. Ein wenig Trockenobst, der Geruch nach schwerer, dunkler Erde, die aromatische Note frischen Heus, herbe Kräuterigkeit, dazu die spritzige, säuerlich-weinige Ergänzung vom Perique… all' das findet sich im Geschmack. Das ist Würze in der Breitwandigkeit einer Kinoleinwand.


So ist das Mischungsverhältnis perfekt. Zugemischte Virginias würden mit ihrer Süße die Harmonie dieser tiefdunklen Geschmackswelt zerstören. Dies, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist „Thor`s Hammer“ unter den Pfeifentabaken. Ruhig und zuverlässig glimmend macht er mit jedem Zug klar, wer der neue Champion im Superschwergewicht ist. Ich empfehle dringend, kleine Köpfe zu wählen. Schon bei einem mittleren Kopf begann nach der Hälfte die Zungenspitze zu kribbeln - bei mir ein eindeutiger Beweis, dass Vitamin N mit dem Radlader zugeführt wird. Ein herrlich-sättigendes Vergnügen, ein prächtiges Gemälde in dunklen, satten Farben! Doch bitte: Wer diesen Tabak als Mutprobe versteht, wird es bereuen. Sie sollten sich ernsthaft fragen, ob sie diese volle Würzigkeit mögen und wollen. Es ist keine Schande, sich von einem Tabak überfordert zu fühlen. Doch es zerstört den Spaß und macht Magengrimmen und Enttäuschung. Denen aber, die solche Tabakgiganten lieben, verspreche ich ein exzellentes, delikates Raucherlebnis. Wohl bekomm's!


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Kommentare:

  1. Servus Ralf,
    ein klasse Tabak den ich zur Zeit am Abend immer wieder gerne geniesse.
    Servus Helmut

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  2. Hallo Ralf,
    kurze Frage: es handelt sich hier beim Review um den "dark"? Hab den "white" hier liegen, und freue mich schon sehr drauf. Konntest du schon beide Varianten vergleichen?

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  3. Hallo Ralf,
    ich habe den "Dark" und den "White" in der letzten Woche in Tom's Webshop entdeckt, und mir bestellt. Seit letztem Freitag gönne ich mir jeden Tag ein "Pfeifchen" mit Twist. Ich kann wirklich alles unterschreiben, was Du in Deinem Bericht beschrieben hast. Nach meinem Gefühl, ist der "White" zwar etwas leichter, aber trotzdem sehr gehaltvoll. Erstaunt und hocherfreut bin ich über die Tatsache, wieviel Neues Tom D. in so kurzer Zeit, und in Perfektion kreiert hat. Alle Achtung!
    Klaus-P. H. aus H.

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