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Dienstag, 20. September 2016

Seiffert - Meine Spezialität Olive

Aromaten… ach ja, komm'… ist doch langweilig. Werden sich immer ähnlicher. Süßes Mainstream- Gepansche. Haste einen geraucht, haste alle geraucht!“

Wieder mal ganz schönen Blödsinn gedacht. Mein Freund Sven brachte die Dose mit und überreichte mir damit einen Tabak, den ich tatsächlich noch nicht kannte. Allein das Erscheinungsbild der Dose. Keine schreienden Farben, keine massive Blockschrift… so anders, irgendwie. Zunächst musste ich mal Herrn Google bemühen, um herauszufinden, dass es sich um ein Kraut des Hauses Seiffert handelt… aromatisiert mit Olive. Was ich bei der Öffnung der Dose erwartet habe, kann ich gar nicht so genau sagen. Eine nahezu gänzlich helle, in Ribbon-Cut geschnittene Virginia/Burley-Mischung… soweit nicht überraschend. Der heuige, tabakechte Duft schon eher. Wenn man das Kraut lockert und den Rüssel intensiv darin versenkt, ist auch tatsächlich ein würzig-herber Olivengeruch feststellbar. In Kombination mit den Tabakaromen sehr lecker… zumindest beim Riechen.


Da ich nun rein gar nichts an Empfehlungen für den Tabak fand, habe ich meiner Faustformel gehorcht, nach der aromatisierte Tabake in mindestens mittelgroße Köpfe gehören. Zweite, positive Erfahrung beim Stopfen: Er ist ideal konditioniert. Nicht dieses überfeuchte Klebezeug, dass man sonst oft in Aromatenpouches findet und das eher an Shisha-Pamps erinnert. Er lässt sich wunderbar einbringen und etwas verdichten, ohne zu kleben, und glimmt mit wenigen Versuchen zuverlässig vor sich hin. Ui… das ist lecker! Eher dunkel-würzig, Süße wird nur vom verwendeten Virginia beigesteuert und das im Hintergrund abrundend wahrnehmbare Olivenaroma sorgt für Tiefe und geschmackliche Kraft. Eher mittelstark macht die Mischung mit ihrer Blumigkeit und Reife richtig Freude.


Der Grundcharakter eher dänisch, in der Tradition der früheren Larsen-Tabake, aber mehr in Richtung „edelherb“. Das ist etwas für Fans der naturnahen Mischungen, Süßschnäbel werden vielleicht enttäuscht sein. Ein idealer Partner auch für Beginner, da er ohne Zicken glimmt, nie überfordert, aber doch den Charakter mitbringt, den übliche „Anfängertabake“ so schmerzlich vermissen lassen. Dieser Tabak hat etwas, dass heute auf dem Markt immer seltener wird: Eigenständigkeit! Ich denke mal, dass der ab jetzt bei mir Stammgast wird. Das ist genau die Sorte „Aromat“, die ich liebe. Der Tabak bleibt Hauptperson, wird nur mit etwas Aromenzugabe feingeschliffen, und so prall und kullerrund. Herrliches Kraut… ganz dicke Empfehlung!


Die Verpackung in zusätzlicher Plastiktüte legt die Vermutung nahe, dass „Meine Spezialität Olive“ bei Planta gemischt und eingedost wird - wissen tu' ich es allerdings nicht. Sollte es aber so sein, wäre das ein weiterer Beweis dafür, dass man bei Planta mehr kann, als der „Volksmund“ behauptet… wie in letzter Zeit, gerade im Bereich der naturnahen Kräuter, schon hinreichend festgestellt werden konnte.

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


1 Kommentar:

  1. Hallo, Ralf,
    Ralf B hier aus Ulm. Ein Ulmer Tabakladen (Tipp: Naehe Wengenkirche fuer die die mal durch Ulm kommen) hat diesen Tabak als Hausmarke und empfahl ihn mir, als der Royal Exklusiv von Poeschl (rauche ich ab und zu seit Deiner Empfehlung hier auf Jogi Wan) bei denen aus dem Programm flog. Also bei mir war das eine Bruchlandung. Holzig-sperrig kam mir als naheliegendste Beschreibung in den Sinn. Nach drei Versuchen ueber mehrere tage hinweg wanderte der Seiffert im Tabakfach nach hinten und geriet in Vergessenheit. Ist wohl arg Geschmacks-Sache, ich bin inzwischen bei einem der globalen Standards gelandet (MacBaren Scottish Blend) und ab und zu den Honeydew Flake von Huber in Muenchen. Ein frisches Pouch Royal Exklusive wartet auf Oeffnung....
    Gruss aus Ulm und Um Ulm herum!

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