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Mittwoch, 17. August 2016

Samuel Gawith - Lakeland Dark

Ok, lassen Sie uns die grundsätzlichen Dinge sofort klären. Wenn Sie den Deckel dieser Dose öffnen, muss Ihnen klar sein, dass das NICHT das Gatter zum Ponyhof ist. Allerdings auch nicht, wie schon gelegentlich befürchtet, das Tor zur Hölle. Sie sind ein erfahrener Pfeifenraucher mit Faible für die naturnahe Richtung? Sie kennen sich mit höherprozentigen Genüssen aus und trinken Ihren Whisky eher selten aus Wassergläsern? Fein, es würde mich freuen, wenn Sie weiterlesen.


Es steht eindeutig „kräftiger Dark Fired“ auf der Dose und der liegt dann auch appetitlich zum Ready Rubbed aufgefasert drin. Erster Eindruck: der Name DARK bestätigt sich. Dunkelbraune, fast schwarze Virginias, die bei der Duftprobe kräftig-intensiv nach Heu riechen, mit einem ganz feinen Malzhauch im Hintergrund. Gut konditioniert ist er. Überraschend für einen Gawith Tabak nicht zu feucht und so geschmeidig, dass man sich gut ein lockeres Kügelchen formen kann, dass in einem eher kleinen Kopf Platz finden sollte (daher oben die Anspielung aufs Wasserglas). Ein wenig ruppig gestaltet sich das Anglimmen. Drei-vier Versuche sind es, mit kleinen Gedenkpausen dazwischen, dann glimmt er. Sofort bitte die Zuggewohnheit von kräftig auf nippend umstellen, sonst gibt es eins mit der Kelle. Dunkles, kräftiges Virginia-Aroma, beinahe ohne Restsüße, streichelt die Zunge. Heuig, erdig, samtig… es gibt die volle Palette eines Tabaks, der richtig erwachsen ist. Würzig teilt sich die Heunote mit und aus der Nase ausgeblasen, bekommen die Schleimhäute ein gutes Maß „Pfeffer“ mitgeteilt.


Sie rauchen eine ehrliche Haut. Sofort zu Beginn und über die ganze Füllung hält dieses „Starkbier“ durch. Ohne hinterlistige Stärkespitze zum Schluss und nur genippt kühl und sanft bis zum letzten Aschekrümel. Dann allerdings stellt sich auch bei kleinen Köpfen zunächst mal ein wohliges Sättigungsgefühl ein. Wer gierig war und einen größeren Kopf gewählt hat, bekommt nach einiger Zeit u.U. ein Problemchen, denn der „Lakeland Dark“ verteilt Nikotin mit der Baggerschaufel. Ja, auf diese Dose könnte man „bewusst genießen“ aufdrucken… und das kann man ihn, oh ja. Für erfahrene Raucher ein Erlebnis, mal wieder einen Dark Fired mit ordentlich Hubraum in der Pfeife zu haben. Für vorwitzige Beginner, die sich ein Döschen als spätpubertäre Mutprobe gönnen, wird der Genuss rasch und massiv in weiche Knie umschlagen. Die Warnung ist ehrlich gemeint.


Wer sich mit dem Gawith „Black XX“ duzt, wer auch den „Blockade Runner“ gut überstanden hat, wem der HH „Bold Kentucky“ ruhig noch ein Schäufelchen kräftiger sein dürfte, der hat hier einen absolut delikaten Sattmacher gefunden. Der „Lakeland Dark“ ist großes Kino und ich rate wirklich gern zu ihm. Sollten Sie aber Zweifel haben, dem Tabak gewachsen zu sein, hören Sie lieber auf sich. Es ist kein Heldentum, wenn man sich solche Tabake kauft, nur, um mitzuhalten. Bei 12,85 Euro für 50 Gramm ist es nur Geldverschwendung. Denen, die wissen, was da auf sie zukommt: Viel Freude und Genuss mit einem Klasse-Tabak!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings



Kommentare:

  1. Hallo Ralf,
    danke für das feine Review! Der Lakeland ist zwar nichts für mich, aber dein Artikel ist sprachlich ein Leckerbissen! Grüße, Georg

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  2. Servus Ralf,

    wieder mal ein klasse Review, was Lust auf diesen Tabak macht.
    Mach weiter so.
    Beste Grüße, Michl

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