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Sonntag, 24. April 2016

Kolumne: Heraus (spätestens) zum 1. Mai!


Na endlich! Die Temperaturen erreichen wieder Wohlfühl-Niveau für Außenunternehmungen, alles sprießt. Jetzt beginnt auch für uns Pfeifler wieder die „Außengehege-Saison“. Nicht nur, dass es auch in den Bundesländern mit rauchfreier Gastronomie endlich wieder möglich ist, zum Bier oder Kaffee gemütlich dem Pfeifengenuss zu frönen, auch Park- und sonstige Bänke laden erneut zum Outdoor-Genuss ein.

Doch manche Tabake sind tatsächlich an der Luft nochmal ein deutlich größeres Vergnügen, als im heimischen Rauchsalon. Das zu entdecken macht wirklich Spaß, ist aber hier nicht das eigentliche Thema. Es geht vielmehr um Öffentlichkeitsarbeit. Man sieht uns wieder, die Pfeife rückt erneut in den Fokus von anderen Gästen, Spaziergängern und Passanten. Es macht Sinn, neugierigen Blicken mit einem Lächeln zu begegnen, interessierten Fragen Rede und Antwort zu stehen und der ein oder anderen Geschichte von früher gespannt zuzuhören. Ein wenig Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Jeder von uns ist ein Botschafter der Pfeife, man kann gar nicht anders, als mit einem solchen Rauchinstrument auffallen. Schließlich sind die Tage, als die Pfeife noch zum Alltagsbild gehörte, lange vorbei.

mit freundlicher Genehmigung 

Worin der Sinn besteht? Politischen Druck werden wir damit nicht mindern. Bestehende Verbote und Gesetze werden deswegen nicht geändert, so wirklichkeitsfern und bevormundend sie auch sind. Wir werden damit unter all' den „wichtigen“ Leuten mit gesteuerter und bezahlter Meinung auch keinen Realitätssinn wecken, keinen Umdenkprozess anstoßen. Trotzdem ist es sinnvoll und wichtig. Nicht wenige Pfeifenfans berichten von positiven Reaktionen ihrer Mitmenschen auf ihre Leidenschaft. Zunehmend erkennt man sogar bei den Medien eine gewisse Akzeptanz des Genusses Pfeife und Tabak. Es gibt erfreuliche Berichte über Macher, das entstandene Interesse der jüngeren Generation an Individualität tut seine Wirkung und die Mehrheit der Öffentlichkeit reagiert freundlich und erinnernd… erinnernd an frühere Zeiten, an eigene Erfahrungen mit Vater, Opa oder Onkel, erinnernd an Gemütlichkeit, an die „gute, alte Zeit“.


Ja, auch die Nostalgie hilft uns, unseren akzeptierten Platz im öffentlichen Denken zu verteidigen… aber mindestens genauso wichtig und wertvoll ist es, zu demonstrieren, dass auch die Pfeife sich mit der Zeit entwickelt, sich verjüngt und somit zeitgemäß ist und bleibt.

Es wird nie mehr die gewohnte, selbstverständlich empfundene Alltäglichkeit erreichen. Umso wichtiger ist es Begegnungen zu nutzen, die sich zur Bestätigung des positiven Bildes eignen. Wobei wir erst einmal selbst verstehen müssen, wie man ein solches Bild nach außen erzeugt, müssen endlich aufhören, uns selbst zu zerstreiten, müssen begreifen, dass es völlig egal ist, ob sich jemand „alter Hase“, „Hipster“, „Genussraucher“, „Experte“ oder „Nachwuchsraucher“ nennt. Wen juckt das? Die Pfeife eint uns und das sollten wir endlich mal verinnerlichen.


Ebenso müssen wir verstehen, dass es nicht der Sinn der Sache ist, sich mühevoll zu zelebrieren. Es reicht völlig man selbst zu sein, einfach da zu sein, gesehen, wahrgenommen zu werden… und je nach Tageslaune Rede und Antwort zu stehen… oder einfach nur zurück zu lächeln! Weg mit der Unsicherheit. Gerade besonders junge Pfeifenraucher und vor allem Pfeife rauchende Frauen trauen sich nicht recht in die Öffentlichkeit, weil sie die neugierigen und bisweilen etwas spöttischen Blicke meiden wollen. Doch diese Blicke sind selten mit Missbilligung verbunden. Sie zeugen nur von der Wahrnehmung ungewöhnlicher Anblicke… und ungewöhnlich sind die Anblicke nur so lange sie selten sind. Je öfter sich diese Gruppen also öffentlich präsentieren, je eher werden die Blicke nachlassen - verschwinden werden sie allerdings nie.

Also nehmen wir unseren Auftrag wahr und zeigen uns. Mir persönlich macht es immer Freude, mit Menschen über und wegen der Pfeife in Kontakt zu kommen. Wirklich negative Erlebnisse blieben bislang aus. Probieren Sie es mal und, wenn Sie es schon kennen, bleiben Sie dabei. Ich glaube, man mag uns mehr, als es den verbohrten Gesetzgebern lieb ist. Ein schönes Gefühl!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Kommentare:

  1. Sehr gut geschrieben, Ralf. Deckt sich in etwa mit meinen Erfahrungen in der Öffentlichkeit. Wahre Worte auch im Mittelteil!

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  2. Sehr gut!
    Da bin ich ganz bei dir lieber Ralf. Vor allem ich als Anfänger mit 35 Jahren rauche doch noch lieber zuhause als auswärts. Vielleicht weil ich mir einfach noch etwas unbeholfen vorkomme. Aber ich werde mir deine Worte zu Herzen nehmen und beim Stadtbummel Flagge bzw. Pfeife zeigen. Ev. ergeben sich ja schöne und interessante Begegnungen und Gespräche.
    Dein Namenskollege
    Ralph

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  3. Hallo Ralf!

    Ein sehr schöner Beitrag. Ich als junger Pfeifenraucher kann deine Meinung nur aus vollem Herzen unterstützen. Ich begebe mich sehr gerne mit Pfeife in die Öffentlichkeit. Tatsächlich gibt es viele neugierige Blicke und nicht selten auch positive Rückmeldung die Aromen der Tabake betreffend. Allerdings tendiere ich doch dazu, die von mir geliebten englischen Mischungen nicht in Gastgärten zu rauchen. Latakia ist wahrscheinlich nicht der beste Botschafter in Sachen Tabakduft ;)

    Herzliche Grüße aus Österreich!

    Tristan

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. Hallo Ralf,
    ein sehr schöner und vor allem treffender Artikel. Nach eineinhalb Jahren Pfeife traue ich mich jetzt erst langsam außer Haus (und Garten) sich mit Pfeife sehen zu lassen. Als Rollstuhlfahrer bin ich neugierige Blicke gewohnt, deshalb hätte mich es nicht gestört zusätzlich aufgrund der Pfeife angestarrt zu werden. Als Anfänger hätte es mich mehr gestört angesprochen zu werden und nicht zu wissen, was ich antworten könnte. Jetzt, auch wenn ich immer noch Anfänger bin, fühle ich mich sicherer im Umgang mit dem Rauchgerät, habe mir ein gewisses Basiswissen angeeignet und weiß, was mir schmeckt und warum ich rauche...
    Ich freue mich auf die Open-Air-Pfeifen-Saison... :-)

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  6. Hallo zusammen. Ich bekomme immer nur positive Resonanz da draussen. Erinnerungen werden bei den meisten geweckt. Das genieße ich genauso, wie die Pfeife selbst. Macht Spaß! Euer Pfeifenbruder Andreas aus Monnem

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  7. Hallo

    Ich möchte einen Pfeifenmacher in den höchsten Tönen loben. Solche Pfeifen zu einem solchen Preis macht keiner. Alles Superstücke. Und zum Rauchen genial. Schauen Sie nach unter der.pfeifenhandwerker@gmail.com. Ich kenne keinen Besseren.

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