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Dienstag, 12. April 2016

HU-Tobacco - Joschi's Oriental Sunrise

Es gibt einige Wahrheiten, mit denen man sich zu Beginn seiner Pfeifenraucherkarriere anfreunden muss:
1) Pfeifentabak riecht süß.
2) Der Geruch des Rauches entspricht nicht (und zwar kein bisschen) dem Geschmack.
3) Der Geschmack verändert sich im Laufe der Füllung sehr stark.
4) Der Tabak verklebt den Pfeifenkopf. Na, ahnen Sie etwas?

Richtig. Ich rede von einem Tabak, wie er üblicherweise Einsteigern - so auch mir vor drei Jahren - gerne empfohlen wird. Sehr süß aromatisiert, mit viel Black Cavendish und meist eher preiswert, wobei die letzte Silbe dieses Wortes meistens nicht den Tatsachen entspricht.

Weil man sich nun mit diesen Dingen abgefunden hat, kann man es sich schwer vorstellen, dass Tabak auch süß schmecken kann, ohne dass er aromatisiert ist. Oder dass eine Füllung durchschmecken kann. Oder gar, dass reiner Tabakgeschmack viel angenehmer sein kann als das, was der Schokoriegel-Karamell-Exotik-Cocktail einer Aromatisierung verspricht. Davon einmal abgesehen hat man mit solch einem „anfängerfreundlichen“ Tabak gar keine Chance, die Charakteristika einzelner Tabake kennen zu lernen und Wert zu schätzen.


Aber zum Glück….



Zum Glück hatte mir Hans Wiedemann von HU-Tobacco vor einigen Jahren eine seiner Mischungen als anfängerfreundlich und alltagstauglich empfohlen. Um es kurz zu machen: Dieser Tabak hat es nicht nur geschafft, meinen Horizont zu erweitern, mich aus- und weiter zu bilden, sondern mir gleichzeitig ein Juwel zu werden, was aus meiner Tabakbar nicht mehr wegzudenken ist. Es geht um „Joschi’s Oriental Sunrise“ aus der Serie „United Passion“.


Die Zusammensetzung liest sich so: „Die Basis bildet ein cremiger Virginia Broken Flake. Zu gleichen Anteilen wurde diesem Louisiana Perique, Kentucky Burley und Orient Samsoun beigemischt.“



Von diesen Mischungen gibt es etliche auf dem Markt. Bei keiner, die ich seither probiert habe, konnte ich allerdings so genau und klar die einzelnen verwendeten Tabake herausschmecken:

Virginia als süße und - wie versprochen - cremige (ja, wie Sahne) Basis schmeckt man zuerst, dann entdeckt man die leichte Zitrusnote vom spritzigen Perique, die würzige Duftigkeit des Orient legt sich wie ein Schleier darüber - aber halt: Wo ist der Burley? Ich musste ihn suchen, aber er kommt immer wieder zum Vorschein als Walnuss(-schale?) im sanften Wechselspiel mit dem Orient Tabak. Ein kleines Hasch-Mich, was den Tabak insgesamt umso interessanter macht.


Es versteht sich, dass der Tabak perfekt konditioniert ankommt, problemlos in mittelgroße bis große Pfeifenköpfe einzubringen ist, nach 2-3 versuchen glimmt, ein Wiederanzünden verzeiht und seinen Geschmack bis zum Schluss der Pfeife nicht nennenswert (der Virginia gewinnt ein wenig mehr an Boden, wird etwas präsenter) verändert. Versteht sich nicht? Ist aber so! Also: Handwerklich perfekt gemacht.


Wie erwähnt ist er mir ein treuer Begleiter geworden, gerade weil er den Spagat schafft, den viele Tabake vermissen lassen: Ihn mit Ruhe zu genießen, sich Zeit zu nehmen, nichts anderes zu tun als sich auf die Pfeife zu konzentrieren verwandelt er in ein geradezu intellektuelles Vergnügen, während er „nebenher“ geraucht einfach angenehm ist und in der Pfeife "funktioniert".

Hut ab, Hans und vielen Dank!


Fazit: Eine superbe orientalische Mischung, die bisherigen Aromatenjüngern die Augen öffnen und für die Liebhaber der naturbelassenen Richtung ein weiteres Schätzchen sein könnte. Empfehlung!



Gastautor: Gunnar Persicke

Kommentare:

  1. Ein schöner Bericht.
    Schlimm, wenn einem solche Artikel schon das Wasser im Mund zusammen laufen lassen ��
    Dieser Tabak wird wohl bald seinen Einzug in meine Tabakbar halten.
    Sei es auch nur um für mich als bekennenden Aromatenliebhaber "meinen Horizont zu erweitern"
    In diesem Sinne
    Gruß aus Wuppertal,
    Tim

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  2. Hallo Tim,
    Auch ich bin Aromatenliebhaber - das rauche ich meistens. Auf diesem Gebiet bin ich aber so oft enttäuscht worden, dass ich auf einen Rat hin diese Mischung probiert habe.... Es hat sich gelohnt!
    VG,
    Gunnar

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