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Sonntag, 7. Februar 2016

Gawith & Hoggarth - Broken Scotch Cake

Es gibt so Tage, da gehen Dir alle auf den Senkel. Nichts klappt, alles holpert und stockt und der Stress feiert ein wahres Fest. Doch irgendwann geht auch der schlimmste Tag zu Ende und man schwört sich, am Abend mit einem guten Buch, einer entspannenden Pfeife und einem feinen Gläschen das innere Gleichgewicht zurückgewinnen zu wollen! Solche Tage kennen Sie auch? Da hätte ich einen Tabaktip für Sie!


Gut, mit dem Namen können wir uns eine Zeit lang beschäftigen. Cake dürfte klar sein? Ähnlich hergestellt wie Plugs, nur die Blätter werden kurzfaseriger geschnitten und der Cake nicht so extrem gepresst. Dieser Kuchen darf dann so vorbehandelt reifen und erreicht den Raucher dann entweder in kompletter handlicher Würfelform… oder aufgerieben, wie in diesem Fall. Bei der Definition von "Scotch" scheiden sich dann aber die Geister und nicht wenige Pfeifenfreunde erwarten bei dem Namen einen Latakia-haltigen Tabak.


Dem ist im Falle des „Brocken Scotch Cake“ nicht so. Er besteht aus einem Teil Virginias, die in heißem Rauch getrocknet wurden und einem Teil Virginia, der seinen Trocknungsvorgang an der Sonne abschließen durfte. Virginias mit anderen Virginias mischen? Wie langweilig ist das denn?

Nun, in diesem Fall sicher gar nicht… extrem harmonisch trifft es eher. Die Heuigkeit beim Duft war zu erwarten, es schwingt aber durchaus eine Erdnote und eine feinherbe Süße mit. Dank des recht groben Ribbon-Cuts macht der Tabak weder beim Einbringen in die Pfeife, noch beim Entzünden, irgendwelche Zicken. Er glimmt so entspannt vor sich hin, dass er, zur Anti-Stress-Therapie vom Arzt verschrieben werden sollte. Ein Erlebnis zum zurück lehnen, dass sich beim Geschmack fortsetzt. Reif-süßes Virginiaaroma, wie es typischer nicht sein könnte. Extrem weich und mild, cremig der Rauch… und wer jetzt nicht auf Dampflok-Betrieb umstellt (wir wollen uns ja entspannen) und eher gemächlich am Pfeifchen zieht, erlebt einen Gaumenstreichler ohne Neigung zum Zungenbiss. Da ist nichts, was den Virginiagenuss trübt.


Es wird nicht zu lieblich, die Erdigkeit bleibt über die ganze Pfeife ebenfalls erhalten, der Nikotingehalt hält sich in Grenzen und die Samtigkeit begeistert. Irgendwelche Besonderheiten? Nö… aber das ist die Besonderheit. Ein echter Kumpel zum Entspannen, dieser BSC. Aus mindestens mittlerer Kopfgröße genossen überzeugt er auf der ganzen Linie. Durchaus auch für weniger versierte Pfeifenfans zu empfehlen oder einfach für Raucher, denen Harmonie deutlich über spezielle Merkmale geht.

Ohne Filter legt die Süße, die Reife im Aroma noch etwas zu, doch auch ungefiltert bleibt dieses Kraut völlig ohne Tücke. Anlehnen, durchpusten, runter kommen, Freude am Genuss empfinden, ohne besondere Aufmerksamkeit zu investieren… das ist der Charakter eines wundervoll ausgeglichenen Tabaks. Ich kann ihn, speziell nach Tagen wie oben beschrieben, nur von Herzen anraten… und wie gesagt: es sollte ihn auf Rezept geben!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Kommentare:

  1. Tabak auf Rezept, das wäre ja ein Traum :D

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  2. Wieder ein feiner Artikel. Habe gerade mal die gängigen Online-Händler abgeklappert. Wo kann man den Tabak kaufen?
    Gruß Edgar

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    1. Tut mir leid, Edgar...aber bei uns wird das schwierig. Ich habe ihn von smokingpipes.com.
      Wenn man die dort bestellte Menge in Grenzen hält, ist der Zoll kein Vermögen.
      Liebe Grüße, RALF

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    2. Oder in der Schweiz bei:synjeco.ch
      Gruess Ändu

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    3. Danke für den Tip, Ändu...da ist die Bestellerei auch noch unkomplizierter !
      Lieben Gruß, RALF

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