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Donnerstag, 28. Januar 2016

G.L. Pease - Sixpence

Der „Sixpence“ ist ein Tabak aus der Old London Serie von G.L. Pease. In dieser Serie hat G.L. Pease seine Interpretationen einer englischen Mischung (Virginia, Latakia und Orient) zusammengestellt. Die Mischungen der „Old London Series“ werden laut G.L. Pease nach alten, bewährten traditionellen Methoden hergestellt. Ganze Blätter, die Mittelrippe sorgfältig entfernt, in Schichten zusammengelegt und als Kuchen gepresst. Der Tabak wird kurze Zeit gereift, damit sich die Fermentation fortsetzen und das Flavouring in den Tabak einziehen kann. Anschließend wird der Kuchen entweder als Flake in Streifen geschnitten oder diese als Broken Flake aufgerieben. Diese Herstellungsprozedur soll laut G.L. Pease die natürlichen Aromen und Komponenten der Tabake besser zur Geltung bringen. Eine etwas aufwendigere Art der Herstellung, aber sie soll es wert seien. Schaun mer mal.
In der “Old London Series sind bisher folgende Mischungen erschienen: „Chelsea Morning“ (2009), „Quiet Nights“ (2010), „Meridian“ (2010) „Lagonda“ (2011), „Sextant“ (2012), „Navigator“ (2012), „Gaslight“ (2013), „Sixpence“ (2014).

Ich hab den „Sixpence“ jetzt einige Male geraucht, mit und ohne Filter in mittelgroßen und größeren Köpfen, und wusste am Anfang nicht recht den Tabak einzuordnen. Da ist zuerst nach dem Öffnen der Dose diese alkoholische Note, die für mich nur schwer einzuordnen ist, irgendwo zwischen Fusel und etwas süßlichen Wine Cooler. Der Tabak war für meinen Geschmack etwas feucht, so dass ich ihn erst einmal über Nacht habe offen stehen lassen. Danach war auch die alkoholische Note nicht mehr so aufdringlich und die Würze der dark-fired Kentuckys und Virginias steigt angenehm in die Nase. Der Tabak ist ein Broken Flake, bestehend aus aufgeriebenen dark-fired Kenntuckys, Virginias und einer guten Prise Perique. Er lässt sich gut stopfen und in Brand setzen. Nach den ersten Zügen fühlt er sich verhältnismäßig leicht und cremig an, ohne jedoch die Süße der Virginias zu zeigen. Für meine Geschmacksrichtung ein wenig zu leicht für eine englische Mischung, die zu großen Teilen dark-fired Kentuckys enthalten soll. Der Perique macht sich im Hintergrund bemerkbar durch eine dezente Säure.
Im ersten Teil ist von der Würze und Erdigkeit, die beim Öffnen das Aroma dominiert haben und einen kräftigen, erdigen Geschmack suggerieren, nur wenig zu spüren. Die Virginia Noten überwiegen ohne jedoch eine Süße, die man von reifen Virginias erwarten würde. Ab der Hälfte spürt man beim Rauchen die Kentuckys und der Tabak gewinnt zunehmend an Kraft und Würze. Von den leichten Virginianoten ist nichts mehr übrig. Jetzt dominieren die eher herben, kräftigen erdigen Noten der dark-fired Kentuckys und man hat das Gefühl, auch vom Nikotin jetzt mehr zu spüren. Die Mischung bleibt aber insgesamt sehr vollmundig und cremig.

Es empfiehlt sich den Tabak genüsslich langsam zu rauchen, da er sonst schnell zu heiß wird und bittere Noten auf der Zunge hinterlässt.
Insgesamt eine interessante Mischung mit zwei unterschiedlichen geschmacklichen Hälften. Für einen kräftigen, erdigen Flake fehlt ihm die Power über die ganze Füllung, und für einen leichten Flake hat er bereits zu viel Bums.
Der „Sixpence“ von G.L. Pease ist eine Mischung, mit der man erst warm werden muss und die eher auf den zweiten Blick eine geschmacklich interessante Alternative für Freunde der englischen Mischungen ist.
Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land!

Autor: Torsten Wieczorek


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