Willkommen bei Jogi-wan...

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Sonntag, 26. April 2015

DIE richtige Tabakfeuchte gibt es nicht!

Die Frage ist so alt, wie das Pfeife rauchen selbst. Wie feucht oder trocken muss ein Tabak sein, damit er optimal zu rauchen ist und das Maximum an Geschmack entwickelt? Generell gilt die "Druckprobe" als Anhaltspunkt. Eine Menge von der Größe einer Walnuss wird zwischen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger genommen, zusammen gedrückt und wieder los gelassen. Bröselt der Tabak, ist er (wie überraschend!) zu trocken, klebt er zusammen, ist er zu feucht... und federt er elastisch in die Ursprungsform zurück, hat er die richtige Konditionierung. So weit, so falsch... oder sagen wir besser: als grober Anhaltspunkt vielleicht brauchbar - mehr aber auch nicht.


Zum Ersten gilt es, zwischen Hocharomaten, weniger aromatisierten und eher naturnahen Tabaken zu unterscheiden, dann gibt es ja auch noch die speziellen Zubereitungsarten, wie Flake, Curlys, Plugs und Co, und zuletzt spielen auch persönliche Vorlieben und Rauchgewohnheiten eine wichtige Rolle... aber, der Reihe nach.

Hocharomatisierte Tabake sind auf eine gewisse Feuchtigkeit angewiesen. Ihr Blattgut ist mit Aromen angereichert, die man ja schlecht in Pulverform einbringen kann. Beim Genuss dieser Kräuter ist der entstehende Wasserdampf ja der Transporteur für den Geschmack - ohne Feuchtigkeit sähe es also schlecht aus. Nachteil: Je heftiger und heißer diese Tabake verraucht werden, desto schneller bildet sich ZUVIEL Feuchtigkeit auf einmal, die dann gern zum gehassten Sottern führt, zum Blubbern der Pfeife, weil sich Nässe vor dem Zugloch sammelt und dort fröhlich vor sich hin schnorchelt. Zudem besteht auch die Gefahr, den Tabak durch zu häufiges und/oder heftiges Nachstopfen zu stark zu verdichten. Der Tabak klebt und klumpt durch die hohe Feuchtigkeit zusammen und verstopft den Zug.


Nun darf man Hocharomaten getrost als "Frischeartikel" betrachten. Ein Fachmann vertritt sogar die These, dass diese Tabakart am besten zwischen der 16.und 20. Woche nach Produktion verraucht werden sollte, um den optimalen Geschmack zu erzielen. Toll!... und woher soll ich das wissen, wenn kein Produktionsdatum auf der Verpackung steht? Na ja, man kann auch hier alles übertreiben. Lässt man sich diese Behauptung aber mal durch den Kopf gehen, kommt man zu dem (logischen?) Schluss, dass man Hocharomaten bei Herstellern kaufen sollte, die häufiger kleine Mengen frisch ansetzen... und am besten auch noch selbst vertreiben. Gerade bei Hocharomaten aus dem Pouch-Päckchen weiß man ja nie, wie alt sie im Regal des Händlers schon geworden sind und ob die Reserve vielleicht in der Nähe der Heizung gelagert wurde.

Betrachtet man also die vielen Faktoren, die über Sieg oder Untergang eines gelobten Aromaten entscheiden, wird ein Punkt augenscheinlich. Die Behauptung, dass a) Aromaten von wirklichen "Experten" nicht ernst genommen werden, weil sie "Anfängertabake" seien und b) Aromaten die idealen Beginnertabake seien, weil man da "nichts falsch machen" könne, ist reiner Schwachsinn!

Zum Punkt: Der wirklich erfahrene Raucher, der es schafft, seine Pfeifen kühl zu rauchen, der am Zug genau merkt, ob der Tabak zu sehr zu verdichten droht, der kann den Aromaten auch direkt aus der frisch geöffneten Verpackung genießen. Wer aber nicht so erfahren ist, sollte die Tabake schon etwas genauer begutachten, auch ruhig einmal die Druckprobe wagen. Klebt es allzu sehr, sollte man dem Tabak einen Aufenthalt an der Luft spendieren.


Fein auseinander gefasert kann er so das Übermaß an Nässe abgeben. Doch diese Maßnahme sollte sorgfältig überwacht werden. Schnell wird so ein Tabak auch zu trocken, wenn er über mehrere Stunden im Freien liegt... und was weg ist, ist auch an Aromen weg.
Einen Aromaten durch feuchte Steine oder ähnliche Tricks zu rekonditionieren, klappt nicht. Die Aromen kommen nicht wieder. Im Zweifelsfall zwischendurch mal ein kleines Probepfeichen stopfen und testen, wie man mit dem augenblicklichen Feuchtigkeitsgrad zurecht kommt. Ist das persönliche Optimum erreicht, gehört der Tabak in eine dicht schließende Frischhaltedose. Gibt man ihn zurück ins Pouch, wo weiterhin Feuchtigkeit unkontrolliert entweichen kann, war Mühe und Arbeit umsonst. Anders sieht es bei Tabak-Runddosen mit Deckeldichtung aus... hier hält das Kraut seinen, jetzt erreichten Grad auch über längere Zeit.


Nicht ganz so komplex gerät die Geschichte mit den aromatisierten Tabaken "vom alten Schlag". Gut, auch hier ist Austrocknung zu vermeiden, die Kräuter sind aber robuster. Während moderne Aromaten viel transportierenden Black Cavendish enthalten (der halt recht empfindlich reagiert) sind es bei traditionellen Aromaten eher die schaumigen Burleys, die die deutlich geringere Menge an Aromen beinhalten. Ein "Caledonian" oder ein "Sweet Dublin" profitiert durchaus von einer leichten Nachtrocknung. Die enthaltenen Tabakaromen werden prägnanter, ohne, dass sich der Charakter der Mischung wesentlich verändert. Sie wird nicht stärker oder harscher, sondern wirkt gehaltvoller, noch etwas runder. Zudem glimmt sie noch problemloser und ruhiger und ermöglicht so ein sehr sanftes, kühles Rauchen... und das ist IMMER ein Garant für optimalen Genuss.


Ganz ähnlich verhält sich die Sache bei Tabaken, die kein oder nur minimales Aroma beinhalten. Oft kann man sie auch im frisch geöffneten Zustand schon gut rauchen. Viele Mixtures oder Ready Rubbeds legen aber noch einmal zu, wenn man den "klammen Griff" aus ihnen heraus lüftet. Zwei sehr schöne Beispiele hier: der „No.1“ von Behrend und der "Indaba" von Hans Wiedemann. Breitet man diese Tabake nach dem Öffnen für ein paar Stunden an der Luft aus, werden sie noch geschmacksintensiver, tiefer und runder. Der „Indaba“ lässt seine Komplexität noch detaillierter erkennen. Das mögen eher kleine Unterschiede sein, doch es geht uns ja um den perfekten Genuss... und da sind auch Kleinigkeiten entscheidend.


Vorsicht ist bei Flakes geboten. Einmal, weil sie in so extrem unterschiedlichen Konditionen zum Raucher kommen. Manche Samuel Gawith Flakes sind so nass, dass ein halbwegs vernünftiger Genuss gar nicht möglich ist, andere Flakes kommen nahezu rauchfertig aus der Dose. Die Dose... sie kann schnell zum Problem werden. Die traditionellen, flachen und rechteckigen Dosen sind keinesfalls zur dauerhaften Lagerung der Tabake geeignet. Oftmals verzieht sich der dünne Blechdeckel bereits beim ersten Öffnen minimal. Das reicht, um ständig und unkontrolliert Luft an den Tabak zu bringen... und das führt in recht kurzer Zeit zu bröseligem Stroh, statt zu gut konditioniertem Flake.


Generell sollte der Flake so lange gelüftet werden, bis sich die Fasern noch geschmeidig und weich biegen lassen, sich aber nicht mehr feucht anfühlen. Neben bestem Geschmack erreicht man in diesem Zustand auch die optimale Glimmfähigkeit, die auch und gerade Einsteigern ins Thema Umgang mit Flakes, Coins und Curlys wesentlich erleichtern.


Minimaler Schutz des dann erreichten Optimums: Die Dose samt Inhalt gehört in eine verschließbare Plastiktüte. Es gibt da diese feinen Teile, die man auch für Kosmetika bei Flugreisen benutzt. Alternativ kann man zwischen Dose und Deckel ein Stück Frischhaltefolie geben und den Druck des Deckel durch ein umgespanntes Gummi erhöhen. Ideal ist aber, ihn in eine kleine Frischhaltedose umzupacken. Für mich heißt in diesem Fall das Zauberwort "Lock-Lock".... einfach mal googlen.

Den meisten Spielraum für die "perfekte persönliche Feuchte" lassen wohl Ropes und Plugs. Manche schwören darauf, diese Tabake im frisch geöffneten, noch geschmeidigen Zustand zu verrauchen. Ich sehe das aus Erfahrung etwas anders. Ich liebe die "Luft- und Zeit-Methode". Die Tabake werden geöffnet, mehrere Stunden gelüftet und kommen dann in eine Frischhaltedose. So werden sie, möglichst bei Zimmertemperatur und dunkel für mehrere Monate(!) eingelagert. Nichts für Ungeduldige? Stimmt, aber das Ergebnis belohnt die lange Warterei. Beispiele hier: Der „Curly-Strang“ von Peter Heinrichs und besonders der „Epikur“ von Huber/München. War ich über die Eindimensionalität dieser Tabake im frischen Zustand regelrecht erschrocken, sind sie jetzt, nach etwa 8 Monaten Einlagerung, zu Aromariesen gereift, die wahrhaft königlichen Genuss bieten!


Wie stark man diese Tabake nachtrocknet, ist ebenfalls persönliche Geschmackssache. Je trockener sie werden, desto stärker und intensiver sind sie auch. Wer ein Stück seines Lieblingsplugs einfach mal so an der Luft liegen lässt, wird sich nach zwei-drei Wochen wundern. Einmal darüber, dass der Tabak immer noch genießbar ist und keinesfalls zu Staub zerbröselt... und zum Zweiten, welchen "Bums" sein Lieblingswürfel durch den Wasserentzug entwickelt. Das wird aber dann auch gern mal zu viel des Guten.


Manchem Leser werden die vielen Worte und das Brimborium um dieses Thema unnötig erscheinen. Es geht wohl darum, ob man im Tabak ein reines Konsummittel sieht oder ein Genussmittel, das Respekt, Hege und Pflege mit entsprechenden Erlebnissen belohnt. Wein, Käse, Whisky, Bier, Schinken... die Liste der Genüsse, die gepflegt werden wollen, ist endlos. Dazu gehört für den engagierten Liebhaber auch der Tabak. Schliesslich wollen wir das Beste aus unseren Kräutern hervor holen... und damit erweisen wir auch den Könnern unseren Respekt, die in mühevoller Kleinarbeit Rohtabake auswählen, Mischungen zusammen stellen und sorgsam fertigen. Mag man uns von außen für seltsame Käuze halten. Die Liebe zum Tabak, die Experimentierfreudigkeit und der Spaß am gelungenen Genuss gehören untrennbar zur Leidenschaft Pfeife.


Sorgfalt und Aufmerksamkeit gehören aber bei der Suche nach dem als ideal empfundenen Feuchtigkeitsgrad dazu. Wer erst irgendwelche Tontaler mit Wasser tränken muss, um seinen Kräutern wieder auf die Sprünge helfen zu können, hat etwas grundlegend falsch gemacht. Wem ein paar Euro für die optimale Unterbringung seiner Tabake schon zu viel sind, der hat die zum Teil meisterlichen Mischungen nicht verdient. So oft dreht sich das Thema um die Pfeife, wir machen um Lagerung, Handhabung und Pflege viel Theater. Doch, was ist die schönste Pfeife ohne einen Tabak im perfekten Zustand, den man daraus genießt? Die individuell empfundene, richtige Feuchtigkeit hat einen enormen Einfluss auf eben diesen Genuss. Grund genug, für sich selbst ein wenig zu experimentieren... und Spaß macht es auch noch. Was will man mehr?

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Freitag, 24. April 2015

Pfeife leben – lebendige Pfeife? Versuch einer Anleitung zum zeitgemäßen Pfeifengenuss

Vorweg muss klargestellt werden, dass diesem Artikel nicht die Absicht zugrunde liegt, über Stopftechniken, Tabakvorlieben, Shapes oder Rauchtechniken aufzuklären. Das wurde und wird hier zur Genüge erklärt, in profunder und kompetenter Manier. Schon der Überschrift kann man entnehmen, dass dieser Artikel anecken möchte („Will der mir jetzt vorschreiben, wie ich meine Pfeife genießen soll?“). Er will diskutiert und zur Disposition gestellt werden, er möchte viele Köpfe erreichen und zum Nachdenken bewegen.

Die Pfeife, dieses Thema ist beinahe Pflichtprogramm in Pfeifenraucher-Diskussionen, erlebt einen drastischen Niedergang. Jeder noch so angeregt geführte Youtube-Kanal, jedes Forum kann und darf nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die Pfeife ihre besten Jahre hinter sich gebracht hat. Die allgegenwärtige, gesellschaftliche Stigmatisierung der Zigarette macht keinen Halt vor anderen Arten dem Rauchgenuss zu frönen; sie differenziert nicht zwischen Rauchgenuss und Suchtverhalten, nicht zwischen Zigarette, Pfeife, Zigarre oder Wasserpfeife. Dieser oft diffamierend als „Verbotskultur“ bezeichnete Wandel ist Teil größerer Veränderungen, die unsere „europäische“ Gesellschaftskultur nun spürbar ergriffen haben: Beschleunigung des Alltags durch Social Media, dadurch ein Streben nach Optimierung von Kommunikation und Interaktion; Sport und Ernährung – Gesundheit und Leistung als Statussymbol einer von Abstiegsängsten ergriffenen, gesellschaftlichen Mittelschicht, die durch das Nacheifern von im Eiltempo kommenden und gehenden Trends im materiellen Wohlstand verwahrlost und Fassaden aufrecht erhält: nicht umsonst wird das zukünftige Symptom ihrer Erkrankung „Virtual Reality“ heißen.

Bringen wir nun an dieser Stelle die Pfeife ins Spiel. Auf Youtube war die Pfeife als brandneuer Hipster-Trend bereits im Gerede, eine Renaissance könnte ihr glatt bevorstehen – dazu wird es aber erst gar nicht kommen. Die Gründe dafür sind vielschichtig: sich eine Pfeife anzuzünden um ein unglaublich cooles „Retro“-Gefühl zu beschwören oder dem eigenen „Vintage-Look“ den letzten Schliff zu verpassen ist nicht nur furchtbar kleingeistig und rückwärtsgewandt, sondern schlichtweg nicht möglich. Kleingeistig und rückwärtsgewandt deshalb, weil wir keinen ewig gestrigen Gestalten und „Looks“ nacheifern, sondern unserer Zeit den eigenen Stempel aufdrücken sollten (wie es im Übrigen auch der kürzlich verstorbene Günter Grass tat). „Retro sein“ kann für den heutigen Pfeifenraucher, der, wie schon auf Youtube gesagt wurde, „am Puls der Zeit“, sprich inmitten unserer heutigen Gesellschaft leben sollte, daher kein ernstgemeintes Motiv sein. Unmöglich ist der neue Pfeifentrend auch und vielleicht gerade deshalb, weil er die Pfeife zum Accessoire degradieren muss. Der in Kanälen und Foren oft beschworene „Genuss“ läuft dieser Tatsache eindeutig zuwider, denn eine Pfeife ist nichts für den schnellen Spaß, ganz im Gegenteil – in einer „schnellen Nummer“ ist sie geradezu eine Enttäuschung.

Wie also lassen sich gesellschaftlicher Wandel und Pfeife zusammenbringen, wenn sich die Pfeife nicht zum Accessoire degradieren lassen, sondern ein geschätzter Dialogpartner ihres Rauchers sein möchte? Die enttäuschende Antwort: gar nicht. In das bereits beschriebene, heutige Lebensgefühl mag sich die Pfeife denkbar schlecht einfügen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch dass die Pfeife in der Lage sein kann, ganz andere gesellschaftlich relevante Aufgaben wahrzunehmen, so man das Potenzial erkennt. Einerseits ist sie Partnerin im intimen Dialog und gewährt, ganz allein im richtigen Umfeld genossen, fast schon therapeutische Sitzungen. Ihr Rauch reinigt und kittet die Wunden der alltäglichen Anstrengungen, hält im Gleichgewicht lässt einen auf andere Dinge fokussieren. So wie die Pfeife ausgleicht, ist sie aber auch Auflehnung. Auflehnung gegen Leistungs- und Gehorsamswahn, gegen die Gleichschaltung meiner Existenz mit Millionen anderen Existenzen. Mit einer Pfeife im Mund durch die Stadt zu bummeln sollte kein „Fin-de-siècle Chic“ sondern ein Statement gegen Gleichförmigkeit, für Individualität, Ecken und Kanten, gegen die Verpflichtung zum Leben und für die Leidenschaft zum Leben sein.

Bekennen wir uns also dieser Tage zur Pfeife, so darf das nicht mehr lediglich aus der „Macht der Gewohnheit“ heraus begründet werden. Vielmehr sollten wir die Pfeife als Symbol einer bestimmten Grundhaltung, einer Lebenseinstellung, auffassen, die in unserer Gesellschaft immer mehr an Wert gewinnen wird: zwei- bis dreimal nachfragen, bevor man etwas glaubt; kritisches Denken und Beobachten; Eigenverantwortung; Individualität und Persönlichkeit; Besonnenheit. Oder auf den Akt des Pfeife Rauchens umgelegt: lassen wir die Liebe, scharfe und kritische Beobachtung, Jagd und Neugier auf neue Raucherlebnisse sowie unsere Aufgeschlossenheit diesen gegenüber, jedoch auch unmissverständlich die Grenzen unserer persönlichen Auffassung von „gutem Geschmack“ sowie die Besonnenheit und Ruhe auch unseren Mitmenschen zuteil werden, so wird das den zeitgenössischen Pfeifenraucher zu einem beachteten Mitglied inmitten unserer Gesellschaft machen


Gastautor: Daniel Frey, Wien

Montag, 20. April 2015

Mac Baren - Halberg "Yellow Label"

Lassen wir doch mal als erstes die Marketing-Abteilung von Mac Baren zu Wort kommen: „Als Hommage an die Gründerfamilie Halberg hat Mac Baren einen exquisiten Pfeifentabak kreiert. Im Halberg-Pfeifentabak finden nur die besten und mit größter Sorgfalt ausgewählten Virginia- und Burley-Tabake von drei Kontinenten Verwendung. Für den unvergleichlichen Blend werden verschiedene Tabakschnitte wie Ribbon Cut, Cross Cut und kleine Flake-Stückchen von Hand gemischt.“


Aha. Also betrachtet Mac Baren die Halberg-Serie als das „High-End-Produkt“ aus ihrem Haus. Das wiederum wird auch durch die schöne (aber unpraktische) Verpackung und den stolzen Preis von 25,- Euro für 100 g unterstrichen.


Vom Tabakbild her bestätigt der „Yellow Label“ diese Werbeaussage durchaus. Die hellen Virginias und der dunkle Burley-Tabak sind mit gröberen Flake-Stückchen und kleinen Black Cavendish-Anteilen durchsetzt. Die erste Geruchsprobe erschlägt einen fast, ein sehr intensiver Vanille-Duft wird durch eine deutliche Fruchtnote ergänzt, von dem schönen Tabak riecht man praktisch gar nichts. Leider erscheint mir der Duft recht chemisch und lässt nichts Gutes erahnen. Das recht grobe Tabakbild verlangt nach einem gut mittlerem bis großen Füllvolumen der Pfeife, der Tabak lässt sich dann problemlos locker in den Kopf einbringen und leicht entzünden. Er bäumt sich ein wenig auf, nimmt aber die Glut schnell und unproblematisch an.


Die ersten Züge bestätigen den Eindruck der Geruchsprobe – keine Spur von Tabakgeschmack und ein künstliches Vanille-Aroma. Die beim Riechen deutlich vernehmbare Fruchtnote ist beim Rauchen weniger präsent und hat wie der leichte Tabak selber nur wenig Chancen gegen die Vanille-Saucierung. Welche Art von Früchten dahintersteckt, lässt sich nur erahnen, ich tippe auf Beeren. Auch das typische Mac Baren-Aroma konnte ich beim „Yellow Label“ nicht erschmecken. Bis zum letzten Drittel der Pfeifenfüllung bleibt der intensive Geschmack konstant, dann weicht das Aroma langsam einer unangenehmen Bitterness, der Tabak versteckt sich aber weiterhin. Das ist schade, denn der Tabak brennt sauber, kühl und gleichmäßig mit mittlerer Kondensatbildung bis zum Ende der Pfeife runter – nur benötige ich hierzu eine gewisse Überwindung.

Insgesamt ist das Resümee für mich ziemlich eindeutig – obwohl ich nichts gegen Hocharomaten habe, ist dieser Tabak absolut nichts für mich. Mir ist er zu künstlich und das letzte Drittel der Pfeifenfüllung kostet mich regelrecht Überwindung, das entspricht nicht meiner Vorstellung von Genuss. Das ist schade, denn an der Qualität der Tabakbasis habe ich keine Zweifel. Geraucht habe ich ihn übrigens wie alle Hocharomaten ausschließlich mit Filter.


Nochmal zurück zur unpraktischen Verpackung, dies ist meiner Meinung nach leider ein Übel der meisten „Premium-Tabake“. In einer wirklich schönen, aber alles andere als luftdichten Dose oder anderweitigen Verpackung (in diesem Fall eine schöne, stabile Pappschachtel mit Magnetverschluss) kommt der Tabak aus einen Zellophanbeutel. Einmal geöffnet, gibt es keine Chance mehr, den Tabak ohne Umfüllen vorm Austrocknen zu bewahren. Hier sollten die Tabakhersteller sich einmal Gedanken machen, ob das nicht kundenfreundlicher geht...

Euer „Genussfan“ Uwe



Autor: Uwe Kloth

Dienstag, 14. April 2015

Kleinlagel - "Amaberry" , "Maiway" und "Caranou"

Es "kleinlagelt" dieser Tage in meiner Tabakbar. Den "Aplicious" habe ich Ihnen, in seinem hellgrünen Kleid, bereits vorgestellt. Nun präsentiere ich Ihnen drei weitere Varianten. Anhand der kleinen Dosen und der satten Farben der Umkleidung ist man versucht, zu sagen: Drei weitere Fruchtzwerge! Doch neben Früchten spielen auch Amaretto, Waldmeister, Karamell und Nougat eine Rolle... aber mal der Reihe nach.


Zunächst dachte ich, es handele sich um einen identischen Broken Flake mit immer anderer Aromatisierung. In zwei Fällen scheint das auch zu stimmen. Der „Maiway“ und der „Caranou“ weisen die gleichen, appetitlichen Flakestücke auf, die mir auch den „Aplicious“ schon so sympathisch machten. Ein Tabakbild, dass eindeutig die Handschrift von DTM trägt.


Im Falle des „Caranou“ hält der Geschmack auch durchaus, was der Duft verspricht. Keine überbordende, chemische Keule... mehr der Einsatz von Karamell-und Nougataroma, um die vorhandene, reife Süße der Tabakmischung zu vertiefen. Sahnig, süß, schokoladig und rund... doch nie den Tabak überdeckend, der die entsprechende Würze zum vollen Geschmacksvergnügen beisteuert. Wenn Sie die eher dunkel timbrierte, samtige Abstimmung solcher Tabake schätzen, ist der „Caranou“ auf jeden Fall einen Versuch wert. Durchaus auch als Schmankerl für Fans der eher naturnahen Mischungen! Mir jedenfalls der Liebste aus dem Quartett!


Der Maiway verspricht im Duft viel. Die fruchtig frische Note des Waldmeisters entsteigt dem Blech und zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. Das ist in der Tat Frühlingsduft in HD. Den Fans dieses leckeren Würzkrauts läuft das Wasser im Mund zusammen. Rauchen sie allerdings mit Filter, lässt das Lächeln rasch nach und macht Enttäuschung Platz. Das mildfruchtig-ätherische Aroma ist wohl zu fragil, um den Weg durch den Filter bei Kräften zu überstehen. Übrig bleibt eine Ahnung von fruchtiger Würze in einem angenehmen Virginia... doch das ist leider ein bisschen wenig. Ohne Filter geraucht, mischt sich das Waldmeister-Aroma schon merklicher unter den Tabak, kommt in seiner Zartheit und Fragilität aber nicht wirklich zum Zug. Ein von mir selten gelesener Satz, doch da hätte ich mir ein wenig mehr an Aroma gewünscht.


Der „Amaberry“ unterscheidet sich von seinen Zwergenbrüdern schon deutlich. Der Schnitt ist kein Broken Flake, in der Dose präsentiert sich ein Wildcut aus verschiedenen Virginia-Provinienzen mit einem kleineren Black Cavendish-Anteil. Schon beim Dufttest geht hier ganz anders die Post ab. Zwar immer noch ein wenig Platz lassend für das Tabakaroma, kugeln hier schon die Beeren aus der Dose und die Amarettotropfen verkleben die Tischplatte. Vollmundig ist, glaube ich, keine schlechte Umschreibung für den „Amaberry“. Tatsächlich gelingt es ihm, trotz (oder wegen?) der BC-Unterstützung, das angenehme und noch halbwegs dezente Beerenaroma über den Großteil der Füllung zu halten. Er erinnert mich zwischendurch immer wieder an den "Devils Holiday" (wenn auch etwa 1:5 verdünnt) des Hauses, dass auch diese "Zwerge" hier herstellt. Zufall? Dazu kommt ein dezent alkoholisch-süßer Geschmack, der wohl den Amaretto verkörpert. Wie ähnlich es dem Mandellikör tatsächlich ist, vermag ich nicht zu sagen. Ich bringe es nicht über mich, solche Sachen zu trinken. Was mich ein wenig stört, ist die leicht scharfe Note, die ich bei diesem Tabak empfinde. Vielleicht bin ich da aber auch besonders sensibel.


Zusammenfassend kann man den Inhalten der bunten Kleindosen wohl attestieren, "Gute Laune-Tabake" zu sein. Wie ihr Bruder "Aplicious" schmecken sie fein, mild und dezent... wenn man es übertreiben wollte, könnte man "frühlingshaft beschwingt" dazu sagen. Ohne Filter liegt natürlich mehr Aroma an, ohne jedoch zu viel zu werden. Mit Filter bleiben immer noch schmeckbare Grundtabake mit zurückhaltender Aromatisierung übrig, die die Bezeichnung "angenehm" durchaus verdient haben.

Also, wenn passend zur Jahreszeit ein wenig Farbe ins Tabakregal einziehen soll, Sie aber trotz Vogelgezwitscher nicht mit wehenden Fahnen zu den Hocharomaten überlaufen wollen: Bitteschön... hier sind die vielleicht passenden Tabake!

Tabakzustand: Aus laufender Produktion, nicht nach getrocknet.
Pfeifen: Wessex XL 127, Winslow Halfbent, Brebbia Fullbent- alle mit 9 mm Dr.Perl Filter
Maike Pipes Nautilus, Savinelli Punto 'Oro Canadian, Neralic Thistle alle oFi.


Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Freitag, 10. April 2015

Jurewizc (Aachen) - Grand Slam 91

Ich muss Abbitte leisten. Lange Zeit habe ich nämlich geglaubt, die Haustabake von Pfeifenfachgeschäften seien bloß aufgehübschte Holzklasse; sozusagen der Seat Marbella mit Heckspoiler, der auf dem Gebrauchtwagenhof unter einer feurigen Überlackierung vor sich hin rostet; die Wurst von gestern, die der Imbissstand mit viel Currysauce und dem Anschein von Genießbarkeit heute nochmal unterjubelt. Zum Glück haben Vorurteile eine wunderbare Eigenschaft: Sie lassen sich leicht widerlegen. Ein knackiges Gegenbeispiel genügt. Und seit ich bewusst auf die Suche nach Gegenbeispielen gegangen bin, finde ich fast nur noch welche.

Ein Gegenbeispiel, wie es schlagender kaum sein könnte, ist der neulich besprochene "Banbridge" des Hauses Schneiderwind in Aachen. Ein anderes, kaum schwächeres, der "Grand Slam 91" aus dem ebenfalls in Aachen ansässigen "Pfeifenstudio Jurewizc", - ein Gegenbeispiel gegen meine Vorurteile und ein Gewinner auf dem Feld des Tabaks, eben ein Doppelsieg wie der von Becker und Graf 1991.


Das Tabakbild des "Grand Slam 91" ist verheißungsvoll originell: Eine vielfarbige Mixture aus Kentucky, Perique und Orient in mittlerem bis eher feinerem Schnitt und einigen größeren Blattstücken, paart sich mit (auch haptisch) sehr zarten Curlys, gesponnen zu 2-Cent-Stück-Größe aus Virginia und (vermutlich ungesoßtem) Cavendish. Ein schönes Doppelgesicht.


Und kurioserweise kenne ich den doppelgesichtigen Doppelsieg 91 auch beim Rauchen in zwei Gestalten: Ich öffnete die Dose direkt nach dem Kauf, rauchte etliche Füllungen, ließ den Tabak dann (luftdicht verschlossen) etliche Monate stehen, wandte mich solange einigen seiner Kameraden zu, und kehrte schließlich zu ihm zurück. Eine erstaunliche Wandlung offenbarte sich:

Beim ersten Öffnen nach dem Kauf war kaum mehr als ein leichter, fast dünner Virginiaduft wahrzunehmen, der sich im Rauch der Pfeife sogar noch weiter ausdünnte und lichtete. Der Tabak rauchte unauffällig mit einer hauchigen Natursüße vor sich hin, ich kontrollierte gelegentlich unwillkürlich, ob die Pfeife überhaupt noch unter Feuer stehe, rauchte beiläufig weiter und schrak nur gelegentlich regelrecht zusammen, wenn die Glut im Pfeifenkopf auf einen der Curlys übergriff und in den dünnen Hauch der Virginias hinein plötzlich olfaktorisch explodierte, als habe man unerwartet auf eine halbvergorene Aprikose gebissen. Wer Überraschungseffekte beim Rauchen sucht, der halte sich an einen frischen "Grand Slam 91"!

Beim zweiten Öffnen der Dose nach einigen Monaten dann: Als habe ein Alchemist heimlich den Stoff verwandelt! Wo vorher nur dünne Virginiasüße zu ahnen war, stieg jetzt aus der Dose ein schwersüßer Dunst von Ferment, Weihrauch und Leder. Alle Aromen, die bislang in den Blättern verschlossen lagen und allenfalls einmal aus den Curlys frech hervor spitzten, hatten sich entfaltet und drängten nun umso selbstbewusster nach vorn. Trotz seines neuen Selbstbewusstseins (und trotz des teils zarten Tabakschnitts) haben sich aber mittelgroße Köpfe für diesen Tabak bewährt, und die zylindrischen 2,1 Millimeter der Stanwell Nostalgie Billard entwickeln die Fülle der Aromen viel deutlicher als die Nanna-Ivarsson-N2 mit ihrer tailliert zulaufenden Bohrung. Das ist jammerschade für die bildschöne Nanna, aber ein Matchball für den "Grand Slam", der nur so Punkt um Punkt landen kann: Der Rauch ist voll und präsent, ohne aber plump oder eindimensional zu wirken. Im Gegenteil: Es macht Freude, den verschiedenen, ja reichen Nuancen nachzuforschen. Aus der schweren, ledrigen Süße des Periques und des Cavendish (der die scharf-süßen Spitzen des Perique etwas glättet wie ein Schuss Milch im Pfeffer-Chai-Tee) lugen immer die leichten Noten des Virginias und die ätherisch-schwebende Gestalt des Orients hervor. Den Kentucky selbst schmecke ich kaum, vermute aber, dass sich sein Zweck gerade darin erfüllt, das üppige Spiel der Tabakaromen wie ein sicheres, aber selbst fast unsichtbares Fundament zu tragen.


Wer einen Tabak sucht, der voll und erfüllend im Geschmack ist, zugleich aber nicht auf Breitband-Wirkung setzt, sondern auf Volumen aus einer Fülle zarter Nuancen, der wird hier fündig,- wenn er denn dem Tabak die Zeit zur Nachreifung gibt, die sein zweites Gesicht offenbart.

Noch eine Hausmarke, die es in sich hat. Wie schön ist es doch, wenn Vorurteile mit so viel Genuss Lügen gestraft werden. Da gewinnt nicht nur der Tabak, sondern auch der Pfeifenfreund. Ein Doppelsieg wie beim Grand Slam 1991 in Wimbledon!

Zwei Ergänzungen:
Zum ersten: "Hausmarke" ist hier, wie gar nicht selten, cum grano salis zu nehmen. Wie der Inhaber des Hauses, Herr Jurewizc, offenbar gebauchpinselt von meiner Begeisterung an dem Tabak, halb verschämt, halb stolz gestand, handelt es sich um die heimliche Neuauflage eines einigermaßen legendären "Poul Olsen", der aber schon vor vielen Jahren vom Markt genommen wurde.

Zum zweiten ein Wermutstropfen (der aber vielleicht auch nur mich betrifft): Nach jeder Pfeife mit dem "Grand Slam 91" hatte ich noch bis zum nächsten Morgen einen leicht beleidigten Rachen, etwa wie bei einem leichten Heuschnupfen zur Frühblüherzeit, und vielleicht eine Folge des Frontalangriffs so vieler (wenn auch "natürlicher") Aromen der vielen verschiedenen komponierten Tabake. Aber wie auch der Duft des Frühlings einen leichten Heuschnupfen mehr als wettmacht, so nehme ich doch eine leicht verschnupfte Rachenschleimhaut um dieses Genusses willen gerne in Kauf.


Fazit für Eilige:
Ein naturnaher Tabak, voll, reich und selbstbewusst im Geschmack, aber sehr nuanciert. Braucht ggf. etwas Zeit, um am Luftsauerstoff nachzureifen. Nicht zu kleine Bohrungen sind vorteilhaft. Eine warme Empfehlung!


Hausmarke bei "Pfeifenstudio Jurewizc", Aachen
Hersteller (laut Steuernummer): Kohlhase und Kopp
Preis: 19,10,-- für 100 g (Stand: Mai 2014)

Verwendete Tabake: helle Virginias, Cavendish, Perique, Orient, Kentucky
Typ: Variant-cut-Mixture mit Curlys
Richtung: naturnaher Tabak
Casing: keins bis minimal
Tabak-Note: komplex: schwersüß, ledrig, ätherisch (nach der Nachreifung)
Stärke (Nikotingehalt): mittel
Abbrand: mäßig-mittelschnell

Geraucht in: Nanna Ivarsson N2,
Stanwell Nostalgie Sand Billiard
(beide oFi)



Gastautor: Patrick H.

Dienstag, 7. April 2015

Mac Baren - Golden Blend

Ich schaue auf das Pouch und frage mich, was dieses Kraut eigentlich getan hat? In einer Neuverfilmung von " The invisible man" könnte der „Golden Blend“ locker die Rolle von Claude Rains übernehmen. Kaum einer sieht ihn, kaum einer erwähnt ihn... selbst hier, wo man mittlerweile 24 (!) Mac Baren-Reviews nachlesen kann, findet er nicht statt - bis jetzt!

Dabei darf man ohne Übertreibung sagen, dass es sich bei dem „Golden Blend“ um ein Tabakjuwel handelt. Der Löwenanteil besteht aus Burley, nur unterstützt durch eine Prise Virginia und ein minimal zu erschmeckendes, unterstützendes Casing... und das noch als Ready Rubbed! Wissen Sie, wie lange man da an vergleichbaren Tabaken sucht?


Er lässt sich mühelos in jede Größe an Pfeifen einbringen, er glimmt problemlos vor sich hin und wird nur zickig, wenn er heiß geraucht wird. Was will man mehr? Nun, Geschmack natürlich. Hier trumpft der Burley richtig auf. Echt, erdig, mit ausgeprägter Kakao-Note, einem Hauch Honig und nussigem Unterton.

Dabei ist der „Golden Blend“ lange nicht so süß, wie man es von Broken Flakes auf Virginiabasis kennt... und gerade deshalb ein Genuss, den sich die Fans naturnaher Mischungen nicht entgehen lassen sollten. Voller, samtiger Rauch, stimmig und rund, wie man es sich nur wünschen kann. Übrigens auch für Freunde englischer Mischungen einen Versuch wert, die nach einer Ergänzung zu ihren Latakia-Kräutern suchen. Hier ist die perfekte Alternative für Raucher, denen Virginias oft zu süß sind, die es erdiger, satter wollen. Nebenbei ist dieser Tabak kein Leichtgewicht.... auch, wenn er seinen Gehalt an
"Vitamin N" gut zu tarnen weiß.


Da auch das Auge mit raucht, sollte man das appetitliche Tabakbild und die perfekte Dicke und Größe der Tabakstücke nicht unerwähnt lassen. Mac Baren - die können's halt! Bei der Raumnote scheiden sich die Geister. Burleys haben die Eigenart, ziemlich schwer und füllend in der Luft zu liegen. Doch, jetzt kommen ja wieder die Jahreszeiten, in denen es weniger Überwindung kostet, ein Fenster zu öffnen.

Wunderbar ausbalanciert, füllig, rund, delikat, mit herrlicher Würze. Der „Golden Blend“ ist ein perfekt geratener Edelstein für Fans der naturnahen Richtung. Warum er trotzdem hierzulande ein solches Außenseiter-Dasein fristet? Nun, der seit 1954 erhältliche Tabak hat eher amerikanischen Zuschnitt. Für unsere Kollegen jenseits des Atlantik gehören Kräuter mit hohem Burley-Anteil eher zum "täglichen Geschäft". Deswegen ist dieser Mac Baren, der drüben zunächst "Golden Extra" hieß, dort auch ausgesprochen beliebt.


Dann mal los, liebe Freunde echter Tabake. Entdecken Sie den unvergleichlichen Geschmack dieses herrlichen Krauts. Wäre doch gelacht, wenn wir den „Golden Blend“ nicht aus seiner unsichtbaren Ecke bekämen, in der er so lange schon unverdient sitzt! Ich jedenfalls mag ihn von Herzen gern... und das schon seit über zwanzig Jahren.


Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Samstag, 4. April 2015

Presbyterian - Presbyterian Mixture

Manchmal ist es schon schwer... Ich mag Virginias, nur fehlt mir dann meist die Würze. Und dann wird es schon schwierig. Kentucky ist mir meist zu schwer und Perique zu pfeffrig. Von Black Cavendish ganz zu schweigen. Also führt mich mein Weg immer wieder mal ins Latakia-Lager. Und da ich von Vorurteilen, wie bereits schon mal erwähnt, nichts halte, nahm ich beim letzten Einkauf die „Presbyterian Mixture“ mit nach Hause.


Frisch geöffnet kommt mir aus der Dose direkt die Süße des Virginias, gepaart mit einer dezenten Spur Räucherschinken, entgegen. Aber dieses Aroma ist wirklich nur dezent zu spüren. Das finde ich auch gut, da ich bis auf den „Banker's“ von Petersen & Sörensen noch keine ernsthaften Versuche mit einem höheren Latakiagehalt gemacht habe. Ich mag es nicht, wenn die Würze zu plakativ daher kommt, weder beim Tabak, noch beim Essen. Ich bin ein Freund der leisen Töne.


Das Tabakbild ist schön farbenfroh, von hellbraun bis schwarz ist alles dabei. Stopfen lässt sich der Kamerad so, wie man es sich von einem relativ fein geschnittenen Tabak vorstellt. Anzünden, nach glätten, ab und an ein wenig nach stopfen und jut. Ich stopfe ihn gerne etwas lockerer. Ich habe ihn nach dem Öffnen direkt in ein Einweckglas gepackt, und hier hält er seine Feuchtigkeit optimal, zumal er deutlich an Rundheit gewinnt, wenn er aufgelockert liegen darf. Er brennt auch schön kühl ab, ohne auch nur ansatzweise die Zunge zu ärgern. Die Raumnote wurde einhellig als "Räucherkammer" tituliert, was aber nicht negativ zu bewerten ist. Er gewinnt aber trotzdem an Harmonie, wenn er „Open Air“ geraucht wird, gerade wenn es draußen etwas windet. Dann fühlt er sich wohl.

Summasummarum ist die „Presbyterian Mixture“ für mich eine Kollegin, die gut passen könnte, wenn jemand einen Tabak mit leichter Latikia-Note sucht, oder sich langsam in diese Richtung einarbeiten möchte. Mal sehen... Vielleicht erforsche ich dieses Terrain etwas weiter. Geraucht habe ich den Tabak prinzipiell mit Filter.


Autor: Chris Henck