Willkommen bei Jogi-wan...

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Dienstag, 24. Februar 2015

Flakes für Einsteiger - Teil 3: Die "Exoten"

Frei nach Professor Bömmel: "Also, wat is ene Plug? Da stelle 'mer uns janz dumm und sage...'ene Plug, dat is 'ene Flake am Stück!" ...was im Prinzip auch so stimmt. Stellen Sie sich einen quadratischen Behälter vor, in dem ich verschiedene Tabake übereinander schichten kann. Dann packe ich obendrauf eine passende Platte und presse diese Abdeckung mittels einer Spindel auf den Tabak und das Kraut damit zusammen. Geschieht das mit entsprechend hohem Druck (plus u.U. zugefügter Wärme) und über längere Zeit, fermentiert der Tabak durch Wärme und Druck und "backt" ausserdem zusammen. So erhalte ich eine mehrere Zentimeter dicke, quadratische Tabakplatte. Schneide ich die nun dünn und quer zur Liegerichtung der Tabake, erhalte ich die bereits besprochenen Flakes. Lasse ich ganze Stücke dieser Platte komplett, spricht man von einem Plug. Sehr vereinfacht, diese Darstellung, aber hoffentlich verständlich.

Nun erwirbt der Tabakfreund diesen Würfel nicht einfach, um dem Produzenten einen Arbeitsgang zu sparen. Einmal gibt es bestimmte Presstabake nur als Plug (Beispiel: Peterson „3P“), zum Zweiten besteht die Möglichkeit, einen Plug nach der Lüftung weiter reifen zu lassen, um mit Genuss festzustellen, wie ihn längere Lagerzeit noch charaktervoller, noch prägnanter werden lassen kann. Vor der Austrocknung braucht man bei Plugs wenig Angst zu haben. Mich erfreut zur Zeit noch ein Reststück des Plugs von Volker Bier von der Pfeifenmesse 2011(!) in Lohmar. Er wurde immer weicher, aromatischer und milder mit der Zeit - ein Erlebnis!


Schneiden Sie den Plug einfach, wie Sie es möchten. In dünnen Streifen ergibt er einen, selbst gemachten Flake, schneiden Sie etwas dickere Scheiben und diese dann noch einmal quer zur Richtung, haben Sie einen hausgemachten Cube Cut - ganz nach Gusto.


Als Werkzeug empfiehlt sich allerdings ein sehr scharfes Messer und ein Brettchen zum unterlegen. Tiefe Schnitte in der Arbeitsplatte der Küche sieht nämlich keine Regierung gern. Es ist allerdings unnötig, dazu ein Messer zu verwenden, dass den Gegenwert einer exklusiven Pfeife hat. Hier wird von den Plug-Fans gern ein Kult betrieben. Wer es sich leisten kann und möchte... bitte sehr! Nötig ist es nicht.

Ganz frisch sind Plugs meist zu feucht. Ob Sie den Tabak jetzt bis zu einem gewissen Niveau trocknen lassen und dann auf dieser Stufe "einfrieren", oder ob Sie ihn nach und nach weiter trocknen lassen, um seine Geschmacksveränderungen zu genießen, müssen Sie selber wissen. Nach der Entscheidung richtet sich dann die notwendige Unterbringung... wie schon im letzten Teil beschrieben. Kleiner Tip am Rande: Ich habe einen Plug in einem Zedernholz-Kistchen gelagert und immer mal wieder seine Veränderungen probiert - ein lohnenswertes Experiment.


Ganz ähnlich verhält es sich mit den Ropes. Einfache Darstellung: Man legt mehrere Tabakblätter übereinander und rollt sie diagonal eng und sehr fest zusammen. Es stellt sich der gleiche Effekt ein, wie oben beim Plug beschrieben. Wird der Rope nun in handliche Stücke geschnitten, sieht er einer Zigarre nicht unähnlich. Von diesem Stück schneidet man sich nun feine Scheiben ab... und da geht das Problem los!


Sind die "Seile", also die Ropes, recht dünn, fallen die Scheibchen so zierlich aus, dass man sie (wenn man will) im Pfeifenkopf stapeln kann. Dazu muss man aber auch einen gut passenden Pfeifenkopf verwenden, sonst endet dieser Versuch meist mit eigenartiger bis schlechter Rauchbarkeit der so erstellten Füllung.


Bei größeren Scheiben, auch "Coins" genannt, erledigt sich dieses Vorhaben ohnehin. Ist der Kopf hoch genug, kann man zwei, drei Münzen übereinander legen, sie zu einer Rolle formen und so in den Kopf einbringen. Das ist, "Etage" für "Etage" auch mit den kleineren Scheiben möglich. Eine einfache aber gute Version ist es, die Coins, ähnlich wie ihre quadratischen Verwandten, hier im Bild:


einfach zu lockeren Kugeln im passenden Durchmesser zu formen und so in die Pfeife zu bringen. Doch, auch hier gilt natürlich, dass Experimente erwünscht und auch recht spannend sind.

Wer sich übrigens aus Bequemlichkeit das Vergnügen des Schneidens entgehen lassen will, kann auch fertig geschnittene Scheiben erwerben. Bekannte Beispiele: Dunhill „de Luxe Navy Rolls“, die Spun Cuts und Curlys von Mac Baren, der Larsen „No.32“ und viele andere Tabake.

Bei allen Varianten (Flakes, Plugs, Ropes) ist ein wesentlicher Punkt bei der Einbringung des Tabaks in den Kopf (Sie merken, wie krampfhaft ich das Wort "stopfen" vermeide) zu beachten. Diese Tabake werden unter Druck hergestellt. D.h., beim Kontakt mit Hitze weiten sie sich erstaunlich aus... sie blühen regelrecht auf! Der Zugwiderstand an der kalten Pfeife muss also deutlich geringer sein, als bei Mixtures gewohnt - sonst haben die Presstabake zu wenig Platz und der Zug an der Pfeife wird beim Rauchen unangenehm schwer. Daran muss man sich zu Beginn der Auseinandersetzung mit diesen Tabaken erst gewöhnen.


Gibt es denn nun nicht so etwas wie Presstabak für Beginner... oder schlicht für Leute, die sich vom ganzen Drumherum überfordert fühlen? Klar... Cube Cut! Verschiedene Tabake als Mischung gepresst und aus den quadratischen Kuchen dickere Flakescheiben geschnitten. Dann nochmal quer zur Richtung das große Messer angesetzt... und schon purzeln Tabakwürfel über den Tisch. Jeder Würfel enthält die komplette Mischung, zum Einbringen lässt man diese Würfelchen dann einfach in die Pfeife rieseln und drückt oben sanft an - fertig! Klingt ideal? Ist es auch. Einzig die recht aufwendige Herstellung verhindert die weite Verbreitung dieser Schnittart am Markt.


Trotzdem gibt es für jeden Geschmack ein passendes Angebot. Für die Leckermäuler den „Danish Truffles", für die Freunde der dezenteren Aromatisierung den Peterson „St.Patrick", für die Klassikfans den Exclusiv „Royal" und für die Liebhaber der erdig-tabakigen Richtung den genialen „Tumblin' Dice" von DTM. Wem das nicht reicht, wir erinnern uns, kann sich aus jedem Flake und Plug seinen eigenen Cube Cut schneiden.


Auf abschließende FAQ's zum Thema verzichte ich an dieser Stelle. Fest steht, dass diese Tabake spannend sind, abwechlungsreich und voller Genuss. Investieren muss man dafür etwas Ruhe, Spaß am Probieren und Interesse für Tabake.


Wer der immer verbreiteteren Devise anhängt, nach der alles billig, einfach und sofort sein muss, hat diese Tabake nicht verdient und sollte die Finger davon lassen. Den Anderen sei noch eine Warnung mit auf den Weg gegeben: Wer sich auf diese Tabake einlässt, sowie auf ihre Geschichte und die umgebenden Mythen, ist rasch in Gefahr, ihnen zu verfallen... ich kenne allerdings schlimmere Abhängigkeiten!


Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Sonntag, 22. Februar 2015

bjarne's pipe tobacco - Flake de Luxe

Wie jedes Jahr, ließ sich auch dieses Mal mein Geburtstag nicht umgehen. Mir wurde im Vornherein von meiner Familie ein Budget genannt, wofür ich mir etwas aussuchen durfte. Gesagt getan... Dan Pipe Katalog gewälzt, ein Pfeifchen ausgesucht nebst zugehörigem Tabak und dann hieß es zwei Wochen warten, bis ich mein Geschenk dann auch öffnen durfte.


Und dann lag er vor mir. Ein Flake in einer Runddose ist mir seit dem „Marlin Flake“ nicht mehr unter gekommen. Also den Stopfer gezückt und der Dose ein sattes „pfft“ entlockt. Ich liebe es. In der Dose lächelte mich ein heller Virginia Flake an, dessen Honig-Heu-Aroma mich immer wieder betört. Im Gegensatz zu manch anderen Flakes ist dieser recht locker gepresst, was dem Genuss aber keinen Abbruch tut. Ich knete lockere Flakes gerne zu Kugeln, so wie ich es beim „32“er Larsen auch mache. Damit komme ich bei diesen Kameraden besser klar, als wenn ich sie knicken und falten würde. So... Raus auf die Terrasse und Feuer frei.


Anzünden lässt er sich unkompliziert und sofort kommen mir süßliche Aromen entgegen, wie ich mir das von einem hellen Virginia auch wünsche. Untermalt wird das ganze von einem leicht fruchtigen Aroma. Vielleicht ist das der Schuss von dem im Katalog geschrieben wird? Auf jeden Fall lecker. Wenn man ihn schön langsam raucht, bleibt die Süße auch bis zum Schluss erhalten und der Tabak lässt sich schön kühl runter rauchen.

Nur darf man hier keine übertriebene Stärke erwarten. Ich stufe ihn leicht mit einer Tendenz zum Medium ein. Er hinterlässt eine schöne graue Asche und war als erste Füllung in meinem neuen Pfeifchen gut geeignet. Zum Thema Raumduft kann ich als Open-Air Raucher nichts sagen. Geraucht wurde er mit Filter. All in all ist er für mich eine Empfehlung wert für diejenigen, die einen reinen Virginia Flake suchen. Vergleichen würde ich ihn mit dem K & K Meistermischung „88“.


Autor: Chris Henck

Anm.: Hersteller des Flakes ist im Auftrag Dan Tobacco (DTM) (rr)


Freitag, 20. Februar 2015

Flakes für Einsteiger Teil 2: Die gängigen Schnitte

Eigentlich sind Flakes eine kultivierte Notlösung. Dereinst suchten Seeleute nach der Möglichkeit, ihre Tabake auch für lange Seereisen haltbar zu machen und möglichst große Tabakmengen auf kleinstem Raum unterzubringen. Sie drehten die Tabake zusammen, schlugen sie in Segeltuch (mit geteerten Enden!), versetzten sie mit Melasse und bemühten sich, die Tabakoberfläche so klein wie möglich zu halten, um eine Austrocknung zu verhindern. Kurz gesagt, sie leisteten mit Köpfchen und Ideen aus der Praxis die eigentliche Entwicklungsarbeit.

Welche Manufaktur dann die Ideen aufgriff und letztlich den ersten "Flake für Jedermann" produzierte, ist nicht überliefert. Fest steht, dass sich diese archaische Darreichungsform bis heute fest in den Herzen der Fans gehalten hat und sich in den letzten Jahren sogar wieder steigender Beliebtheit erfreut. Ja, auch bei Flakes gibt es eine Art "Normschnitt". So, wie auf diesen Fotos zu sehen, werden viele Flakes heute angeboten.



In akkurat geschnittenen, dünnen Platten, die mit Kleber versehen werden, um eine gewisse Stabilität zu erhalten. So lässt sich gut das Knicken und Falten exerzieren, lässt sich der Flake gut portionieren und handhaben - wie schon im ersten Teil gezeigt. Gut, wer Flakes generell zerrupft, dem kann es egal sein... der kann aber auch direkt zu Broken Flakes greifen und wird die Unterschiede im Geschmack der verschiedenen Zubereitungsformen nicht kennen lernen - was eigentlich schade ist.

Die geklebten Flakeplatten hinterlassen aber gerade unter den Flakefans, die doch so sehr auf Natur, Tradition und Reinheit achten, ein zweischneidiges Gefühl... denn der Kleber passt nicht wirklich ins Bild. Deshalb verzichten viele Hersteller, wie z.B. Dan Pipe und H.U. auf diese künstliche Stütze. Ebenfalls ohne Kleber kommt der hier gezeigte Kargl No. 5 aus, der daher als typischer "Ungeklebter" gelten darf.


Stapellänge und -dicke entsprechen der üblichen Art, die Handhabung verlangt etwas mehr Fingerspitzengefühl, ist aber trotzdem problemlos. Seltener anzutreffen ist die Schnittart, die z.B. der lange Zeit sehr bekannte und beliebte "Dark Strong Kentucky" von Orlik aufweist. Da dieser Tabak meines Wissens nach nicht mehr produziert wird, aber als Kargl No. 2 nach wie vor erhältlich bleibt, ist er auch hier auf den Bildern zu sehen.


Eher kleine, lockere Platten mit kürzeren, dickeren Stapeln. Wer knicken und falten möchte, muss hier schon mehr Geschick aufwenden. Es ist dem Genuss aber nicht abträglich, wenn man die kleinen Platten zu Kügelchen formt, etwas auflockert und dann in die Pfeife einbringt. Das ist auch für weniger geschickte Finger leicht zu erledigen und wird diesem, aus verschiedenen Tabaken kunstvoll gepressten Kraut, eher gerecht, als ihn in seine einzelnen Fasern zu zerrupfen.

Wer zum ersten Mal eine Flakedose öffnet und darin einen ganzen Strang findet, wird womöglich etwas erschrecken. Doch mit ein wenig Sorgfalt bei der Handhabung und etwas Augenmaß bei der Portionierung ist auch ein ganzer Strang gut zu handhaben.


Puristen angeln in der Dose einfach nach dem Anfang, ziehen den Strang ein wenig aus der Büchse und reißen die gewünschte Menge ab. Dabei muss man allerdings damit leben, dass der Strang beginnt sich etwas aufzulösen und in mehrere Faserbahnen zu zerfallen. Wer es exakt liebt, nimmt den Strang vorsichtig heraus, trennt die entsprechende Menge mit der Schere ab und gibt die Rolle zurück in ihr Behältnis. Ganz nach Wunsch.

Flakes sind ja nun eine sehr urwüchsige Form des Rauchgenusses. Ganz besonders vor Augen geführt bekommt man das bei Kräutern von den Inseln. Wer eine Dose Samuel Gawith öffnet, ist unter Umständen irritiert. Recht wirr liegen die Flakestücke im Blech, die Fasern sind deutlich dicker als gewohnt. Die Dose weist (bedingt durch die oftmals enorme Tabakfeuchte) gern mal Roststellen am Boden auf und das umgebende Fettpapier sieht aus, als sei es versehentlich mit eingeteert worden. Die Tabake sind (nach ausreichender Trocknung - dazu gleich noch) aber über jeden Zweifel erhaben und von besonderer Art und Qualität. Trotzdem weiß ich von etlichen Pfeifenfans, die diese Tabake meiden, weil ihnen die Darreichung dann doch zu sehr "Hardcore" ist.


Den Vogel allerdings schießen die Flakes von Germains von der Isle of Jersey ab. Wer die Dose öffnet und das braun durchtränkte Fettpapier zur Seite gebogen bekommt, schaut auf einen braunschwarzen Klumpen, dem selbst mit den ausgefuchstesten Zaubertricks keine einzelnen Fasern zu entringen sind. Der Ersttäter bekommt zusätzlich oft einen Schreck, wenn er scheinbare Schimmelflecken auf dem Brocken entdeckt.


Hier kann aber Entwarnung gegeben werden. Bei den gräulichen Flecken handelt es sich um im Tabak reichlich enthaltenen, natürlichen Zucker, der sich optisch unappetitlich auf der Oberfläche präsentiert. Kenner wissen, dass das eher ein Qualitätsmerkmal der verwendeten Virginias ist. Wer sich von diesen Dingen nicht abschrecken lässt und sich einfach die benötigte Menge gebrochenen Flake vom Block bröselt, wird mit erstklassigen Geschmackserlebnissen belohnt. Flakefans sollten halt etwas robustere Naturen sein - es lohnt sich.



Das leitet nahtlos über zum letzten Typ, von dem in diesem Teil die Rede sein soll. Den "Broken Flake" gibt es in verschiedenen Varianten... und er stellt nichts anderes dar, als Flakeplatten, die bereits gebrauchsfertig in kleine Stücke gebrochen wurden. Mit dem Begriff "gebrauchsfertig" sollte man allerdings etwas vorsichtig umgehen. Die Flakestücke von Mc Clelland z.B. sind in ihrer Stapellänge und Dicke gern recht widerborstig und sollten zum besseren Einbringen in die Pfeife zusätzlich etwas aufgerieben (weich gemacht) werden.


In Deutschland angebotene Broken Flakes sind zumeist feiner, zarter und somit ebenfalls gut zur Kugel zu rollen. In jedem Fall auch einen Versuch wert.

Bei der Lagerung von Flakes sollte man große Sorgfalt walten lassen... oder sollte ich sagen, die Liebe investieren, die diese besonderen Tabake verdient haben? Zu feuchte Flakes erkennt man schnell. Sie fühlen sich "klamm" an, kleben etwas, wenn man sie zwischen den Fingern etwas drückt. In diesem Zustand sind sie nicht nur schwer zu handhaben, sie offenbaren auch nicht ihre ganze Fülle an Aromen.

Hier empfiehlt es sich, die Tabake ihrer Verpackung zu entnehmen und sie an der Luft zu trocknen. Das allerdings sollte, je nach Jahreszeit und Feuchtigkeit, sehr aufmerksam geschehen. Wenn die Fasern noch Geschmeidigkeit aufweisen, aber nicht mehr klebrig erscheinen, ist der ideale Grad erreicht. Nun macht es wenig Sinn, den Tabak zurück in die häufig verwendeten, flachen und quadratischen Dosen zu packen. Die sind in den meisten Fällen nicht wirklich dicht... und der ideal konditionierte Flake wird schnell zu bröseligem Stroh.


Flakes, die sich ab Hersteller in den runden Dosen mit Druckdeckel befinden (im Idealfall noch mit Kunststoff-Überdeckel) dürfen allerdings schon ins serienmäßige "Gehäuse" zurückkehren. Diese Dosen halten den Tabak lange im Idealzustand. Für die quadratischen Dosen empfiehlt sich Ersatz in Form kleinerer Frischhaltedosen. Hier würde ich aber nicht an der Qualität sparen. Als ideal haben sich nach meiner Meinung die sogenannten "Lock-Lock"-Dosen erwiesen, die kein Vermögen kosten. Die Tabake danken es mit perfektem Geschmack und bester Rauchbarkeit.


Dem "Spiel" mit der Zubereitung sind übrigens keine Grenzen gesetzt. Ob man nun knickt und faltet, zu Kugeln rollt, quer zur Faser einen Cube Cut schneidet oder die Tabake schlicht zerrupft und aufreibt... es gilt, die eigenen Vorlieben zu finden, zumal sich auch in Sachen Geschmack , je nach Vorbereitung, durchaus Unterschiede feststellen lassen. Soweit zu den "üblichen" Flakearten und meinen Erfahrungen mit ihnen. Die "Exoten" folgen im dritten und letzten Teil.

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Mittwoch, 18. Februar 2015

Huber - Virginia Honeydew Flake

Diesen Tabak gibt es schon seit einer kleinen Ewigkeit – seit gut 20 Jahren hat Pfeifen Huber in München diesen als Haustabak in seinem Sortiment, laut eigener Angabe ist es deren meistverkaufter Flake. Hergestellt wird er wie die meisten hochwertigen Hausmarken von Kohlhase & Kopp. Die Verpackung ist eine eher schlichte 100 g-Blechdose im Huber-typischen Design, der Tabak kommt in einer perfekten Kondition an.


Nach dem Öffnen der Dose kommen einem ca. 40 cm lange, dünne und recht fest gepresste Flake-Stränge entgegen. Wer den „Golden Sliced“ von Orlik kennt, wird jetzt ein Déjà-Vu-Erlebnis haben – optisch scheinen diese Tabake beinahe Brüder zu sein.


Im Gegensatz zum „Golden Sliced“ ist der „Virginia Honeydew Flake“ aber leicht aromatisiert, wobei die Betonung wirklich auf „leicht“ liegt. Im Geruch lässt sich dies nur durch eine wirklich sehr dezente Honignote und ein wenig undefinierbarer Fruchtigkeit feststellen. Es überwiegt aber der typische, heuige Virginiaduft und somit wird einem bereits bei der Geruchsprobe klar, dass dieser Tabak alles andere als eine Aromabombe ist.

Nach dem Abreißen eines passenden Stücks und des Einbringens des Tabaks mittels der Knick und Falt-Methode brennt der Tabak problemlos an und bäumt sich nur wenig auf. Langsam geraucht glimmt er gleichmäßig runter und hinterlässt nur etwas weiße Asche mit sehr wenig Kondensat. Wie alle VAs möchte auch dieser Tabak langsam und ruhig geraucht werden, was bei ihm aber auch ohne große Aufmerksamkeit gelingt. Damit ist er meiner Meinung nach auch für Flake-Anfänger sehr gut geeignet.

In einer Filterpfeife bemerkt man die Aromatisierung nur in Form einer etwas verstärkten Süße, die aber die Eigensüße des Virginias unterstützt und niemals dominant wird. Ohne Filter bekommt man etwas mehr von der Aromatisierung mit, hier kommt auch im Geschmack diese leichte, für mich nicht einzuordnende Fruchtigkeit hinzu. Aber auch in einer filterlosen Pfeife wird hier niemals der Tabakgeschmack überdeckt, sondern das Aroma schwingt nur wie ein Oberton mit. Ab der Hälfte der Füllung verliert sich dann langsam auch diese leichte Aromatisierung und zurück bleibt ein qualitativ hochwertiger VA-Flake.

Für mich ist der Virginia Honeydew Flake einer meiner Lieblinge für filterlose Pfeifen. Er ist leicht, wird langsam geraucht niemals scharf und diese dezente Aromatisierung gibt ihm den besonderen Pfiff. Auch Fans naturbelassener Tabake sollten diesen Flake einmal probieren und sich nicht von dem Namen abschrecken lassen – mit einem Hocharomaten wie DTM’s „Vanilla Sweet Honeydew“ hat dieser Flake absolut nichts zu tun. Wer keine Möglichkeit hat, sich diesen Tabak vor Ort in dem wirklich gediegenen Ladengeschäft von Pfeifen Huber in der Münchner Innenstadt zu besorgen, kann ihn auch online bestellen - hat dann aber kein vergleichbares Einkaufserlebnis. Was wiederum für den Geldbeutel eine erhebliche Entspannung bedeuten kann...

Euer „Genussfan“ Uwe



Autor: Uwe Kloth

Dienstag, 17. Februar 2015

News 2015: DTMs C.C.V/P. jetzt Tumblin' Dice

Der bei uns bereits besprochene "C.C.V/P" aus der Torben Danks-Reihe hat es nun offiziell ins Programm von DTM geschafft. "Tumblin' Dice" heißen die Würfel ab sofort. Der Tabak kann nun auf allen bekannten Wegen in Lauenburg erworben werden. Eine Freude für die Liebhaber naturnaher Tabake (rr)

Copyright: Dan Pipe

Donnerstag, 12. Februar 2015

Flake für Einsteiger - Teil 1: Die Flakepfeife

Oft wird nach der idealen Flakepfeife gefragt... und es gibt unzählige Antworten. Je länger ich mich mit der Frage beschäftige, desto klarer wird mir, dass es eine pauschale Antwort nicht geben kann. Wobei im Folgenden meine ganz persönlichen Ansichten und Erfahrungen zu lesen sind, die keinen Anspruch auf einen „allgemeingültigen Lehrsatz" erheben.

Ja...aber, was ist denn mit der „Flake-Pfanne"? Dazu darf ich vielleicht etwas weiter ausholen und behaupten, dass es eher eine Frage der passenden Maße als der Pfeifenbezeichnung ist, die eine Pfeife zum guten „Flaker" machen. Etwas unprofessionell möchte ich im Weiteren von unter- und überquadratisch sprechen, auf Basis dieses Bildes :


Als nicht wirklich für Flakes geeignet empfinde ich die Shapes, die sehr deutlich überquadratisch sind. Billard, Chimney, Dublin und Co. sind eher bei anderen Schnittarten daheim. Beim Knicken und Falten üblicher Stapellängen gestaltet sich eine gute Füllung solcher Pfeifen schwierig und wird eher zur Glücksache. Wer für gewöhnlich Flakes zerreibt und/oder zerrupft kann natürlich auch solche Shapes mit Flakes beschicken, die Rauchdauer dürfte dann aber in vielen Fällen (zu) sehr ansteigen und kann, da etliche Flakes recht gehaltvoll sind, schnell zu viel werden. Um kurz zu den Flakepfannen zurück zu kehren... da, wo deren Form erheblich übertrieben wird, wie bei dieser Winslow, birgt der extrem unterquadratische Tabakraum andere Tücken.


Eine weite Bohrung (in diesem Fall 22 mm) bedeutet u.U. auch Schwierigkeiten, gleichmäßig die Oberfläche der Flakes anzuglimmen. Da kann es schon einmal etlicher Versuche bedürfen und bis die Füllung sauber rauchbar ist, ist die gerade einmal 18 mm tiefe Pfeife schon halb geleert – nicht wirklich ein erfüllendes Raucherlebnis. Zudem macht solch' geringe Tiefe ein Knicken und Falten üblicher Stapellängen auch nicht problemloser.


Das "normale" Fassungsvermögen einer Flakepfanne unterscheidet sich aber grundsätzlich nicht vom Tabakraum einer Prince, einer kleinen Apple, Bulldog oder Brandyglass. Also darf man behaupten, dass es eher eine Frage des persönlichen Geschmacks und der gewünschten Haptik ist, ob man zur Flakepfanne greift. Mir sind einige Raucher bekannt, die den umfangreichen, aber recht flachen Körper einer Flakepfanne als unangenehm in der Handhabung empfinden. Zudem mögen viele Raucher eine recht direkte Temperaturkontrolle durch die gefühlte Wärme des Holzes... was bei einer bauchigen, meist recht dickwandigen Flakepfanne nicht so einfach ist.


Geht man also allgemein von einer Bohrungsweite zwischen 19 und 20 Millimeter für kleinere bis mittlere Pfeifen aus, liegt der „Wohlfühlfaktor" für Flakepfeifen im mittleren, überquadratischen Bereich. Pfeifen, die gern als "Flaker" genutzt werden, wie Savinelli 315, Savinelli 320, Vauen Nature Bulldog oder auch die berühmt gewordene 15er von Stanwell liegen etwa im Bereich von (Höhe x Durchmesser) 24 x 19 bis 34 x 20 mm.


Das ist zwar bereits deutlich überquadratisch, doch trotzdem recht kompakt, bedenkt man, dass große Dublins, Billards und Pokers hier gern mal Maße zwischen 43 x 20 und 55 x 20 mm aufweisen. Die Auswahl der in den „Kompakt-Maßstab" passenden Pfeifenmodelle ist dadurch sehr groß. So werden die meisten Flake-Beginner nicht genötigt sein, extra ein passendes „Werkzeug" für ihre neue Tabakleidenschaft anzuschaffen.

Der Einsteiger ins Thema Flakes wird vermutlich zu Beginn zu Tabaken leichter Handhabung greifen. Zum Beispiel der Mac Baren „Navy Flake“ besteht aus akkuraten Platten der üblichen Länge, die durch Verklebung auch noch in sich recht stabil sind.


Mit einem Teil solch einer Platte kann gut überprüft werden, ob die jeweilige Pfeife "flaketauglich" ist. Man nimmt den Tabak in der Mitte, mit Daumen und Zeigefinger und stellt ihn in den Kopf. Steht die Mitte nicht wesentlich über oder verschwindet zu tief im Kopf, hat man das passende "Werkzeug" gefunden.


Nun nimmt man nur soviel, wie man braucht, um den Pfeifenkopf knapp halb zu füllen (optische Kontrolle von oben), dann knickt man den Tabak in der Mitte, verdreht die Enden leicht gegeneinander (um das Päckchen etwas zu lockern) und schiebt dieses Bündel sanft in den Kopf... schon kann es los gehen.




Seltsam ist übrigens, dass manche Pfeifen für Flakes gemacht zu sein scheinen. Obwohl sie im gleichen Maß liegen, wie „Mitbewerber", obwohl u.U. sogar ihre Form nicht von anderen Pfeifen abweicht, schmecken Flakes aus ihnen göttlich. Den Grund kann ich ihnen nicht sagen... womit wir wieder bei „unerklärlichen Pfeifenphänomenen" sind. Ja... ich weiß... gerade bei Flakes gibt es unzählige Glaubensrichtungen und Varianten. Knicken und falten, zur Kugel rollen, zerreiben... das ist aber die fortgeschrittene Kür - die „kriegen wir später".

Hier soll es zunächst darum gehen, dem Einsteiger die Grundbedingungen so leicht wie möglich zu machen... und dazu gehört zunächst die passende Pfeife und ein leicht zu handhabender Tabak. Natürlich kann man auch gleich zu Beginn der „Knick und Falt-Methode" den Rücken kehren, die Flakes zerrupfen und leicht aufreiben. Doch auch dann sollte man in etwa das o.g. Pfeifenmaß wählen... wegen des erwähnten Gehaltes vieler Flakes. Zudem ist es immer spannend, einen Flake in verschiedenen Varianten zu testen. Zwischen geknickt und gefaltet und zerrieben bestehen oft interessante Geschmacksunterschiede. Die sollte man kennenlernen.

Es ist oft das Argument zu hören, dass eine Flakepfeife über einen konischen Tabakraum verfügen sollte. Der Grund ist leicht verständlich. Beim Einbringen des Tabakpäckchens drückt der Tabak sich nicht in den unteren, konischen „Zipfel" und somit verbleibt unter dem Tabak und vor dem Zugloch ein kleines Luftpolster, dass etwaigen Verstopfungen des Zugloches vorbeugt und so ein problemloses Rauchen ermöglichen soll. Diese Argumentation ist zwar durchaus nachvollziehbar, ich halte diese Form der Bohrung allerdings nicht für ausschlaggebend. Meine besten Flakepfeifen haben diese konische Bohrung nicht und sind trotzdem ideale Werkzeuge.


Diese Ausführungen zur richtigen Pfeife mögen ein wenig überzogen erscheinen. Sie sind aber nicht dazu gedacht, dass Rauchen von Flakes zur Wissenschaft zu erheben - ganz im Gegenteil. Der Flakegenuss ist etwas, was sich möglichst jedem Pfeifenfreund erschließen sollte. Wer den Dreh einmal heraus hat, wird ohnehin eigene Varianten und Regeln für sich persönlich aufstellen. Deswegen bitte ich, diese Zeilen und die folgenden Teile nicht als „Regelwerk" aufzufassen. Doch häufig hört man von missglückter Annäherung und Enttäuschung... und ebenso häufig kann man rasch zuordnen, warum es dazu kam. In den meisten Fällen war das falsche Werkzeug schuld. Gutes Werkzeug macht die „Arbeit" so angenehm und leicht, wie möglich... und darum geht es mir hier. Soweit zum ersten Teil und meiner persönlichen Ansicht über die richtige Flakepfeife.

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Montag, 9. Februar 2015

Samuel Gawith - Squadron Leader

Über Samuel Gawith Tabake zu schreiben, heißt wohl Eulen nach Athen tragen. Seit vielen Jahrzehnten sind die Mixtures, Flakes, Twists und Plugs Pfeifenrauchern wohlbekannt. Samuel Gawith produziert in Kendal, Lake District, im Nordwesten Englands, nach nahezu unveränderten Methoden seit 1792 Tabak. Der „Squadron Leader“ ist da keine Ausnahme und laut Samuel Gawith repräsentiert das Originalrezept den traditionellen englischen Stil. Dunkle und helle Virginias werden mit Latakia und Turkish Orientals kombiniert, welches eine perfekte mittelstarke englische Mischung und somit einen reichhaltigen, langsam brennenden Rauchgenuss verspricht.

Beim Öffnen der Dose ist der Tabak noch relativ feucht, so dass es sich empfiehlt, ihn eine Zeit lang offen stehen zu lassen um ihn ein wenig zu trocknen. So war es zumindest bei den Dosen, die ich bisher geraucht habe. Zu feucht genossen, kann er nicht die Fülle seiner Aromen, insbesondere der der Orientals, entfalten. Daher lasse ich den Tabak ruhig ein bis zwei Tage offen stehen, damit er etwas trocknen kann.
Beim Öffnen der Dose bieten die Virginias, der dunkle Latakia und der Orient das typische Bild einer klassischen Mixture; es schlägt einem sofort das Aroma eines „echten Engländers“ entgegen: Würzigkeit, Erdigkeit, etwas rauchig, etwas nach Leder, und eine ganz leichte süßliche Note. Der erste tiefe Zug mit der Nase macht Appetit auf mehr.

Der „Squadron Leader“ lässt sich unkompliziert stopfen und entzünden. Ein sanftes Nachstopfen und vielleicht ein weiteres Streichholz nach den ersten Zügen und der Tabak lässt sich problemlos bis zum Ende durch rauchen. Er bleibt dabei unkompliziert und erfordert kaum mehr eine besondere Aufmerksamkeit.
Für eine typisch englische Mischung mit Orient und Latakia ist der „Squadron Leader“ eher mild. Der Latakia hält sich merklich zurück und verleiht dem Rauchgenuss lediglich eine dezente Würze und angenehme Rauchigkeit. Das eigentliche Highlight sind für mich die Virginias und der Turkish Oriental, die dem „Squadron Leader“ eine pikante leichte Süße und eine schöne Schärfe verleihen.
Die ganze Füllung über bleibt die Mixture angenehm mild und kühl im Rauch. Der „Squadron Leader“ ist ein wundervoller, leichter Engländer mit relativ wenig Nikotin, der eigentlich den ganzen Tag über genossen werden kann. Ein perfekter „Allday Smoke“.
Dieser Tabak eignet sich sowohl für kleine, mittlere als auch große Pfeifenköpfe. Mir hat er am besten in einem mittleren Kopf ohne Filter gefallen. Hier war für mich die tolle Kombination von leichten Virginias und den Turkish Orientals am deutlichsten zu spüren.
Jedem Freund englischer Mischung sei der „Squadron Leader“ von Samuel Gawith wärmstens zur Probe empfohlen.
Für Deutschland hat Kohlhase & Kopp den Vertrieb des Tabaks übernommen, aber der „Squadron Leader“ ist eigentlich europaweit in gut sortierten Pfeifen- und Tabakläden erhältlich.
Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land!


Autor: Torsten Wieczorek

Samstag, 7. Februar 2015

Peterson - St. Patrick's Day 2015 (Limited Edition)

Der 17. März, dass ist der Tag, an dem die Iren und Nordiren Magonus Sucatus Patricius gedenken und die Straßen am St. Patrick's Day in ein buntes Treiben verwandeln. Der heilige St. Patrick verstarb an einem 17. März, resultierend daraus wurde dieses Datum zu einem Nationalfeiertag der römisch-katholischen Kirche und der anglikanischen Church of Ireland. Große Paraden finden sich von Dublin über München und New York.

Passend dazu gibt es nun einen auf 1.600 Dosen limitierten „St. Patrick's Day 2015“ aus dem Hause Peterson. Man kann zu solchen Editions stehen wie man möchte, die einen mögen es, die anderen widmen sich solch kurzzeitigen Tabakereignissen erst gar nicht. Die Frage, um die es geht, ist, ob man beim Kauf des „St. Patrick's Day 2015“ lediglich einer recht durchsichtigen Werbestrategie auf den Leim geht, oder ob nicht doch ein qualitativ hochwertiges Ergebnis zum Kauf angeboten wird, bei dem man zu dem Schluss kommen könnte, dass es an sich sehr schade ist, dass das Produkt limitiert wurde. Das Ganze könnte natürlich auch eine Art Testballon für eine geplante längerfristige Produktion sein.


Um so gelassener sehe ich die Frage, ob eine Aromatisierung von Maracuja, Mango und ein bisschen Vanille zum Anlass passt oder eben nicht. Beim Rauchen dieses Tabaks schließe ich sogar den heiligen St. Patrick aus, um einzig und allein die Mischung aus Virginias, Burley, etwas Orient und Black Cavendish auf mich wirken zu lassen. Nach dem Öffnen der Dose gibt es überhaupt keinen Zweifel daran, dass hier mit der Aromatisierung nicht gegeizt wurde. Ein Hocharomat, der frisch und fruchtig duftet. Und ein sehr interessantes Tabakbild. Mit Mac Baren als vermeintlicher Produzent ist auch ein Cube Cut, also kleine, fest gepresste Würfel, möglich. „Cube Gold-“ und „Cube Silver“-Raucher wissen das unlängst. Und zwischen den einzelnen, hellen bis mittelbraunen Cubes tummeln sich helle Virginia-Blättchen.


Der Tabak lässt sich erstaunlich leicht entzünden. Nach dem sanften Einrieseln der Cubes in den Pfeifenkopf und abschließendem leichten Andrücken geht es flächendeckend sehr gemütlich weiter. Weitere Anzündversuche braucht der Tabak eigentlich nicht. Es ist sicherlich nicht mein persönliches und bevorzugtes Aroma, aber es ist da, es schmeckt nach dem, was es soll, nämlich sehr fruchtig und süß. Die Vanille allerhöchstens im Hintergrund, macht das Ganze einen frischen Eindruck, ohne Zweifel etwas für Süßmäuler. Wer etwas naturbelassenes sucht, ist hier völlig falsch, der braucht sich mit diesem Thema gar nicht erst weiter zu befassen. In wie fern die zugefügten Burley Tabake und der Orient zum Gesamtgeschmack beitragen, lässt sich nur erahnen.

Ich habe den Tabak ausschließlich mit Filter geraucht. Ich denke auch, dass er dafür konzipiert ist. Der mögliche Biss von den Virginias in Zusammenarbeit mit den Aromen hält mich da von jeglichen Experimenten ab. Leicht bis mittelstark kann er ein Begleiter für den Tag sein, abends zum Roten oder einem Gläschen Glenmorangie empfiehlt er sich nur bedingt. Die Raumnote ist okay, etwas mehr Kondensat bringen die allermeisten Hocharomaten nun mal mit sich. Nein, ich bin kein Hocharomatenliebhaber, insbesondere mag ich noch immer keine Fruchtbomben. Aber die Fairness gebietet mir den Schluss und die Feststellung, dass der „St. Patrick's Day“ sehr gut gemacht ist und er ohne Frage das verspricht, was auf der Dose steht und was in der Werbung angekündigt wird. Von daher sind 10,25,-- Euro für 50 g Tabak auch ein angemessener Preis. Aromatenjünger sollten durchaus überlegen, ob sie nicht doch zugreifen. Und vielleicht sorgt ja genau das dafür, dass es diese Mischung zukünftig und dauerhaft auf den Markt schafft. Wer weiß das schon?



Autor: Ralf Ruhenstroth

Mittwoch, 4. Februar 2015

Ost-Südost = Terra incognita? Teil 6: Marinko Neralic - Kroatien

Die vermutlich kleinste Pfeifenwerkstatt Europas befindet sich in Karlovac/Kroatien. Hier, etwa 60 km von Zagreb entfernt, baut Marinko Neralic seine ungewöhnlichen Pfeifenkreationen. In einer "Werkstatt", die 1,20m x 1,40m misst!

Copyright: Marinko Neralic

Der 31-jährige Vater von Zwillingen verdient sein Hauptbrot als technischer Designer, entwirft Straßen und Plätze - ist dort also eher größere Flächen gewöhnt. Vollzeitjob und Vaterpflichten, dazu noch zwei Hunde, einen winzigen, zugigen Arbeitsplatz und ein "Freiluft-Schreibtisch" auf dem Balkon... nicht gerade die besten Voraussetzungen für die Muße und Leidenschaft zum Pfeifenbau.

Copyright: Marinko Neralic

Trotzdem beschreibt Marinko seine Liebe zur Pfeife als geradezu lebensnotwendig. Ständig tüftelt er, entwirft, setzt Ideen um, und seine Umtriebigkeit erkennt man auch in seinen Werken. Eher filigrane Rauchgeräte, die mit besonderen Formen, Farben, Applikationen und immer wieder verblüffenden Oberflächen für eine besondere Stimmung bei ihrer Betrachtung sorgen.

Copyright: Marinko Neralic

Copyright: Marinko Neralic

Copyright: Marinko Neralic

Marinko betont allerdings sehr deutlich, dass er keine Pfeifen "für die Galerie" baut. Selbst bei den phantasievollsten Kreationen wird konsequent auf gute Rauchbarkeit geachtet. Dazu gehört zum Beispiel ein durchgehender Rauchkanal von vier Millimetern und ein sauber ausgearbeiteter Y-Fächer. Ein mittlerweile gewachsener Kreis von Kunden weiß das zu schätzen.

Copyright: Marinko Neralic

Copyright: Marinko Neralic

Copyright: Marinko Neralic

Sicher hat Marinkos Liebe zum Holz und seiner Verarbeitung auch mit erblicher Vorbelastung zu tun. Sein Vater baut seit langen Jahren klassische Instrumente und als er sah, dass der Filius plötzlich auf die Pfeife kam, eröffnete er ihm, dass das wohl auch schon eine Leidenschaft des Großvaters war... womit sich Einiges erklären dürfte.

Copyright: Marinko Neralic

Copyright: Marinko Neralic

Copyright: Marinko Neralic

Trotz seiner extravaganten Kreationen zählt Marinko (noch) nicht zum Kreis der "entdeckten Talente". Noch werden seine Pfeifen nicht auf der Webseite irgendeines windigen Subjektes zu Mondpreisen angeboten, damit sich Spekulanten an ihm noch dümmer verdienen, als sie ohnehin schon sind.

Copyright: Marinko Neralic

Es geht eher gemütlich zu, auf seiner Webseite, familiär, persönlich. So, wie es Marinko mag. Schauen Sie sich seine Kreationen doch unter: http://mpipes.com.hr/ mal an. Er freut sich auch über persönliche Kontakte und Fragen zu seiner Arbeit. Denn der gute Kontakt zum Kunden ist ihm sehr wichtig, wie er ausdrücklich betont.

...und wenn Sie auch so ein filigranes Stück besitzen möchten, können Sie in Marinkos Ebay-Shop (marinko_mpipes) feststellen, zu welch' bezahlbaren Preisen das immer noch möglich ist. Marinko Neralic und seine Mpipes. Ein weiterer, besonderer Mensch, den ich auf meiner virtuellen Reise kennen lernen durfte... und dafür bin ich dankbar.


Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings