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Freitag, 20. November 2015

Peter Heinrichs - #77 (Hausmarke)

Während und nach vielen Besuchen bei Peter Heinrichs probierte ich zahlreiche Tabake. Keinen einzigen hielt ich für eine schlechte Wahl, jedoch ebenso wenig für vollendet. Das "gewisse Etwas" fehlte mir grundsätzlich. Stets zufrieden mit dem ausgesprochen guten Service der Angestellten, empfinde ich jeden Besuch in Köln als höchst angenehm. Die Lust auf das Probieren neuer Tabake ist dennoch kontinuierlich gesunken. Ich dachte häufiger darüber nach, dass die Quantität der Qualität hier wohl übergeordnet sei und zweifelte an mir, ob ein Tabakhaus von diesem Format meinen bescheidenen Geschmack tatsächlich nicht bedienen kann. Ein letztes Mal begab ich mich auf die Suche.

Ich durchstöberte zuvor den Onlineshop, sowie jede Produktinformation der "Eigenmarken", und entschied mich zunächst für drei aus zwölf selektierten Tabaken. Vor Ort in Köln kaufte ich:

- Peter Heinrichs Nr. 77
- Peter Heinrichs Nr. 2007
- Sir Henry I

Die geschenkte Probe des hochgelobten "Peter Heinrichs Reserve Crue No.4" überzeugte mich wieder nicht. - Zwar ganz nett, prima Virginia Flake mit Karamelaroma, und wesentlich besser als viele andere. Mir persönlich ist dieser Tabak allerdings den Kauf auch nicht wert.

Dann öffnete ich daheim zunächst nur den "Peter Heinrichs Nr. 77". Es handelt sich um eine dänische Mischung mit englischem Charakter. Virginia, Burley, Dark-Fire, Kentucky, Orient und ganz wenig Latakia-Tabak bilden die Grundlage für diese Mixture. Das versprochene "Honig-Flavor" konnte ich vorerst nicht erkennen.


Nach dem Stopfen und Entzünden der mittel bis grob geschnittenen Tabakmischung beendete der erste Zug die zuvor erlebte Odyssee ohne Umwege. "Der kann was!" brachte ich noch zur Aussprache und versank augenblicklich in zeitlosen Genussmomenten. Er erinnerte mich etwas an den geliebten "Danish Oriental" von "Pfeifen Huber" und unterscheidet sich trotzdem völlig im Geschmack.

Mein Empfinden für die Zeit wurde relativ. Vollmundig entfaltet sich der angenehm kühle Rauch zu einer sehr leichten "Virginia"-Gaumenfreude. Augenblicklich schwingt mit Nachdruck die absolut ausgewogene, wahnsinnige Würze des Orient und Latakia mit. Kaum wahrnehmbar und verspielt macht sich dann aus dem Hintergrund das ganz leichte Honig-Flavor unaufdringlich bemerkbar. Der Abbrand ist völlig unkompliziert und das Handling stellt sicherlich auch für den Laien keinen besonders hohen Anspruch dar.

Ungläubig finde ich keine Erklärung für diese raffinierte Meisterleistung von Kohlhase & Kopp im Auftrag von Peter Heinrichs. Dieser Tabak verkörpert für mich die gefundene, tiefgründige Freundschaft. Alles andere waren einfach nur nette Bekanntschaften!

Gespannt freue ich mich jetzt auf die anderen beiden Mixtures.
Guten Rauch!


Gastautor: Christian Meesters

Kommentare:

  1. "Den Tabak kenn ich doch", dachte ich beim Lesen, und richtig: Den habe ich vor Urzeiten (Ende der 80er des vorigen Jahrhunderts) im Pfeifenstudio Frank in Rheinbach kennengelernt und gelegentlich auch mal gekauft (Nr. 29). Warum der inzwischen bei mir in Vergessenheit geraten ist, weiß ich nicht. Vielleicht weil ich lange nicht mehr im Pfeifenstudio Frank war. Wie es der Zufall will, habe ich nächste Woche in Rheinbach zu tun. Vielleicht kommt da mal eine Dose Nr. 29 (alias P.H. # 77) mit?! Obwohl ich eigentlich was anderes ausgeguckt hatte...
    Grüße aus Meckenheim
    Bernd

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  2. Seinen eigenen Kommentar zu kommentieren ist vielleicht etwas seltsam, aber die Geschichte ist heute weitergegangen und ich erzähl´s einfach mal kurz.
    Im Pfeifenstudio Frank neben dem "ausgeguckten" Vanilla Flake eine Dose Nr. 29 (= P.H. 77) erstanden und vorhin mal eine Schnüffelprobe genommen. Hhhmmmm... irgendwie kam die Erinnerung an frühe Pfeifenjahre zurück ... dieser sanfte Duft von Virginia und Orient, hauchzart unterlegt vom Latakia. Kann aber noch ein Weilchen ruhen (ist ziemlich feucht) .. heute Abend ist erstmal der Vanilla Flake dran.
    Grüße aus Meckenheim
    Bernd

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  3. Hört sich (trotz Honigphobie) ziemlich gut an. Die anderen beiden inzwischen probiert?

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  4. Nach fünf Füllungen muss ich sagen, dass mich Heinrichs #77 nicht die Bohne beeindruckt. Der Burley spielt sich in den Vordergrund, mir fehlt es hier massiv an Virginias. Das Casing mag sich nicht entscheiden, ob es nun da sein will oder nicht. Der Latakia bleibt blass, die Orients für mich zu unrund. Geschmackssache, ich weiß. Wie auch immer - wer mag, dem schicke ich die nahezu 100 Gramm, inzwischen drei Monate im verschlossenen Glas gelagert, gerne gegen Porto per paypal zu. Falls das hier überhaupt noch jemand liest...weiß man ja manchmal nicht so genau.

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