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Mittwoch, 4. November 2015

H.U.-Tobacco - Casablanca Feeling

Auf der ruhelosen Suche nach Pfeifentabaken und der immer währenden Neugierde auf neue, mir noch unbekannte Kompositionen, habe ich verschiedenste Kandidaten angetroffen: Da reichen die persönlich verteilten Prädikate von „scheußlich“ über „erinnernswert“ bis zu „nie mehr ohne“. Zu letzterer Kategorie gehört für mich der heute vorgestellte Tabak aus dem Hause HU-Tobacco.

Bis zu der Begegnung mit diesem Tabak rauchte ich recht oft die allseits bekannte und beliebte „Scottish Mixture“ von Mac Baren und - ich kann es nicht besser ausdrücken - war nach einer Weile nach jedem Pfeifchen ein wenig gelangweilt und hatte das Gefühl: Es muss doch etwas geben, was mehr Spaß macht! Also: Portemonnaie in den Mantel, zum Händler, einkaufen und ausprobieren…. Fehlanzeige. Nicht, was ich suchte: Ich wollte einen leicht (!) aromatisierten Tabak, der ausgewogen ist, der gleich viel Genuss bietet, ob man ihn aufmerksam oder nebenher raucht - der klassische ADS („All-Day-Smoke“).

Zu dieser Zeit sind mir verstärkt die durchweg positiven Reviews über die Tabake von Hans Wiedemann aufgefallen. Deshalb wagte ich das Unvorstellbare und schrieb dem Meister persönlich eine Email. Nachdem ich ihm mein Suchziel geschildert hatte zögerte er nicht, mir zu helfen. Seine erste Empfehlung (neben einigen Anderen) war der Tabak, um den es hier gehen soll: „Casablanca Feeling“ aus der „The Blender’s Pride“-Serie.


Obwohl sich Hans’ Aromaten sehr gut verkaufen, ist über sie im Netz wenig zu finden. Das wundert auch nicht, weil seine naturnahen Mischungen wahre Schätze auf dem deutschen Markt sind, die entsprechend und zurecht hoch besungen werden. Aber: Aromaten kann er auch! Und wie! Der „Casablanca Feeling“ ist ein ready rubbed Virginia Flake, mittelbraun - so weit, so unaufregend, aber halt: kein Cavendish? Sympathisch! Und es lässt darauf schließen, dass der Tabak nicht „nur“ Aromaträger ist. Aromatisiert ist er (laut Hersteller) mit Kräutern und Hickory Nuss.


Schon beim ersten Öffnen der Dose und den wohligen ersten Schnupperzügen wird klar: Der Tabak und das Aroma sind Teamplayer! Obwohl man im ersten Moment überrascht ist von der Süße des Bouquets, kommt direkt hinterdrein eine Ahnung von zitrusartiger Herbe, als ob man Nussschale mit einem Tröpfchen sizilianischem Zitronensaft vermischt hat. Und ganz hinten: Virginia, also: Heu! In diesem Fall eher „neues“ Heu, frisch geschnitten. Lecker! Er lässt sich problemlos stopfen - vorzugsweise in mindestens mittelgroßen Pfeifenköpfen. Das Anzünden braucht 2-3 Versuche, dann glimmt er gleichmäßig und sanft durch, zurück bleibt mittelgraue Asche.

Das Raucherlebnis ist - wie die Raumnote auch - total eins mit dem, was man vorher aus der Dose erschnüffelt hat. Selten habe ich es erlebt, dass das Erlebnis auf der Zunge und die Raumnote dem bei der Geruchsprobe versprochenen Erlebnis so einhergeht! Man schmeckt alles: Virginia, Nuss, Kräuter, Zitrus, Süße! Und das bis zum letzten Krümel (wobei ich zugeben muss, dass ich einer von denen bin, die die Füllungen meist nur bis zum letzten Viertel herunter rauchen). Dieser Tabak ist aus meiner Tabakbar nicht mehr wegzudenken, weil er für mich alles hat, was ein „sicherer Hafen“ braucht.

Fazit: Ein extrem gut ausgewogener Aromat, vor dem auch die Jünger der naturnahen Tabake nicht zurückschrecken sollten.



Gastautor: Gunnar Persicke

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