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Sonntag, 1. November 2015

H.U.-Tobacco - Asmara

Asmara liegt nicht nur auf 2300 Metern Höhe und ist die Hauptstadt Eritreas, sondern auch der neue Blend, den Hans Wiedemann in seiner "foundation by Musico"-Reihe präsentiert... und Hans bleibt sich treu, mit dieser Neuerscheinung. Mainstream machen andere, H.U. Tobacco entwickelt sich immer mehr zur seelenvollen Schmiede ganz besonderer Pfeifenkräuter.


Helle und rote Virginias, Perique, eine Prise Latakia, ergänzt von besonderen Orients. Liest sich so einfach... und ist doch so komplex. Schon der Hinweis im Dosentext "...if gently smoked..." ist bedeutender, als man vermuten sollte. Öffnet man die Dose, erblickt man einen vorwiegend freundlich hellen und fein geschnittenen Ribbon-Cut. Die erste Duftprobe fällt für mich aber enttäuschend aus. Der "Hint of Latakia" hat erstaunlich deutlich sein Revier markiert. Ich weiß nicht, was ich zu riechen erhofft habe, da ich aber nun nicht wirklich ein Freund von "Big L" bin, erschreckt mich seine übermäßige Präsenz ein wenig. Das war's... ich schicke ihn weiter und wende mich eher "meinen" Kräutern zu, oder...? Nun, wäre es nur ein weiterer Latakia-Mix, hätte man sich mit seiner Erschaffung wohl nicht so viel Mühe gegeben... und Tabak soll ja eher schmecken, als passend riechen.


Gewöhnlich brauche ich vier bis fünf Füllungen, bis ich weiß, ob und wie mir ein Tabak schmeckt. Im Falle „Asmara“ keine Chance. Mit und ohne Filter, Bruyere, Meerschaum, Ton, kleine und große Köpfe... auch die zehnte Füllung ließ mich noch nicht wirklich durchblicken. Schnell war klar, dass der Hinweis auf der Dose berechtigt ist. Je sanfter man den „Asmara“ raucht, desto mehr Farbtöne gibt er preis. Selten war der Begriff "subtil" passender als hier. Ein wenig, wie ein Chamäleon... immer neue, schillernd bunte Nuancen, die sehr vom Rauchstil und den Pfeifenbegebenheiten abhängen. Sanft, dann wieder ein wenig rauchig, leicht ätherisch, spritzig, dann wieder eher erdig, würzig und trotzdem wunderbar mild... spannend, fürwahr... aber...


Doch dieses "aber"gilt nur für mich und für Leute, denen Latakia kaum homöopathisch genug dosiert sein kann. Immer öfter ertappte ich mich bei dem Wunsch, der Latakia möge ein wenig beiseite treten, damit man das ganze Panorama dieses Tabaks wirklich erblicken kann. Mir stand und steht er einfach zu raumfüllend im Weg... und das sogar im wahrsten Sinn des Wortes.

Gelingt mir trotzdem ein Fazit? Ganz sicher, denn ich ziehe den Hut vor einem, extrem extravaganten und komplexen Blend, der in jedem Tabakfaden die Liebe seiner Entwickler trägt und mit absoluter Unverwechselbarkeit punktet. Für Freunde der ganz besonderen Latakiamischungen eine Fünf-Sterne-Empfehlung. Ich bin ein gutes Stück mit dem „Asmara“ gegangen, habe versucht, ihn zu verstehen. Gewissenhaft und sorgfältig. Doch hier, an der Kreuzung, wo ich Richtung "Nashville County", "Director`s Cut" und "Louisiana Broken" abbiegen kann, trennen sich unsere Wege. Ich bin halt woanders zuhause. Es war aber spannend und geschmacklich sehr reizvoll, Dich ein Stück begleitet zu haben, ehrenwerter „Asmara“! Die Fans werden Dich lieben... gute Reise und viele neue Freunde wünsche ich Dir!


Ihr Ralligruftie

Autor: Ralf Dings

1 Kommentar:

  1. Sali Ralf
    Wie ich sehe führt Dein Weg zwischendurch in die englische Richtung. :) Da ich ein Freund von herberen Mixturen bin, könnte mir der Asmara gefallen. Vielleicht werde ich mir mal eine Dose bei HU-Tabacco besorgen, oder hast Du Deine noch? Was ich Dir aber für den zwischenzeitlichen Sprung in die "englische" Ecke empfehlen könnte, ist die "Robert Lewis Tree Mixture"; erhältlich bei HU-Tabacco. Es ist eine Mixture mit höherem Anteil Orient und einer kleineren Menge Latakia, der beim geniessen nicht gleich den Tenor durchgibt und eine dezente süsse durchziehen lässt. Es ist ein krautig-holziges Aroma, was mir speziell gefällt. Vielleicht könnte der Dir passen. Ich habe noch ein wenig davon herumliegen. Wenn Du eine Probe haben möchtest, nur sagen gele :)
    Lg aus der Schweiz, Mänu (gram)

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