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Mittwoch, 25. November 2015

Cornell & Diehl - Shandygaff

Viele Meilen vom Mainstream-Highway, auf dem die modernen, bis zur Unkenntlichkeit abgerundeten Pfeifentabake unerkannt vorüber rauschen, steht im Hinterland von Pigeon Forge (oder war es Hixson?) ein altes, kleines Farmhaus in den grünen Weiten von Tennessee. Direkt vor der hölzernen Veranda parkt ein rostroter, beuliger Chevy Apache, daneben döst ein American Bloodhound in der milden Sonne, zu entspannt, um zu bellen. Die sanfte Brise trägt den fein-süßen Duft blühender Tabakpflanzen von den Feldern herüber, ein alter Massey-Fergusson tuckert am weiß lackierten Tor vorbei und pufft graue Dieselwolken in den strahlend blauen Himmel. Dies ist das Zuhause von Mr. Shandygaff. Mr. Shandygaff hat ein stolzes Alter erreicht, die Last der Jahre haben seinen Rücken gekrümmt, doch auf den Lippen trägt er immer noch sein jugendlich-verschmitztes Lächeln. Das er noch so fit ist, sagt er, läge an den guten Genen.


Sein Vater, ein Burley reinsten Wassers. Kraftvoll, nussig, voll und rund. Seine Mama eine Perique-Schönheit aus dem tiefen Süden Louisianas, dunkel, spritzig, würzig-fruchtig. Der Großvater stammte ursprünglich aus dem osmanischen Reich... und diese ätherische, sanftwürzige Frische mit orientalischem Einfluss ist Mr. Shandygaff bis heute deutlich anzumerken. Dazu kommt ein leicht salziges Aroma und feine Noten von Ingwer, die man aber erst bemerkt, wenn man sich intensiver mit dem alten Herren befasst. Kräftig ist er, trotz des Alters... und offen und ehrlich zu allen Freunden. Die sind zwar nicht sehr zahlreich, aber gut und treu.


Schon eine gefühlte Ewigkeit arbeitet er für Cornell & Diehl und vorher schon für die Atlas Tobacco Blending... das prägte seinen knorrigen Charakter. Ein grundehrlicher Typ mit rauen Ecken und Kanten, doch er bringt dabei so viel Tiefe und ehrlich empfundenes Traditionsbewusstsein herüber, dass er die faszinieren kann, die auf der Suche nach purer Empfindung sind. Genießen Sie ihn bei einem frischen, starken Kaffee und tauschen Sie sich mit ihm über die Jahrhunderte amerikanischen Tabakanbaus aus... vergnügliche Stunden sind garantiert. Sprechen Sie ihn aber nicht auf die modernen Entwicklungen an, auf die Unverbindlichkeit und Masseneignung seiner jungen Kollegen. Dann entfährt ihm, zwischen zwei kräftigen Schlückchen "Jacky", nur ein geknurrtes "BULLSHIT" und sogar der Bloodhound hebt den Kopf!

Also, besuchen Sie Mr. Shandygaff in seinem gemütlichen Zuhause. Trauen Sie sich, er wird sich freuen... auch, wenn man es ihm nicht so anmerkt. Erleben Sie ihn und lauschen Sie seinen Geschichten aus der alten Zeit... wo viele Dinge noch gut waren... und eigenständig!


Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Kann es sein, dass Old Joe Krantz sein Nachbar ist? ;-)

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    1. Ja, der wohnt direkt nebenan. Danke für die augenzwinkernde Ergänzung!
      Lieben Gruß, Ralf

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  2. Ich glaube, dass war die erste Tabak-Vorstellung in diesem Blog die ich mir sogar als Kinofilm angesehen hätte...

    Schöner Artikel.

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