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Montag, 28. September 2015

Samuel Gawith - Bothy Flake

Soooo neu ist er nun auch nicht mehr, der „Neue“ aus dem Hause Samuel Gawith. Immer mal wieder zwischendurch präsentieren uns die Macher aus den Lakelands in England einen neuen Tabak in der typisch quadratischen Dose, selten rufen sie bei mir den sog. „Haben-Wollen-Reflex“ aus. Das mag aber u.a. daran liegen, dass mich solche Wunderkräuter wie der „Best Brown Flake“, aber auch der „Full Virginia Flake“, noch immer begeistern. Zumindest, wenn sie ausreichend abgetrocknet sind.

Die Lieferungen der jüngsten Vergangenheit stellten sich leider als der Inbegriff eines Feuchtigkeitsbehälters heraus, unmittelbar nach dem Öffnen leider so gut wie unanzündbar. Und wenn dann die Flakescheiben auch noch zu dick sind, dann passiert genau das, was der passionierte Pfeifenraucher für gewöhnlich nicht möchte. Nämlich sich ärgern. Also bedarf es eben eines besonders guten Geschmacks, wenn man sich einen Samuel Gawith gönnt, der zudem die 12-Euro-Marke längst überschritten hat. Das, was sich auf der Zunge offenbart, ist immer noch das entscheidende Argument. Sozusagen die höchste Hürde, die ein Tabak im Zuge der nicht wenigen Neuerscheinungen überspringen muss.


Und so komme ich nun endlich zum „Bothy Flake“, der seit einigen Monaten in den Regalen steht. Ein Virginia mit etwas Latakia, der uns suggerieren soll, dass wir bei typisch schottischen, rauen Winden in einer Schutzhütte unter kommen und gemütlich mit einer Pfeifenfüllung, voll mit sensationellen Grundtabaken und einem dezenten Highland-Whisky-Flavour, auf besseres Wetter warten. Ich nehme es vorweg, der „Bothy Flake“ ist kein Aromat. Es mag sein, dass das „Whisky-Topping“ der Abrundung dient, mehr aber auch nicht.


Bereits beim Öffnen der Dose, nach dem Plopp, weiß man zu 100 %, dass es sich um einen Samuel Gawith handelt. Ein unverkennbarer Stallgeruch, ein Alleinstellungsmerkmal in der Tabakindustrie. Der Latakia scheint nur geringfügig beigemischt zu sein, denn alte Socken findet man in keinem Winkel der Dose. Dem Geruch nach eindeutig ein Virginia, der aber erst einmal geraucht werden soll, um einen stichhaltigen Eindruck zu gewinnen.

Hat man die Nässe und Dickwandigkeit der Flakescheiben überwunden, ja, das Stopfen einer Pfeife kann so seine Tücken haben, dann merkt man, dass dieser Virginia nicht mit einer überbordenden Süße trumpft. Entweder ist es der Latakia, der dem Tabak die erdige Bodenständigkeit verleiht, oder die gesamte Verarbeitung des Virginias hat hier einen etwas anderen Verlauf genommen. Es muss eine Kunst sein, den Latakia so in die Mischung einzubringen, dass sich selbst bei mir, der diesem Würztabak für gewöhnlich gar nichts abgewinnen kann, ordentlich Sympathie breit macht. Ich mag das, insbesondere jetzt im Herbst. Habe ich bei Mac Barens „Latakia Blend“, diesen Coins, eine Spur mehr an Latakia vermisst, so finde ich ihn im „Bothy Flake“ sehr wohlwollend dosiert. Er ist und bleibt ein Virginia und mutiert nicht zur Stinkbombe.

Der Lakelander ist für gewöhnlich kein Leichtgewicht, Nikotin ist zumeist ausreichend vorhanden. So auch hier, was für gewöhnlich ein zünftiges Sättigungsgefühl mit sich bringt. Deswegen ist der „Bothy Flake“ auch nicht das, was man schlicht als Allday-Smoke bezeichnet. Nein, er ist ein Tabak für Virginia-Fans, die in manchen Momenten auf etwas natürliche Süße verzichten möchten und sich einen Touch von Rauchigkeit wünschen. Für die, und zwar nur für die, lohnt sich der „Bothy Flake“. Latakia-Fans, die sich für gewöhnlich an den englischen Dunhill-Tabaken ergötzen, können sich den Kampf gegen die Nässe und die Sperrigkeit des geschnitten Tabaks ersparen. Sie werden damit nicht glücklich. Für alle anderen gilt, den „Bothy Flake“ einfach zu probieren!




Autor: Ralf Ruhenstroth

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