Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Montag, 1. Juni 2015

Die Pfeifenhaie!

Man könnte diese Zeilen als PS zu meiner letzten Kolumne sehen... und als Ergebnis nachträglich gründlichen Nachdenkens. Vielleicht sehe ich auch Gespenster. Teilen möchte ich meine Überlegungen trotzdem mit Ihnen.

Das bereits im letzten Jahr professionelle Wiederverkäufer über die Messen in Lohmar und Speyer strichen, konnte man mit zusammen gekniffenen Augen noch übersehen... aus Angst vor einer drohenden Gefahr. DAS funktionierte am 2. Mai in Lohmar nicht mehr. Da stolzierte der russische Chef von "Pipesart" wie ein Oligarch durch die Reihen, unterstützt und dekoriert durch eine übersetzende Dame und kaufte Pfeifen auf, was das Zeug hielt.


Mancher Macher roch den Braten schnell und verkaufte wenigstens zu den ausgestellten Preisen. Andere waren vom imposanten Auftreten des Mannes (er muss daheim einen großen Spiegel zum üben haben!) so überfahren, dass sie sich preislich in die Knie zwingen ließen... und sich jetzt verwundert die Augen reiben werden, wenn sie ihre Pfeifen zu horrenden Summen auf der Seite von "Pipesart" wieder finden. Tja, liebe Leute... so läuft das Leben. Haben wir ernsthaft geglaubt, unsere schöne, gemütliche Familienmesse würde von diesen geldgierigen Raubfischen verschont?


Man möchte Volker Bier so gern vor dem Einfluss dieser Entwicklung warnen... aber WIE DENN? Was soll man tun, was kann man tun? Nichts! Einmal ist Volker klug genug, diese Entwicklung längst bemerkt zu haben, und zum Zweiten hat er keine Handhabe. Solchen Leuten den Zugang zur Messe verweigern? Aufgrund welcher rechtlichen Grundlage? Selbst, wenn das gelänge... es gibt Dutzende williger Strohmänner, die man im Auftrag losschicken kann, um die Gutgläubigkeit und Unsicherheit vieler Macher bis zum Äußersten auszunutzen... und die Macher, die nach dem Motto "Hauptsache verkauft" da fröhlich mitspielen, sollten überlegen, wer auf dem Ast sitzt, den sie da langfristig absägen!


Die Wirkung dieses skrupellosen und geldgeilen Verhaltens wird nicht lange auf sich warten lassen. Der private Pfeifenfreund und Messebesucher ist nicht dumm genug, um sie nicht rasch und verärgert zu bemerken. Die besonderen Stücke sind ruck-zuck weg, weil irgendein Russe mit Geld um sich wirft, wie Nikolaus mit den Nüssen. Schneller sein? Das wird schwierig, weil diese Leute immer früher kommen, je mehr Beute sie wittern... und den Ausstellern quasi die Stücke vom Tisch grapschen, kaum, dass sie dort liegen.

Das führt früher oder später zur frustrierenden Erkenntnis, dass es sich eigentlich nicht mehr lohnt, als Privatmann u.U. lange Strecken zu fahren, weil eh vor Ort schon alles von Profis abgegrast wurde. Das Interesse lässt nach und damit auch der Spaß. Sind wir doch ehrlich. Wir fahren fast alle nicht nur zum Treffen mit Gleichgesinnten, sondern auch in der Hoffnung, vor Ort ein feines, originelles und noch bezahlbares Pfeifchen zu finden.


Ist die Stimmung von den verantwortlichen Abzockern erst einmal ordentlich gedrückt worden, geht vieles kaputt, das mühsam durch die Jahre aufgebaut wurde. Den Aufkäufern ist das wurscht. Sie beißen so lange die besten Stücke aus einer solchen Veranstaltung, wie es geht. Wenn sie genug Schaden angerichtet haben, Angebot und Attraktivität nichts mehr hergeben, ziehen sie einfach weiter. Da sich solche Leute einen Dreck um die Szene scheren, dürfte es auch recht schwierig sein, ihnen mit Moral und Fairness zu kommen. Das sind zumeist Vokabeln, die im Wortschatz dieser Menschen nicht vorkommen. Gäbe es den Fehdehandschuh noch, so würde ich ihn dem Oligarchen mit Freude vor die Füße werfen. Für mich sind solche Leute Parasiten, die sich an dem nähren, was andere Menschen mit viel Engagement und Liebe zur Sache geschaffen haben... wie im täglichen, richtigen Leben!

Schlimm ist, dass man es sieht und miterlebt... so, wie jetzt in Lohmar und sicher auch bald in Speyer... und nichts an dieser bösen Entwicklung ändern kann. Ja... es macht mich wütend.... sehr sogar. Es zu erleben... und noch mehr, darüber zu schreiben. Ursprünglich wollte ich mich zurück halten... so, wie es in der Kolumne zu lesen ist. Ernsthaftes Nachdenken hat mich aber davon überzeugt, dass man diese Vorgänge nicht auf die leichte Schulter nehmen darf - auch, wenn man nichts tun kann, außer sie klar anzusprechen!

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Hallo Ralf,
    Pfeifenbauer dürften über diese Entwicklung nicht so wahnsinnig traurig sein. Zumindest nicht alle. Wenn ich Ware anbiete und jemand kauft mir den Tisch leer, hat sich die Schinderei in der Werkstatt wenigstens gelohnt. Für uns Sammler ist das freilich nicht so schön, klar. Da Happenings wie Lohmar auch im World-Wide! Web stattfinden, bleiben sie nicht lange bloße Familientreffen. Wen wunderts. Hat da nicht mal ein junges Mädchen via Facebook ... zur Geburtstagsfeier ...? Tja, das liebe Internet.
    Ich jedenfalls freue mich wieder über Deinen nächsten handfesten Beitrag über Tabak und Pfeife, in dem russische Geldbörsen nicht so wichtig sind. Die lese ich nämlich viiel lieber! :-)
    Gruß, Georg

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Georg,
      ich habe fertig zu diesem Thema. Es geh jetzt "handfest" weiter.:-)
      Lieben Gruß, RALF

      Löschen
  2. Was man tun hätte können ist den „Oligarchen“ anschreiben und ihm die Sachlage klarmachen (Familientreffen für die Szene) mit der bitte sich doch mit den Pfeifenmachern direkt in Verbindung zu setzen anstatt die Veranstaltung zu „plündern“.

    *Falls dies vom Veranstalter (!) gewünscht wäre.

    Aber das ist natürlich nun aufgrund der Wortwahl in diesem Artikel verunmöglicht worden.

    AntwortenLöschen
  3. Diese Wortwahl ist die Quintessenz einiger Gespräche und der Meinung eines einzelnen Pfeifenrauchers, der sich von solcher Art Blauäugigkeit längst verabschiedet hat.

    AntwortenLöschen
  4. Stimmt einen zornig. Man kann schon etwas machen und zwar die Leute darüber aufklären wie dieses Unternehmen ihre Geschäfte betreibt ( was du ja mit diesem Artikel getan hast). Man müsste das noch mehr publik machen. Grüße Sven

    AntwortenLöschen
  5. Die Geldmacherei schlägt wohl in jedem Hobby, und jeder Sammelleidenschaft irgendwie ein. Auch wenn man dies sicher nicht frohen Mutes sieht, und Menschen ohne Herz am Hobby die besten Sachen wegkaufen, so ist das irgendwie auch ein Zeichen das die Pfeife bekannter, akzeptierter in der Gesellschaft wird.

    Beim Whisky ist es ja ähnlich, und auch bei vielen anderen Sachen.

    Ich denke das das Begleiterscheinungen sind gegen die man wenig unternehmen kann. Im Meer sind noch genug andere Fische :-)

    Friesische Grüße
    Jens

    AntwortenLöschen
  6. Also, ganz ehrlich, ich kann nichts Negatives daran finden, dass jemand auf einer Pfeifenmesse Pfeifen kauft. Auch nicht daran, dass er sie danach mit Gewinn verkauft ... Wo liegt das Problem? Dass er Ausländer ist? Dass er Russe ist? Dass er vermögend ist? dass er Oligarch ist (sicher?), dass er Gazprom Aktien hat? Kaviar isst, Vodka trinkt? Pelzmütze und Hermelinmantel trägt? Na denn Prost .. oder nein, nastrovje!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Servus Alexander, wie immer hast Du im "Urlauber-Stil" treffend kommentiert. Ich habe gestern in der Runde vorm Landhaus von diesem Bericht gehört, ihn gelesen und zunächst an eine verunglückte Satire oder verfehlte Ironie geglaubt. Als ich aber dann erkannte, was da mit brachialer und wirklich dummer Wortwahl aufgetischt ist, stelle ich fest, daß der vor nicht ganz 250 Jahren gebräuchliche Begriff der "Nicht-Satisfikationsfähigkeit" scheinbar wieder fröhliche Urstände feiert und halte es mit Boethius, aber in der richtigen Verwendung. Nur wer vermutlich nie über seinen Gartenzaun geblickt hat, kann so verachtend und unwürdig über Mitmenschen schreiben. Der redet wahrscheinlich auch so. Wir sehen uns im Forum.
      Grüße Bodo I.

      Löschen
  7. Mir scheint dieser Kommentar relativ harsch und aggressiv im Ton zu sein. Ich bin mir nicht sicher, ob er nicht auch von der allgemein russophoben Stimmung in Medien und Politik getragen ist. Mit dieser Gehässigkeit lassen sich etwaige Probleme und Missverständnisse bzw. als negativ empfundenes Verhalten mit Sicherheit nicht aus der Welt schaffen.

    AntwortenLöschen
  8. Guten Tag Herr Dings,
    blauäugig kann man Ihren "Bericht" nicht nennen, da steht eine Naivität vor, die nicht verwunderlich ist, wenn ich mir so einige Ihrer Einlassungen durchlese. Eine Messe ist kein Familienfest, wie Sie es reichlich verbrämt vermitteln wollen. Wer dort ausstellt, Zeit und Kosten aufwendet, der will (muß?) verkaufen. Und das möglichst viel und gerne auch schnell. Die Verweigerung, an Wiederverkäufer zu veräußern, wäre außerdem rechtswidrig. Was also soll ein solch weltfremdes und völlig fehlplatziertes, laienhaftes Lamento? Von den ein, zwei Pfeiflein, die Sie erworben haben, kann weder ein Hersteller noch ein Händler leben. Wenn es Ihnen nur um ein gemütliches Treffen von Pfeife und Tabak Rauchenden geht, veranstalten Sie doch eine Tagesfahrt an die Mosel oder ein grillbegleitetes Wochenende auf einem Campingplatz an der Sieg, im Weserbergland, im Hunsrück oder in der Eifel, alternativ verbunden mit einer privaten Tauschbörse. Eine Attraktivität für böse, völlig verkapitalisierte Schlechtmenschen aus Russland und China ist garantiert ausgeschlossen.
    Grüße aus München und ohne Verwunderung über so manche "literarischen" Ausschüttungen, Bodo Falkenried

    AntwortenLöschen
  9. Schnell. Beeilung. Alle Frauen, Kinder und Pfeifen in den Keller. Die Russen kommen!

    AntwortenLöschen
  10. 9 Pfeifen hat der böse Russe gekauft! 9 Stück! Boah! Zum Glück gibt's die Nato Ost Erweiterung! So langsam dreht der liebe Herr der seinen Vornamen stets in Großbuchstaben schreibt total ab

    AntwortenLöschen