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Montag, 11. Mai 2015

Pfeifenmacher: Volker Hahn

Warum ich erst so spät auf Volker Hahn aufmerksam wurde, kann ich mir selber nicht so recht erklären. Immerhin ist der sympathische, norddeutsche Ingenieur – er ist an der Plöner Seenplatte zu Hause – schon seit Ende der 70er Jahre als Hobby-Pfeifenmacher aktiv. Wahrscheinlich liegt es an der Tatsache, dass er nicht viel Wirbel um sich selber macht und bis vor ein paar Jahren nur sehr wenige Pfeifen pro Jahr verkaufte. Denn bis dahin stellte Volker Hahn, der sich das Pfeifenmachen autodidaktisch beigebracht hat, all seine Pfeifen komplett manuell her (er nutze nur eine Bohrmaschine zum Bohren und Schleifen). Erst seit kürzerem nennt er eine Drehbank sein eigen und konnte so die Menge an gefertigten Pfeifen ein wenig erhöhen. Aber an einer ungewöhnlichen Fertigungsmethode hält er immer noch fest: Wenn es das Wetter zulässt, verlagert er Bereiche seiner Werkstatt in den Garten. So kann man mit Fug und Recht von einem frischen Wind in der Pfeifenmacherszene sprechen.

Copyright: Volker Hahn


Seine Shapes sind meist klassisch, nur selten sind ausgefallene Freehand-Formen wie die Pickaxe oder Nautilus dabei. Trotzdem haben die mit „V. Hahn DE“ gestempelten Pfeifen einen unverkennbaren Stil, es ist eine gelungene Mischung aus bodenständig und elegant. Seine besondere Vorliebe gilt übrigens den Vulcanos in verschiedenen Variationen. Die meisten seiner Pfeifen sind 9 mm-gefiltert und haben ein gut mittleres Füllvolumen, aber es gibt auch immer wieder Exemplare ohne Filter und mit größeren Brennräumen auf seiner Webseite. Die Mundstücke sind aus Ebonit oder Acryl und seit der Anschaffung der Drehmaschine meist handgefertigt. Und wenn man das eine oder andere lieber mag, so kann man natürlich diese Vorlieben bei ihm äußern und so zu seiner Wunschpfeife kommen.

Die Verarbeitungsqualität der Pfeifen ist gut, die Bohrungen sitzen perfekt und man merkt, dass viel Arbeit und Liebe im Finish stecken. Eine Gradierung gibt es bei ihm nicht, man sucht sich die Pfeife mit Hilfe der gut gemachten Fotos aus. Die Rauchbarkeit steht der Verarbeitung in nichts nach, meine vier Pfeifen von Volker Hahn lassen sich alle hervorragend rauchen.

Volker Hahn gibt seinen Pfeifen keine wohlklingenden Marketing-Namen sondern nummeriert sie einfach durch, zur Zeit dieses Berichtes ist er bei Nr. 315. Nicht viel für über 35 Jahre – aber es ist eben auch seine Passion und kein kommerzielles Unternehmen. Dies merkt man nicht nur an seinem einfachen Webauftritt, sondern auch an den sehr bodenständigen Preisen. Wer sich eine etwas bessere Serienpfeife für um die 150,- Euro leisten kann, kann hier für das gleiche Geld zu einem wirklich individuellen Stück von einem Pfeifenmacher kommen.



Man merkt mir sicherlich an, dass Volker Hahn für mich nicht irgendwer ist – mich begeistert seine Liebe zum Pfeifenbau, die klaren Linien seiner Pfeifen und seine freundliche, unkomplizierte Art. Wenn ich einen Vergleich zu einem anderen Pfeifenmacher ziehen sollte, so würde mir spontan der leider bereits verstorbene Eckhard Seemann (der „Piepenmoker“) einfallen – vielleicht ist der Norden einfach geschaffen für solche Charaktere.







Euer „Genussfan“ Uwe




Autor: Uwe Kloth

Kommentare:

  1. Hallo Uwe,

    schöner Bericht über Volker Hahn, dem ich 100% zustimme.
    Meine beiden Pfeifen von Volker sind auch erstklassige "Rauchgeräte", die ich nicht mehr missen möchte.

    Danke und viele Grüße
    Michael

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  2. Volker Hahn ist für mich der König der Vulcano. Keiner stellt so tolle Pfeifen dieses Shapes her. Eine Pfeife von Volker Hahn steht schon seit langem auf meiner Liste!

    Liebe Grüße,
    Felix

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  3. Tschau Uwe
    Die Volker Hahn Pfeifen sind stilvoll.
    Werde mir seinen Namen merken.
    Herzlichen Dank für die Vorstellung.
    Liebe Grüße
    Reto

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