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Montag, 18. Mai 2015

HU-Tobacco - Hadde's Best Irish

Keine Sorge, es geht nicht schon wieder los. Der Unterschied zwischen Aromaten und aromatischen Tabaken muss hier sicher nicht noch einmal erklärt werden. Zudem gelänge es sicher auch keinem Aromaten, in meine Top Ten einzuschlagen, wie der vermeintliche Meteorit in die tunguskische Steppe. Geschaffen wurde dieser Meteorit nicht vom Urknall, sondern von Hans Wiedemann. Wobei Hans ja auch so eine Art Urknall in der deutschen Pfeifentabak-Szene darstellt! Die Beschreibung auf der HU-Seite fand ich (wie bei anderen HU`s auch) ein wenig kryptisch. Daher schlich ich einige Zeit um dieses Kraut, wie die Katze um die heiße Milch.

"...eine Versuchung für Aroma-Liebhaber wie auch für Anhänger des naturbelassenen Tabaks mit Lust auf kleine Naschereien." Das ist schon eine sehr "politische" Umschreibung, die eine Menge Spielraum für Interpretationen lässt. Sie wird ,auch nach meiner Meinung, dem Tabak nicht gerecht. Als der liebe Helmut mir eine großzügige Probe des "Hadde`s" schickte, wollte ich zunächst gar nicht glauben, dass es sich um den beschriebenen Tabak handelt.


Da Lohmar vor der Tür stand, besorgte ich mir dort ein eigenes Döschen... bereits angefixt und willens, die ausgiebigen Tests fortzusetzen. Ich fürchte, damit habe ich selbst die Tore zur Abhängigkeit geöffnet. Sofort nach Aufdrehen des Deckels hat man diesen feinen, parfumartigen Blumenduft in der Nase. Aha... das "Casing irischer Prägung", welches ich so liebe, ohne es erklären zu können. Danach kommt Tabak, nichts als Tabak... und das ist gut so. Keine Wölkchen aus angedrohter Mandel-und Honig-Aromatisierung... das kommt später. Dafür gibt es dunkle, reife Erdigkeit und aromatische Süße. Das nenne ich Duft! Der Meteorit setzt sich zusammen aus verschiedenen Virginias, einem satten "Schlag" Perique und Dark Fired Kentucky zur Abrundung. Das die Tabake vom Feinsten sind, muss man bei HU nicht betonen. Das Ganze präsentiert sich im (von mir ebenfalls bevorzugten) Broken Flake Format. Diesen Tabak KANN ich nur lieben.


Um jetzt aus dem rauhen Brocken die Rundungen eines Billiard-Balls zu formen, setzt Hans etwas Mandel- und Honig-Aroma zu... und zur Politur das zarte Blumen-Bouquet. Was? Das entwickelt sich zur haltlosen Schwärmerei? Na und? Tabak-Reviews sind zu 100% subjektiv, schon vergessen? Ich kann bei diesem Kraut einfach nicht anders! Die ersten Züge halten, was die Nasenprobe verspricht. Kernig-volles Tabakaroma, untermalt von fein-süßer Note und unaufdringlich-blumigem, irischem Charakter. Gerade die Zurückhaltung in der Geranium-Beigabe sorgt für die Harmonie. Stets präsent, aber nie aufdringlich bleibt so Raum zur kompletten Entfaltung ohne "pure Ireland-Stempel". Dabei bleibt der „Hadde's“ immer entspannt, sanft, samtig. Keine Spitzen, keine Nervigkeiten. Mittelkräftig mit reifer Milde überfordert er zu keinem Zeitpunkt. Einmal sorgfältig entzündet, glimmt er ruhig und gleichmäßig und so sollte er auch geraucht werden, wenn Sie seinen ganzen Strauß an Aromen genießen wollen. Selbst mehrfaches Ausgehen und erneutes Anzünden nimmt er gelassen hin und schenkt einen wirklich besonderen Genuss über die ganze Füllung.


Ideal für jedermann? Nein, sicher nicht... Sie sollten schon einen Hang zur floralen, ätherischen Note haben... sonst wird das nichts. Gar nichts zu meckern, also? Na ja... ich fand die alten Dosen, mit Blechdeckel und stilvollem Etikett samt Portrait schon schöner. Doch, die andere Verpackung wird Gründe haben und letztlich kommt es ja darauf an, was DRIN ist. Der „Hadde's“ hat jedenfalls bei mir einen festen Platz erobert... im Tabak-Schrank und im Herzen. Den dürfte es, wegen mir, auch gern im Ein-Kilo-Eimer geben... dann aber wieder mit „Hadde's“-Portrait!
Tabak: Frisch geöffnet, aus laufender Produktion, nicht nach getrocknet.
Pfeifen:
Kai Nielsen Fullbent, Crown 8-Panel-Podge, Kriswill Billard ("Eumel") alle 9 mm gefiltert (Dr. Perl)
Davorin Denovic Disco, Mimoto Cutty, Maike Nautilus alle ungefiltert.


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

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