Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Dienstag, 7. April 2015

Mac Baren - Golden Blend

Ich schaue auf das Pouch und frage mich, was dieses Kraut eigentlich getan hat? In einer Neuverfilmung von " The invisible man" könnte der „Golden Blend“ locker die Rolle von Claude Rains übernehmen. Kaum einer sieht ihn, kaum einer erwähnt ihn... selbst hier, wo man mittlerweile 24 (!) Mac Baren-Reviews nachlesen kann, findet er nicht statt - bis jetzt!

Dabei darf man ohne Übertreibung sagen, dass es sich bei dem „Golden Blend“ um ein Tabakjuwel handelt. Der Löwenanteil besteht aus Burley, nur unterstützt durch eine Prise Virginia und ein minimal zu erschmeckendes, unterstützendes Casing... und das noch als Ready Rubbed! Wissen Sie, wie lange man da an vergleichbaren Tabaken sucht?


Er lässt sich mühelos in jede Größe an Pfeifen einbringen, er glimmt problemlos vor sich hin und wird nur zickig, wenn er heiß geraucht wird. Was will man mehr? Nun, Geschmack natürlich. Hier trumpft der Burley richtig auf. Echt, erdig, mit ausgeprägter Kakao-Note, einem Hauch Honig und nussigem Unterton.

Dabei ist der „Golden Blend“ lange nicht so süß, wie man es von Broken Flakes auf Virginiabasis kennt... und gerade deshalb ein Genuss, den sich die Fans naturnaher Mischungen nicht entgehen lassen sollten. Voller, samtiger Rauch, stimmig und rund, wie man es sich nur wünschen kann. Übrigens auch für Freunde englischer Mischungen einen Versuch wert, die nach einer Ergänzung zu ihren Latakia-Kräutern suchen. Hier ist die perfekte Alternative für Raucher, denen Virginias oft zu süß sind, die es erdiger, satter wollen. Nebenbei ist dieser Tabak kein Leichtgewicht.... auch, wenn er seinen Gehalt an
"Vitamin N" gut zu tarnen weiß.


Da auch das Auge mit raucht, sollte man das appetitliche Tabakbild und die perfekte Dicke und Größe der Tabakstücke nicht unerwähnt lassen. Mac Baren - die können's halt! Bei der Raumnote scheiden sich die Geister. Burleys haben die Eigenart, ziemlich schwer und füllend in der Luft zu liegen. Doch, jetzt kommen ja wieder die Jahreszeiten, in denen es weniger Überwindung kostet, ein Fenster zu öffnen.

Wunderbar ausbalanciert, füllig, rund, delikat, mit herrlicher Würze. Der „Golden Blend“ ist ein perfekt geratener Edelstein für Fans der naturnahen Richtung. Warum er trotzdem hierzulande ein solches Außenseiter-Dasein fristet? Nun, der seit 1954 erhältliche Tabak hat eher amerikanischen Zuschnitt. Für unsere Kollegen jenseits des Atlantik gehören Kräuter mit hohem Burley-Anteil eher zum "täglichen Geschäft". Deswegen ist dieser Mac Baren, der drüben zunächst "Golden Extra" hieß, dort auch ausgesprochen beliebt.


Dann mal los, liebe Freunde echter Tabake. Entdecken Sie den unvergleichlichen Geschmack dieses herrlichen Krauts. Wäre doch gelacht, wenn wir den „Golden Blend“ nicht aus seiner unsichtbaren Ecke bekämen, in der er so lange schon unverdient sitzt! Ich jedenfalls mag ihn von Herzen gern... und das schon seit über zwanzig Jahren.


Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Ich liebe Rallis erste Sätze!! Wenn es noch "Wetten, dass..." gäbe, würde ich wetten, dass ich am ersten Satz eines deutschsprachigen Tabakreviews erkennen kann, ob Ralligruftie drunter steht...

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Ralf,
    danke für die Erinnerung an diesen "alten Kameraden"! Jetzt werd ich ihn mir auch mal holen! :-)
    LG, Jürgen

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Ralf,
    danke für das Review. Habe den Tabak gleich auf die Einkaufsliste gesetzt, da ich gerade auf dem Burley-Trip bin. Hoffentlich geht das Aroma nicht zu sehr in Richtung MB Hausaroma, da kann ich derzeit gar nicht drauf :-(
    LG, Falko

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Ralli,
    das war der Tabak meines Vater, wie er in den 70ern noch Pfeife rauche. Ich habe den Geruch geliebt! Auch die Dose war damals noch sehr interessant, ich habe damit sehr gern gespielt. Mir war der Tabak ein bisschen zu "dünn" und das typische Mac Baren Aroma zu dominant.
    Gruß

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Ralf,

    nein nein, ich erwähnte den "Golden Blend", als es um die Frage ging, welcher Tabak denn zur Tonpfeife (Du erinnerst Dich, der Pfeifenbäcker aus Hilgert?) passen könnte. Jetzt rauche ich ihn allerdings in einer sandgestrahlten Machiavelli Astoria, die ich mir im zarten Alter von 17 geleistet hatte. Das war auch in den 70ern. Wobei ich mich auch an den "norwood" erinnern kann, der war sogar noch einen tacken kakauhaltiger. Den burley gibt es ja leider nicht mehr. Bin einmal gespannt, wie lange sie den "golden blend" noch herstellen. Die 70er hatten was ...

    Kann sich irgendjemand im Blog an "Hickory Hill" erinnern?

    Gruß René

    AntwortenLöschen