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Dienstag, 10. März 2015

McClelland - Old Dog

Vorab gesagt: Dieser Tabak hält nicht, was der Name verspricht. Weder schmeckt er nach altem Hund, noch riecht er so. Dafür muss man bei schlechtem Wetter nicht mit ihm Gassi gehen. Wenn man allerdings einen alten, längst vergessenen Freund mit „Na, du alter Hund“ begrüßt, dann passt der Name. Denn dieser McClelland ist eine Reinkarnation eines alten Ashton-Tabaks, der von 1998 bis 2005 von McClelland produziert wurde.


Beim „Old Dog“ handelt es sich um eine (fast) klassische, englische Mischung aus Latakia und Orienttabak (Xanthie), die zusammen mit Virginia und Black Cavandish gepresst wurden. Das Tabakbild ist ein typischer Ribbon Cut mit kleinen Black Cavendish Stücken, der überwiegend dunkel und mit einigen hellen Streifen durchsetzt ist. Die erste Geruchsprobe lässt einen ordentlichen Latakia-Anteil erkennen und bringt eine deutlich süßliche Note mit. Er kommt – McClelleand untypisch – mit einem perfekten Feuchtigkeitsgehalt aus der Dose und lässt sich absolut problemlos in die Pfeife einbringen und anzünden. Er bäumt sich kaum auf und glimmt sauber runter, wobei sich fast kein Kondensat bildet.


Nach den ersten paar Zügen kommt zu dem Latakia und dem Orienttabak noch die ordentliche Süße vom Virginia und dem Black Cavendish hinzu, und das ganze ergibt einen sehr milden, weichen aber dennoch vollen Geschmack. Mich erinnert er etwas an Dunhill’s „My Micture 965“, wobei der „Old Dog“ sanfter und etwas leichter ist. Mein Favorit bei den englischen Mischungen war bisher der „Early Morning Pipe“, den hat der „Old Dog“ geschmacklich abgelöst, denn dieser Tabak kommt doch ein Stück komplexer und runder herüber, ohne dabei zu stark oder Latakia-lastig zu werden. Leider habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten zu anderen englischen Mischungen von McClelland wie den „Frog Morton“.

In einer filterlosen Pfeife geraucht, bekommt der Tabak nochmals etwas mehr Komplexität, weshalb ich ihn in Zukunft nur noch oFi genießen werde. Für einen Nikotin-Junkie ist der „Old Dog“ aber nichts, das ist der einzige Punkt, wo er nur wenig bietet. Die Raumnote ist sicherlich nicht sehr gesellschaftskonform, hier überwiegt dann doch der Latakia, und der kommt bekannterweise nur selten großen Beifall beim unbeteiligten Publikum.


Bei diesem Tabak muss man sich anstrengen, um ihn nicht ruhig und kühl runter zu rauchen, bis er noch ein bisschen hellgraue Asche zurücklässt. Meiner Meinung wäre das der perfekte Latakia-Blend für Einsteiger, wenn da das Wörtchen „wenn“ nicht wäre. Wenn es ihn nämlich auch zu einem humanen Preis in Deutschland geben würde, so bleibt nur der sehr teure Eigenimport aus den USA oder der Schweiz. Unter normalen Umständen ist dann nämlich der Preis mindestens doppelt so hoch wie für einen Dunhill-Tabak und das lohnt sich dann leider doch nicht mehr...

Euer „Genussfan“


Uwe Kloth

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