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Sonntag, 1. Februar 2015

Roman Peter - Monoy

Sie haben mein Gefasel von milden, englischen Mischungen jetzt erst einmal satt? Sie können einfach nicht nachvollziehen, wieso ein Weichei, wie ich, es so toll findet, wenn Latakia nur in zarten Anklängen und als reiner Würztabak Verwendung findet? Sie sind der Meinung, dass die letzte Bastion richtigen "Männerkrauts" nicht auch noch verweichlicht werden sollte? Soll der Kerl doch anderes Zeug rauchen, wenn er einen satten Engländer nicht verträgt! Ja... ist ja gut... ich hätte da ein Friedensangebot für Sie. Einen Engländer von echtem Schrot und Korn. So reif, rund und kräftig, wie ihn auch Mr. Holmes als Inspiration genossen hätte... und das aus bestem Hause: Roman Peter - guter Tabak!


Heiliges Gewitter! Kaum ist die Dose offen, riecht der ganze Raum wie die Ledersessel in einem Londoner Club... aber nicht unangenehm. Zum vollreif-runden Latakia gesellen sich heuig-süße Töne der Virginias und ein besonders intensiver, ätherisch-duftiger Orient. Eindeutig Vollfettstufe und wenn man den sehr gleichmäßigen und schönen Ribbon-Cut ausreichend bewundert hat, drängt die Neugier zum Auflockern und Stopfen. Was ich jetzt erwartet habe, war eine Art Vollkornbrot mit kernig-rauchigem Schinken und einem doppelten Wacholder zum Verdauen. Also etwas in Richtung westfälischem Frühstück.


Was ich bekam, war goldgelb-saftiger Rührkuchen mit in echtem Rum getränkten Rosinen. Was für ein prachtvoller Genuss. Cremiges, samtenes Aroma herbfruchtiger Art, ergänzt durch eine rauchig-sanfte Note, im steten Wechsel mit vollreifer, ja beinahe praller Süße. Sind da auch sanfte Holznoten bei... und eine kullerrunde Erdigkeit? Ja... und irgendwie noch viel mehr. Doch dieses Orchester an Geschmäckern hat einen perfekten Dirigenten. Keine Misstöne, nichts spielt sich ungebührlich in den Vordergrund. Trotz des ordentlichen Gehaltes keine Wucht, keine Härte... einfach kräftige Harmonie, die einen wirklich ins Schwärmen bringt. Nie hätte ich erwartet, das einmal zu sagen... doch hier sind Filterpfeifen fehl am Platz. Der 9er Dr. Perl nimmt der Abrundung ihre Perfektion und lässt blasse Farbe dort erscheinen, wo der Tabak ohne Filter noch in prächtigen Tönen schillert.


Die ganze Pfeife hindurch bleibt dieses Erlebnis voller Abwechslung und Entdeckungen. Mögen Sie englische Mischungen und suchen sie einen "Festtags-Tabak"? Hier ist er... ein Meisterwerk aus der "Schmiede" von Roman Peter. So was kann man nur mischen, wenn man Tabak liebt. Profane Bemerkungen über das Raumaroma verbieten sich in diesem Fall von selbst. Soll doch weg riechen, wer sich gestört fühlt. Beginner in der englischen Richtung mögen ihn probieren... sollten sich aber darüber klar sein, dass die Bezeichnung "Vollfettstufe" ihre Bewandtnis hat. Fett ist ein Geschmacksträger... und hier hat das Fett ordentlich zu schleppen. Chapeau, Monsieur Peter... ganz großer Wurf!

Tabakzustand: Aus laufender Produktion, frisch geöffnet, keine Nachtrocknung.
Pfeifen: Holmer Knudsen Lovat, 9 mm Dr. Perl Filter, Mimoto London Cutty oFi.

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

1 Kommentar:

  1. Tschau Ralf
    Vor zirka zwei Jahren versuchte ich zum ersten Mal den Country und Zigeuner von Roman Peter. Danach den Fox Cake und den Wood.
    Alle diese Mischungen sind meiner Tabak-Bar nun fest integriert. Roman Peter ist zur Zeit in der Schweiz aus meiner Sicht, der beste Tabak-Blender, der nicht industriell gefertigte Tabakmischungen herstell.
    LG, Reto

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