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Donnerstag, 12. Februar 2015

Flake für Einsteiger - Teil 1: Die Flakepfeife

Oft wird nach der idealen Flakepfeife gefragt... und es gibt unzählige Antworten. Je länger ich mich mit der Frage beschäftige, desto klarer wird mir, dass es eine pauschale Antwort nicht geben kann. Wobei im Folgenden meine ganz persönlichen Ansichten und Erfahrungen zu lesen sind, die keinen Anspruch auf einen „allgemeingültigen Lehrsatz" erheben.

Ja...aber, was ist denn mit der „Flake-Pfanne"? Dazu darf ich vielleicht etwas weiter ausholen und behaupten, dass es eher eine Frage der passenden Maße als der Pfeifenbezeichnung ist, die eine Pfeife zum guten „Flaker" machen. Etwas unprofessionell möchte ich im Weiteren von unter- und überquadratisch sprechen, auf Basis dieses Bildes :


Als nicht wirklich für Flakes geeignet empfinde ich die Shapes, die sehr deutlich überquadratisch sind. Billard, Chimney, Dublin und Co. sind eher bei anderen Schnittarten daheim. Beim Knicken und Falten üblicher Stapellängen gestaltet sich eine gute Füllung solcher Pfeifen schwierig und wird eher zur Glücksache. Wer für gewöhnlich Flakes zerreibt und/oder zerrupft kann natürlich auch solche Shapes mit Flakes beschicken, die Rauchdauer dürfte dann aber in vielen Fällen (zu) sehr ansteigen und kann, da etliche Flakes recht gehaltvoll sind, schnell zu viel werden. Um kurz zu den Flakepfannen zurück zu kehren... da, wo deren Form erheblich übertrieben wird, wie bei dieser Winslow, birgt der extrem unterquadratische Tabakraum andere Tücken.


Eine weite Bohrung (in diesem Fall 22 mm) bedeutet u.U. auch Schwierigkeiten, gleichmäßig die Oberfläche der Flakes anzuglimmen. Da kann es schon einmal etlicher Versuche bedürfen und bis die Füllung sauber rauchbar ist, ist die gerade einmal 18 mm tiefe Pfeife schon halb geleert – nicht wirklich ein erfüllendes Raucherlebnis. Zudem macht solch' geringe Tiefe ein Knicken und Falten üblicher Stapellängen auch nicht problemloser.


Das "normale" Fassungsvermögen einer Flakepfanne unterscheidet sich aber grundsätzlich nicht vom Tabakraum einer Prince, einer kleinen Apple, Bulldog oder Brandyglass. Also darf man behaupten, dass es eher eine Frage des persönlichen Geschmacks und der gewünschten Haptik ist, ob man zur Flakepfanne greift. Mir sind einige Raucher bekannt, die den umfangreichen, aber recht flachen Körper einer Flakepfanne als unangenehm in der Handhabung empfinden. Zudem mögen viele Raucher eine recht direkte Temperaturkontrolle durch die gefühlte Wärme des Holzes... was bei einer bauchigen, meist recht dickwandigen Flakepfanne nicht so einfach ist.


Geht man also allgemein von einer Bohrungsweite zwischen 19 und 20 Millimeter für kleinere bis mittlere Pfeifen aus, liegt der „Wohlfühlfaktor" für Flakepfeifen im mittleren, überquadratischen Bereich. Pfeifen, die gern als "Flaker" genutzt werden, wie Savinelli 315, Savinelli 320, Vauen Nature Bulldog oder auch die berühmt gewordene 15er von Stanwell liegen etwa im Bereich von (Höhe x Durchmesser) 24 x 19 bis 34 x 20 mm.


Das ist zwar bereits deutlich überquadratisch, doch trotzdem recht kompakt, bedenkt man, dass große Dublins, Billards und Pokers hier gern mal Maße zwischen 43 x 20 und 55 x 20 mm aufweisen. Die Auswahl der in den „Kompakt-Maßstab" passenden Pfeifenmodelle ist dadurch sehr groß. So werden die meisten Flake-Beginner nicht genötigt sein, extra ein passendes „Werkzeug" für ihre neue Tabakleidenschaft anzuschaffen.

Der Einsteiger ins Thema Flakes wird vermutlich zu Beginn zu Tabaken leichter Handhabung greifen. Zum Beispiel der Mac Baren „Navy Flake“ besteht aus akkuraten Platten der üblichen Länge, die durch Verklebung auch noch in sich recht stabil sind.


Mit einem Teil solch einer Platte kann gut überprüft werden, ob die jeweilige Pfeife "flaketauglich" ist. Man nimmt den Tabak in der Mitte, mit Daumen und Zeigefinger und stellt ihn in den Kopf. Steht die Mitte nicht wesentlich über oder verschwindet zu tief im Kopf, hat man das passende "Werkzeug" gefunden.


Nun nimmt man nur soviel, wie man braucht, um den Pfeifenkopf knapp halb zu füllen (optische Kontrolle von oben), dann knickt man den Tabak in der Mitte, verdreht die Enden leicht gegeneinander (um das Päckchen etwas zu lockern) und schiebt dieses Bündel sanft in den Kopf... schon kann es los gehen.




Seltsam ist übrigens, dass manche Pfeifen für Flakes gemacht zu sein scheinen. Obwohl sie im gleichen Maß liegen, wie „Mitbewerber", obwohl u.U. sogar ihre Form nicht von anderen Pfeifen abweicht, schmecken Flakes aus ihnen göttlich. Den Grund kann ich ihnen nicht sagen... womit wir wieder bei „unerklärlichen Pfeifenphänomenen" sind. Ja... ich weiß... gerade bei Flakes gibt es unzählige Glaubensrichtungen und Varianten. Knicken und falten, zur Kugel rollen, zerreiben... das ist aber die fortgeschrittene Kür - die „kriegen wir später".

Hier soll es zunächst darum gehen, dem Einsteiger die Grundbedingungen so leicht wie möglich zu machen... und dazu gehört zunächst die passende Pfeife und ein leicht zu handhabender Tabak. Natürlich kann man auch gleich zu Beginn der „Knick und Falt-Methode" den Rücken kehren, die Flakes zerrupfen und leicht aufreiben. Doch auch dann sollte man in etwa das o.g. Pfeifenmaß wählen... wegen des erwähnten Gehaltes vieler Flakes. Zudem ist es immer spannend, einen Flake in verschiedenen Varianten zu testen. Zwischen geknickt und gefaltet und zerrieben bestehen oft interessante Geschmacksunterschiede. Die sollte man kennenlernen.

Es ist oft das Argument zu hören, dass eine Flakepfeife über einen konischen Tabakraum verfügen sollte. Der Grund ist leicht verständlich. Beim Einbringen des Tabakpäckchens drückt der Tabak sich nicht in den unteren, konischen „Zipfel" und somit verbleibt unter dem Tabak und vor dem Zugloch ein kleines Luftpolster, dass etwaigen Verstopfungen des Zugloches vorbeugt und so ein problemloses Rauchen ermöglichen soll. Diese Argumentation ist zwar durchaus nachvollziehbar, ich halte diese Form der Bohrung allerdings nicht für ausschlaggebend. Meine besten Flakepfeifen haben diese konische Bohrung nicht und sind trotzdem ideale Werkzeuge.


Diese Ausführungen zur richtigen Pfeife mögen ein wenig überzogen erscheinen. Sie sind aber nicht dazu gedacht, dass Rauchen von Flakes zur Wissenschaft zu erheben - ganz im Gegenteil. Der Flakegenuss ist etwas, was sich möglichst jedem Pfeifenfreund erschließen sollte. Wer den Dreh einmal heraus hat, wird ohnehin eigene Varianten und Regeln für sich persönlich aufstellen. Deswegen bitte ich, diese Zeilen und die folgenden Teile nicht als „Regelwerk" aufzufassen. Doch häufig hört man von missglückter Annäherung und Enttäuschung... und ebenso häufig kann man rasch zuordnen, warum es dazu kam. In den meisten Fällen war das falsche Werkzeug schuld. Gutes Werkzeug macht die „Arbeit" so angenehm und leicht, wie möglich... und darum geht es mir hier. Soweit zum ersten Teil und meiner persönlichen Ansicht über die richtige Flakepfeife.

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Hallo Ralf
    Ich selber hatte am Anfang auch meine Mühe mit Flakes, erst durch eines deiner Videos habe ich mich herangetraut. Das grösste Problem war tatsächlich, dass ich immer zu grosse Pfeifen genommen habe und mir dann das Rauchvergnügen zu lang wurde. Ich kann also durchaus nachvollziehen, dass die Wal der richtigen Pfeife am Anfang mühe bereitet. Ich finde es allerdings auch wichtig, aufzuzeigen, dass das Flake Rauchen keine Hexerei ist.
    Liebe Grüsse
    Martin

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  2. Hallo, bei mir hat es erst mit "Topwerkzeug" Stanwell 95 richtig geklappt.
    Jetzt nachts richtig Spass. Nicht verzagen. Genuss frei!!!
    LG Planetes

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  3. Hallo Ralf,
    ich weiss es rühmt sich nicht den "Pfeifenpabst" zu korrigieren, zumal mir ohne deine Videos eine grandiose Genusswelt verschlossen geblieben wäre, aber das berühmte Stanwellshape sollte die 95 sein und nicht die 15. :o))
    Vielen Dank für deine Mühe, alles Gute und Gesundheit.

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    1. Nein,nein mein Lieber...die 95 ist zwar eine grandiose Flake-Pfanne und auch auf einem Bild zu sehen. In der Textstelle geht es aber um die Alternativen zur Pfanne und da ist die 15er gemeint.Grandioses Pfeifchen, was ich in drei Varianten besitze. Lieben Dank für Dein Lob und ebensolchen Gruß
      RALF

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  4. Hallo Ralf,

    das Wichstigste für den Flake-Anfänger ist neben der richtigen Pfeife eigentlich nur die nötige Geduld und Hartnäckigkeit. Bei mir hat es durch puren Zufall gleich beim ersten mal super funktioniert und zu einem breiten Grinsen ob des Genusses geführt. Natürlich folgten danach diverse Rückschläge, da Kommissar Zufall leider nicht immer helfend unter die Arme greift.

    Da ich aber durch den ersten Erfolg wusste, dass Flakes richtig Spaß machen können, war ich hartnäckig und bin dann systematisch vorgegangen. Dass eine geeignete Pfeife einen eher größeren Durchmesser (20mm aufwärts), dafür aber eine geringere Füllhöhe haben sollte (35mm abwärst), wusste ich bereits durch die einschlägigen Videos. Ich habe also alle meine Pfeifen vermessen, eine Liste mit den geeigneten Pfeifen angelegt und dann durch Versuch und Irrtum ermittelt, wieviel Tabak zu welcher Pfeife passt und wie häufig dabei geknickt und gefaltet werden muss.

    Gut, es ist ein wenig mehr Aufwand, aber für mich hat es sich gelohnt.

    Ach ja, dass Flake-Pfeifen nicht teuer sein müssen, beweist meine Giordano der 50 Euro Klasse, aus der ich gerade eine Portion St. Bernard genieße.

    Liebe Grüße, Falko

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  5. Tschau Ralf

    Ein prägnanter und absolut lehrreicher Beitrag von Dir. Vielen Dank. Spezielle Flakepfeifen habe ich nicht reserviert. Für Flake, der gut gepresst und in dünnen Scheiben geschnittenen ist, wende ich die Knick und Faltmethode an. Ich wähle bei dieser Methode solche Pfeifen aus, bei denen die Höhe des Tabakraumes, ungefähr der Länge der gefalteten Flakescheiben entspricht, so das die Flakescheiben nach dem Einfüllen, oben am Kopfende bündig enden. Die meisten sogenannten Flakepfannen sind nach meiner Erfahrung nicht für die Knick und Faltmethode geeignet, da die Höhe des Tabakraumes zu kurz ist und die Flakescheiben über das Kopfende hinausragen würde. Ich will ja das Kopfende nicht angebrannt haben. Die Flakepfannen eignen sich nach meiner Erfahrung nur für losen Tabak und dicke, speckige Flakescheiben, wie zum Beispiel von Samuel Gawith, die man sowieso zerkleinern muss, weil jene mit der Falt und Knickart, kaum normal abbrennen, und man ständig nachfeuern müsste.
    LG, Reto

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  6. Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass viele Flakes (wie z.B. von Samuel Gawith) zu feucht frisch aus der Dose kommen und es beim Handling daher hilfreich ist, die Scheiben vor dem Stopfen etwas zu trocknen. Ein Vorteil dieses Umstandes ist, dass die Tabake lange frisch bleiben, zumal Flakes ja sowieso ihre Feuchtigkeit aufgrund der Pressung relativ lange halten.

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  7. Hans-Jürgen Fl.11. März 2016 um 06:04

    Naja,ich finde dass nicht es nicht notwendig ist so ein Bimborium ums richtige/falsche Pfeifenrauchen zu machen. Gleiches gilt für Anfänger oder passionierten Pfeifenraucher zu beachten: Tabak unten lose, mitte fest, oben ganz fest stopfen, anzünden, sachte und gemütlich rauchen, mit der Pfeife atmen, so funtionierts immer und sogar genussvoll. Vor allem sich keinerlei Gedanken ums richtige Pfeifenrauchen machen, sondern nur schmecken lassen. Das ist alles. Funktioniert mit jeder Art von Tabak.

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  8. Vielen Dank für Deinen lehrreichen und interessanten Beitrag.
    Kannst Du noch einen Tip geben wie ich die Gawith-Tabake verwende ? Sie sind sehr dick und sollten wohl etwas getrocknet werden. 24 Stunden waren aber wohl zu lang - der Tabak war dann zu trocken geworden. Danke im Voraus !

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  9. Ein sehr informativer und gelungener Beitrag!

    - Wie immer, danke Ralf!

    Selbst ein stolzer und glücklicher Eigentümer einer Savinelli 315KS habe ich festgestellt, daß es sehr hilfreich sein kann, die Flakescheiben einfach zweimal zu knicken, also zu dritteln.

    Dann können die Tabakfasern schön aufrecht bleiben, was ein kontinuierliches Quellen durch die Glut bewirkt.

    Die Folge ist ein sehr geringes Bedürfnis nachzustopfen, weil der vertikal liegende Tabak die Glut nicht so leicht "wegquellen", also anheben kann.

    Das alles klingt jetzt wesentlich komplizierter, als es in der Praxis ist. Meine Art ist aber, Methoden in ihrer Wirkung zu verstehen, damit sie verbesserbar sind.

    Als Starthilfe lege ich gern die kleinen Krümel vom Knicken oder aus der Dose oben drauf.
    Dadurch entsteht schneller eine geschlossene Glutdecke und die Füllhöhe kann sehr einfach (ohne festes Andrücken!) nach oben hin optimiert werden.

    Info am Rande: Dies ist mein erster Beitrag in einem Pfeifen-Blog, wobei ich acht Jahre Pause hatte (warum eigentlich?).

    Vor knapp 25 Jahren ging alles los...
    - Es ist schön, zurück zu sein!

    LG

    Flo

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