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Sonntag, 4. Januar 2015

Peterson - Holiday Season 2014

Für gewöhnlich ist es der Übergang vom Frühjahr zum Sommer und vom Herbst zum Winter, wenn die sog. „Special Editions“ alljährlich auf den Markt kommen. Hübsche Dosen mit angeblichen Premiumtabaken zum Inhalt und ausgeklügelten Aromatisierungen. Während in der warmen Zeit zumeist die Aromen von ausgesuchten Früchten dominieren, sind es in der kalten Jahreshälfte eher Zimt, Bratapfel, Schokolade und natürlich die Vanille, die dem verarbeiteten Tabak aromatisch auf die Sprünge helfen. Die Auswahl könnte ergänzt werden, denn auch die Orange spricht den einen oder anderen Pfeifenjünger um die Weihnachtszeit förmlich an.

Zur Jahreswende 2013/2014 war ich von dem Peterson „Holiday Season 2013“ außergewöhnlich angetan und hatte dies auch auf verschiedenen Ebenen zum Ausdruck gebracht. Ein Jahr später, also jetzt, freue ich mich darauf, den „Holiday Season 2014“ zu öffnen und zu verköstigen. Die Beschreibung verspricht mir Virginia-Tabake, Cavendish und Burleys, hinzu gefügt wurden Vanille und ein Hauch von Schokolade. Ja, okay, das kann man so machen, entsprechend den äußeren Temperaturen eine durchaus passende Auswahl.


Das Tabakbild spiegelt einen Ready Rubbed und grob gerissene Tabakfäden mit ein paar Flakestückchen wieder. Aus dem Zellophanbeutelchen duftet es vorzüglich nach Aromen, die Schokolade wirkt einladend. Beim Anfassen des Tabakes merkt man sehr schnell, dass an der Konsistenz nichts auszusetzen ist, er fühlt sich weich und gut an. Somit ist auch das Befüllen des Pfeifenkopfes überhaupt kein Problem. Langsam einrieseln lassen und nach oben hin etwas fester andrücken.


Das Entzünden ist ein Kinderspiel. Ich empfehle einen geringen Abstand zum Kopfrand übrig zu lassen, da sich die Mischung unter Feuer aufbäumt. Überraschend sanft und geschmeidig wirken die Aromen auf der Zunge. Die Kombination Vanille/Schokolade funktioniert erfahrungsgemäß gut, beide harmonieren miteinander hervorragend. Als bekennender Filterraucher habe ich keinerlei Probleme mit Biss auf der Zunge. Das gilt im Falle des „Holiday Season 2014“ aber auch nur so lange, wie man sachte an die Sache ran geht. Eine stürmische Herangehensweise quittiert der Tabak sofort mit strengem Geschmack. Dann lieber die Pfeife hin und wieder aus der Hand legen, abkühlen lassen und neu anzünden. Es überrascht mich, dass nichts Nussiges im Geschmack festzustellen ist. Meine Vorhersage hätte durch den zugefügten Burley so etwas angedeutet, aber hier liegen die Aromen wohl deutlich über dem naturellen Tabakgeschmack. Die Glimmeigenschaft ist vom feinsten, auch wenn sich die Füllung aufgrund der Beschaffenheit des Tabakes recht zügig runter rauchen lässt.

Bisher eine fast ausnahmslose Lobeshymne auf die diesjährige Winter-Edition von Peterson. Wo viel Licht, meist aber auch etwas Schatten. Das vorzügliche Aroma hält lange durch und leistet dem Genussmenschen Beistand. Im letzten Drittel kippt die Schose und der „Holiday Season 2014“ schmeckt mir nicht mehr. Ich habe bis heute nicht heraus gefunden, woran so etwas liegt, kann man ein ähnliches Phänomen doch bei so vielen anderen aromatischen Mischungen ebenfalls feststellen. Es erinnert mich so ein kleines bisschen an den „Sunset Breeze“ von Peterson, der bis etwa zur Hälfte der Füllung mit einem gigantisch gutem Amaretto-Flavour daher kommt. Und plötzlich, von einem Moment auf den anderen, ist der Spaß vorbei.

Auch wenn die Aromen der Jahreszeit vollkommen zurecht angepasst sind, so muss man beim besten Willen nicht ein ganzes Jahr darauf warten, einen guten Tabak in dieser Geschmacksrichtung zu rauchen. Als Beispiel nenne ich hier den „M.A. Black Blend“ von DTM, der mit 15,40,-- Euro/100g im Gegensatz zum „Holiday Season 2014“ mit 21,40,-- Euro/100g ein echtes Schnäppchen ist und der den leider vorhandenen Geschmacksabbau im letzten Drittel nicht mit sich bringt.

Aber ansonsten ist im Ergebnis auch die diesjährige Limited Edition im Namen von Peterson wieder eine recht gelungene Angelegenheit. Voraussetzung für alles ist natürlich, dass man sich mit der gebotenen Geschmacksrichtung überhaupt anfreunden kann. Wer so etwas gerne mag, der sollte zu Beginn des neuen Jahres noch mal Ausschau halten. Wer weiß, wie lange es diese eher leichte Mischung in der durchaus schmucken Dose noch gibt.




Autor: Ralf Ruhenstroth

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