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Montag, 26. Januar 2015

Dunhill - Durbar Mixture

Im Herbst 2014 hat Dunhill mit dem „The Apéritif“ und dem „Durbar“ zwei weitere „alte“ Tabak Mischungen, nach jahrzehntelanger Abstinenz, in Deutschland wieder auf den Markt gebracht, die zusammen mit der „Elisabethan Mixture“, die Vintage-Blend-Serie von Dunhill kompletieren. „The Apéritif“ wurde bereits 1951 eingeführt. Die Rezeptur der „Durbar Mixture“ geht sogar auf das Jahr 1910 zurück, in Anlehnung an den „Dehli Durbar“, den Ort der britischen Kaiserproklamation in Indien.

Beide Blends sind englische Mischungen. „The Apéritif“ eine Mischung mit goldenen Virginia-Tabaken und mit einem großzügigen Anteil Latakia, abgerundet mit blumigem Orient und etwas sanftem Black Cavendish, welcher der Mischung einen würzigen und tiefen Geschmack verleiht, rauchig im Charakter; so Kohlhase & Kopp, welche die Tabake für Dunhill produzieren und in Deutschland vertreiben.


Der „Durbar“ zeichnet sich aus durch einen hohen Anteil reifer, dunkler sowie gelber Virginias, vereint mit Latakia und Orient-Blattgut, mit einer wundervollen Balance, sanft im Geschmack, mit floraler und dezent rauchiger Note. So wie bei dem „The Apéritif“ handelt es sich auch bei dem Durbar um ein Remake der alten“ Durbar Mixture“, die zuletzt von Murray & Sons für Dunhill hergestellt wurde. Der älteren Generation von Pfeifenrauchern ist die alte „Durbar Mixture“ wohl noch gut bekannt. Ich habe sie leider nicht gekannt, so dass die Eindrücke beim Rauchen der neuen „Durbar Mixture“ die eines neuen Tabaks und kein Vergleich mit der alten Mischung sind.

Da ich gerne Mischungen mit Latakia rauche, aber es nicht immer eine Balkan-Mischung sein muss, hat mich die Beschreibung des Tabaks von Kohlhase & Kopp neugierig gemacht. Beim Öffnen der Dose sieht man die hochwertig verarbeiteten Blätter in einem feinen bis medium Ribbon Cut. Das Aroma, welches der Tabak verströmt, ist wunderbar. Die Süße der Virginias und die Würze der Orientals sind fantastisch. Der Latakia ist mit seiner Rauchigkeit spürbar, aber dezent. Der Tabak hat die ideale Feuchte und lädt einen sofort zum ungetrübten Genusserlebnis ein.


Der passende Pfeifenkopf ist also schnell gefunden, gestopft und mit ein, zwei Zündhölzern der Tabak entflammt. Langsam und voller Erwartung genieße ich die ersten Züge. Das Aroma ist voll und kräftig, wie es sich für einen „echten Engländer“ gehört. Die Orienttabake sind spritzig und würzig, zusammen mit den Virginias hervorragend ausbalanciert. Der Latakia bleibt im Hintergrund, verleiht jedoch die notwendige Erdigkeit und Rauchigkeit. Insgesamt ein wunderbar harmonischer Tabakgenuss, ein wenig Kaffee, etwas Bitterschokolade, Gewürze und ätherische Aromen der Orientals, ein Duft von dunklem, frischen Brot und ein wenig Rauch, wie von einem dunklen Torffeuer. Und zuletzt eine dezente Süße in der Nase von den reifen Virginia Grades. Insgesamt ein tolles Feuerwerk von dichten und unterschiedlichen Aromen. Der Tabak verspricht die gesamte Füllung über Kurzweil und bleibt nuanciert und interessant. Er wird nicht zu heiß, beißt nicht, sondern lässt sich angenehm bis zum Schluss rauchen. Am Ende bleibt wehmütig ein kleiner weißer Ascherest zurück. Die Raumnote ist kräftig, würzig, aber nicht wirklich unangenehm, der Nikotingehalt mittel.


Für mich ist die „Durbar Mixture“ ein echtes Tabakerlebnis gewesen. Auch wenn die Mischung nicht zu schwer ist und den ganzen Tag über genossen werden kann, so ist der „Durbar“ für mich der perfekte Tabak, um den Tag bei einem guten Cognac oder Single Malt ausklingen zu lassen. Mit Muße genossen offenbart der“ Durbar“ ein Feuerwerk von tollen Aromen und Nuancen, die das Pfeifenraucherherz höher schlagen lassen. Er wird auf jeden Fall neben „My Mixture No. 965“ und dem „Dunhill Flake“ zu meinen Favoriten von Dunhill zählen und ich freue mich schon auf die nächsten Dosen, die ich mit dem wunderbaren Tabak öffnen darf.

Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land!

Autor: Torsten Wieczorek


Für diejenigen, die Interesse an einem Vergleich zwischen der „alten“ und „neuen“ Version des „The Apéritif“ und der „Durbar Mixture“ haben, gibt es auf der Website von pipes and cigars unter folgendem Link einen lesenswerten Artikel.

Kommentare:

  1. Sicher, dass KK die Tabake produziert? Ausweislich des EAN-Codes kommt jedenfalls der Elizabethian aus DK, und afaik sind die anderen Dunhills ebenso von dort (Orlik). KK ist afaik nur der Importeur - aber möglich ist alles.

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    1. Korrekt. K&K ist lediglich der Importeur (wie auch auf dem Etikett angegeben). Produziert werden alle Dunhill Tabake von Orlik in DK, die ihrerseits zur STG gehören.

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  2. Wow, was für ein Tabak. Das review hat mir allein die Lust dazu verliehen.
    Klingt nach einem typischen Tabak für mich, da ich My Mixture auch liebe. Sanfter Latakia mit Süße.

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  3. Ich bin bei meiner Internetstöberei zu diesem Artikel verlinkt worden...
    Und in der Tat: Dieser Tabak hat meinen bisherigen Favoriten 'Dunhill London Mixture' auf den zweiten Platz degradiert. Deine Begeisterung für den 'Dunjhill Durbar' kann ich voll umfänglich bestätigen.
    Aber: Für die frühe Pfeife am Tage bleibt weiterhin der 'Dunhill Early Morning Pipe' meine erste Wahl...
    ...zum Leidwesen meiner Frau, die die Raumnote der Latakia-Tabake eher mit 'verbrannten Schuhsohlen' als mit dem eines 'Pferdestalls' kommentiert... :-)

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