Willkommen bei Jogi-wan...

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Freitag, 28. März 2014

TAMBOLAKA Pipe Tobacco

Godzilla lebt!

Hier kommt der Frankenstein unter den Pfeifentabaken. Ein Tabak, der schmeckt, als hätte man Jägermeister mit einer vorher zerfaserten Zigarre aufgewischt. Der absolute "Vitamin N-Lieferant". Ein Kraut, dass im Verdacht steht, von den produzierenden Indonesiern vor der Trocknung in Affen-Urin getaucht zu werden. ...und den man nur rauchen sollte, wenn man es liebt, dass einem ein Ziegelstein aus Nikotin an die Birne fliegt! Soweit die Äußerungen unserer amerikanischen Kollegen - hossa!


Musste ich haben - klare Sache! Allein der faszinierende Werdegang dieses Krautes. In Jahrhunderte alter Tradition wird der Tabak rein organisch angebaut, dann geerntet, leicht getrocknet und zu langen Rollen gedreht. Diese werden umwickelt, um den Tabak vor äußeren Einflüssen zu schützen und dürfen dann 5 (!) Jahre reifen. Danach wird der Tabak in handliche Rollenstücke geschnitten oder direkt rauchfertig aufgefasert, wie in meinem Fall. Solche Schnittform der extrem langen und groben Fasern sehe ich allerdings zum ersten Mal. Robert Tomko und seine Firma "Tambolaka Natural Tobaccos" sorgen dann dafür, dass interessierte Raucher an dieses Wunderkraut gelangen können.

Das Ergebnis ist ein Tabak aus Burley und verschiedenen Cigarrentabak-Arten, gegen den Thors Hammer bestenfalls eine Gänsefeder ist. Die mir häufig gestellte Frage, welches denn der stärkste, mir bekannte Pfeifentabak ist, findet hier eine deutliche Antwort. Dagegen sind "XX", "Irish Flake" und "Blockade Runner" milde Frühlingslüftchen!


Trotzdem ist er ein delikater Genuss. Während die Geruchsprobe kaum mehr als erdige Noten und einen leichten Nuss-Duft ergibt, präsentieren sich schon die ersten Züge mit einer wunderbaren Samtigkeit, reichem, cremigem Rauch und dem Geschmack nach Haselnüssen, Kräutern und Sumatra-Cigarren. Echt kernig, aber unglaublich weich. Er glimmt gleichmäßig, sehr kühl und langsam.

Doch wehe dem, der ihn unterschätzt. Was zu Beginn der Füllung noch übertrieben erscheint, erfüllt sich zur Mitte hin sehr nachdrücklich. Deutliches Prickeln auf der Zunge, das Ausblasen aus der Nase erzeugt das Gefühl, Pfeffer geschnupft zu haben und jede Faser des Körpers merkt, dass hier Nikotin mit der Bagger-Schaufel angeliefert wird.


Einige Pfeifenraucher betrachten solche Kräuter als pubertäre Mutprobe. Der "Tambo" ist aber soviel mehr. Ein feinnerviger, pikanter und erfüllender Genuss für die Freunde der "Vollfett-Stufe", für die Fans der XXXL-Fraktion. Nachhaltig erdig, mit Noten bitterer Schokolade, kraftvolle und tiefe Würze... herrlich! Trotzdem sei die ehrlich gemeinte Warnung an Beginner und Raucher eher leichter Tabake noch einmal wiederholt. Dieser "Tabak-Fels" kann dafür sorgen, dass man sich RICHTIG ÜBEL fühlt, Rundflüge im geschlossenen Raum erlebt und das dringende Bedürfnis verspürt, sich zu setzen. ...und, um noch einmal mit den Worten eines amerikanischen Pfeifenfreundes zu sprechen: "God bless you, if you inhale it!"... und glauben sie mir, die Amis sind was gewöhnt!

TAMBOLAKA - ein echter Charakterkopf am obersten Ende der Skala. Verantwortungsbewusst genossen ein sattes Erlebnis, unterschätzt eine echter Knock Out!
Meine persönliche "Prinzessin N ".

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Mittwoch, 26. März 2014

McClelland - Deep Hollow

Ich mag McClelland-Tabake sehr gerne. Gerade die naturnahen Burschen treffen häufig meinen Geschmack und sie bieten superben Virginia-Genuss. Aber McClelland spielt auch in der Liga der aromatisierten Tabake eine gewichtige Rolle. Und so lange Virginias die Aromenträger sind, bin ich neugierig. Der „Deep Hollow“ wurde vom Hersteller in die Craftsbury-Serie eingeordnet. Rote und schwarze Virginias bilden die Grundlage, so dass sich nach dem Öffnen der Dose ein herrliches Tabakbild zeigt. Das Ganze ready rubbed, mit einem typisch säuerlichen Duft und einem süßlichen Aroma in der Dose.


Etwas feucht, aber super einfach in die Pfeife einzubringen (einfach ein rieseln lassen und leicht an drücken), geht es dann mit 2 – 3 Zündhölzern los, bis eine gleichmäßige Glut entfacht ist. Die Mischung macht einen sehr leichten Eindruck. Und dann schwingt da neben den natürlichen Virginia-Aromen ein süßlicher Zusatz mit. Das Problem: Ich kann es nicht einordnen. Etwas Vanille? Nicht wirklich. Etwas Karamell? Nicht wirklich. Etwas fruchtig und beerig? Auch nicht wirklich. Undefinierbar, aber angenehm und süffig. Gefällt mir außerordentlich gut.


Das Beste von allem? Der „Deep Hollow“ schmeckt durch bis zum Ende der Füllung. Er ist unkompliziert und einfach ein Kandidat, wenn man mal etwas anderes und interessantes möchte. Er ist mit dem hinzu gefügten Aroma auch nicht zu gekleistert, hier hat McClelland wohl dosiert. Gegen Ende wird der Tabak etwas stärker, aber auch das stellt man bei vielen anderen Kandidaten oft fest. Im Raum ist er gewöhnungsbedürftig, aber auch noch angenehm.

A village on the Shire's eastern border, built on the banks of the River Brandywine. Immediately across the river was Haysend, the southernmost point of Buckland, while just to the south of Deephallow, the River Shirebourn flowed into the Brandywine.“ (JRR Tolkien)


Autor: Ralf Ruhenstroth



Dienstag, 25. März 2014

Raffauf "Waxed Cotton" oder Pfeifen-Wellness für die Hosentasche

Ich bin ein Dieb... und ich bin es gern. Mein Großvater gab mir den Rat, mit den Augen zu stehlen. Überall dort genau hinzuschauen, wo Profis arbeiten. Um Tricks, Materialien und Arbeitsweisen zu sammeln - um zu lernen. Ein guter Rat!

Da ich am Rande der Klingenstadt Solingen arbeite, wo immer noch die besten Messer der Welt gemacht werden, hatte ich auch Gelegenheit, einem der letzten Messermacher bei seiner reinen Handarbeit zuzusehen. Diese Messer sind Kunstwerke und entsprechend werden sie auch aufgeputzt, bevor sie den Weg zum Kunden antreten. Als der 75-jährige Meister daran ging, den Griff zu vollenden, langte er nach einer kleinen Dose, die meine Aufmerksamkeit erregte - quasi meine "Diebstahls-Neigung" weckte. Auf die Frage, was das sei, sagte er : "Dat is' got, Jung... dat Beste... do kasse ock dinne Schau met maken!" Übersetzt soviel, dass das das Beste sei und man auch die Schuhe damit putzen könnte. Schuhputzzeug für Holz?


Nein, weit gefehlt. Beim "Raffauf Waxed Cotton" handelt es sich um ein uraltes Rezept aus Wollfett (Lanolin), Bienenwachs, Jojoba- und Sojaöl. Dient zur Imprägnierung von Baumwollstoffen (Wachsjacken und Co.), zur Pflege von Leder UND von Holz. Der Meister führte aus, dass diese Creme das Holz schütze, es nähre, die Maserung gut hervorbringe, es aber nicht glatt und rutschig mache - was bei einem Messergriff ja fatale Folgen haben könnte. Sie ahnen, was kam?

Ich bat um den Lappen und rieb die rauchwarme Pfeife damit ab... und war BAFF! Sofort fühlte sich das Holz geschmeidig, sauber und weich an, die Farben frischten auf... einfach edel. Sah aus, wie gerade poliert... und gab sogar dem Mundstück frischen Glanz zurück. Meinen begehrlichen Blick auf die Dose kommentierte der Meister mit: "Dat is' got... ewer et is' ock düer. Dat mottste deck selver koopen!" Er wies also noch einmal auf die Güte der Creme hin - aber auch auf ihren hohen Preis. Das müsse ich mir selber kaufen.


...und das habe ich getan. Bei www.manufactum.de finden sie die besagte Creme unter dem Suchbegriff "Bienenwachsimprägnierung". In Anbetracht der ungeheuren Ergiebigkeit finde ich 12,50 Euro für die Dose allerdings nicht wirklich teuer. Bislang habe ich jede Pfeife damit in noch leicht warmem Zustand behandelt. Egal, ob Bruyere, Olive, Mooreiche oder Ebenholz. Der Effekt ist verblüffend. Die Creme ist frei von Parfum- und Konservierungsstoffen und super sauber und einfach zu verwenden.


Für mich die Wellness-Oase für Pfeifen. Ob es Alternativen gibt? Keine Ahnung, das "Raffauf Waxed Cotton" überzeugt mich, ist frei von Chemie und von einem alten Meister empfohlen. Was will ich mehr? Wer also seinen Pfeifen etwas Gutes tun will - dicke Empfehlung!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Montag, 24. März 2014

Butera - Royal Vintage - Golden Cake

Oh ja, lang fermentierte, gereifte Virginias... genau das ist es, was der Virginia-Liebhaber, der Freund der naturnahen Tabake liebt und stets sucht. Da wird man in den USA zwangsläufig fündig. Als ich zum ersten Mal Buteras „King Fisher“ geraucht habe, da wusste ich noch gar nicht, dass hinter dem Namen Butera mal wieder McClelland steht. Das merkt man spätestens, wenn beim Öffnen der Dose ein Ketchup- und Säureduft in die Nase steigt. Es macht aber auch keinen Sinn, dauerhaft darüber nachzudenken, um was für ein Aroma es sich dabei handelt. Es ist schlicht kein Aroma, sondern wohl die Art und Weise, wie die Amerikaner ihre Tabake in den Dosen länger haltbar machen. Und McClelland packt von diesem Haltbarkeitszeug ungeahnte Mengen rein.


Spaßig wird es also erst dann, wenn der Tabak gelüftet wurde und die Nase freien Zugang zum Tabak bekommt. Unter dem Pseudonym „Royal Vintage“ hält Butera eine ganze Palette an reifen Virginias bereit. „Golden Cake“ heißt dieses Exemplar hier. Ein Broken Flake, mittel- bis dunkelbraun, ein Augenschmaus. Auffällig ist allerdings, dass die Flakestückchen sehr dick sind. Das kann zu Frust führen. Denn ist die Pfeife nicht wirklich sorgfältig gestopft, dann macht die Füllung keinen Spaß. Zu unregelmäßig brennt der Tabak in der Folge runter. Deswegen ist der Golden Cake von seiner Handhabung wohl eher nichts für Anfänger.


Beim Rauchen findet man eine milde Süße. Eine dezente Nussigkeit und ein kleines bisschen Zitrus gibt es dazu. Allerdings nur dann, wenn man den „Golden Cake“ ohne Filter raucht. Ansonsten ist die Bezeichnung „solide“ vielleicht genau der treffende Ausdruck für das, was der Pfeifenraucher hier erfährt. Keine Geschmacksexplosionen im positiven Sinn, kein besonders abwechslungsreiches Raucherlebnis. Einfach nur schlicht, für manche einfach nur das, was der Virginia-Freak liebt. Ich persönlich mag es hingegen etwas aufregender.

Zuletzt bleibt dann dunkelgraue Asche übrig und im Raum findet sich eine markante Note. Virginia eben. Zu Beginn war ich etwas euphorischer. Ohne Frage ein qualitativ hochwertiger Tabak, der mir im täglichen Gebrauch leider etwas zu viel Aufmerksamkeit abverlangt. Ich bin auf die anderen „Royal-Vintage“-Tabake gespannt.


Autor: Ralf Ruhenstroth

News 2014: Schöne Estates bei Torsten Paulsen

Es gibt "neue" schöne aufgearbeitete Estates von Torsten Paulsen aus Flintbek im Norden der Republik.

Copyright: T. Paulsen

Linke Seite von oben nach unten:
Eine Pipe Dan Loran, darunter eine Stanwell Flame Grain, Shape 92.

Rechte Seite von oben nach unten:
Eine Stanwell, made by Winslöw, eine Stanwell Featherweight und unten eine Baric Classic Jahrespfeife, Nr. 20 von 200.

Copyright: T. Paulsen

Linke Seite:
Poul Winslöw, Grade "E"

Rechte Seite von oben nach unten:
Poul Winslöw, Grade "E" und darunter eine Dunhill 5202 1986.

Nähere Informationen sowie eine ganze Reihe von weiteren Estates findet man im Shop von Torsten Paulsen. (rr)

Sonntag, 23. März 2014

News 2014: Neues von Olaf Langner

Olaf Langner fährt mal wieder besondere Schnäppchen auf. Drei "Torben Dansk"- Pfeifen vom Feinsten, drei echte Giants für die Fans der "Großkopfeten" und eine traumhaft schöne Reiner in "A"-Graduierung finden sich in Kürze auf seiner Seite. (rd)





Samstag, 22. März 2014

News 2014: Neues von Manfred Koziolek

Es gibt mal wieder Neues vom Pfeifenmacher aus Solschen. Als erstes eine goldgelbe Handmade (Nr. 434) mit 9 mm Filterbohrung. Die Pfeife hat eine Länge von 13 cm und eine Kopfhöhe von 4,7 cm. Das Mundstück besteht aus schwarzem Acryl. 

Nr. 434 und 439; Copyright M. Koziolek

Nr. 434; Copyright M. Koziolek

Nr. 434; Copyright M. Koziolek


Das zweite Unikat (Nr. 439) ohne Filterbohrung ist rehbraun, hat eine Länge von 14 cm und eine Kopfhöhe von 5 cm. Die Applikation ist ein Sebranoring. Alle weiteres Infos findet man im Shop von Manfred Koziolek. (rr)

Nr. 434 und 439; Copyright M. Koziolek

Nr. 439; Copyright M. Koziolek

Nr. 439; Copyright M. Koziolek

Dienstag, 18. März 2014

VAUEN - Viel tun, aber wenig (daraus) machen!

Ich weiß wirklich nicht, wie oft mich die Frage von (Wieder-) Einsteigern erreicht, welche Pfeifen man sich zu Beginn denn kaufen sollte. Nun gilt es ja nicht nur Qualität zu empfehlen, von der man selbst überzeugt ist. Ein Grund, warum z.B. die aktuellen Stanwells sicher bei meinen Ratschlägen außen vor bleiben. Es ist auch wichtig, bezahlbare Pfeifen zur Empfehlung zu finden... und nicht zuletzt ist es entscheidend, Pfeifen mit modernem, pfiffigen Styling präsentieren zu können. Gerade die junge Generation startet in ihr Pfeifenleben nicht gern mit altbackenen Shapes und sucht nach frischen Ideen.

...und schon schmilzt die Auswahl wie Butter in der Sonne. Bei BC und Brebbia kann man gelegentlich noch fündig werden, die Rattrays bieten in der Einstiegsklasse z.B. die "Kelpys"... doch z.B. Savinelli hat mittlerweile ein Preisgefüge erreicht, dass für Einsteiger sicher nicht mehr interessant ist.

Alexander Eckert von Vauen hat in letzter Zeit (laut Interview) erkannt, dass für die Pfeife neue Zielgruppen erschlossen werden. Donnerwetter... die Erkenntnis kommt zwar etwas spät, ist aber völlig richtig. Das Spannende: Im Gegensatz zu anderen Firmen, die das zwar erkennen, sich aber einen Mattes darum scheren, auch was für die Förderung dieser Entwicklung zu tun, ist Vauen prächtig aufgestellt. Die Franken sind allerdings die Meister in der "Überbescheidenheit"... oder schlicht zu schlafmützig, um die Weisheit, dass Klappern zum Handwerk gehört, wirklich umzusetzen!

Da werden Einsteiger-Serien gepflegt und erweitert, da kommen richtige Knaller auf den Markt, da werden Formen entwickelt, die die Chance zum Abräumer haben... doch das geschieht in aller Stille. Herr Eckert versichert mir im persönlichen Gespräch, dass er über die Internet-Pfeifenszene bestens informiert ist... und ich habe keinen Grund, an der Aussage zu zweifeln. Dann frage ich mich aber, warum man in Nürnberg solche Angst hat, sich dieser Szene zu bedienen? Meine Güte, liebe Firma VAUEN... was muss man denn NOCH machen, um Ihnen aktuelle Verbreitung Ihrer Neuheiten und Klassiker anzubieten?

Ja... ich bin ein Fan der Nürnberger Pfeifen - das dürfte kein Geheimnis mehr sein. Weil man es dort immer noch schafft, Qualität, modernes Design und Bezahlbarkeit unter einen Hut zu bringen. Es kann doch auch nicht der Fall sein, dass man in Nürnberg Angst davor hat, sich objektiv-sachlicher Beurteilung zu stellen,oder? Falls es falsch verstandene Sparsamkeit sein sollte (obwohl ja Nürnberg nicht zu Schwaben gehört) sei Ihnen, lieber Herr Eckert, gesagt, dass für Ihr Haus keinerlei Kosten entstehen.

Wer die neue Art der Pfeifenszene verstanden hat, wer den Fans die Möglichkeit geben will, auch zu SEHEN und zu BEMERKEN, was man als Hersteller leistet und zu bieten hat... tja, der muss auch was dafür tun. Artikel auf "Selbstbeweihräucherungsseiten" der Industrie reichen da nicht.

Der Link zu diesem Artikel geht auch an die Firma VAUEN, bzw. an Herrn Eckert. Ich bin gespannt, ob mehr Resonanz erfolgt, als auf das letzte Angebot. Wenn nicht... nun, dann eben nicht. Ich werde die Pfeifen des Hauses VAUEN zwar trotzdem weiter empfehlen (weil ich davon überzeugt bin), mein Verständnis für die moderne Öffentlichkeitsarbeit des Hauses wäre dann aber endgültig aufgebraucht. Ich glaube einfach nicht, dass es Arroganz ist. Ich glaube aber, dass die Produkte des Nürnberger Hauses mehr verdient haben, als solch' ungelenke und unfreiwillig komische Werbesatire, wie in "Vauen - Der Film".

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Sonntag, 16. März 2014

Jess Chonowitsch - T 16

Jess Chonowitsch "T16" - Mit dem Namen des Meisters

Ja, natürlich weiß ich, dass sich der persönliche Geschmack mit den Jahren ändert. ...aber, ich bitte Sie... Gewürznelke? Die habe ich allein schon aus dem Grunde gehasst, weil sie der Begleitduft manch' schmerzhaften Zahnarztbesuches war. Ja, war... das Problem hat sich erledigt. Vielleicht ist mein Verhältnis zu dem Geruch deshalb mittlerweile entspannter. Zudem hätte ich nie gedacht, dass sie als Zutat zu Pfeifentabaken ein derart pfeffrig-delikates Aroma entwickelt.


Eher zufällig fand der (bereits besprochene) Dallmayr „Scottish" zu mir... und machte Lust auf mehr "Nelkentabak". Während die Aromatisierung im Dallmayr aber zumindest bis zur Hälfte recht präsent (bisweilen auch spitz) ist, hält sich die Nelke im Jess Chonowitsch „T16" eher zurück. Beim Schnuppertest erschreckt sie zwar noch mit "Dentisten-Deja vu", nach ein paar Zügen lehnt sie sich aber entspannt ins Gesamtbild zurück. Entspannt... eine passende Charakterisierung für den „T 16“. Ein wenig Black Cavendish transportiert das Aroma, ein milder, süßer Virginia macht die Hauptarbeit... und wird dabei von einer wohl dosierten Menge Perique unterstützt. Das macht die Mischung weich, rund und bekömmlich.


Trotz der leichten, ätherischen Pfeffrigkeit wird er nie zu viel, nie aufdringlich und empfiehlt sich auch für größere Köpfe. Mit Couch und Buch eine echte Traum-Kombination. Die "Laid back-Nelke" sozusagen. Durchaus auch ein Tabak für die weniger erfahrene Fraktion und mit einem zwar prägnanten, aber nicht nervigen Raumaroma!


Schon eine meisterliche Komposition, wie ich finde. Sie befindet sich zu recht in der Tabak-Kollektion, die den Namen des (für mich) größten Pfeifenmachers der Gegenwart trägt. Nur auf die dazu passende Chonowitsch-Pfeife muss ich noch ein wenig sparen!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Donnerstag, 13. März 2014

Seattle Pipe Club - Mississippi River


Seattle ist vielleicht nicht nur den eingefleischten Fans des American Football ein Begriff, seitdem die Seahawks im Februar die Super Bowl gewonnen haben. In Seattle gibt es auch seit gut 13 Jahren einen Pfeifenclub, den Seatlle Pipe Club, und der ist schon aus mehreren Gründen eine Besonderheit. Zum einen liegt der Treffpunkt der Mitglieder auf dem Gebiet der Puyallup Tribal Reservation und dort ist das Rauchen in der Öffentlichkeit noch erlaubt, und zum anderen besitzt der SPC mit Joe Lankford einen Blender, der für den Club mittlerweile drei eigene Tabake erschaffen hat: Den „Plum Pudding“, eine English/Oriental Mixture, den „Seattle Evening“, ebenfalls eine English/Oriental Mischung, und den „Mississippi River“, einen „rich Virginia pressed tobacco“.

Der „Mississipi River“ ist ein weicher, mittelstarker Blend aus roten und gebackenen Virginias mit einer Prise Perique und zypriotischem Latakia, der zu einem Crumbled Cake gepresst wurde.
Es gibt ihn in der 2oz (Red.: entspricht in etwa 57 g) Dose oder als Bulk Tobacco zu kaufen.

Man riecht beim Öffnen des Beutels schon den Perique mit seiner leicht säuerlichen Note und den Latakia. Das Tabakbild ist dunkel mit hellen und rötlichen Einfärbungen des Virginias und der Orienttabake. Als Crumbled Cake ist der Tabak aufgerieben problemlos in die Pfeife einzubringen und lässt sich leicht stopfen. Ein paar Züge unter dem Streichholz reichen völlig aus und der Tabak glimmt an, brennt gemütlich ohne große Aufmerksamkeit zu verlangen runter und verbreitet einen dicken, weißen Rauch. Schon nach den ersten Zügen schmeckt man die Süße der reifen Virginias und die schöne Rauchigkeit des Latakias. Etwas später spürt man die delikate Note der Orienttabake, die sich entwickelt und die Würze des Periques, die sich zu einem schönen, runden Geschmack verbinden. Alles zusammen ergibt eine wunderbare, harmonische Mischung, die bis zum letzten Krümmel Genuss bedeutet. 

Der „Mississippi River“ ist eine eher weiche, milde bis mittelstarke englische Mischung mit einer schönen delikaten Orientnote . Ein Tabak, den man den ganzen Tag über rauchen kann und eine wunderbare Abwechslung für diejenigen, die gerne englische oder Balkan-Mischungen rauchen. Ebenso werden die Freunde der reiferen Virginias Geschmack an der Mischung finden. Mir hat er sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt auf die beiden anderen Blends von Joe Lankford.
Erhältlich sind die Tabake des Seattle Pipe Clubs bei pipesandcigars.com oder 4noggins.com

Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land

Ihr Torsten Wieczorek

Sonntag, 9. März 2014

Schneidewind Aachen - Brooklands

Schneidewind Aachen - Brooklands oder: Quod erat demonstrandum

Ich war ja gewarnt. Durch Jogis Review zu den leckeren, quadratischen Tabakplättchen, die sich als Schilde „Spun-Flake 32“, Peter Heinrichs „Rollcake“, Kargl „Special-Rolle“ und Co. quer durch die Republik verbreiten und eigentlich Abkömmlinge des Larsen „No.32“ sind. Oder sein sollen. Sind die Erbanlagen wirklich identisch?


Jogis Selbsteinschätzung, Unterschiede nur nach Tagesform zu erschmecken, hätten Warnung genug sein müssen - aber nein! Initialzündung war das Erscheinen des Schneidewind „Brooklands" auf der heimischen Bildfläche... und meine bis dato schüchternen Versuche, Larsen „No.32“ und Kargls „Special Rolle“ zu vergleichen. Da schon gelangte ich zur Überzeugung, der Kargl sei eine Stufe weniger "karamellig" ...ich habe mich aber nicht getraut, das öffentlich zu machen. Der Schneidewind aber ließ die Dämme brechen, den Forschergeist erwachen und das Funkeln in den Augen zum Feuer werden! Was die von CSI können, kann ich auch!


Ja, der „Brooklands“ hat auch ein Vanille-Aroma... doch weder der Duft-Test an der geöffneten Dose noch das erste Rauchopfer weisen die intensive (manchmal ZU intensive) Karamelligkeit des Larsen auf. Optisch erscheinen die quadratischen "Rollflake"-Scheiben gleich, der „Brooklands“ stammt von K & K... und somit (als Flake,Rope und Co.) von Orlik... erdrückende Indizien... aber er schmeckt anders. Jawohl! Tagesform? Pah, das werden wir doch mal sehen!

Unter dem besorgten Blick meiner Frau ("Schatz? Ist das denn wirklich SO wichtig?") begann ich mit Kreuz-und Quertests über mehrere Tage in vergleichbaren Pfeifen. Verbissen, streng, mich und die Ergebnisse stets hinterfragend. War das noch Genuss? Keine Ahnung... aber wichtig war es!


Der „Brooklands“ ist eine ganze Stufe tabakiger, das Vanille-Aroma deutlich dezenter und der Tabakgeschmack dunkler, als es beim 32er Larsen der Fall ist. Der fein-süße Virgina-Schmelz kommt noch besser zur Geltung. Er wirkt gereifter, erwachsener... Punkt - das diskutiere ich auch nicht!

Ich bitte Sie... ich habe Tage harter Raucharbeit in dieses Ergebnis investiert... und wenn Sie es besser wissen, verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen. Meine Geschmacks-Psychologie ist zu einem eindeutigen Urteil gelangt... und das lasse ich mir nicht einfach wieder wegnehmen. Den "Brooklands" kann ich übrigens nur noch heimlich rauchen. Wenn meine Frau die Dose sieht, glaubt sie nämlich, der Anfall beginne von vorn und ruft den Therapeuten. ...und der will mir allen Ernstes erzählen, dass Geschmacksempfinden hinge von der Tagesform ab. Mir egal, für mich ist der Schneidewind "Brooklands" der bessere 32. Fertig!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Peterson - Irish Whiskey







Autor: Dieter Niermann

Freitag, 7. März 2014

Peterson - Irish Flake - Mac Baren - Kohlhase & Kopp - ein Vergleich

Man kennt ihn und man schätzt ihn als starken, kräftigen und würzigen Flake für den erfahrenen Genießer. Jetzt hat vor kurzem der Hersteller und der Vertrieb des Peterson „Irish Flake“ gewechselt.
Der „Irish Flake“ wird nun von Mac Baren produziert und von Arnold André in Deutschland vertrieben. Kohlhase & Kopp hat die Rezepturen „seiner“ Peterson“ Tabake behalten und vertreibt jetzt seit kurzem den Tabak unter dem Namen „Stirling Flake“ unter der Marke Rattray’s.
Mich hat ein Vergleich der Mischungen interessiert und daher habe ich die „alte“ Kohlhase & Kopp-Mischung, die neue Mac Baren-Mischung des Peterson „Irish Flake“, sowie den neuen „Stirling Flake“ probiert.

Alle drei Mischungen sind sehr nikotinstark, daher haben mir pro Füllung eine bis anderthalb Flakescheiben gereicht. Pro Mischung habe ich Füllungen mit und ohne Filter geraucht, wobei mir persönlich der „alte“ Irish Flake am besten mit Filter und der „Stirling Flake“ am besten aus Pfeifen ohne Filter geschmeckt hat.
Die Beschreibung des Tabaks durch die Hersteller ist nahezu identisch: „Ein vollmundiger Blend für den erfahrenen Raucher, der zu gleichen Teilen aus air-cured, flue-cured und dark-fired Tabaken besteht.“
Von Kohlhase und Kopp sowie von Mac Baren werden ausgesuchte Virginias, Burleys und Kentuckys für die Flakes verwendet. Als Referenz für den Vergleich soll ein kurzer Eindruck der „alten“ Kohlhase & Kopp“ Mischung des „Irish Flake“ dienen, da dies die Mischung ist, die uns am längsten geläufig seien sollte.

Peterson „Irish Flake“ von Kohlhase & Kopp
Beim Öffnen der Dose verströmt der Tabak bereits einen kräftigen, würzigen Geruch mit einer ganz leichten Note von getrocknetem Obst. Das Tabakbild ist ein schön gemaserter, dunkler Flake, leicht mürbe. Die Flakescheibe lässt sich problemlos knicken, falten und in die Pfeife einbringen. Beim Anzünden bäumt sich der Tabak ordentlich auf, glimmt aber gut an und lässt sich nach dem Niederdrücken und mit einem zweiten Streichholz problemlos in Brand halten und durch rauchen. Aufgrund der Stärke ist es empfehlenswert, nur dezent an der Pfeife zu ziehen und sich beim Rauchen die notwendige Zeit zu lassen, sonst erwischt einen spätestens bei der zweiten Hälfte der Füllung die volle Breitseite des Nikotins und sorgt für ein flaues Gefühl in der Magengegend. Der Tabak ist definitiv nichts für Anfänger! Der Peterson „Irish Flake“ schmeckt wie er riecht: Stark, schwer, vollmundig und würzig. Herbe, erdige Geschmacksnoten entfalten sich mit dem ersten Zug. Ab der Hälfte etwa entwickelt sich eine milde Süße und eine ganz leichte Note von Dörrobst.

Insgesamt ist und bleibt der „Irish Flake“ aber von Anfang bis Ende ein kompromissloser Tabak, der durch seine Vollmundigkeit, Kraft und Würze überzeugt.
Gesamteindruck
Tabak: Peterson „Irish Flake“
Meine Bewertung : Gut
Hersteller: Kohlhase & Kopp
Tabak-Typ : Virginia, Burley, Kentucky
Stärke: sehr stark
Schnittart: Flake
Aromatisierung: naturbelassen; kaum wahrzunehmende Note von Dörrobst
Raucheigenschaften: angenehm, kühl,
Abbrandeigenschaften: langsam, gleichmäßig und kühl


Peterson „Irish Flake“ von Mac Baren
Die „neue“ Mischung des Peterson „Irish Flake“ von Mac Baren unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von der alten Version. Der geöffneten Tabakdose entströmen ebenso kräftige, würzige und vollmundige Tabakaromen. Die Flakes sind in der Konsistenz vielleicht etwas feuchter und nicht ganz so mürbe, als es die Flakes von Kohlhase & Kopp waren und das Tabakbild ist eine Spur dunkler. Der Tabak lässt sich ebenso problemlos knicken, falten und stopfen. Er bäumt sich beim Entzünden auch ordentlich auf, lässt sich aber nach dem Niederdrücken mit dem Stopfer mit dem zweiten Streichholz leicht entzünden und brennt genauso problemlos herunter . Er lässt sich ohne großen Aufwand durch rauchen.
Geschmacklich habe ich die Mac Baren Version des „Irish Flake“ als etwas herber und würziger empfunden. Es fehlt die Süße, die bei der alten Mischung vor allem während der zweiten Hälfte der Füllung spürbar war. Der Tabak bleibt während der gesamten Füllung über ein sehr würziger, kräftiger und insgesamt harmonischer Genuss; schnörkellos, gradlinig, gut. Obwohl der Tabak auch einen ordentlichen Nikotingehalt besitzt, habe ich ihn nicht ganz so stark empfunden wie die alte Kohlhase & Kopp-Mischung des „Irish Flake“. Auch bei dem Mac Baren ist es ratsam, die Füllung bedächtig und ruhig zu rauchen, sonst macht einem die Stärke des Tabaks zu schaffen. Der „Irish Flake“ bleibt kein Tabak für Anfänger, sondern ist etwas für den erfahrenen Raucher.
Gesamteindruck
Tabak: Peterson „Irish Flake“
Meine Bewertung: gut
Hersteller: Mac Baren
Tabak-Typ: Virginia, Burley, Kentucky
Stärke: stark
Schnittart: Flake
Aromatisierung: naturbelassen
Raucheigenschaften: angenehm, kühl,
Abbrandeigenschaften: langsam, gleichmäßig und kühl


"Stirling Flake" von Rattray's
Zu guter Letzt möchte ich noch meinen Eindruck von dem neuen Rattray’s „Stirling Flake“ schildern, der ja auf den Kohlhase & Kopp Rezepturen des „Irish Flake“ basieren soll.
Der „Stirling Flake“ kommt ebenfalls nicht als Leichtgewicht daher. Er ist vollmundig, stark und kräftig. Sein Aroma ist herb, erdig, leicht süßlich und das Tabakbild ist etwas dunkler als es bei den beiden „Irish Flakes“ gewesen ist. Die Flakes sind leicht mürbe und lassen sich problemlos knicken, falten und stopfen. Die Feuchtigkeit liegt zwischen den beiden „Irish Flakes“. Der Tabak lässt sich im Vergleich zu den „Irish Flakes“ ohne große Gegenwehr entzünden und bequem bis zum Ende rauchen. Im Vergleich zum dem alten „Irish Flake“ von Kohlhase & Kopp habe ich ihn als etwas süßer und milder empfunden, was aber nicht über seine Stärke hinwegtäuschen sollte. Auch der „Stirling Flake“ ist eine vollmundige, kräftige Mischung, die eher für erfahrene Raucher zu empfehlen ist.
Gesamteindruck
Tabak: Rattray‘s „Stirling Flake“
Meine Bewertung : gut
Hersteller: Kohlhase & Kopp
Tabak-Typ: Virginia, Burley, Kentucky
Stärke: stark
Schnittart: Flake
Aromatisierung : naturbelassen, milde Süße
Raucheigenschaften: angenehm, kühl, ausgewogen
Abbrandeigenschaften: langsam, gleichmäßig und kühl

Fazit:
Alle beiden Nachfolger des alten Peterson „Irish Flake“ sind gelungene und sehr ausgewogene, harmonische Tabake. Der Mac Baren „Irish Flake“ ist ein wirklich kompromissloser, schnörkelloser Tabak, der durch seine Würzigkeit und Herbe besticht und auf jegliche Süße verzichtet. Er ist eher denjenigen ans Herz zu legen, die wirklich keine Kompromisse machen möchten und einen herzhaften, starken Tabakgeschmack mit einer ordentlichen Portion Nikotin bevorzugen. Der neue Rattray’s „Stirling Flake“ ist runder, milder, vielleicht etwas ausgewogener als der alte Peterson „Irish Flake“ von Kohlhase & Kopp. Er wird vielleicht eher diejenigen begeistern können, die eine leichte Süße und Milde bevorzugen, aber ansonsten auf die Würze und Vollmundigkeit der dark-fired Tabake nicht verzichten wollen.

Mir persönlich hat er von den drei Flakes am besten geschmeckt, weil er durch seine Ausgewogenheit besticht. Die beiden neuen Flakes waren nach meinem Empfinden vom Nikotingehalt etwas leichter als der alte „Irish Flake“. Sie sind für mich überzeugende Flakes, die ich aber aufgrund ihrer Stärke nur ab und zu genießen werde.


Da die Steuernummer auf der Verpackung nicht immer ein verlässliches Zeichen für den Hersteller ist, gerade bei einem Wechsel, wenn noch alte Lagerbestände mit abverkauft werden, lässt sich der Herstellerwechsel am besten anhand des Barcodes auf der Tabakdose, der Global Trade Item Number dokumentieren. Die ersten drei Ziffern bezeichnen immer das Herstellungsland. Für Deutschland wird der Nummernkreis 400-440 verwendet, für Dänemark 570-579.






Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land

Ihr Torsten Wieczorek

Donnerstag, 6. März 2014

News 2014: Ein Ebenholz-Unikat von Manfred Koziolek

Ein Unikat aus Ebenholz: 9 mm Filter, mit einer Gesamtlänge von 14,5 cm, einer Kopfhöhe von 5,5 cm, das Mundstück ist aus Acryl, marmorfarben. Mehr Informationen gibt es im Shop von Manfred Koziolek. (rr)

Nr. 4441; Copyright: M. Koziolek

Nr. 4441; Copyright: M. Koziolek

Nr. 4441; Copyright: M. Koziolek



Dienstag, 4. März 2014

Stad Oootmarsum - Heerenbaai

Nach Ralfs Review des Pöschl „Hansa Krüll“ im November letzten Jahres war bei mir das Interesse geweckt, eine typisch holländische Mischung mit einem ordentlichen Java Anteil zu probieren. So habe ich über einen Bekannten mir eine Java Mischung aus Holland mitbringen lassen, den Stad Oootmarsum „Heerenbaai“, den ich kurz vorstellen möchte.

Beim „Heerenbaai“ handelt es sich um einen typischen, holländischen Baai Tabak. Baai Tabake sind fein - bis grobschnittige Tabake aus Virginia, Burley, Kentucky, Maryland oder Java, bei denen die Blätter nicht gepresst sind. Sie sind nur wenig oder gar nicht aromatisiert, also naturbelassen. Diese Tabake finden meist ihre Fans unter den Liebhabern, die Tonpfeife rauchen. In Belgien nennt man diese Tabake „Semois“.
Aufgrund des Feinschnitts und des damit verbundenen schnellen Abbrands ist es ratsam, sehr behutsam und langsam zu rauchen, und entweder eine Pfeife mit mittelgroßem Kopf fester zu stopfen oder den Tabak vor dem Rauchen etwas anzufeuchten.
Der Stad Ootmarsum „Heerenbaai“ besteht aus verschiedenen indonesischen Tabaken, unter anderem aus Lumadjang, Besuki, Vorstenland, Boyolaby und Sumatra. Hinzugefügt werden Virginia, Maryland und ein wenig Burley. Hergestellt wird der Tabak von Heupink & Bloemen B.V. in den Niederlanden.
Das Tabakbild ist durchgehend hell und erinnert in seiner Konsistenz an Zigarettentabak. Der Tabak ist feinschnittig und relativ trocken. Er riecht leicht nach getrocknetem Gras und Wiesenkräutern. Es fehlt jede Süße, so wie man sie z.B. vom Virginia her kennt.
Fest in die Pfeife gestopft, muss man ihn behutsam rauchen, da er sonst schnell das Beißen anfängt und für einen ordentlichen Zungenbrand sorgen kann. Nach den ersten Zügen schmeckt man die Java Anteile deutlich in seinem Aroma, er dominiert die ganze Füllung über mit seiner feinen Würze. Insgesamt ist der Tabak recht kräftig im Geschmack, aber nicht sehr komplex und vielschichtig.
Der Stad Ootmarsum „Heerenbaai“ ist eine interessante Erfahrung für diejenigen, die gerne mal eine Java-Mischung probieren möchten oder gerne Feinschnitt rauchen. Grundehrlich, einfach gestrickt, ohne große Höhen und Tiefen.
Der 40 g Pouch kostet 6,60,--EURO.
Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land

Ihr Torsten Wieczorek

Sonntag, 2. März 2014

News 2014: Neues von Manfred Koziolek

9 mm Filter, hellbraun, Länge 14,5 cm, Kopfhöhe 4,8 cm, Mundstück: bersteinbarben mit einem Acrylring aus Cumberland (grün). Hier gibt es mehr Informationen. (rr) 

Nr. 449; Copyright: M. Koziolek

Nr. 449; Copyright: M. Koziolek

Nr. 449; Copyright: M. Koziolek

Samstag, 1. März 2014

Davidoff - Danish Mixture

Tabake von Davidoff und Dunhill haben an sich mehrere Gemeinsamkeiten. Sie sind recht teuer und sie sind von guter Qualität. Der Rest ist dann Geschmackssache. Auch im Bereich der Aromaten hält Davidoff was erstaunlich Gutes für uns bereit. Neben der durchaus schmackhaften „Scottish Mixture“ gibt es da noch die „Danish Mixture“. In der Hauptsache besteht die Mischung aus Virginias und Burley, dazu eine Prise Black Cavendish.


Den Duft aus der Dose als angenehm zu bezeichnen wäre untertrieben. Eine Spur Tabak und ein liebliches, sehr angenehmes Aroma schmeicheln die Nase. Es fällt schwer, sich auf eine Duftnote festzulegen. Der Ribbon Cut ermöglicht ein unkompliziertes Stopfen. Frisch aus der Dose kann der Tabak etwas feucht sein, dennoch gibt es für gewöhnlich mit dem Anzünden der Pfeifenfüllung keinerlei Probleme.


Tja, und dann folgt für Freunde, die nicht ausschließlich auf Kuhmist stehen, ein betörender, leicht aromatischer Rauchgenuss. Das bedeutet, dass der gute Tabak zum Zug kommt, aber dass da auch ein, wie ich finde, fulminantes Aroma mit spielt. Manche sprechen von Butterplätzchen. Da ich nicht der Naschkönig bin, lass ich das einfach mal so stehen. Mir schmeckt dieses Aroma auch. Ich kann es nicht definieren, es erscheint mir in der Tabakgilde einzigartig und lässt mich genießen.

Das Beste an dieser Komposition ist, dass der Tabak bis zum Ende durch schmeckt. Er baut nicht ab, er verzeiht ein Nachzünden, ist leicht bis mittelstark und hinterlässt dazu eine angenehme Raumnote. Die „Danish Mixture“ ist also in jeder Hinsicht gesellschaftstauglich. Kaum zu glauben, wenn es Pfeifenraucher gibt, die diesen Davidoff noch nicht probiert haben. Aber falls doch, dann garantiere ich, dass der Kaufpreis in Ordnung geht. Ein superber Aromat!


Autor: Ralf Ruhenstroth

Pfeifenmacher: Mauro Armellini (Italien)







Autor: Dieter Niermann