Willkommen bei Jogi-wan...

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Freitag, 31. Januar 2014

Huber - Virginia N° 7

Das Münchener Traditionshaus Huber bietet eine Vielzahl von verschiedenen Virginia-Mischungen an, die es dem „naturnahen“ Freund ermöglichen, sein Heil zu finden. Dazu muss man sich natürlich ein wenig Zeit nehmen und ein Döschen nach dem anderen durchrauchen. Ich bin momentan beim „Virginia N° 7“, einer Mischung aus einem ready rubbed Virginia, etwas Black Cavendish und einem Broken Virginia. Die Beschreibung passt, so wie versprochen findet man es in der geöffneten Dose vor.


Der Duft ist leicht heuig, etwas frühlingshafte Wiese, blumig und dezent süßlich, ein wirkliches Top-Flavour ist nicht feststellbar. Die gerissenen Blätter sind unterschiedlich breit, so dass man beim Befüllen der Pfeife eventuell etwas sondieren sollte, um möglichst problemlos das gleichmäßige Entzünden des Tabaks zu ermöglichen.


Ein etwas größerer Kopf sollte es schon sein, denn der Tabak hält klar definierbares bereit. So schmeichelt er durchaus an Zunge und Gaumen mit seiner natürlichen Süße, neigt dabei aber niemals zur Übertreibung. Ein unaufdringlicher Bursche, wie man ihn mag. Aber Vorsicht: Die Pfeife braucht Aufmerksamkeit, die „N°7“ ist nicht für nebenbei geeignet, sei es an der Schreibmaschine mit dem Rauchgerät im Mundwinkel zwischen den Zähnen oder gar auf einem Spaziergang im Freien mit beiden Händen in der Jackentasche. Er wird heiß, was dem „Nebenherraucher“ nicht gefallen wird. Dann hilft wirklich nur ein mehrmaliges Ablegen und Abkühlen lassen. Das wiederum geht ohne Probleme, der Tabak schmeckt auch nach mehrmaligem Anzünden.

Viel mehr gibt es zu dieser Mischung dann auch nicht zu sagen. Grundsolide, mit den beschriebenen Eigenschaften. Geschmacklich ein guter Einsteiger für die Aromatenfreaks, die mit der naturnahen Süße eines Virginias so noch nicht vertraut sind. Die Jungs und Mädels, die sich vorzugsweise ohnehin in diesem geschmacklichen Bereich herum treiben, werden möglicherweise zu dem Schluss kommen, dass der „Virginia N°7“ sicherlich seine Qualität hat, im Übrigen dann aber vielleicht doch zu wenige Ecken und Kanten zeigt. Man könnte es in so einem Fall auch als „nett, aber nicht besonders umwerfend“ bezeichnen.

Nicht besonders stark, recht helle Asche zurück lassend und mit einem virginia-typischen Raumduft freue ich mich schon auf die nächste Huber-Virginia-Mischung. Ich sage auch grundsolide, aber wirklich nicht ganz leicht zu rauchen. Preislich gesehen kommt der „Virginia N° 7“ dann allerdings doch mehr als solide daher.



Autor: Ralf Ruhenstroth

Donnerstag, 30. Januar 2014

Die grünen Pfeifen oder: Wandlung kann erstaunlich sein!

Wer bei Google "Norbert Lammert Bilder" eingibt, erhält nicht EIN Foto vom Bundestagspräsidenten mit seiner, angeblich, so geliebten Pfeife. Da waren also auch die "Säuberer" unterwegs und der „Pfeifenraucher des Jahres 2014" sich nicht zu schade, Beweise seiner Leidenschaft auf dem Altar der „Political Correctness" zu opfern. Schließlich will man ja nicht aus der rund gelutschten Phalanx beliebig austauschbarer Polit-Typen herausstechen. Zudem muss man ja immer den inquisitorischen Hexenhammer der öko-diktatorischen, grünen Verbotspartei fürchten.

Doch halt... was geht da vor? Sollte der grüne Wolf plötzlich Kreide gefressen haben? Nun, zumindest schwört die Parteiführung ihre Schäfchen neuerdings auf einen leiseren Kuschelkurs ein. Schließlich hat der berechtigte Ruf, eine Verbotspartei zu sein, zur schlagartigen Entfernung von den Fleischtöpfen der Bundesmacht geführt. DAS geht nun wirklich nicht. Also rasch die Realos striegeln und sie der Öffentlichkeit als die Prachtschafe präsentieren... und die Fundis werden rigoros geschoren und kurz angepflockt! Reicht das? Nicht ganz! Ein paar verirrte und immer noch zu laut blökende Schafe wie Barbara Steffens, müssen unbedingt ins Gatter... und Schäferin Hannelore muss neu instruiert werden. Der Mist, den dieses Schaf aber über die nordrhein-westfälischen Wiesen verteilt hat, stinkt nachhaltig zum Himmel.

http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/einzigartiges-ein-mann-handwerk-in-tabarz.html

Da ist es doch schön und für den Pfeifenraucher erfreulich, dass sich die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, bei einem Besuch der "Kallenberg"-Pfeifenmanufaktur mit Freude und Interesse von Herrn Filß das Handwerk erklären lässt... und sich, ganz nebenbei, noch als frühere Pfeifenraucherin outet.

http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/einzigartiges-ein-mann-handwerk-in-tabarz.html

Wir hätten Sie gern in unserem Kreis zurück, Frau Göring-Eckardt... wie wär's? Dann könnten wir zusammen mit Ihnen und dem grünen Spitzenkandidaten für die Europawahl, Monsieur José Bové, ein Pfeifchen rauchen und über Vernunft, Demokratie und Entspannung sprechen.

José Bové; s. http://www.tagesschau.de/ausland/europawahl396.html

Was also nun, liebe Grüne? Rasch liberale Schminke auf's inzwischen so gehasste Oberlehrer-Image pappen, leiser sprechen und den Status Quo sichern? Ja, das hätten Frau Steffens und Frau Kraft in NRW wohl gern! Doch während sich der scheinheilige Horst in seinem Bayern hinter dem Argument verstecken kann, dass dortige Rauchverbot sei (des faulen) Volkes Wille gewesen, ist die unverhältnismäßige Hysterie, die einen ganzen Wirtschaftszweig in NRW zu Grunde richtet, die Ausgeburt der grün-roten Bevormundung unbefragter Bürger!


Schicken sie das Schaf und seine Schäferin nach draußen. Sollen sie doch den selbst produzierten Dreck von den Wiesen kratzen. Ein Haufen von unausgegorenem Mist, unter dem schon Hunderte von Existenzen verschwunden sind, und unter dem DAS GRÜN wieder zum Vorschein kommen könnte, dass es normal denkenden Menschen ermöglicht, sich mit dieser Farbe wieder auseinander zu setzen, ohne das dabei zutiefst undemokratisches Gedankengut die Oberhand gewinnt. Auf eine "entspannte Füllung", Frau Göring-Eckardt.

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Mittwoch, 29. Januar 2014

Huber - Epikur

Huber "EPIKUR" oder die Mär von der Exclusivität!


Wer die Beschreibung des "Epikur" auf der Seite von Huber in München liest, hat den Eindruck, auf einen ganz besonderen, exklusiven Vertreter der Plug-Familie zu stoßen. Doch schon kurz nach Erscheinen des "limitierten" Foren-Tabaks (Forum Pfeife und mehr) pfiffen die Spatzen von den Dächern, dass es hierbei 1:1 um den "Full Virgina Plug" von Samuel Gawith handelt. Trotzdem (oder gerade deshalb) beschloss ich, mir mit meinem Freund Cord eine Dose zu teilen... probieren war Pflicht.

Ja... probieren. Ich für meinen Teil muss offen gestehen, dass ich die Plug-Fassung des "Full Virginia Flake" bislang nicht in der Pfeife hatte. ...und sowohl Freund Cord als auch ich finden, dass das kein Versäumnis war. Ich kenne natürlich die Lobeshymnen, die allerorten auf den "Full Virginia Plug" gesungen werden. Ein reiner Virgina, noch milder, noch süßer, noch sanfter, als sein Flake-Bruder. Uns aber, ehrlich gesagt, damit zu sanft. Der Flake kommt knackiger, eckiger, satter rüber. Den Plug finden wir dagegen eher langweilig... auch, wenn wir damit ziemlich allein stehen. Trotzdem sicher ein Spitzen-Vertreter seines Genres.


23,50,--EURO erscheinen ein günstiger Preis... bedenkt man die Kurse, die für S.G.-Tabake sonst hierzulande aufgerufen werden. Wobei auch trefflich darüber diskutiert werden darf, ob DIE ihren Preis wert sind! Zumal sie immer einige Gramm Feuchtigkeit beinhalten, die man zwar mit bezahlt, aber zur besseren Rauchbarkeit erst einmal aus den Kräutern heraus bringen muss. Ein schlechter Nachgeschmack bleibt nur ob des tapsigen, beinahe tragikomischen Versuches des Hauses Huber, hier mit aller Gewalt und jeder Menge Theaterdonner das "Exklusiv"-Schild anzubringen.


Ja, ich weiß, dass es solche Sondervermarktungen in anderen Branchen längst gibt - besser wird es davon aber auch nicht. Der beste Witz ist mal wieder die Limitierung. Wer leer ausgeht, sollte sich nicht grämen. Er kann ja den gleichen Tabak unter anderem Namen bestellen - in unbegrenzten Mengen, wenn er will. Der Plug ist für die Fans sicher ein willkommenes Highlight - die Einführung und Vermarktung des Epikur war und ist aber eher eine eigenartige "Philosophie".

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Dienstag, 28. Januar 2014

Borkum Riff - Mixture Scandinavian

Die „Scandinavian Mixture“ war der zweite Pfeifentabak meines Lebens. Der erste war der Mc Lintock „Wild Cherry“, und obwohl ich damals noch völlig neu bei der Sache war, hatte ich schon nach den ersten 3 - 4 Füllungen so eine Ahnung: Es muss doch bessere Tabake geben.

Vielleicht gibt es ja Tabake, dachte ich, die „natürlicher“ schmecken und mehr bieten als dünnen, künstlichen Kirschgeschmack, „harmonisch“ abgerundet mit heißer Luft. Also bin ich in die Trafik gegangen, um mir einen Tabak ohne Aromatisierung empfehlen zu lassen. In die Hand gedrückt wurde mir die „Scandinavian Mixture“ von Borkum Riff.

Dass die auch nicht ganz naturnah war, wurde mir erst einige Tabakkäufe später klar. Dennoch gefiel mir diese Mischung ganz gut. So gut immerhin, dass ich wenigstens einmal im Jahr einen 50 g-Pouch verraucht habe (bis jetzt). Das tolle an der „Scandinavian Mixture“ war, dass sie einfach und ehrlich war. Ein milder Tabak, leicht geflavourt mit einem Aroma, das ich nie wirklich beschreiben konnte. Dunkle Schokolade mit Rosenöl – zufrieden bin ich mit meiner Beschreibung nicht, aber ich bekomme es nicht besser hin. Doch obwohl diese – zugegeben – merkwürdige Kombination heftig klingt, war das Flavour sehr dezent und lies genug Platz für einen würzigen, tabakechten Grundcharakter.


Doch dann wurde aus der „Scandinavian Mixture“ die „Mixture Scandinavian“. Die Reihenfolge der Worte wurde einfach umgedreht und die Schriftart geändert. Früher war „Scandinavian“ in Blockbuchstaben und „Mixture“ in geschwungener Schrift – heute ist es genau anders herum. Leider hat der neue „blaue Borkum Riff“ mit dem alten überhaupt nichts mehr zu tun. Der Geruch ist immerhin fast noch derselbe, abgesehen davon, dass er mit einer grausamen Vanillenote „verbessert“ wurde. Die ersten Züge erinnern noch an frühere Zeiten, doch nach dem ersten Drittel verblasst der Geschmack, wie eine alte Erinnerung (um es poetisch zu sagen). Es folgen 30 Minuten heiße Luft, sofern man die Pfeife nicht vorher weglegt.

Schade, dieser Tabak war mal richtig gut. Ich werde schauen, ob ich noch ein paar alte Pouches aus Restbeständen ergattern kann. Die werde ich mir dann gut einteilen. Denn obwohl die „Scandinavian Mixture“ niemals in der Oberliga gespielt hat, tut es doch ein bisschen weh, wenn ein durchaus solider „Tankstellentabak“ in eine 0815 Rauchpappe verwandelt wird. Ein bisschen Recherche ergab außerdem, dass der Tabak früher von Swedish Match produziert wurde, heute jedoch von der Scandinavian Tabacco Group. Außerdem wurde der Burley durch Black Cavendish ersetzt – ich denke da liegt der Hund begraben.


Autor: Max Muthsam

Montag, 27. Januar 2014

Jürgen Börner - Der Tüftler mit Seele

Nein, die große Show ist nicht seine Sache. Ruhig seine Art, sachlich sein Auftritt. Kein Lautsprecher... doch wenn er etwas sagt, höre nicht nur ich konzentriert zu. Viele Sätze, die bevorzugt mit : "Weeste, Ralli..." beginnen, überraschen mit Ideen, Erkenntnissen und Feststellungen, die mich gern auch mal längere Zeit beschäftigen. Man hat das Gefühl, dass er im Inneren ständig an der Pfeife arbeitet, Formen erdenkt, Alternativen erwägt, Details analysiert und eigene Wege entwickelt.


Und das alles in einer handwerklichen Qualität, die einem mehr, als nur Respekt abnötigt. Nicht umsonst ist Jürgen Werkzeugmacher von Beruf. Präzision ist bei seiner Arbeit oberstes Gebot, Optimierung eine Triebfeder. Das sieht man zum Beispiel an der ständigen Weiterentwicklung seiner handgeschnittenen Mundstücke, die für mich die BESTEN auf dem Markt sind.


Doch es gibt auch noch einen zweiten Jürgen Börner. Den Künstler, der eine unverwechselbare Handschrift für sich entdeckte, dessen "typischer Stil" aber eigentlich darin besteht, dass er keinen hat. Das klingt widersinnig, ist es aber nicht. Der "Börner-Fluss" ist in allen Werken erkennbar, doch seine Bandbreite ist erstaunlich. Klassiker wie Cuttys, Blowfishs und seine unnachahmlichen Vulcanos finden sich ebenso, wie beinahe als " Modern Art" zu bezeichnende Pfeifen mit Calabash-System und atemberaubend neuen Formen. Ja, dieser Mann ist stets für Überraschungen gut... wohl, weil sein "Radar" nie still steht, die "Ideen-Maschine" in seinem Kopf nie schläft.


Seine Ansprüche an das verwendete Material und die perfekte Umsetzung machen seine Pfeifen "preis-wert"... im wahren Sinne des Wortes! Bleibt zu hoffen, dass er nicht durch den osteuropäischen und chinesischen Einfluss ebenso in die Unbezahlbarkeit abdriftet, wie einige Kollegen. Ja, ich weiß, dass das egoistisch ist. Es ist aber der Wunsch eines Menschen, der sich Pfeifen wie die von J.B, noch mit ehrlich erarbeitetem Geld leisten können möchte. Man möge mir das verzeihen.


Zu sagen, dass ich Jürgen Börner mag, wäre deutlich untertrieben. Ich bewundere und achte Ihn und seine Arbeiten sehr... und schätze mich glücklich, ihn zum Freund zu haben. Weil er nicht nur ein grandioser Pfeifenmacher ist, sondern auch ein großartiger Mensch.

Danke, Jürgen!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Sonntag, 26. Januar 2014

News 2014: Ein neues Unikat von Manfred Koziolek

Ein weiteres Unikat aus der Werkstatt von Manfred Koziolek: Eine 9-mm Filterpfeife , Farbe gold-gelb, das Mundstück aus Acryl, bernsteinfarben. Länge ca. 14cm, die Kopfhöhe beträgt ca. 5 cm. Weitere Informationen gibt es hier. (rr)

Nr. 432; Copyright: Manfred Koziolek

Nr. 432; Copyright: Manfred Koziolek

Nr. 432; Copyright: Manfred Koziolek

Nr. 432; Copyright: Manfred Koziolek

Samstag, 25. Januar 2014

News 2014: Eine Minipoker von Volker Hahn

Mit der Pfeife Nr. 250 von Volker Hahn soll das Jahr klein beginnen. Es handelt sich um seine erste "Minipoker". Teilrustizierte Oberfläche, Handcut-Acrylmundstück, Reverse Calabash System ohne Filter.

Länge: 94 mm, Kopfhöhe: 44 mm, Brennraumtiefe: 31 mm, Gewicht: 41 g.


Hier geht es zu Volker Hahn. (rr)




Freitag, 24. Januar 2014

Das Betreiben eines Online-Shops ist Neuland :-)

Stellt Euch folgendes Szenario vor:
Ihr wollt mal wieder zum Aldi fahren um dort Euren monatlichen Großeinkauf zu erledigen. Leider habt Ihr plötzlich Hausverbot! Ihr bittet und bettelt, aber Euch bleibt der Zutritt verwehrt. Ihr dürft zwar am Schaufenster gucken und euch die Nase platt drücken, aber rein dürft ihr nicht. Also macht ihr Euch auf zum Lidl. Dort angekommen sucht ihr alltägliche Dinge wie Butter und Marmelade, bekommt aber nur Streichkäse und Sülze. Ihr wechselt also frustriert zum dritten Laden im Ort und fahrt mal wieder zu Netto. Die angepriesenen Angebote aus dem Werbeblättchen sind aber leider schon ausverkauft. Der Filialleiter gibt Euch aber zu der Marmelade im Einkaufswagen noch ein Extraglas obendrauf und in die Einkaufstüte steckt Euch die Kassiererin noch unbemerkt eine Packung Kaugummi.
Klingt merkwürdig? Absurd? Nein! In der Pfeifenwelt ist mir genau das passiert!Genau so – nur ganz anders. Lasst mich Euch mitnehmen auf meine kleine Reise durch den Pfeifenkosmos. Eine Reise voller Missverständnisse, voller Irrungen und Wirrungen. Einsteigen. Anschnallen. Die nächste Fahrt geht rückwärts!
Ich wollte Anfang Januar 2013 meine monatliche Bestellung bei Dan Pipe online aufgeben. Leider wurde mir nach der Onlineshop-Erneuerung der Zugang zum Shop verweigert. Ich konnte mich mit meiner Email Adresse und meinem Passwort nicht mehr anmelden. Der Versuch mir mein Passwort zuschicken zu lassen funktionierte ebenso wenig. In beiden Fällen bekam ich die Fehlermeldung, dass meine Email-Adresse nicht bekannt sei. Ich versuchte mich als Neukunde zu registrieren, leider ebenfalls ohne Erfolg. Denn an diesem Punkt bekam ich wieder eine Fehlermeldung. Für die von mir angegebene Email-Adresse würde bereits ein Kundenkonto existieren. Ja wie? Was denn nun? Ich ging erst mal von meiner eigenen Dummheit aus und dachte an einen Tippfehler. Also alles noch mal von vorne. Und nochmal und nochmal. Das Ergebnis war stets das Gleiche. Die müssen da ein Foto von mir haben, mit einem roten Querbalken, der sich diagonal über mein Gesicht zieht. Drunter steht: Wir müssen draußen bleiben!
Also habe ich von der Arbeit aus angerufen und man hatte die Lösung parat: Ich solle mir doch bitte mein Passwort zuschicken lassen. Da ich von der Arbeit nicht auf die Internetseite zugreifen kann, nahm ich Depp den Tipp dankend an. Ich hatte der Dame zwar zuvor erzählt, das der Lösungsvorschlag, der auf der Shopseite steht, (Lassen sie sich ihr Passwort zuschicken) nicht funktioniert, aber nun gut. Ich rief einige Tage und fehlgeschlagene Versuche des Einloggens/Registrierens später erneut an. Diesmal waren meine Kundendaten dreifach vorhanden aber man würde zwei davon löschen. Ich glaubte es nur zu gern. Leider half auch das nichts. Nach mehreren Telefonaten, in denen mir versucht wurde zu helfen und einer Email (auf die ich bis heute keine Antwort erhalten habe) habe ich nun frustriert aufgegeben.
Ich hoffe, dass es irgendwann auch für mich wieder möglich ist, dort einzukaufen, denn viele der lieb gewonnenen DTM-Mischungen möchte ich nicht missen, ebenso wie die sonst tadellose Abwicklung. Bis zur Umstellung des Shops hat ja alles wunderbar funktioniert.
Aber nun stand ich da, kaum noch Tabak zu Hause, kaum noch Filter, und auch die Reiniger neigten sich dem Ende. Also auf zu neuen Ufern! Ich hatte mich doch nach einem gesehenen YouTube-Video Anfang Dezember 2013 bei Pfeifen Huber in München registriert. Da gab es doch auch so viele leckere Tabake, die ich zu den benötigten Filtern und Reinigern endlich mal probieren könnte. Also schnell auf die Internetseite und anmelden.
Denkste! Ich musste mich erneut registrieren. Warum? Keine Ahnung. Aber die Registrierung ging auch dieses Mal ruck zuck. Endlich! Ich durfte Ware, die mir angeboten wurde auch tatsächlich in den Warenkorb packen und nicht nur anschauen. Also zuerst schnell die begehrten Tabake… …dann die Filter… …auf zu den Reinigern. Ich nehme am liebsten die braun-weißen White Elephant, und wenn die nicht da sind auch die Blitzreiniger oder die blau-weißen von Vauen. Pustekuchen! Solch exotische Ware erhält man dort nicht. Zur Auswahl standen Lesepfeifenreiniger, weiße oder schwarz-weiße Huber-Reiniger. Da ich von den Weißen recht wenig halte und ich nur einmal in meinem Leben schwarz-weiße Reiniger (wenn man diesen Blumendraht mit zwei Baumwollfäden überhaupt so bezeichnen darf) gesehen habe, brach ich meine Huber-Shoppingtour ernüchtert ab.
Als ich verbittert auf meinem Stuhl zusammen sackte und bitterlich anfangen wollte zu weinen, erinnerte ich mich an Pfeifen Behrend. Die hatten mir zwar eine Email zukommen lassen, das auch sie einen neuen Shop haben, aber einen Versuch war es wert. Nach einer Neuanmeldung wurde mir prompt Zutritt gewährt. Diesmal zäumte ich das Pferd von hinten auf. Erst zu den Reinigern. Einige Päckchen Blitz- und Vauen-Reiniger waren schnell eingekauft. Dann noch die Familienpackung Vauen-Filter und ab zu den Haustabaken. Der von mir geliebte 11er fand sehr schnell seinen Weg in den Warenkorb, sowie ein paar andere Hausmischungen auch. Fix noch via PayPal bezahlen und schon Morgen würde ich mein Päckchen in den Händen halten.
Nö! So einfach ist einkaufen „Heut zu Tage“ nicht mehr! Kurze Zeit nach meiner Bestellung offenbarte mir Herr Behrend telefonisch, dass bei der Shopumstellung wohl etwas nicht ganz glatt gelaufen ist und der 11er zwar als verfügbar angezeigt wird, aber zur Zeit ausverkauft ist. Er bot mir eine Rückerstattung des Betrages an, aber ich endschied mich einfach für einen anderen Tabak. Per Email informierte er mich später darüber, dass er mir für die Unannehmlichkeiten noch ein 100er Pack Filter kostenlos dazu legt und als ich tags darauf mein Paket öffnete, fand ich auch die fast schon obligatorische Dreingabe von Streichhölzern und Extra-Reinigern vor.
Wenn ich es nun recht bedenke, wäre es sowohl vom Zeitaufwand als auch nervlich sicher schon einfacher gewesen, die 60 Kilometer zu fahren, um das nächste Fachgeschäft zu besuchen. Aber wer weiß, welche Abenteuer ich dort er- und überleben müsste?

Autor: Sven Linke

Anmerkung Jogi: Vor ca. 14 Tagen kam ich auf die lauschige Idee, mir im Online-Shop von Peter Heinrichs eine 250-g-Stange „Curly Block“ zu bestellen. Email-Adresse und Passwort eingegeben. Aber ich konnte mich nicht einloggen. Eine Überprüfung der persönlichen Unterlagen ergab, dass beides von mir richtig eingetippt worden war. Aber gut.. man gönnt sich ja sonst nichts. „Passwort vergessen“ gedrückt. Schwups kam das Neue per Mail. Die Adresse war offensichtlich richtig, nur mein Passwort konnte die Software nicht mehr verarbeiten. Also Email-Adresse erneut eingegeben – neues Passwort eingegeben.  Antwort: Kein Login möglich! Ähm...ich habe mich im Anschluss sofort im neuen, funktionierenden Online-Shop bei Dan Pipe eingeloggt und 250 g „Jolly Joker“ bestellt. :-)


Donnerstag, 23. Januar 2014

Die Pfeife in der Presse...







Made by Ralligruftie
Autor: Ralf Dings

Rauchverbote oder: Warum es um mehr geht, als ums Rauchen!

Rauchverbote dienen, so heißt es, dem Gesundheitsschutz. Der Staat denkt dabei nicht nur an die Gesundheit der Nichtraucher, sondern auch an die der Raucher. Ist das nicht eigentlich eine feine Sache? Jahrhundertelang hat sich der Staat überhaupt nicht für die Gesundheit der Menschen interessiert. Stattdessen hat er seine Bevölkerung in sinnlosen Kriegen sterben lassen. Und wenn der Krieg zu Ende war, durften sie nach Hause gehen und sich auf Feldern und in Fabriken ausbeuten lassen. Wer nicht im Krieg starb, der starb in der Fabrik oder in der Kohlegrube.

Doch heute haben wir zum Glück einen viel humaneren Staat. Er ist eigentlich das genaue Gegenteil von dem furchtbaren Staat früherer Zeiten. Unserem Staat ist unser Wohlergehen nicht egal. Ganz im Gegenteil: Er kümmert sich um unsere Gesundheit. Bisher geschah das vor allem durch ein Sozialsystem. Das ist halt im Moment im Abbau begriffen, wegen der Krise. Aber der Wille zählt! Und obwohl für den Sozialstaat kein Geld mehr da ist (der einzelne Mensch ist halt nicht so systemrelevant, wie eine große Bank), lässt uns unser Staat nicht hängen. Er verändert einfach seine Strategie. Indem uns vorgeschrieben wird, was wir zu tun und zu lassen haben, sollen wir erst gar nicht krank werden! Ein doppelter Gewinn: Der Staat spart das Geld (das brauchen andere dringender), und uns selbst bringt es (angeblich) Gesundheit – auch wenn es bis heute äußerst unklar ist, was und wie viel wovon eigentlich wirklich gesund ist. Egal, der gute Wille zählt!

Unser Staat ist sogar so human und fortschrittlich, dass er mit der Regulierung des Rauchens nicht mal nur die Nichtraucher schützen will. Sogar die Raucher selbst will er schützen! Wenn das nicht fürsorglich ist! Mittlerweile gibt sogar der eine oder andere Raucher zu, dass er sich über die Rauchverbote freut. Dennoch: Viele Leute werden das Gefühl nicht los, dass es bei den Rauchverboten um mehr geht, als ums Rauchen. Doch was ist dieses „mehr“? - Dessen Analyse konsequent nicht stattfindet. Warum beschränkt sich die öffentliche Diskussion nur auf das unmittelbare Für und Wider? Ich habe versucht, dieses „mehr“ philosophisch zu analysieren. Dabei habe ich drei Punkte gefunden, die auf eines hindeuten: Die Entsolidarisierung.

Hilfreich für diese Analyse war das Denken von Robert Pfaller (der in den letzten Jahren einige äußerst lesenswerte Bücher geschrieben hat, z.B. „Wofür es sich zu leben lohnt“), Michel Foucault und Immanuel Kant. Anstatt diesen Text mit Quellenangaben zu strapazieren, sei an dieser Stelle einfach auf diese Philosophen verwiesen.

1) Neutralisierung der Öffentlichkeit (Robert Pfaller)

Ist es angemessen, in einer öffentlichen Diskussion hauptsächlich darüber zu sprechen, wer und wie viele sich „belästigt“ fühlen? Ist das Kriterium des „sich belästigt fühlen“ eigentlich angemessen, wenn es Ge- und Verbote im öffentlichen Raum geht? Fordert dieses Kriterium nicht geradezu dazu auf, dass jeder den öffentlichen Raum als erweitertes Wohnzimmer versteht? Moment, die Öffentlichkeit als Wohnzimmer? Das klingt ja gar nicht so schlecht, oder? Doch. Weil mangels praktikablen Kompromisses überhaupt nichts mehr erlaubt wäre. Essen, Rauchen, spielende Kinder, Erholung, Klassik oder Techno… Jeder Mensch hat verschiedene Vorstellungen davon, was in ein gemütliches Wohnzimmer gehört. Und wenn niemand sich belästigt fühlen soll… Richtig, dann kann am Ende überhaupt nichts mehr erlaubt sein. Das Wohnzimmer wird zum Klassenzimmer. Und in dem sitzt nicht eine Petze, sondern nur noch Petzen.

Dabei sollte Öffentlichkeit eigentlich mehr sein, als ein Wohnzimmer, denn dann könnte man ja gleich zu Hause bleiben. Öffentlichkeit sollte ein Ort der Begegnungen und Möglichkeiten sein. Dabei muss nicht alles, allen gefallen. Eine Öffentlichkeit, die nur noch das bietet, was allen gefällt (der minimalst denkbare Kompromiss), ist eben keine Öffentlichkeit mehr. Eine solche „Öffentlichkeit“ hat keine Potentiale und ihre Bürger bringen politisch nichts mehr zustande. Die Funktion der Öffentlichkeit ist nämlich auch eine politische. Denn sie ist das Forum der Bürger. Erst hier werden viele Einzelne zur „Gesellschaft“ zusammengefasst. Diese wiederum ist das Instrument, das den Staat lenkt.

Wenn es keine Gesellschaft gibt (aus der sich z.B. auch die „Zivilgesellschaft“ als Träger der Moral bildet), steht der Einzelne dem Staat völlig ausgeliefert gegenüber, der stattdessen von irgendwem anderen (Technokraten, Lobbys, etc.) gelenkt wird. Man könnte auch sagen: Das öffentliche ist politisch. Es ist zwangsläufig politisch. Es gibt keine Diskussion über Ge- und Verbote in der Öffentlichkeit, die nicht fundamental relevant ist. Die Art und Weise, wie Öffentlichkeit gestaltet wird, weist direkt auf den Zustand der Demokratie hin. Selbst, wenn es angeblich „nur“ ums Rauchen geht.

Das Angebot einer Politik, die sich human gibt, und für jeden, der sich belästigt fühlt, ein Verbot erlässt, könnte ein geschickter Raubzug sein, der es auf die mächtigste Waffe der Bürger abgesehen hat: Eine dynamische Öffentlichkeit, die zwar nicht frei von unterschiedlichen Ansichten ist, aber in der die Bürger Würde empfinden können – weil man von ihnen verlangt, sich als Erwachsene zu benehmen. Eine Politik, die Bürger ermutigt, sich empfindlich wie Kinder zu verhalten, sollte hinterfragt werden – egal worum es geht.

2) Nicht Fürsorge, sondern „Biomacht“ (Michel Foucault)

Einen anderen Anhaltspunkt habe ich in Michel Foucaults (1926-1984) Konzept der Biomacht gefunden. Die „traditionelle“ Macht, war eine Macht über Leben und Tod. Der Lehnsherr hatte (theoretisch) jederzeit die Möglichkeit, das Leben seiner Untertanen zu beenden, man denke an die eigentumsgleiche Stellung der Leibeigenen.

Doch mit der Moderne muss man ein neues Konzept der Macht entwickeln. Denn die traditionelle Macht, die sich einfach darin erschöpft über Leben und Tod zu gebieten, passt nicht mehr. Die ökonomischen Veränderungen (Industrialisierung, Aufkommen des Kapitalismus) erfordern ein neues Konzept. Jetzt kommt es darauf an, das Leben der Untertanen zu fördern, zu optimieren und zu regulieren(!), damit sich diese in die Produktionsprozesse optimal einpassen.

Erst jetzt werden Angelegenheiten wie Gesundheit, Geburtenrate, Sexualität und Lebensgewohnheiten ein Thema für die Politik. Vorher waren diese Dinge relativ uninteressant. Ab nun behandelt die Politik fast nur noch diese Fragen. Politik wird fast ausschließlich Biopolitik.

Das „freie“ Subjekt

Diese neue Art der Machtausübung wird nicht mehr „von oben herab“ ausgeübt, wie das früher der Fall war. Stattdessen entwickelt sich ein dichtes Netz von Diskursen, das die gesamte Gesellschaft durchzieht. Diese Diskurse bestimmen, grob gesagt, welche Aussagen getroffen werden können, welche Schlussfolgerungen gezogen werden können, was als wahr oder falsch gelten kann. Diskurse bestimmen, was als „Wissen“ gelten kann. Das heißt auch, dass Macht nicht mehr lokalisiert werden kann. Nicht „die Regierung“ allein übt die Macht aus. Macht, als Diskurs, durchzieht als Netz die gesamte Gesellschaft, jeder kann hier Macht ausüben, solange er dabei den vorgegebenen Regeln des Diskurses folgt.

Ist nicht der Hass, der den Rauchern teilweise entgegenschlägt, bemerkenswert? Es könnte einem ja egal sein, ob jemand raucht oder nicht. Warum aber dieser Fanatismus, warum diese Lust an harten Worten? Weil die harten Worte mit einem Diskurs korrelieren. Und der Diskurs ist Machtausübung. Die Lust an den harten Worten ist eine Lust an der Machtausübung, nicht bloß die Lust am „pöbeln“.

Doch der Diskurs ist perfider, als dass er bloß den radikalen Nichtrauchern die Möglichkeit gibt, Macht auszuüben. Kennt nicht jeder einen Exraucher, der sagt, er fühle sich erst wirklich frei, seit er mit dem Rauchen aufgehört hat? Übersetzt in Foucaults Denken heißt das: Vorher durfte er sich nicht frei fühlen, weil ihm das der Diskurs eingebläut hat: „Wer raucht, ist nicht frei!“ – Was auch immer „frei“ bedeuten soll, dieser Begriff spielt in Wahrheit keine Rolle. Er klingt nur gut.

Nicht nur dem radikalen Nichtraucher, auch dem Raucher macht der Diskurs das verlockende Angebot, an der Macht teilzuhaben. Aber nur, wenn er mit dem Rauchen aufhört. Solange er raucht, ist er machtlos, ein Sklave seiner Sucht.

An dieser Stelle muss man sich überlegen, ob es angemessen ist, für uns, die wir uns gerne als die „moderne Welt“ bezeichnen, solche manipulativen Methoden zuzulassen.


3) Relativierung der Würde (Immanuel Kant)

Bleiben wir bei den harten Worten: Warum war es den Machern des Antiraucherdiskurses so wichtig, die Raucher explizit in die Nähe der Unfreiheit zu stellen? Warum hat man sich nicht damit begnügt, das Rauchen einfach als „schlechte Angewohnheit“ zu disqualifizieren, wie es schon früher gemacht wurde? Das hat „gute“ Gründe, die beweisen, wie intelligent das ganze geplant ist. Denn die Besonderheit des Menschen liegt darin, ein Freiheits- und Vernunftwesen zu sein. Das ist eine zentrale Errungenschaft des christlich-abendländischen Denkens der letzten 2500 Jahre. Das erst unterscheidet den Menschen vom Tier. Es ist die Fähigkeit über sich selbst zu reflektieren und sich autonom Ziele zu setzen. Nichts anderes besagt der kategorische Imperativ:

Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Element der Freiheit: Der kategorische Imperativ gibt keine inhaltliche Regel vor, wie etwa „du sollst nicht töten“ oder „du sollst nicht rauchen“. Im Gegenteil: Das Individuum selbst ist berufen, eine konkrete Regel zu formulieren (= Element der Autonomie = Selbstgesetzgebung). Das wunderbare ist, dass im kategorischen Imperativ bereits der Gedanke der Toleranz mitschwingt (obwohl das nicht mal sein Hauptanliegen ist).

Doch wer nicht frei ist, der ist auch nicht zur Autonomie fähig. Doch die Freiheit bildet das Zentrum der Menschenwürde. Menschenwürde besagt nichts anderes, als den Menschen allein schon deshalb zu achten, weil er ein Mensch ist. Die Würde des Menschen ergibt sich letzten Endes aus seiner Fähigkeit zur Autonomie. Und genau diese will man den Rauchern absprechen. Wenn es heißt, Raucher sind nicht frei, heißt es implizit: Sie haben keine Würde und sind eigentlich keine echten Menschen.

Menschenwürde ernst nehmen

Natürlich könnte man meinen, es sei übertrieben im Zusammenhang mit den Rauchverboten, von tiefgründigen Begriffen, wie der Menschenwürde, zu sprechen. Aber bei einer philosophischen Analyse des Themas drängt sich dieser Begriff zwangsläufig auf. Wenn dem Raucher die Freiheit abgesprochen wird, wird auch automatisch seine Würde in Frage gestellt. Denn diese definiert sich nun mal (u.a.) über die Freiheit.

Fazit: Drei „mehrs“

1) Der Begriff der Öffentlichkeit. Die Öffentlichkeit wird zunehmend in einen sterilen Raum verwandelt, in dem niemand mehr mit Dingen konfrontiert wird, die ihn stören könnten. Doch diese Art von Öffentlichkeit hat uns nichts mehr zu bieten. Sie ist tot. Das hat bedenkliche, politische Konsequenzen.

2) Biomacht. Der moderne Staat will nicht „unser Bestes“, er ist nicht „besorgt“ um uns. In erster Linie geht es ihm um Effizienz. Gesundheit an sich soll der höchste Wert sein, denn das bringt die größte Effizienz. Fragen nach einem (individuellen) Sinn des Lebens sind dagegen ökonomisch irrelevant.

3) Beim Antiraucherdiskurs handelt es sich nicht einfach nur um die Unterdrückung und Diskriminierung der Raucher. Im Gegenteil: Dieser Diskurs bietet Macht an. In erster Linie bietet er den Nichtrauchern Möglichkeiten zur Machtausübung an. Doch auf perfide Weise erfasst er auch den Raucher: Seine Freiheit wird eine Frage von Rauchen oder Nichtrauchen (So absurd das auch klingen mag – es funktioniert). Wie plausibel das ist, das wird aus gutem Grund ausgespart.

Entsolidarisierung

Der Einzelne soll für alles verantwortlich gemacht werden, was ihm widerfährt. Denn der Sozialstaat wird angeblich zunehmend zu teuer. Das Rauchen bietet einen guten Einstiegspunkt, die Solidarität aufzuheben (Robert Pfaller):

Was, du hast Lungenkrebs? Das kann nur daran liegen, dass du geraucht hast, oder dich in der Nähe von Rauchern aufgehalten hast, oder sonst irgendwie „ungesund“ gelebt hast. Denn wir haben das Rauchen ja überall verboten und dir gesagt, was alles „ungesund“ ist. Das war deine Verantwortlichkeit, also zahl auch für deine Behandlung selber, oder stirb.

Foucault: „Das alte Recht sterben zu machen, oder Leben zu lassen, wurde abgelöst von einer Macht […] in den Tod zu stoßen.“



Autor: Max Muthsam

Mittwoch, 22. Januar 2014

Münchner Schmankerl - Dreimal Dallmayr...!

Dallmayr - geht da bei Ihnen auch direkt dieses Kopfkino los, dass uns die Werbung eingehämmert hat? Frauenkirche, gestärkte Schürzen, Vespa mit schönen, jungen Menschen und ein Lächeln, dass selbst Frau Lange mit ihren "Storck-Riesen" nicht mütterlicher hin bekam? Genau, der Kaffee heisst "Prodomo"... aber um den geht es jetzt nicht. Es geht um die Pfeifentabake des Hauses. Ich bin zu selten in München, um es zu wissen. Man sagte mir aber, dass diese Tabake aus einem kleinen, feinen Geschäft stammen, dass Tür an Tür mit den gestärkten Schürzen zu finden ist. Vorstellen möchte ich drei Dallmayr-Feinchen (wie der liebe Matthias gesagt hätte), die recht unterschiedlich sind.


Beginnen wir mit dem "Vanilla". Ja, ok... ein wirklicher Aromaten-Crack werde ich nie. Doch bisweilen mag ich auch Süßigkeiten, wenn sie harmonisch sind - so, wie dieser Tabak. Das Tabakbild weist ordentlich Black Cavendish auf, dazu recht sanft gefärbte Virginias und einen ergänzenden Burley-Anteil. Der Duft ist zart vanillig, die Konsistenz nicht zu feucht, der Schnitt eher fein.


Entgegen der Vorsicht packe ich ihn in eine große Maestro de Paja und nehme sanft die ersten Züge. Hmm... nicht übel. Man schmeckt tatsächlich auch Tabak, mild-süß... dazu eine nicht überbordende und absolut nicht künstlich wirkende Vanille-Würzung. Er wird nicht spitz, bleibt ganz entspannt... und die Vanille hält sich gut in der Waage. Sogar länger, als nur bis zur Hälfte meines "großen Potts". Danach ebbt das Aroma leider merklich ab, ganz verschwindet es aber nicht. Bis zum Schluss... der kein "bitteres Ende" ist. Gefällt mir und macht einen recht hochklassigen Eindruck. Da kann man durchaus mal 9,55,--EURO für ausgeben. Ein unaufgeregter Genuss zum Feierabend!


Ach ja...die "alten Dänen". Ich weiß noch gut, wie ich ins Schwärmen geriet, als der Larsen N° 50 "Light Sweet" damals auf den Markt kam... dieses delikate Ahorn-Aroma... herrlich! In dieser Tradition präsentiert sich der "Dallmayr Danish". Helle Virginia-Grades, durchsetzt mit etwas Black Cavendish und abgerundet mit dem Duft und Geschmack von Ahorn-Sirup. Nein, nicht damit zugekippt... das ist das Schöne! Wer plakatives Ahorn-Aroma erwartet, sollte lieber zum aktuellen Larsen N° 50 greifen, er muss aber dann auch mit dessen gelegentlicher Schärfe leben... und mit dem ständigen Gefühl der leichten Künstlichkeit.


Wer süßen Virginia mit dezent-würziger Ahorn-Note möchte, dem empfehle ich den (auch in der angenehmen Rauchnote) entspannten Dallmayr. Kein Biss, keine Schärfe und ein Aroma, dass zumindest bis zum letzten Viertel durchhält. Leckere Nostalgie der feinen dänischen Art.


"Scottish".... nun, DAS kann viel heißen. Es gibt Schotten mit und ohne Latakia, erdig-kräftig und eher mild-würzig... mal schauen, wie K & K das für Dallmayr interpretiert hat. Dose auf, Nase rein, tiiief Luft holen. UUUIIIIH, WAS`N DAS? Sofort kommen Erinnerungen an den letzten Zahnarztbesuch nach oben. Gewürznelke im vollen Brett. Deckel zu - Abwehrhaltung! DAS soll schmecken? Nach dem ersten Schock setzt dann aber das normale Denken ein. Es ist kaum zu erwarten, dass ein verrückter Dentist bei Dallmayr im Laden sitzt und Phiolen voller Nelkenextrakt über die Tabake kippt. Die werden sich was dabei gedacht haben.


...und ob! Eine eher unauffällige Virginia-Burley-Mischung, abgerundet mit etwas Perique, ein paar Flocken Black Cavendish und dazu pfeffrig-delikates Nelkenaroma, dass aber nie spitz wird. Im Anfang dominiert die Nelke zwar, doch nach ein paar Zügen stellt sich eine, von mir nicht erwartete Harmonie ein, die dieses Kraut zu einer echten Besonderheit macht. Nein, sicher nicht für jeden Tag... eine delikate Abwechslung ist der "Scottish" aber sicher... und spannend allemal. Für Freunde besonderer Aromatisierungen ein echter Tipp!

Die Qualität der Tabake steht für mich außer Zweifel. Ein feiner Abbrand, nur graue Asche kündet vom Ende einer Füllung - so mag ich das. Dallmayr-Tabak... neben dem berühmten Kaffee und den gestärkten Schürzen ein weiterer Grund, dort einmal vorbei zu schauen. Es muss ja nicht mit der Vespa sein.

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Sonntag, 19. Januar 2014

News 2014: Peterson-Tabake jetzt von Mac Baren?

In einer Pressemitteilung vom 13. Januar 2014 verkündet Deutschlands größter Zigarrenhersteller Arnold André, der auch unter anderem die Mac Baren Tabake in Deutschland vertreibt, dass er ab sofort mit Kapp & Peterson Ltd. In Dublin gemeinsame Wege gehen will und den Vertrieb von Peterson-Tabaken in Deutschland übernimmt. Ob alle bzw. welche Tabake von Peterson davon betroffen sind und sich der Hersteller ändert bzw. geändert hat, bleibt Spekulation. Das Schweigen der Beteiligten zu diesem Sachverhalt wird eher die Gerüchteküche in den sozialen Foren nähren, als zur Aufklärung der Frage beitragen. Fakt ist, dass sich lediglich die Vertriebsstruktur für Deutschland geändert hat. Es sei in diesem Zusammenhang noch Mal darauf hingewiesen, das die Steuernummer auf der Banderole nicht zwingend Auskunft über den Hersteller geben muss. Wir bleiben am Thema weiter dran und werden berichten, sobald sich neue Erkenntnisse ergeben. (tw)

Zweitmarken: Eine gute Alternative oder doch nur 2. Wahl?







Autor: Dieter Niermann

Samstag, 18. Januar 2014

News 2014: Zwei Neue von Manfred Koziolek

Nr. 430; Copyright M. Koziolek

Nr. 430; Copyright M. Koziolek

Nr. 430; Copyright M. Koziolek

Nr. 430: Die Pfeife ist mit 9 mm gefiltert, goldorange, das Mundstück besteht aus Acryl und ist marmorfarben, sie hat eine Länge von 14,5 cm, die Kopfhöhe beträgt Kopfhöhe 5 cm.

Nr. 431; Copyright M. Koziolek

Nr. 431; Copyright M. Koziolek

Nr. 431; Copyright M. Koziolek

Nr. 431: Die Pfeife ist 9 mm gefiltert, sie hat eine Länge von 15,3 cm, die Kopfhöhe beträgt 4,3 cm, das Mundstück ist aus Acryl, schwarz mit Hornring. Der Kopf hat übrigens einen Durchmesser von 7 cm. Hier geht es zu Manfred Koziolek.(rr)

Mittwoch, 15. Januar 2014

Augen auf beim Träumen!

In Deutschland soll es noch geschätzte 300.000 Pfeifenraucher geben. Eine Zahl, die in "unseren Kreisen" als eine Art Mantra unterwegs ist. Warum wird sie so häufig genannt? Damit wir glauben können, wir seien doch noch wer? Dabei ist die Zahl keinen Pfifferling wert. Wenn Sie diese Zeilen lesen, gehören Sie zu den "Leidenschaftlern". Zu den Leuten, denen Pfeife mehr bedeutet, als "nur rauchen". Wenn wir, Sie und ich ganz viel Glück haben, sehen vielleicht 3 % der oben genannten 300.000 das Thema Pfeife ähnlich. Der Rest hat was zu rauchen, kümmert sich einen Matthes um Feinheiten und qualmt glücklich und zufrieden "Black Luxury" und " Danish Vanilla".


WIR sind also ein Nichts, wir sind das gallische Dorf. Das Problem: Wer lange genug in diesem Dorf lebt und nur unter Gleichgesinnten der Leidenschaft nachgeht, verliert schnell den Blick für die tatsächlichen Begebenheiten. Ich möchte Ihnen so einen Menschen vorstellen. Einen Menschen, der, ohne es zu merken, die Realität durch Wunschdenken ersetzt hat: MICH!

Beispiel Youtube: Ich fand die Chance so toll, durch gemeinschaftliche Arbeit die Aufmerksamkeit der Industrie zu erregen. Quasi einen dauerhaften Synergie-Effekt anzustreben... eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen engagierten Fans und der Branche. Ich war überzeugt, dass das möglich ist. Wie sieht die Realität aus? Die Pfeifen-und Tabakindustrie interessiert es einen Pups, was irgendwelche Freaks auf dieser Plattform veranstalten. Unsere Leidenschaft wäre nur dann interessant, wenn sie möglichst schnell möglichst viel Geld in die Kassen spült. Tut sie aber nicht mehr... und da in der Branche heute nur noch "effektiv" gedacht wird (eine vornehme Umschreibung für die Beschränktheit, nur von 12 bis Mittag denken zu können!) werden wir eher als Zoo, denn als Partner betrachtet.

Kein Branchenriese investiert auch nur einen Cent mehr, als unbedingt nötig in den "toten" Markt Europa. Schon gar nicht in einen Fliegenschiss, wie uns paar Pfeifenraucher. Asien, Afrika... da spielt die Rumba... Wachstumsmärkte, Sie verstehen? Wir sind mehr ein lästiger Klotz am Bein, der mit einem Minimum an Aufwand bei der Stange gehalten werden soll. So erklären sich auch die Reaktionen der Firmen-Repräsentanten. Sei es, dass man sie einzeln anspricht oder im Rudel, wie auf der Intertabac. Man nähert sich ihnen, macht ihnen Vorschläge, unterbreitet Ideen, bittet um Berücksichtigung. Was ist die Reaktion? Der Mund öffnet und schließt sich tonlos (bis auf ein, Interesse heuchelndes, "Äh.." oder "Aha..."), wie bei einem Karpfen auf dem Trockenen. Die Augen aber verraten den Wunsch hinter der Stirnplatte: "Mannnn, wann verschwindet der Freak endlich?" Gelegentlich ist auch ein "Guck' mal, ein Pfeifenraucher... die gibts noch?" zu lesen.

Die noch existierenden, engagierten Händler sind die armen Schweine, die dieses Verhalten der Industrie dann ausbaden dürfen. Einmal leiden sie unter dem Desinteresse der Produzenten und zum Zweiten unter uns "Fans". Wir kommen, mit Hoffnung im Herzen und Rosinen im Kopf zum Händler und erwarten uns Futter für unsere Leidenschaft. Mal ein feines Pröbchen, zur "Anfütterung", mal ein schickes Prospekt... zum schwärmen, planen, freuen... und sind entsprechend enttäuscht, wenn es nichts gibt. Ja, wo soll der Händler es her nehmen? Soll er auf seine Kosten ein paar Päckchen Tabak spendieren, damit wir Proben haben? Bei der beschissenen Marge, die Tabak überhaupt noch abwirft? Unser Zorn trifft den Händler. Schuld sind aber die Leute, die uns mit unseren Rauchhölzern kaum noch wahrnehmen. ...und nun? Wollen wir jetzt schmollen? Wollen wir jammern, dass früher alles besser war?

Um Malmsheimer zu zitieren: "Früher war alles besser? Blödsinn!... aber früher war vieles gut... und das wäre es geblieben, hätte man die Finger davon gelassen!"

Hat man aber nun mal nicht. Es geht um Produktions-Optimierung, Anpassung an den weltweit gültigen "Mainstream-Geschmack", um effektive Handlungen zur Mehrung von Gewinn. Wir Pfeifenraucher sollten kapieren, dass für uns nicht extra ein "Lummerland-Reservat" aufrecht erhalten wird. Das ein Unternehmen wie Mac Baren in solchen Zeiten noch eine Serie wie die HH-Tabake präsentiert, sollte für uns Grund genug sein, das Unternehmen unter Absingen sämtlicher Psalmen durchs Dorf zu tragen. Das ist nicht die Normalität, wie wir sie evtl. aus unserem Blickwinkel zu erkennen glauben... das ist schon eine Sensation. Erkenntnis kommt von erkennen... also bitte mal runter mit der Anspruch erzeugenden, rosaroten Brille... und den Blick schärfen, für die Realität.

Ja, es ist schon schmerzhaft, festzustellen, dass das Pfeife rauchen auf dem Weg von der Normalität zur Subkultur ist... wenn nicht gar dort längst angekommen. Doch, es hat auch sein Gutes. In diesen "Freak-Bereichen" bildet sich zumeist eine Szene der Klein-und Kleinstanbieter... wie wir es im Bereich unserer Leidenschaft auch längst feststellen können. Nicht nur bei den Pfeifen, auch bei den Tabaken finden sich kleine, individuell agierende Produzenten, die im Herzen genauso bekloppt nach der Pfeife sind, wie ihre Kundschaft. Das bringt Vorteile. Persönliche Kontakte, überschaubare Strukturen, kurze Reaktionszeiten. Eingeschworenheit, die besondere Kräuter und Ideen hervor bringt.


Es macht Sinn, sich darüber zu freuen. Stattdessen wird Dan Pipe vorgeworfen, in diesem Jahr "nur" drei neue Tabake präsentiert zu haben. Ich schließe mich da lieber dem Chef, Dr. Heiko Behrens, an, der trefflich bemerkte, dass man eigentlich keinen neuen Tabak hätte bringen sollen - schlicht, weil es nur die Kosten erhöht, ohne notwendig zu sein. Da wird dem deutschen Ausnahme-Tabakblender Hans Wiedemann vorgeworfen, er stünde ja nicht selbst an den Maschinen um seine Kreationen herzustellen. Wenn das mal keine sinnvolle und praxisnahe Kritik ist. Da wird Herbert Motzek in Kiel bei Teilen der Szene immer noch als Geheimtipp gehandelt... obwohl der Mann bereits seit etlichen Jahren hochinteressante Tabake mischt, die man geraucht haben sollte. Wer ihn und die anderen Idealisten unserer kleinen, aber qualitativ hochwertigen Gemeinschaft immer noch nicht wirklich wahrgenommen hat, verlässt sich wahrscheinlich immer noch darauf, die besten Tipps, werbewirksam aufbereitet, von den "Großen" zu bekommen... doch, die Zeiten sind längst vorbei.



Ich würde gern ein schlichtes, aber lautes "AUFWACHEN" in den Raum rufen. Statt sich über eine kleine, aber gute und rührige Szene zu freuen, nölen sich selbsternannte "Experten" und halbinformierte Kurzdenker aus Profilierungssucht ins Koma. Bei diesen Leuten fällt mir gern das Zitat von Dieter Nuhr ein: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ...........!" Solange man berücksichtigt, dass die Anbieter von ihrer Arbeit auch leben können müssen, solange man nicht erwartet, dass kleine Händler und Produzenten Wunder wirken können, solange man fair und positiv das Geleistete beurteilt... solange kann man sich an der kleinen "Spezialisten-Szene" in der deutschen Pfeifen-und Tabakwelt erfreuen - und stolz darauf sein. Jenseits der wurschtigen, blasierten Großindustrie, die uns allenfalls noch für "lästigen Bestand" hält! Fans und Liebhaber, wie wir, wissen es besser: Die Pfeife hat Zukunft - natürlich!


Ihr Ralligruftie

Autor: Ralf Dings




Dienstag, 14. Januar 2014

HU-Tobacco - Geniet Moment

Drei Forumtabake sind es geworden, die Hans Wiedemann, alias HU-Tobacco, auf den Markt geworfen hat. Dabei ist neben einer englischen Mischung mit Latakia und einem Virginia-Perique-Flake auch eine aromatische Mischung entstanden. Für das holländische Pfeifenforum PRF konzipiert, können diese drei Kompositionen selbstverständlich im Shop von Hans Wiedemann geordert werden.


Die Mischung ist überwiegend schwarz (Black Cavendish), ein paar helle Farbtupfer verleiht zugegebener Virginia. Das wertet die ganze Geschichte optisch auf. Der Duft aus der Dose macht Hoffnung. Chemisch riecht hier nichts, ganz im Gegenteil. Sehr angenehm in der Nase spürt man ein dezentes, süßliches Aroma. Das Einbringen in die Pfeife geht sehr einfach vonstatten.


Noch im Anzündvorgang, also beim ersten Ziehen, kommt mir der Tabak eher etwas fruchtig vor, bevor dann eine Art von ganz dezenten und lieblichen Röstaroma zum Vorschein tritt. Schnell wird klar: Wenn man die Vorzüge dieser Mischung genießen will, dann braucht man Zeit. Eine zu schnelle Zugfrequenz wird nicht belohnt, viel mehr driftet der Tabak dann in die völlige Belanglosigkeit ab. Zieht man nur mäßig stark und dazu langsam, dann verspürt man das gesamte Rauchopfer über eine leichte Vanillenote und ein doch ordentlich spürbares Kaffeearoma. Einzig, der beigefügte Burley und die von mir damit verbundene und erwartete Nussigkeit hätte etwas deutlicher ausfallen können. Da ich den „Geniet Moment“ allerdings mit Filter rauche, könnte das vermisste Aroma ohne Filter evtl. zu finden sein. Andererseits sollen sich die Aromen in ihrer Gesamtheit zu einem angenehmen Geschmacksbild formieren.

Besonders stark ist der „Geniet Moment“ nicht, er raucht sich ziemlich bequem herunter, im Kopf bleibt dunkelgraue Asche übrig. Den Raumduft kann man als gut bezeichnen. Von den drei Tabaken, die für das holländische Pfeifenforum entstanden sind, halte ich persönlich den „Geniet Moment“ nicht für den genialsten. Das mag aber auch an meiner Vorliebe für Tabake der naturnahen Richtung liegen. Und den latakiahaltigen „Brullende Leeuw“ hätte ich aufgrund mangelnder Erfahrung gar nicht beurteilen können. Also: Ein netter Begleiter über den Tag, vorzugsweise zu einer guten Tasse Kaffee am Nachmittag. Qualitativ sehr gelungen, aber wahrscheinlich, auch mit dezenten Aroma, eher etwas für die Süßmäuler. Die, allerdings, können damit sehr zufrieden sein.



Autor: Ralf Ruhenstroth

Montag, 13. Januar 2014

Ein kleines Wunder!

Vor ein paar Tagen schickte mir mein Freund Roman Peter aus der Schweiz die Januar/Februar-Ausgabe des schweizerischen Magazins " Schweizer Landliebe".


Darin befand sich ein wunderbar detaillierter und fotografierter Artikel über Romans Schaffen und seinen Laden. Es wurden sogar Formulierungen gebraucht, wie "wohlriechender Tabak", "Gemütlichkeit" und "Genuss"!



Meine Freude, einen solchen Artikel lesen zu dürfen, mischte sich ein wenig mit Neid. Glückliche Schweizer, die sich einfach nicht vorschreiben lassen, was sie mögen dürfen und was nicht. Die nicht unter der Gutmenschen-Diktatur leiden müssen, die wir uns vom "Big Brother" aus Brüssel und aus der Zentrale der "Verbotsrepublik Deutschland" in Berlin aufnötigen lassen. Die Schweizer trauen sich noch die Fähigkeit zum selbstständigen Denken zu und machen davon Gebrauch. Tatsächlich hat mich dieser Artikel sogar ein wenig traurig gemacht. Bis... ja, bis ich dieser Tage die Januar/Februar-Ausgabe der deutschen "Landzauber" in den Händen hielt. Fast traute ich meinen Augen nicht!


Ein Bericht über den Pfeifenmacher Tosch (Tobias Scheffe) über ganze drei Seiten. Gut, zu Tabak kein Wort... doch positive Berichterstattung über etwas, was so "negativ besetzt" ist, wie Rauchgeräte.




Haben da womöglich die Ersten die Schnauze voll davon, sich dem perfiden Druck unfähiger Polit-Handlanger zu beugen? Stellen vereinzelte Menschen wieder fest, dass sie sehr wohl selbst bestimmen wollen und können, ohne sich von den kläffenden Schoßhündchen der Lobbys eine Pressezensur aufzwingen zu lassen? Ich weiß, dass es nur ein kleiner Artikel in einem kleinen Magazin ist. Ich weiß aber auch, dass es für große Feuer kleiner Funken bedarf... und ich hoffe, dass sich daraus mit der Zeit ein Feuer entwickelt, an dem sich alle "Möchtegern-Diktatoren" moderner Politikprägung ordentlich den Arsch verbrennen. Ich jedenfalls danke dem OSP-Verlag für den bewiesenen Mut. Ein schöner Artikel!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings