Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Montag, 8. Dezember 2014

Rattray's - Black Mallory

Es mag schon sein, dass ich mit den Jahren ein Liebhaber der "eher untypischen Engländer" geworden bin. Mein Zugang zum Latakia wurde immer wieder durch zu knorrige Kräuter gestoppt, die mir dann doch zu rauchig, zu ledrig waren und mich im Aroma an die Zeiten meiner Kindheit erinnerten, in denen es noch viel mehr Brikettöfen und Kohlenkeller gab.

Den "sanften Weg zu „Big L." fand ich zunächst durch den „Plum Cake" von Mac Baren. Ein Tabak, den ich noch heute vor allen Anfeindungen schütze. Durch ihn begann ich zu verstehen, wie delikat Latakia sein kann, wenn er dosiert Verwendung findet... oder, wenn er sich in einem sanften, süßen Umfeld befindet. Weitere Entdeckungen in der Richtung waren "The Solent" von Mac Baren und der "Larsen No. 20". Diese Tabake machten mich zu dem, was ich heute bin: Ein Latakia-Weichei!


Die Menge an Latakia im "Black Mallory" ist allerdings recht ordentlich. Das sagen sogar die "Hardcorer". Spätestens beim Öffnen der Dose wird das von der Nase auch bedenkenlos unterschrieben. Was aber zunächst auffällt, ist der hohe Anteil an Black Cavendish. Ja, ich weiß... den erwartet man eher in dänischen Aromaten, er ist beim "Black Mallory" aber das Fundament, auf dem sich eine sehr delikate Harmonie aufbaut. Reichlich verwendete Orients sorgen für Würze, dazu bringen verschiedene Virginias ihre heuigen bis erdigen Aromen ein, durchmischt und unterstützt von der Süße des Black Cavendish... und in dieses Bett kann sich der kräftige, zypriotische Latakia förmlich hinein schmiegen.  

Was man beim Riechen schon ahnt, wird beim Rauchen Gewissheit. Eine Mixture, rund wie ein Billard-Ball. Der feine Ribbon-Cut macht das Zünden und kontrollierte Rauchen zu einem Kinderspiel. So gelingt es, den "Black Mallory" schön kühl zu halten und seine Aromen perfekt zu genießen. Selbst Latakia-Junkies werden weder Tiefe noch Gehalt vermissen. Trotzdem bleibt die Mischung sanft, reif und bekömmlich... über die ganze Füllung. Zur Mitte hin wird der Latakia zwar präsenter, sticht aber nicht wirklich hervor. Ein seidiges, gut bekömmliches Raucherlebnis, an das sich sogar Latakia-Einsteiger bedenkenlos wagen können.... aber niemals flach, farblos oder langweilig. Die Lust an diesem Tabak und seiner Harmonie bleibt sogar bestehen, wenn man mehrere Füllungen pro Tag konsumiert.


Ich persönlich trockne den Doseninhalt etwas nach und finde ihn dann noch reifer... das muss aber jeder Raucher für sich entscheiden und probieren. Lassen wir das Thema Raumnote beiseite. Einmal scheiden sich da die Geister... und zum Zweiten ist Latakia halt Latakia. Sehr fein übrigens auch auf einem Spaziergang durch die zunehmend kühlere Luft zu genießen. DAS sind für mich wahre Wintertabake... jenseits von Glühwein-, Zimt- und Lebkuchenaromen in farblosen Tabaken mit bunten Bildchen auf dem Deckel.


Ihr Ralligruftie




Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Tschau Ralf
    Herzlichen Dank für die Vorstellung.
    Ich rauche zwar auch die traditionellen Englisch - Mixturen. Doch der Black Mallory mit Cavendysh, konnte da eine willkomme Abwechslung bieten. Deine Feststellung -"DAS sind für mich wahre Wintertabake"- kann ich absolut teilen.
    L.G. Reto

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Tschau Reto,
      ich könnte mir gut vorstellen, daß der Rattrays eine spannende Alternative für Dich ist... wärmstens empfohlen! :-) Lieben Gruß Ralf

      Löschen
  2. Hallo Ralf,

    um zu zeigen das ich nicht nur meckern kann, mal wieder ein erstklassiges Review. Latakia ist irgendwie nicht mehr so mein Ding seit 1-2 Jahren. Wer weiß evtl. kommt das irgendwann noch mal durch bei mir.
    Danke für die Arbeit die du immer in deine Reviews steckst. Ich weiß das zu würdigen.

    Grüße
    Dirk

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Dirk,
      ach...weisst Du...Du und ich sind große Jungs. Wir haben genug erlebt und erfahren.Das gibt uns das Recht auf eigene Standpunkte...und das Recht, sie zu verteidigen. Da kann man nicht immer einer Meinung sein.Für mich völlig ok...denn letztlich eint uns die Pfeife ja doch! Dieses "Latakia-Loch" hatte ich auch..
      es scheint gerade überwunden. :-)
      Lieben Gruß Ralf

      Löschen
  3. Moin, jetzt habe ich mal Dein Video zu den Best-of-2014 gesehen und gleich mal (als Weihnachtsgeschenk) dreimal zugeschlagen... darunter auch der Mallory. Hat was, das Aroma erinnert mich an das Kraut was zu Grossvaters Zeit geraucht wurde... :)

    gruss antonio

    AntwortenLöschen