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Donnerstag, 6. November 2014

Imperial Tobacco - Amsterdamer

Alter Bekannter? Dass Tabakmischungen der sogenannten holländischen Richtung mittlerweile auf der Roten Liste aussterbender Spezies stehen, darf mittlerweile als Binsenweisheit gelten. Umso mehr traf mich ein Blitz der Freude, als ich kürzlich während eines Urlaubs in Frankreich in einem Tabakladen einen vermeintlich alten Bekannten mir aus dem Regal entgegen lächeln sah: Den „Amsterdamer“!


Freilich: Dieser Tabak wurde noch nie in den Niederlanden produziert, sondern lediglich nach einem niederländischen Rezept in Frankreich, und zwar von der allseits bekannten SEITA (Société d'exploitation industrielle des tabacs et des allumettes) und fand sich vor vielen Jahren auch gelegentlich in Tabakregalen von Händlern hierzulande. Eine leichte Verwunderung keimte in mir auf, als ich die Zusammensetzung der Mischung las: Burley, Cavendish, Cigar Leaf, Kentucky, Virginia. Wo war der ansonsten in niederländischen Mischungen stets präsente Java abgeblieben? Zudem konnte ich bereits vor dem Öffnen der Packung feststellen, dass der „Amsterdamer“ nun unter der Flagge von Imperial Tobacco segelte.

Die geöffnete Packung präsentierte mir ein durchaus ansprechendes Tabakbild von rötlich - brauner Färbung. Nur der für einen Pfeifentabak sehr feine Schnitt fiel sofort ins Auge. Die Grenze zum Feinschnitt lag hier nicht mehr weit entfernt. Der Packung entströmte ein durchaus angenehmes Aroma, welches deutlich vom Kentucky geprägt wurde. Eine leichte Kumarin Note schwang im Hintergrund mit.

Das Befüllen einer vorsichtshalber kleinen gewählten Pfeife, mit dem ideal befeuchteten Tabak in wirklich lockerer Weise stellte sich als richtige Wahl heraus. Das Entzünden der Pfeife gelang ohne größere Probleme - zu problemlos! Der Tabak brennt auch bei äußerst behutsamem Zugverhalten mit der Geschwindigkeit einer Lunte ab. Und obwohl ich persönlich auch vor heftigeren Tabaken wie dem „Irish Flake“ oder gar dem Samuel Gawith „Black XX“ nicht zurückschrecke, schlug dieses Kraut in meinen Augen dem Fass den Boden aus. Nein, nicht wegen des doch eher geringen Nikotingehaltes, sondern vielmehr aufgrund seines überaus sauren Charakters! Beim verarbeiteten Rohtabak scheint es sich ganz offensichtlich um vollreifes Blattgut mit hohem Zuckergehalt zu handeln, also um den prädestinierten Rohstoff für Zigarettentabake.

Und so schmeckt die Füllung auch: Nach einer Mischung aus Zigaretten Feinschnitt und alter Seegras Matratze. Von der Raumnote ganz zu schweigen, die eher in die Richtung Braunkohletagebau geht. Mit dem „Amsterdamer“ in meiner Erinnerung hat dieses Kraut nichts mehr gemein. Wer von Euch eigene Erfahrungen in dieser Hinsicht sammeln möchte, darf in Frankreich derzeit für die 40 g Pouch 8,40 Euro investieren. So, und jetzt stopfe ich mir erst mal eine schöne Bulldog mit „Louisiana Flake“ vom Pfeifen Huber.
Fumans obliviscere mundum!

Max



Ein Gastkommentar von Dr. Maximillian Kellner

Kommentare:

  1. Danke für den Beitrag
    Ja, der Amsterdamer ist ein sehr alter Bekannter. Soviel ich weiß, war er früher mit Java Tabak gemischt. Ich habe ihn als erste Empfehlung, damals als Teenager bekommen. Er war damals noch feiner geschnitten, roch fantastisch im Raum, aber verbrannte mir die Zunge und hatte eine penetrante Geschmacksnote nach Stahlwolle, Bahnbordschnitt und öffentliche Toiletten. Ich schmiss damals wegen dem Kerl beinahe die Pfeife weg!
    L.G. Reto

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  2. Gibt es immer noch in Frankreich, aber so abgestanden im Regal, dass man nicht sagen kann, ob der sauere Geschmack daher kommt, oder einfach der Tabak Mist ist. Die Raumnote ist aber ganz klar Zigarettenqualm, also in keinster Weise zu empfehlen!

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  3. Den hab ich in meiner Anfangszeit öfter geraucht. Damals hat er mir sehr gut geschmeckt. Leicht, mit einem leichten Beigeschmack von Vanille, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt. Irgendwann hat dann der Hersteller gewechselt und er hat komplett anders geschmeckt - scharf und undefinierbar. das ist aber nun schon gut 20 Jahre her.
    Grüße aus Österreich,
    Helmut

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