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Freitag, 7. November 2014

HU-Tobacco - Scotney

Wir müssen jetzt ein wenig vorsichtig an die Sache heran gehen, um Missverständnisse zu vermeiden. Ja, es ist ein Ready Rubbed aus drei verschiedenen Virginias. Dazu kommen 10 Prozent Perique... und ja, die Tomate spielt eine delikate Rolle. Nein, dieser Tabak stammt nicht von Mc Clelland aus den USA und riecht nicht nach Ketchup. Denn während der Ketchup-Geruch der Mc C.-Mischungen durch den verwendeten Essig entsteht (Konservierung), sie ansonsten mit der roten Frucht aber nichts zu tun haben, hat Hans es tatsächlich getan!


Warum auch nicht? Kirschen, Erdbeeren, Trauben, Mango und was weiß ich noch sind ja auch Früchte. Befindet sich deren Aroma in einem Pfeifentabak, kriegt keiner große Augen. Jetzt bekommt also Solanum lycopersicum die Chance, einen Tabak zu veredeln... ist doch die Tomate auch nur eine Beere. Hier geht es aber nun nicht um irgendeine Rauchpappe mit literweise Tomatensaft. Schließlich steht H.U. auf der Dose - da darf man was erwarten... und wird nicht enttäuscht.

Dunkelbraune bis schwarze Presstabake, sorgsam aufgerieben, präsentieren sich appetitlich duftend. Erdig, dunkel, ein wenig zitronig, der Duft von Feigen, Pflaumen - die 10% Perique lassen grüßen. Der Griff in den Tabak ergibt optimale Kondition, nicht pappig, nicht strohig... wunderbar. Sorgsam und mit genug Luft zur Ausdehnung der Fasern in einen mittleren Kopf gebracht, glimmt er schon nach zwei-drei Versuchen ruhig vor sich hin.

Man bekommt, was man erwartet. Heuige, sanft süße Noten des Virginia, Spritzigkeit mit pikanter Note vom Perique... und... ja, tatsächlich... das dezente Aroma reifer Tomaten. Ihre säuerlich-süße Note ergänzt die Mischung delikat und frisch. Dazu gesellt sich ein Hauch des ätherischen Duftes, der entsteht, wenn man die Blättchen der Tomate zwischen den Fingern zerreibt.


Ungewöhnlich zunächst, man staunt, wie fein das schmecken kann... und darüber, wie gut es Hans Wiedemann und seinen Profis gelungen ist, dieses Aroma zu keiner Zeit aufdringlich wirken zu lassen. Die mittlere Stärke der Mischung trägt auch dazu bei, dass der Inhalt der Dose rasch schwindet. Ein samtiger Genuss, der auch Einsteiger in die eher naturbelassene Richtung nicht überfordert.

Wieder mal ein toller Wurf von Hans Wiedemann. Diesem, in positiver Weise verrückten Kerl, hat die Pfeifenszene viel zu verdanken. Jenseits der vielen, angeblichen "Exclusiv-Tabake", die doch nur Dutzendware mit anderem Etikett sind, jenseits der Mainstream-Langeweile, mit der uns die "Großen" der Branche quälen, jenseits der immer gleichen 08/15-Grundmischungen suchte und sucht Hans Wiedemann neue Wege... und er hat sie gefunden, wie viele großartige Mischungen aus seinem Programm beweisen.


...und die vielen Pfeifenfreunde, die sich grämen, weil sie nicht in den Genuss der "heiligen, amerikanischen Kräuter" kommen, können sich entspannen. WIR haben einen Tabak-Magier, der es mindestens genauso gut kann - wenn nicht besser!

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Hi Ralf,

    " Denn während der Ketchup-Geruch der Mc C.-Mischungen durch den verwendeten Essig entsteht (Konservierung)"

    Gibs zu deiner Aussage auch ne Quelle? Da wird zwar unter den Pfeifenrauchern wild spekuliert, aber meines Wissens gibs da von McClelland keine Aussage zu.

    Es wäre natürlich wünschenswert, wenn sie das "Geheimnis" in der Zwischenzeit gelüftet hätten :)

    Der restliche Artikel ist wie immer gelungen und ich teile deine Meinung über Hans. Der kanns wirklich! und ist ein ganz feiner Kerl!

    Beste Grüße

    Tim

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    1. Hallo Tim,

      Du weisst so gut, wie ich, dass wir da lange drauf warten können. Erlaube mir zu meiner Äusserung ein Zitat:
      "Neben der wissenschaftlichen gibt es die individuelle Wahrheit.
      Wo klare Beweise fehlen, sucht der Mensch, sich eigene Erklärungen für bestimte Vorgänge und Tatsachen zu schaffen.Die persönliche oder individuelle Wahrheit entsteht, indem man sich die, für sich selbst schlüssigsten und nachvollziehbarsten Informationen beschafft und sie nach eigenem Anspruch filtert.Die persönliche Wahrheit ist legitim, solange sie sich auf Sorgfalt bei der Information stützt.Trotzdem ist sie, im Disput mit anderen Menschen, nur eine Meinung!" (aus einer phil.Vorlesung)
      Ich hätte also in den Artikel schreiben müssen, dass es nach meiner Meinung so ist. Habe ich nicht-mea culpa. :-)

      Lieben Gruß, RALF

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  2. Kann nur das "heiligen, amerikanischen Kräuter" nicht nachvollziehen.

    Meiner Erfahrung nach werden die Ami Kräuter nicht mal halb so verehrt wie hier angenommen wird. Das besondere an denen ist doch nur das man viel Geld auf den Tisch legen muss wenn man drüber welche bestellen will.

    Es gibt genug Top Tabake in Europa. Es braucht dazu keinen europäischen Tabak-Magier um gute Tabake zu bekommen.

    Finde ich arg objektiv und übertrieben dargestellt.
    Meine Meinung.

    Wie immer ein schönes Review. Vielen Dank dafür!

    Gruß
    Dirk

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    1. subjektiv meinte ich natürlich...

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    2. Hallo Dirk, warum war das "heiligen, amerikanischen Kräuter" wohl in Anführungszeichen gesetzt ;-)?? Ironie???!!!

      LG
      Cord

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    3. Lieber Dirk,
      wie Cord es schon anmerkt...die Anführungszeichen sollten die Ironie betonen. Leider kann man geschriebenen Worten ja keinen Stimmenklang hinzu fügen.
      Lieben Dank und Gruß, RALF

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  3. Hallo Ralf,
    danke für das schöne Review - und, ich gebe Dir recht - ein geiler Tabak! Da ich nun auch schon 3 Dosen weggeraucht habe bleibt für mich nur eine Frage: Warum werden 50 Gramm in 100 g - Dosen verpackt? Dadurch trocknet der Tabak meines Erachtens schneller aus. Na ja - muss man sich mit dem Rauchen eben ranhalten oder die üblichen Feuchtigkeits-Tabs reinwerfen.
    Beste Grüße,
    Bernd

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  4. Freut mich, dass er Dir schmeckt, lieber Bernd! Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich jede Dose Scotney leere, den Tabak 48 Std.zum Trocknen auslege und noch nie einen Tabakbefeuchter besessen habe. So unterschiedlich sind Pfeifenraucher. Ich vermute übrigens, dass Hans dem Tabak bewusst Luft lässt... da er unter Druck ( in einer engen 50 Gramm-Dose) unerwünscht nachfermentieren würde.
    Lieben Gruß Ralf

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  5. Freut mich, dass er Dir schmeckt, lieber Bernd! Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich jede Dose Scotney leere, den Tabak 48 Std.zum Trocknen auslege und noch nie einen Tabakbefeuchter besessen habe. So unterschiedlich sind Pfeifenraucher. Ich vermute übrigens, dass Hans dem Tabak bewusst Luft lässt... da er unter Druck ( in einer engen 50 Gramm-Dose) unerwünscht nachfermentieren würde.
    Lieben Gruß Ralf

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  6. Da bin ich mit Cord und Ralf einer Meinung

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