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Samstag, 29. November 2014

Dunhill - Apéritif

Der Dunhill „Apéritif“ und ich. Zwei, die sich nicht unbedingt gesucht haben... aber nun haben wir uns schon einmal gefunden und schauen mal, was dabei heraus kommt. Klingt lustlos? Verzeihung, so ist es nicht gemeint. Ich liebe meine sommerliche Dose Dunhill, zumeist „Early Morning Pipe", weil Latakia-Mischungen für mich absolute "Draußen-Tabake" sind. An der Luft schmecken sie mir würzig, ätherisch, vielschichtig... drinnen wird es mir schnell zu viel, ganz abgesehen davon, dass mich ihr Raumaroma erschlägt.

Es ist nun aber Ende November und draußen sind 6 Grad. Na und? Was tut man nicht alles für die Berichterstattung. Die Balkonstühle sind eingemottet - egal! Bürostuhl auf den Balkon, Jacke an und eine Füllung „Apéritif“ im Freien genießen! ...und siehe da. Die herbstliche Latakia-Müdigkeit ist wie weggeblasen... und der „Apéritif“ gibt alles!


Schon der erdige, aber auch süße, ätherische Duft aus der Dose macht Lust. Die Mischung aus Cavendish, Latakia, Orient und Virginia ist in ganz feine Streifen (die sogenannten Ribbons) geschnitten und erleichtert das richtige Stopfen schon sehr. Ich habe trotz der „Robust Taste"-Ankündigung auf dem Deckel zu einem recht großen Kopf gegriffen, warte eine Windpause ab... und mit zwei Zündungen glimmt der Tabak ruhig vor sich hin. Cremig, süß, vollreif, leicht teerig... aber nicht harsch, so der erste Eindruck. Sanft geradezu, ganz anders, als erwartet. Ich denke, die weiche Note kommt von der Kombination des Orient mit dem englischen Cavendish, der ja, im Gegensatz zu der amerikanischen Variante, nicht aus Burley, sondern aus Virginias gewonnen wird. Schon ertappe ich mich dabei, viel kräftiger zu nuckeln, als nötig wäre. Doch Vorsicht... raucht man ihn zu rasch, kippt er ins Harsche und zur Mitte nimmt sein Körper zu, die Ledrigkeit des Latakia wird prägender... aber, die schmeichelnde Süße bleibt - und das ist herrlich!


Am Ende der Füllung stehen zwei Dinge fest:

1) Der „Apéritif“ ist der sanfteste und eleganteste Tabak, den ich im Dunhill-Programm kenne. Definitiv nichts für die „Balkan-Fraktion" und nichts für die „Night Cap-Freaks". Ein Genuss aber für die Freunde mild-süßer, nie aufdringlicher Latakia-Kompositionen. Trotzdem mit Gehalt und viel Charakter. Sogar Latakia-Einsteigern empfehle ich dieses Kraut mit Nachdruck. Es zeigt, wie harmonisch ein Tabak sein kann, bei dem „Big L" nicht die Hauptrolle spielt. Irgendwie ein feiner geschliffener „965“ mit zusätzlicher Süße... und einfach lecker!

2) Das mache ich jetzt öfter. Mögen mich die Nachbarn für bekloppt halten. So ein leckeres Latakia-Pfeifchen auf dem Balkon ist ein fabelhaftes Mittel gegen aufkommende Winterdepressionen! Zudem habe ich hier noch ein paar Döschen, die auf ihren Auftritt warten.


Diese Dunhill-Vorstellung kommt übrigens ganz bewusst ohne den Vergleich des aktuellen „Aperitif“ mit den früheren Murray-Versionen aus. Ich kann das Genöle über die früher angeblich so viel bessere Machart nicht mehr hören und lesen. Es gibt sie nun einmal nicht mehr und damit basta. Früher... früher war auch mehr Lametta. Es gibt guten Grund, sich an den aktuellen Dunhill-Tabaken zu erfreuen... und das sollten wir tun.

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

1 Kommentar:

  1. Ein Review, das Appetit macht. Mich würde ein Vergleich mit dem DTM Independence interessieren, der zusätzlich eine dezente Aromatisierung hat.

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