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Mittwoch, 22. Oktober 2014

DTM - RB (Rainer Barbi)

Nein, Rührseligkeit war sicher keine dabei. Dies wäre auch nicht im Sinne von Rainer Barbi gewesen. Doch als mir Michael Apitz auf der Intertabac vom neuen Tabak zu Ehren des 2011 verstorbenen Pfeifen-Urgesteins erzählt, merkt man sehr genau, dass es ihm Herzenssache ist. Schließlich waren der große Virtuose des Pfeifenbaus und er über lange Jahre sehr gute Freunde. "Immer haben wir gesagt, wir machen einen Tabak für Rainer, haben es verschoben und verschoben... tja... und dann war es zu spät", so Michael Apitz. "Nuss muss rein, Nuss... viel Nuss", lächelt M.A.," ...das war ihm wichtig!" ...und jetzt ist sie zu kaufen. Die Hommage für Rainer Barbi, abgestimmt auf seine damaligen Wünsche.



Ich möchte Michael Apitz und dem Hause Dan Pipe ein Kompliment aussprechen. Schließlich trägt dieser Tabak einen Namen, der für Präzision, hohes Kunstempfinden, außergewöhnliche Qualität und Originalität steht. Da musste man schon etwas Besonderes mischen - und das ist auf ganzer Linie gelungen. Wer den Aludeckel von der kleinformatigen Blechdose entfernt, wird mit einem Duft empfangen, der das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Süß-herbes Aroma reifer Nüsse mischt sich mit einer deutlichen Note dunkler Schokolade. Doch dass Aroma ist sanft, beinahe ätherisch und deckt nicht die heuigen Noten der Virginias zu. Der Schnitt ist unglaublich abwechslungsreich. Grobe Flocken, feine Tabakbänder, Flakestückchen, kleine Granulatwürfel... und das alles in Rehbraun bis Nachtschwarz. Da kann man schon eine ganze Zeit schnuppern und betrachten, sich an dieser wunderbaren Aufbereitung erfreuen.


Nicht zu fest und in gut mittlerer Kopfgröße gestopft, entfaltet sich schon bei den ersten Zügen eine Geschmacksfülle, eine Cremigkeit und ein Charakter, wie ich sie schon lange in einem eher herbsüßen Tabak gesucht habe. Da wirkt nichts künstlich oder aufgesetzt, der Nussgeschmack hat Kraft und Natürlichkeit, die Süße der Schokolade steht nur unterstützend zur Seite und gibt auch den Tabaken eine Chance in diesem Ensemble mitzuwirken.

Zudem entwickelt sich nicht schon nach kurzer Zeit ein laues Lüftchen, die Prägnanz bleibt bis fast ganz zum Schluss und erfreulicherweise erweist sich die Mischung auch nicht als Fliegengewicht, sondern befriedigt auch die Freunde etwas kräftigerer Tabake vollends.


Nein, ich kannte Rainer Barbi nicht wirklich, durfte nur zwei-drei Mal seinen Ausführungen zuhören. Doch ich bin mir sicher, dass ihm dieser Tabak gefallen hätte. Eleganz, Esprit und feine Qualität verbinden sich zu einer Mischung, für die man gern die geforderten 12,25 Euro opfert... um beim Rauchen festzustellen, dass man eine der besten Mischungen genießt, die in den letzten Jahren den Weg auf den Markt gefunden haben.

Chapeau, lieber Michael Apitz, liebe Firma Dan Pipe! Eine dem Namensgeber wirklich würdige Mischung.Danke für dieses Juwel der Tabakmischkunst!

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Lieber Ralf,
    wunderbar, da hast Du wirklich schöne Worte gefunden, um diesen Tabak zu beschreiben ! Der kommt auf die Liste ...
    Dank und Gruß von Sybille

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  2. ...und da gehört er auch hin, liebe Sybille ! Der R.B. wird auch in meinem "Tabake des Jahres"-Video auftauchen...und das ziemlich weit oben !
    Liebe Grüße, RALF

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  3. Ich habe heute erst vom Ableben meines alten Freundes Rainer Barbi erfahren, wir haben nebeneinander auf der Frankfurter Messe ausgestellt und uns mehrmals in unseren Werkstätten besucht bis ich 1997 (vorerst) eine Schaffenspause einlegte. Rainer war immer fair, immer freundlich immer sehr offen. Danke Dir für die Zeit!

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  4. Also ich kann mich den Lobeshymnen auf diesen Tabak leider nicht anschliessen. Der Tabak ist scharf, bitter, mit leichten Anklängen an Nuss, aber ohne befriedigendes Geschmackserlebnis - und wirklich nichts besonderes. Ausserdem riecht er auch nicht gut und das ist noch euphemistisch ausgedrückt. Also wenn Tabak stinkt, dann ist das ja nicht unbedingt ein Urteil über den Geschmack des Tabaks, aber in diesem Fall schon ! Viel Lärm um nicht viel Gutes - mein abschliessendes Urteil.

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