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Mittwoch, 3. September 2014

Ost-Südost - Terra incognita? Teil 1 - Henryk Worobiec - Polen

Natürlich sind Pfeifenmacher aus dem östlichen Europa dank der sozialen Netzwerke hierzulande keine völlig unbekannte Spezies mehr. Daher das Fragezeichen in der Überschrift. Es ist aber auch dort, weil sich bei der Beschäftigung mit diesen Pfeifenmachern und -manufakturen einige Fragen aufwerfen. Kennt man sie wirklich? Kennt der deutsche Handel sie auch?... und wenn ja, warum sind sie auf dem hiesigen Markt kaum vertreten? Warum vermarkten sich Macher und Firmen aus diesen Breiten nicht besser im deutschsprachigen Raum?

Ich möchte Ihnen in dieser Reihe eine Auswahl von Serienpfeifen-Herstellern und Pfeifenmachern vorstellen, die mir bei meinen Streifzügen durch diesen spannenden Teil der Pfeifenwelt besonders aufgefallen sind. Beginnen möchte ich heute mit einer Manufaktur aus Polen:

Im Jahr 1979 übernahm Henryk Worobiec die Pfeifen-Manufaktur in Przemysl von seinem Vater, der sie 1954 gründete. Seitdem befindet sich die Firma immer noch in Familienbesitz. Herr Worobiec macht auf seiner sehr informativen Webseite klar, dass auch heute noch handwerkliche Genauigkeit und Tradition im Unternehmen eine große Rolle spielen. Gänzlich unbekannt dürfte der Name eifrigen YT-Sehern übrigens nicht sein. Vor einigen Jahren stellte Dieter Niermann zwei der Pfeifen des Hauses vor... und äußerte sich recht beeindruckt.

Copyright: Henryk Worobiec

Bei manchen Shapes huscht einem vielleicht ein Lächeln aufs Gesicht. Da werden Erinnerungen an Stanwell und Big Ben wach. Na, wenn schon... so, wie ich die polnische Art Pfeifen zu bauen inzwischen kennen lernen durfte, sind Henryk Worobiecs Pfeifen sicher besser, als manch' zweifelhaftes Werk, dass uns unter dem Namen Stanwell aus Italien erreicht. Hier mal ein paar Beispiele, die allesamt einen sehr wertigen Eindruck machen:


Copyright: Henryk Worobiec

Copyright: Henryk Worobiec

Copyright: Henryk Worobiec

Copyright: Henryk Worobiec

Etwa 80% der Fertigung erfolgt mit 9-mm-Filter. Es finden sich aber ebenso klassisch-zarte Shapes ohne Filter im Programm. Wer sich die Palette ansieht, bekommt Lust auf mehr. Auch und gerade, wenn man sich anschaut, wie liebevoll präsentiert und verpackt jede einzelne Pfeife wird.

Copyright: Henryk Worobiec

Copyright: Henryk Worobiec

Copyright: Henryk Worobiec

Copyright: Henryk Worobiec

Schauen Sie sich die Webseite unter: http://www.fajka.przemysl.pl/ doch mal in Ruhe an. Es gibt auch eine englische Fassung-zum besseren Verständnis... und es lohnt sich. Wenn Ihnen gefällt, was Sie sehen, schreiben Sie es Herrn Worobiec doch einfach. Er freut sich sicher, da er schon großen Spaß daran hatte, in einem deutschsprachigen Blog Erwähnung zu finden. Apropos: Die deutsche Sprache scheint kein Hindernis zu sein... dafür existiert wohl ein Übersetzer.

Für mich stellt sich abschließend die Frage, warum so viele Händler im deutschsprachigen Raum über ein "mangelndes Angebot" nölen... und man dann solch' wunderbar in unseren Markt passende Pfeifen hier gar nicht erst kaufen kann. Wissen Sie eine Antwort? Wenn nicht, fragen Sie doch mal den Händler Ihres Vertrauens... vielleicht wird er dann wach!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Hallo zusammen, ich habe in der letzten Zeit einige Pfeifen von diesem Pfeifenmacher gesehen und über den Preis war ich sehr erstaunt gewesen, die Pfeifen die ich gesehen habe kosteten 55,00 Dollar plus 10,00 Dollar Versand in Euro sind das ca.42,00 Euro plus ca. 8,00 Euro Versand, Zahlung per PayPal möglich.
    Wie ich finde ein richtiger SUPERPREIS für Freehand - Pfeifen.
    LG
    Marcus 

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    1. Moin Marcus,
      dank`Dir für die interessante Info! Ich denke, dass wir von Herrn Worobiec auch hierzulande noch hören werden...und hoffentlich auch sehen.
      Liebe Grüße, RALF

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    2. Hallo zusammen! Also erstens sind das keine Freehand-Pfeifen (warum wundert Ihr Euch, daß die ausschauen wie Stanwells oder Big Bens?) und zweitens wisst Ihr, wieviel Holz bzw. ein vorgedrehter Kopf in akzeptabler Qualität im Einkauf kostet, wisst Ihr, wieviel Mundstückpressrohlinge kosten? Und Steuern fallen auch in Polen an. Was bleibt dann noch? Und was ist dann die "Handarbeit" noch wert? Was ist sie dem Hersteller (um nicht das Wort "Pfeifenmacher" bemühen zu müssen) selbst wert?
      Ihr freut Euch auch über Schweinekotletts aus der Ukraine für 50 cent/Kg beim Discounter? Superpreis!? Weiter so!

      Gruß
      Peter

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    3. Lieber Peter,
      vielleicht können wir dann doch die Kirche etwas mehr im Dorf lassen.Das es keine Freehands sind, ist mir klar..und ich habe mich auch keinesfalls gewundert, dass Ähnlichkeiten zu Modellen anderer Hersteller bestehen.
      Ich kann auch nichts über die Preislagen sagen, die Herrn Worobiecs Produkte am deutschen Markt hätten.Vielleicht ist aber einfach sein Gewinnstreben nicht ganz so ausgeprägt, wie z.B, bei der STG.Aktuelle Stanwells und Petersons empfehle ich, einmal mit der "Preis-Leistungs-Brille" zu begutachten.Um sich der Wahrheit zu nähern, sollte man sicher beide Seiten sehen. Wobei Herrn Worobiecs Vorteil ausschliesslich in günstigeren Lebenshaltungskosten besteht. Rohmaterial muss auch er kaufen, Steuern muss er auch zahlen. Ich denke, es geht hier erst sekundär um den Wert der geleisteten Arbeit. Primär geht es (im Falle von STG und Co.) wohl eher um zum Teil überzogenes Gewinnstreben...und dem darf man getrost eine Alternative aus dem Bereich der EG gegenüber stellen. Das ist...so trichtern es uns doch Großunternehmer und Politiker ein...durchaus legitim.
      Das führt dazu, dass das "Kotlett-Beispiel" auf beiden Beinen hinkt. Nichts für ungut.
      Lieben Gruß, RALF

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    4. Hallo Ralf,

      mein Einwand bezog sich nicht auf Deinen Beitrag, sondern auf die Rechnung und das Fazit, das der Marcus Pfeifenraucher hier aufgemacht hat. Für mich muß ein Hersteller den Wert seines Produktes oder seiner Arbeit am Markt orientiert ausrichten und wenn jemand beim Preisgefüge des Pfeifenmarktes denkt, seine Pfeife ist 42 Euro wert, dann erschüttert mich das eher als es mich freut. Vor allem, wenn man ungefähr weiß, wieviel Fixkosten auch im günstigen Fall bei einer - guten - Pfeife anfallen. Und wenn wir die Preise nach deutschem Markt vergleichen, also etwa mit Stanwell unter den gleichen Bedingungen, dann würde die Pfeife, die jetzt für 42 Euro angeboten wird, den Einzelhändler beim Importeur 84 Euro kosten und im Einzelhandel 168 Euro. Ob er dann den Preis/Qualitätsvergleich mit Stanwell noch bestehen kann, weiß ich nicht? Was denkt Ihr denn, wieviel Zeit für die Herstellung einer einzigen Pfeife bei einem Endpreis von 42 Euro noch aufgewendet werden kann? Ich finde das nicht sekundär sondern fundamental! Die Vorstellung, daß hier ein Pfeifenmacher einen halben Tag lang liebevoll und detailversessen eine individuell gestaltete Freehand-Pfeife baut, dürfte man sich da wohl abschminken?

      Grüße
      Peter

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    5. Lieber Peter,
      einen Teil Deiner Argumentation kann ich gut nachvollziehen. Ich denke allerdings, dass diese Pfeifen nicht gerade die Klientel der Freehand-Liebhaber ansprechen... trotzdem aber gute Chancen auf unserem Markt hätten. Das Problem der Preisbildung lässt sich sicher lösen, wenn nur DER an den Pfeifen verdient, der auch etwas daran getan hat. Eine Direkt-vermarktung ist in Zeiten des Internets ja kein großes Problem und würde die zum Teil überzogenen Verdienst-Vorstellungen etlicher Händler aussenden vor lassen...und somit dem Macher doch noch zu akzeptablem Verdienst verhelfen.Wobei auch ICH nicht von 42 Euro VK ausgehe. Realistisch sollte es schon bleiben!
      Lieben Gruß Ralf

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  2. SUPERb! Danke lieber Ralf ... ;-)

    Dürfte ich bei D.Niermann verschwitzt/übersehen haben ...


    Anderes, vielleicht unpassendes oder nicht wirklich hierher passend:
    • hat jemand wieder etwas von Dieter gehört/gelesen/gesehen ... !???!

    Den letzten "Kontakt" hatte ich im Mai (glaube ich?!) !!! - YT wars "Anfang" des Jahres ...

    -> hoffentlich nichts schlimmes oder gar ... ... ?!? - will gar nicht daran denken!


    DANKE nochmals für die geniale Vorstellung und URL,
    Gerald

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    1. Danke, lieber Gerald !
      Also, ich habe keine Informationen über Dieter, die Grund zur Sorge geben.Vielleicht eine Verschiebung der Prioritäten, wie sie das Leben gern mal für uns bereit hält ?!
      Lieben Gruß, RALF

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  3. Die Shapes-Formen erinnern tatsächlich an die früheren Stanwell. Nostalgie zum Schwärmen mit einer Preise Wehmut und gleichzeitigiger Freude offenbart sich einem.

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  4. Hoi Reto,
    nun, bei Worobiecs erstem Start in Deutschland waren die Mundstücke noch etwas kritisch. Daran scheint sich gut etwas getan zu haben, die Preise sind SEHR attraktiv...vielleicht können wir bald der Nostalgie ein wenig frönen. Ich kann Deine Gefühle nachvollziehen.
    Lieben Gruß, RALF

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  5. Hallo zusammen,

    bei den Preisen von 55 $ handelt es sich wohlgemerkt um STARTGEBOTE bei ebay-Auktionen. D.h. der finale Preis kann durchaus höher sein.

    Viele Grüße

    Dirk

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