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Dienstag, 23. September 2014

Intertabac 2014 - Ein völlig subjektives Fazit


Nein, man sollte keine künstliche Euphorie schüren. Die Zuwachsraten bei Ausstellern und Besuchern, die zusätzliche Halle... das ist ganz sicher nicht der Pfeife und ihren Tabaken zuzuschreiben. Shisha, E-Qualmer und Cigarre heißen die Zugpferde, dagegen nehmen sich die Vertreter natürlichen Pfeifengenusses eher schüchtern aus. Trotzdem werde ich mich nicht dem vereinzelt zu hörenden Abgesang auf die Pfeife anschließen. Es lässt sich nüchtern und sachlich belegen, dass es noch lange nicht soweit ist!

Gut, wer sich auf die Größen der Branche verlässt und ausschließlich STG und KOPP aufsuchte, schlich anschließend depressiv über die Messe.


Bei Kopp "Business as usual"- Soll heißen, im vorderen Bereich lief die übliche Cigarren-Fete, mit Sekt, Pomp und schicken Miezen, im hinteren Teil des Palastes fanden sich dann die zum Teil sehr schönen Pfeifen, die man aber kaum noch liebloser und steriler präsentieren könnte. Frei nach dem Motto: "Sie sind halt da... also müssen wir sie auch irgendwie zeigen."

Bei der STG das bekannte "Masse statt Klasse"-Bombardement. Das Pfeifenzelt quoll über von Stanwells, Petersons, Butz Choquins, Dunhills und Winslows. Poul Winslows Pfeifen... wie traurig, dass sie sich in einem Feld qualitativer Mittelmäßigkeit präsentieren müssen, doch wie gut, dass sie da waren. Als Lichtblick zwischen zum Teil entsetzlichen Zumutungen. Nein, nein... ich werde mir nicht den Mund völlig verbrennen und die Dunhills einmal außen vor lassen. Obwohl es mir schleierhaft ist, wie ein Name allein SO wertvoll sein kann - die Pfeifen sind es nämlich nicht. Unter dem Namen "Stanwell" scheint man herausfinden zu wollen, wie viel Mist man dem Kunden für 89 Euro noch andrehen kann. Die für diesen Preis gesichtete Serie legt die Messlatte jedenfalls nochmal ein gutes Stück tiefer. Dann vielleicht doch lieber eine "Feng-Jeng" aus China? Die ist auch nicht viel schlechter, kostet aber nur einen Bruchteil der Stanwell-Pretiose.

Im restlichen Stanwell-Programm wechseln sich dann schüchternes Licht und viel Schatten ab. Nein, nicht alles ist schlecht... aber genug, um sich mit Grausen abzuwenden. "Fetter Murks für dicke Kohle" scheint dagegen das Motto bei Peterson zu sein. Da macht man sich bei Pfeifen um die 260 Euro gar nicht erst die Mühe, Lieblosigkeit und grobe Fehler zu verstecken. Wozu auch, steht ja schließlich ein berühmter Name drauf.Das muss doch reichen. Das die zuständigen "Sales-Manager" auch noch stolz-dümmlich grinsend daneben stehen, beweist für mich zwei Dinge. Einmal sind die Burschen NOCH kaltschnäuziger, als ich dachte... und zum Zweiten findet sich unter ihnen keiner mehr, der auch nur ansatzweise eine Ahnung hat, wie eine richtig und gut gefertigte Pfeife auszusehen hat!


Deutlich erholsamer gestaltete sich da der Besuch bei VAUEN. Ja, Seriosität ist auch hier Trumpf, doch die familiäre und fachlich überzeugende Atmosphäre ist überall zu spüren.
Der Chef ist da, wie immer. Herr Eckert sucht förmlich das Gespräch mit dem Besucher, ist ehrlich interessiert an Meinungen und steckt auch deftige Kritik sportlich weg... und er ist ehrlich. Mein Magengrummeln bezüglich der neuen "Minni" stieß bei ihm durchaus auf Verständnis. Er sei, so sagte er, auch lange nicht von dieser Pfeife überzeugt gewesen und man probiere es jetzt mit ihr einfach mal.
Die Designerpfeife des Jahres 2014, die Diamond, stieß auf sehr gemischte Gefühle. Sei's drum, ihren Auftrag, VAUEN im Gespräch zu halten, erfüllt sie mühelos und bei den "normalen Serien" hat VAUEN auch in diesem Jahr wieder einige schöne Asse im Ärmel.
Keine Stöckelschuh-Miezen, keine Möchtegern-Promis mit Dampfbalken im Mundwinkel.
Dafür Gediegenheit, Erfahrung und Fachwissen. Geht also auch!


Doch erst auf dem Weg "nach unten", zu den vermeintlich Kleinen (ohne Promi-Zelt, 100 KW-Beleuchtung und Sektkühler), wurde die Messe der erhoffte Spaß! Ein lustiger, lockerer und hochspannender Pole, der Äpfel aus seiner Heimat verschenkt, weil die Russen sie nicht wollen. ZIBI und seine Firma Mr. Brog gaben einem die Sicherheit, dass der Weg sich gelohnt hat. Mutige, phantasievolle Kreationen, die vor allem eines vermitteln: den Spaß an der Pfeife.


Ein englisches Paar, "very british, indeed!" Ian Walker und seine stilsicher-charmante Frau präsentierten die "Northern Briars"-Pfeifen, die Ian seit einer halben Ewigkeit auf einem englischen Kanalboot baut, dass die Walkers auch bewohnen. Wer auf "Old English Style" steht und strenge Klassik mag, wird Ian für seine Pfeifen lieben. Allerdings beweist er mit einer "Specials"-Serie, dass er auch Seeigel in Pfeifenform oder Rhodesians mit Hut zu bauen versteht.


Luciano Buzzi, der mit sehr offener Art und italienischem Charme im XXL-Pack seine Firma BREBBIA am Stand vertrat. Er kann zu jedem Shape eine ganze Geschichte erzählen und man hört ihm so gern zu, lässt sich die Feinheiten der Bohrtechnik erläutern, sich von der Schönheit und Gediegenheit seiner Pfeifen gefangen nehmen und fragt sich und IHN, warum die Firma BREBBIA nicht noch stärker auf dem deutschen Markt vertreten ist. Seine Antwort sollte hier in roter Sperrschrift stehen: "Weil mir reicht, was wir erreicht haben und ich bei gesteigerter Produktion Angst um meine Qualität hätte!" - Falls jemand von der STG mitliest, erkläre ich ihm gern, was Herr Buzzi damit meint.-


Tja... und dann das "Künstlerdorf"! Luigi Viprati, Holmer Knudsen, Kai Nielsen, Ser Jacopo (wo Giancarlo Guidi immer noch schmerzlich vermisst wird), l`anatra... künstlerische Größen mit unglaublicher Reife und rauchbaren Schönheiten, die einem den Atem rauben können. Mimmo Romeo, vor dessen Kunstwerken sogar Luigi Viprati andächtig in die Knie ging... allerdings nur, bis die beiden Brasilianerinnen im Bikini an ihm vorbei stolzierten!
Nein, die Pfeife stirbt nicht. Nicht, solange es solche Menschen gibt, die sie mit Herz und Seele erschaffen und repräsentieren.


Noch kein Wort über Tabak? Nun, das hat zwei Gründe. Erst der unerfreuliche: Bei Mostex fand sich auch in diesem Jahr die komplette Palette "Stanislaw"-Tabake. Anschauen konnte man sie, probieren war leider Fehlanzeige. Worüber soll ich also berichten? Über bunte Dosen? Gleiches Problem bei Samuel Gawith... und hier finde ich es schon unverschämt geizig, dass ein Premium-Hersteller nicht in der Lage ist, neben seine leeren Dosen auch ein paar Rauchproben zu stellen. Reichen die Preise immer noch nicht, um Gewinn zu machen? Ist es schlicht Gier oder die Angst, bei noch stärkerer Nachfrage noch mehr in Lieferverzug zu gelangen?

Zum erfreulichen Grund: Dan Tobacco! Hier konnte man mal wieder erleben, dass es auch anders geht. Probieren, was das Herz begehrt... auch die Neuheiten, wie den "Rainer Barbi", die neue Michael Apitz Aromabombe "7:1" ( ja, der heißt wirklich so. Hoffentlich haben das die Brasilianerinnen nicht gelesen!) und den "Choo Choo" als aromatisierten Flake-Strang. Vor dem Stand von Dan Tobacco steht man nicht. Man wird hinein gesaugt. Ein blendend aufgelegter Michael Apitz und ein zum Glück wieder gesundeter Heiko Behrens mit seiner gemütlich väterlichen Art sorgten für "Heimat-Gefühl", für tolle Information... einfach für Wohlfühl-Atmosphäre. Zudem gab's hier am Stand auch die hübschesten Mädels... aber die gehören zum Unternehmen und haben auch noch richtig Ahnung - DAS ist der Unterschied.


Ja, ich weiß, dass es für Pfeifen-und Tabakproduzenten nicht leichter wird. Doch ich will mich der Schwarzseherei nicht anschließen. Erst, wer sich verloren gibt, ist es auch. Kleine, aber immerhin merkliche Zuwächse gerade bei jungen Pfeifenrauchern, eine Branche, die beweglich ist und kaufmännisches Hirnschmalz besitzt und eine aus der Kultur gewachsene Resistenz gegen Wichtigtuer und Übergut-Menschen... es gibt noch feste Fundamente auf dieser Seite des Zauns. Man muss sich nur trauen, weiter darauf zu bauen. Wenn wir als Kunden dann noch denkend handeln, die belohnen, die solide faire Arbeit machen und die meiden, die uns nur verarschen, dann wird die Pfeife weiter leben.
...auch das hat die Intertabac 2014 gezeigt!

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Hallo Ralf!

    Schöner Artikel, der im Großen und Ganzen auch meinen Eindruck widerspiegelt. In der Kai Nielsen, Mimmo und Konsorten konnte man wirklich ins Schwärmen geraten. Was heißt könnte? :) Die Gespräche mit den Herrschaften waren sehr erquicklich und vor allem freundlich, nett und wunderbar kompetent. Bei Samuel Gawith war ich etwas irritiert, weil die dort die 250+ Gramm Packungen zeigten, die man in D sowieso nirgends bekommt. Und Dan Pipe war eine Oase zum Verweilen und Snacken.
    have fun - Mario

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  2. Hi Ralph,
    Hi Mario,

    Zuerst sollte man sich mal vor Augen führen, was die InterTabac ist.
    Die Intertabac ist die weltweit größte Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf. Die Betonung liegt dort auf FACHmesse. Also ausgerichtet für den FACHhandel. Leider ist der Begriff Fachhandel da recht weit gefächert. So kann natürlich jeder - der ein Gewerbe mit Bezug zu Tabakwaren hat - dort reinmarschieren.

    Tabakfachhändler aus der ganzen Welt kommen dort vorbei - haben Termine mit ihren Außendienstlern der entsprechenden Firmen und kaufen dort für ihren Laden ein. Mit Messerabatt unso.

    Ralph wo fang ich nun an?

    Einfach von oben nach unten. :)
    Leider habe ich hier keine Formatierungsmöglichkeit deshalb muss ich deine Aussagen zu denen ich gerne was sagen möchte mal in Anführungszeichen setzen.

    "Bei Kopp "Business as usual"- Soll heißen, im vorderen Bereich lief die übliche Cigarren-Fete, mit Sekt, Pomp und schicken Miezen, im hinteren Teil des Palastes fanden sich dann die zum Teil sehr schönen Pfeifen, die man aber kaum noch liebloser und steriler präsentieren könnte."

    --> Zuerst solltest du klar machen, dass Kopp sich seinen Stand teilt mit der Firma "Kohlhase und Kopp" das sind (nicht nur auf dem Papier) zwei getrennte Unternehmen.
    Kohlhase + Kopp hat den vorderen Bereich. Kopp den hinteren Bereich. Quasi getrennt durch die "Kaffeebar". Von Sekt, Pomp und schicken Miezen konnte ich dort, während unseres Termins mit unserer Außendienstlerin nichts sehen.

    Das dort die Hütte brennt, liegt nicht alleine daran, dass Kohlhase & Kopp in nahezu jedem Tabakwarenfachgeschäft vertreten ist. Somit auch durch den FACHBESUCHER schon sehr hochfrequentiert ist.

    Olli Kopp und sein Team steht der hintere Bereich zur Verfügung.
    Über die Präsentation kann man sicherlich streiten. Aber auch hier solltest du dir klar machen, dass es darum geht den FACHBESUCHER die Neuheiten zu präsentieren, nicht das Produkt Pfeife näher zu bringen.
    Die zwei Glastische, die du da so treffend beschreibst, waren ja nur ein Teil dessen, was Kopp dort ausstellt. In dem Fall waren es die Pfeifen von Peder Jeppesen inkl. Neerup (Tisch 1) und Peter Klein + L'anatra (Tisch 2). Die restlichen Pfeifen (Wallenstein, Reiner Thilo, etc etc.) waren dahinter in den Regalsystemen untergebracht.

    ENDE TEIL 1 :)

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  3. Teil 2:

    zum Thema STG.

    "das die zuständigen "Sales-Manager" auch noch stolz-dümmlich grinsend daneben stehen, beweist für mich zwei Dinge. Einmal sind die Burschen NOCH kaltschnäuziger, als ich dachte... und zum Zweiten findet sich unter ihnen keiner mehr, der auch nur ansatzweise eine Ahnung hat, wie eine richtig und gut gefertigte Pfeife auszusehen hat!"

    Mich würde ja mal interessieren, ob du überhaupt mal ein Gespräch mit so einem "Sales Manager" geführt hast?

    Zu behaupten, dass dort keiner mehr Ahnung von Pfeife hätte ist nämlich purer Unsinn. Nun gut, dass du kein gutes Haar an der Firma lässt ist ja nun nichts neues. Meist ist es auch gerechtfertigt. Hier aber Menschen anzugreifen, die dort ihren Job erledigen ist für mich schon eine Nummer zu hart. Das wäre genauso als käme ich in ne Aral Tankstelle und mache den Tankwart für die hohen Benzinpreise verantwortlich. ;-)

    Die Firmenpolitik der STG ist sicherlich diskussionswürdig, aber dass zu regulieren ist Aufgabe des Fachhandels bzw. generell des Marktes und sicher nicht die Schuld des "kleinen Außendienstlers" der dort auf der Messe sein Brot verdient.

    Ich würde dich doch bitten, bei aller angekündigter Subjektivität ein klein wenig weiter über den "Tellerrand" zu schauen. Mir ist klar, dass du jede Menge Herzblut bei dem Thema Pfeife aufbringst, mir ist auch bewusst, dass du dich dort schwer aus der Rolle des Endverbrauchers rauslösen kannst. Aber einen funken Objektivität auf der Messe, würde dich vermutlich einiges nichtmehr so schwarz sehen lassen, wie es dein Artikel vermittelt.

    Zum Thema Rauchproben.
    Auch mich hats verwundert, dass SG nichtmal ihre Neuheiten als Rauchproben zum "schnuppern" offen hatte.
    Das war in den vergangen Jahren aufjedenfall anders.
    Da können sie sich mal ein Beispiel an den Zigarrenhändlern / Importeuren nehmen. Dort konnte man aufjedenfall jede Neuheit probieren oder bekam sie als rauchprobe mit nach Hause.

    Dass sie die 250g Triebtäterpackungen anbieten, obwohl sie nicht auf dem deutschen Markt verfügbar sind liegt an der internationalität der Messe. Dort kaufen nicht nur deutsche - sondern Händler weltweit. Auch bei Arnorld André ist MacBaren mit Tabaken vertreten die es in Deutschland, dem Lebensmittelgesetz sei dank, nie geben wird.

    Bei den anderen Punkten muss ich euch Recht geben. Auch ich habe den Besuch bei Danpipe, Holmer, Hermann, Gabriele, Kai etc. pp. sehr genossen.

    Es ist und bleibt allerdings ne Fachhändler Messe und wird nie den Charme haben, denn Lohmar oder Speyer hat.

    Beste Grüße und bis bald!

    Tim

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  4. Nachdem ich nun meine Texte überflogen habe möchte ich mich doch noch für etwaige Rechtschreibfehler entschuldigen :)

    und Sorry Ralf für das falsche RalPH! :)

    Viele Grüße aus dem Saarland und bis bald!

    Tim

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  5. Eine sehr ehrliche blog, sie müssen das respektieren.
    Ich musste nur um das letzten Bild bei DTM lachen.In der Mitte des Fotos sehen Sie ein glatzköpfiger Mann sitzen. Das bin ich!
    Noch besser.. Wenn Sie die Foto Karussell auf der Unterseite meines Blog-Beitrag (http://dutchpipesmoker.wordpress.com/2014/09/22/inter-tabac-2014-impression/) anschaue, werden Sie Ihnen von meiner Seite sehen. Nächstes Jahr müssen wir miteinander sprechen :)

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    1. ...und ob wir das tun, lieber Arno !
      Das ist tatsächlich ein witziger Zufall. Ich brauche nicht einmal das Foto, um mich an Dich zu erinnern.
      Ich schau`jetzt direkt mal in den Blog...und bin gespannt, ob ich von der anderen Seite genauso dick bin ! :-D
      Lieben Gruß, RALF

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    2. Wunderschöne Bilder, Arno...und von dieser Seite schmeichelt mir das Bild- danke dafür. Meine Frau erinnert sich übrigens, mit Dir gesprochen zu haben. Wärst Du doch mal ans Faß getreten !...naja, im nächsten Jahr ! :-)

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    3. Hallo Ralph, ich glaube ich habe die Foto von der guten Seite genommen ;) Tsja, du wahrst so beschäftigt im Gespräch mit Herr Apitz dass ich du nicht stören wollte. Nächsten Jahr sprechen wir einander! :)

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  6. DANKE(!) Ralph ... !!! ;-) 👍

    Aber, ich muss leider TIM ~100% ZUSTIMMEN !!!

    Gerald

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  7. Lieber Tim, lieber Gerald !

    Bei Kopp ging es mir vornehmlich um die Präsentation der Pfeifen.
    Um den Eindruck, der für den Besucher im Zelt entsteht und um die seit Jahren gleiche Präsentation hochwertiger, schöner Pfeifen, die aneinander gereiht auf der Seite liegen, wie erlegte Kaninchen.
    Auch der FACHbesucher würde sicher etwas mehr Raum, eine schönere und geeignetere Darstellung der Produkte zu schätzen wissen und sie vielleicht sogar als willkommenen Impuls empfinden.
    Etwas, was dem Erfolg bestimmt nicht schaden könnte. Wäre der FACHbesucher nicht an hübschem Ambiente und an begleitender Dekoration interessiert, würden diese Dinge nicht oft seinen Kaufimpuls auslösen, würde nicht soviel Brimborium in Sachen Präsentation und Werbung gemacht, denke ich...und das es darum geht " ...dem Besucher die Neuheiten zu präsentieren und NICHT, ihm die Pfeife näher zu bringen" ist in meinen Augen eine Unterlassung. Vielleicht wäre gerade das ein lohnenswertes Ziel, damit beim Endverbraucher wieder mehr ankommt ?
    Ich bin ja nicht zum ersten Mal auf der IT und natürlich habe ich auch in den letzten Jahren das Gespräch mit den Standleuten bei der STG gesucht.Die Antworten sind nicht von Fachwissen geprägt, sondern von auswendig gelernten Sprüchen aus der Marketing-Bibel. Anders sieht es auch bei den Außendienstlern nicht aus, die uns am Arbeitsplatz besuchen.Bei Fragen bezüglich der nachlassenden Qualität gipfelte das in der Aussage: "Daran werden wir uns zukünftig gewöhnen müssen!" Nein, das müssen wir nicht .
    Es geht und ging mir auch weniger um die Soldaten. Es geht um die Generäle, die sich nach der Messe wieder im Licht des "staatseigenen Fernsehens" "smokersplanet" zeigen, hofiert von einem unterwürfigen Antwort-Bettler, der sie förmlich anfleht, ihm zu erzählen, wie erfolgreich und gut sie doch sind.
    Mir ist klar, dass sich viele vertretene Firmen nur noch einen Dreck um den deutschen Markt scheren. Trotzdem halte ich es für legitim, schlechte Ware auch als das zu bezeichnen, was sie ist. Wie sollte denn mehr Objektivität in diesem Fall aussehen ? Schönrederei gibt es in der Branche schon mehr als genug.
    Ich verstehe Eure Argumentation. Wer in die Interna dieser Dinge mehr Einblick hat, sieht die Sachen wohl abgeklärter. Allerdings habe ich in den Firmen und im Handel viele Leute, die gern mit mir sprechen, wenn niemand zuhört...und auch da gibt es viele Meinungen, die gänzlich anders sind, als es uns die Erfolgsgesichter weismachen wollen.
    Ja, ich investiere verdammt viel Herzblut in die Pfeife. Vielen in der Branche täte es gut, auch mal wieder ein paar Tropfen zu vergießen.
    Ich denke auch nicht, dass ich da schwarz sehe. Es ist, wie Ihr es schon beschreibt.Ich kann auch auf dieser Messe die "Endverbraucher-Seele" nicht daheim lassen...ich allerdings denke, dass das gut so ist. Denn der Endverbraucher ist letztlich die Instanz, die den Markt regelt. Ich möchte nur meinen Teil dazu beitragen, dass genau DAS dem Endverbraucher bewusster wird.
    Ein gutes Zeichen ist allerdings, dass sich z.B. hier unterschiedliche Auffassungen zum friedlichen Austausch treffen...auch das kann sicher seinen Teil zum besseren Verständnis beitragen.
    Ich danke Euch und liebe Grüße,

    RALF

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  8. Hallo Ralf. Vielen Dank für den launigen Bericht. Damit kann man etwas anfangen und etwas von der Atmosphäre der Veranstaltung einatmen.
    Volker

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  9. Dankeschön Volker,
    freut mich,wenn es gelungen ist, ein wenig
    vom "Messe-Gefühl " herüber zu bringen.
    Lieben Gruß Ralf

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  10. Hallo Tim,

    Danke!

    @Ralf:
    Du scheinst irgendwie ein Problem mit dem Fachhandel und großen Teilen der "Pfeifen/Tabakindustrie" zu haben?

    Woher nimmst Du eigentlich Dein Wissen, zu glauben, einschätzen zu können, was eine gute Pfeife ist und was nicht?

    Du hast vor einiger Zeit ohne mit der Wimper zu zucken einen Hersteller von Pfeifen lobpreislich vorgestellt, der (allein aufgrund der Fotos deutlich erkennbar) vollkommen außer Stande ist, die simpelsten gestalterischen und handwerklichen Mindeststandards der Pfeifenherstellung zu wahren. Auf der anderen Seite kritisierst Du hier Stanwell und Peterson aufs Schärfste und wirfst Dunhill auch gleich noch mit dazu, obwohl die alle diese Standards einhalten können. Das passt überhaupt nicht zusammen! Wie kann das sein? Haben Dir Kopp und STG nichts zum Berichten "zukommen lassen"? Noch nicht mal Proben zum Abstauben? Sind Subjektivität und Objektivität eine Frage des Preises?

    Du solltest bei Deinem Feldzug gegen Stanwell, Peterson & Co und den Fachhandel bedenken, daß Deine Online-Pfeifenwelt deutlich kleiner ist als die reale des Fachhandels, wo Gehälter und Mieten bezahlt werden und die Produkte Pfeife und Tabak wirtschaftlich ein ganz anderes Gewicht haben. Letztlich auch Dank der Zigarren!

    Und noch was: wenn es die großen Hersteller und den entsprechenden Fachhandel, die Du so gern kritisierst, in der traditionellen Form nicht mehr geben sollte, dann gäbe es auch keine direkt vermarktenden Hobbybauer mehr und auch keine Highgrader, denn die müßten dann ihr Holz selber ausgraben, sägen, auskochen und trocknen! Von den paar Tausend Blöcken, die die Einzelstückmacher kaufen, könnten nämlich die (eh schon wenigen) Coupeure nicht überleben, wenn ihnen die Basis der Industrie wegbricht. Auf dieser Basis bewegen wir uns alle - auch die Direktvermarkter - und wenn man schon an dieser Basis kratzen mag, dann sollte man schon ein bißchen Fachwissen und Verantwortung mitbringen!

    Ich habe auch ein bißchen Einblick in diesen Markt und bilde mir ein, Pfeifen durchaus qualitativ beurteilen zu können, und ich sehe keine nennenswerten qualtiativen Unterschiede bei den großen Herstellern.

    Das, was Du machst, indem Du Dir Deine Feindbilder kultivierst, geht an der Realität vorbei - oder glaubst Du, daß es bei Savinelli, Vauen oder Gubbels keine Reklamationen gibt? Oder keine häßlichen Pfeifen? Oder keine Pfeifen, die (Dir? oder jemand anderem) zu teuer vorkommen?

    Gerade bei heftiger Kritik sollte man das Korrektiv "Objektivität" nicht ganz ausblenden, wenn's denn irgendwie seriös oder aussagekräftig sein soll! Das soll nicht heißen, daß man keine Kritik mehr üben sollte, im Gegenteil - aber diese Kritik sollte differenziert, seriös und objektiv nachvollziehbar sein und genau das ist Deine grundsätzliche Kritik an Peterson oder Stanwell nicht! Einfach im Tenor zu sagen: "die können's nicht", die "wollen nicht", denen "ist der Verbraucher egal", das ist vollkommen überzogen und geht an der Realität vorbei!

    Mediale Präsenz allein, erhöhte Frequenz der Kritik und deren Lautstärke haben nichts mit der Substanz der Kritik (die mir bei Dir hier viel zu dünn ist) zu tun und noch weniger mit der Realität! Auf mich macht das hier den Eindruck, als ob Du in erster Linie daran interessiert bist, Deine Vorurteile zu pflegen und in den Mantel der "Kritik des Endverbrauchers" zu kleiden. Aber vielleicht versteh' ich's auch einfach nicht?

    Ich hab' das übrigens auch gerade deshalb geschrieben, weil ich ebenfalls verdammt viel Herzblut in die Pfeife investiere und jetzt gehe ich welche machen...

    Gruß
    Peter

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  11. Hallo Peter,

    mitnichten habe ich ein pauschales Problem mit dem Fachhandel oder "großen Teilen" der Pfeifen-und Tabakindustrie.
    Das habe ich in den letzten Jahren ausreichend bewiesen, wie mir scheint.
    Ich habe Probleme mit Händlern, die neue Ideen und ihre Macher nur in ihrem Programm vertreten wollen, wenn sie eben diese Neuheiten mit dem 2 bis 2,5 fachen kalkulieren können, andererseits aber den Mangel an neuen Impulsen auf dem Markt beklagen.
    ...und ich habe Probleme mit Vertretern der Pfeifenindustrie, die reduzierte Qualität bei angehobenen Preisen als optimale Möglichkeit der Gewinnmaximierung betrachten.
    In beiden Fällen handelt es sich klar um die Minderheit, so dass wir Dein geschildertes Branchen-Untergangs-Szenario durch Pauschalkritik an Allen im Weiteren unberücksichtigt lassen können.
    Ich beziehe den Glauben, Pfeifen beurteilen zu können, aus einer 33-jährigen Pfeifenkarriere. Allerdings reicht MEIN Fachwissen nicht aus, um einen Pfeifenmacher nur anhand von Fotos in Bausch und Bogen zu verdammen. Das finde ich ein schönes Beispiel für die, von Dir geforderte "Objektivität".
    Beinhaltet diese Objektivität, dass ich bei 250 € Pfeifen den durch Klemmbacken verschandelten Tabakraum übersehe, dass ich Zuglöcher ignoriere, die mindestens 3mm über Grund heraus kommen, dass ich Pfeifen, die sich nur mit purer Gewalt auseinander drehen lassen eine gute Passform bescheinige ? Wieviel Fachwissen braucht man, um darin Mängel zu erkennen ?
    Wer hat behauptet, dass es die STG nicht besser kann ? Wäre das so, würde sich ( bei entsprechender Preiskorrektur) niemand darüber aufregen.Da wäre dann das Preis-Leistungs-Verhältnis der entscheidende Faktor.
    Deine seltsam-unterstellenden Fragen zu meiner möglichen Käuflichkeit sind so bizarr, dass ich nicht weiter darauf eingehen möchte. Es ist nur merkwürdig, wenn man andere Leute der unfairen Ausdrucksweise bezichtigt, sich ihrer aber selbst bedient...und es beweist, wie "gut" Du mich kennst.
    Ich kann mich auch nicht entsinnen, Firmen wie Savinelli, Vauen oder Gubbels Fehlerlosigkeit attestiert zu haben. Bei den mittleren und kleineren Produzenten sehe ich aber deutlich mehr Bereitschaft und Willen, an offensichtlichen Problemen zu arbeiten. Wer auf der Intertabac war, wird bemerkt haben, dass die STG die gleichen Qualitätsprobleme seit mindestens drei Jahren mit sich herum schleppt. Da könnte man schon einmal auf den Gedanken kommen, dass sie es vielleicht nicht anders wollen.
    Nur der Ordnung halber : Ich habe bei Kopp keinerlei Pfeifen kritisiert, sondern die Form der Präsentation. Das ginge deutlich schöner, praktischer und mit mehr Schonung der Ware...und wäre nach meiner Idee nicht einmal teuer !
    Sei`s drum...unsere Ansichten sind wohl generell verschieden.
    Ich könnte allerdings wetten, dass Du, wenn Du in die Werkstatt gehst, Dein gesamtes Wissen und Können in den Bau Deiner Pfeifen investierst...und nicht etwa Dein Know-How auf 75% herunter fährst, um schneller mehr Geld zu verdienen ?! ...und das erwarte ich von allen Pfeifenmachern und-produzenten.Mehr nicht.

    Lieben Gruß, RALF

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  12. Lieber Ralf,
    vielen Dank für Deinen sehr subjektiven Bericht hier im Blog und für Dein wunderbares Video auf You-Tube !!
    Den Kritikern hier auf der Seite sei angemerkt: es steht dick und fett über diesem Artikel, dass er subjektiv ist. Statt zu meckern, fände ich es angebrachter, lieber selber mal einen Artikel zu schreiben und sich die Mühe zu machen, Gedanken zu formulieren, Bilder einzustellen etc. - das macht nämlich viel Arbeit ... und die sollte man zunächst einmal respektieren und wertschätzen!

    In diesem Sinne, weiter so, lieber Ralf und
    Danke !
    Lieben Gruß von Sybille

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  13. Liebe Sybille,
    ich habe meine Formulierungen bewusst
    drastisch und (wie Du zurecht noch einmal
    anmerkst!) völlig subjektiv gewählt. Somit
    waren gegenteilige Meinungen durchaus erwünscht und erwartet. Interessant ist aber, dass diese Meinungen ausschließlich aus der Händlerecke stammen und die "Endverbraucher " sich mehrheitlich positiv über die klaren Worte äußern. Das sollte einigen Leuten vielleicht doch zu denken geben?! Ich jedenfalls stehe zum Geschriebenen... Lieben Dank und Gruß
    RALF

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    Antworten
    1. Hallo Ralf, Sybille,

      weder Tim noch ich kommen aus der "Händlerecke"! Ich bilde mir nur ein, den Pfeifenmarkt differenzierter zu sehen als Du das tust! Und warum ich was geschrieben habe? Weil ich es abscheulich finde, wenn jemand jede Gelegenheit nutzt, um seine Vorurteile und Antipathien zu pflegen - das ist wie bei Journalisten, die selbstgerecht vor dem Interview ihren Text fertig haben. Und das sind letztlich Chancen, die vertan sind. Da helfen dann auch keine Mühe, Fotos und investierte Zeit. Das Missverständnis ist, daß Ralli als Endverbraucher auf eine Messe fährt, die nicht für Endverbraucher gedacht ist, er seine "piratennaiven" Vorstellungen zum Maßstab für seine Kritik nimmt ohne zu wissen, wie dort die Geschäfte gemacht werden. Hätte Ralli Recht, müßte STG längst vom Markt verschwunden sein - in Wirklichkeit sind sie einer der Marktführer! Natürlich könnte man sagen, daß die Einschätzung (und der ganze Bericht) "höchst subjektiv" ist - aber man kann's auch als eine Qualitätsfrage sehen. Oder anders gesagt: Es ist ja schön, wenn sich jemand die Mühe macht und so einen Bericht schreibt, aber was nützt es, wenn er so schlecht ist? Spätestens seit Brecht wissen wir, daß das Gegenteil von "gut" "gut gemeint" ist!

      Grüße
      Peter

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  14. Hallo Peter,
    wem mein Artikel zu schlecht und/
    oder zu naiv ist, kann ja zur Berichterstattung
    des "staatseigenen Senders " wechseln-
    wie bereits schon einmal vorgeschlagen.
    Dort ist zur IT 2014 wieder alles eitel Sonnenschein und das Geräusch des Schulterklopfens wird nicht durch naive Piraterie gestört! Da sind dann die verbalen Schönheitschirurgen unter sich...und die enttäuschten Stanwell- und Peterson-Käufer
    können sich damit trösten, immerhin eine Gurke des Marktführers erworben zu haben.
    Für mich war's das zum Thema.
    Besten Gruß, der mit der Augenklappe.

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