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Freitag, 8. August 2014

Robert McConnell - Scottish Cake

Das Gute liegt so nah!

Wir sind Weltmeister! Ja, auch im Fußball, doch um den geht es jetzt nicht. Wir sind auch Weltmeister in der Auswahl und Güte der Pfeifentabake! Ich weiß, dass ich zu den Leuten gehöre, die gute US- oder englische Midland-Tabake gehörig abfeiern. DIE Tabake, an die oft so schwer dran zu kommen ist. Doch da geht es um einzelne Tabake... und mich packt der Ärger, wenn ich dann haltlose Schwärmereien über gerade den amerikanischen Tabakmarkt lese und höre.

Glauben Sie mir, liebe Glorifizierer, die amerikanischen Pfeifenfreunde bekommen gar nicht genug von der Qualität deutscher Pfeifentabake und reißen ihren Händlern einige Kräuter aus unseren Breiten förmlich aus den Händen. Wenn Sie das nicht glauben, schauen Sie doch einfach mal für Spaß bei tobaccoreviews.com rein... und lesen Sie, was unsere amerikanischen Freunde z.B. über den „Scottish Cake“ schreiben. DIE Erfahrung gegen Selbstmitleid.


Er ist ein kerniges Kraut. Seine dicken Tabakfäden changieren zwischen beinahe schwarz und rehbraun, und aus der Dose steigt sofort dieser unglaubliche Duft nach Heu und Rosinen - herrlich. Nein, keine komplexe Mischung... aber das ideale Verhältnis zwischen gereiften Virgina-Grades, etwas Kentucky für die kräftige Rundung und ein "Spritzer" Perique für die fruchtige Ergänzung. Etwas vorgetrocknet und mit ein wenig Luft nicht zu fest in den Kopf gebracht, lässt er sich mühelos entzünden und liefert sofort das volle "Wohlfühl-Brett".

Reife, sanft-süße Virginias mit einem Hauch harzigen Honigs, dazu der pfeffrige Körper des kräftigen, dunklen Kentucky und die feine, säuerliche Note des Perique. Edel abgestimmt, rauchbarer Samt, der die Geschmacksknospen einhüllt und völlig zufrieden sein lässt.

So mild, wie er sich gibt, bleibt er auch... wenn man es beim Rauchen nicht eilig hat. Sonst drückt der Tabak sein Unverständnis für Hektiker mit leichten Zungenbissen aus... und das macht dieses harmonische Erlebnis kaputt - wäre zu schade. Keine Sorge, dieser wundervolle "Buddy" nimmt es auch nicht übel, wenn die Pfeife zwischendurch einmal abgelegt wird und die angerauchte Füllung abkühlt. Nach dem Wiederentzünden kehrt die "Samtpfote" sofort zurück, um zur Mitte der Füllung ein wenig an Kräftigkeit zuzulegen. Das überfordert nicht, sondern bringt den Charakter der Mischung noch ein wenig mehr ans Licht - durchaus angenehm.


Der "Scottish Cake" ist mit Sicherheit einer der besten Tabake seiner Richtung - und das weltweit! Man ist regelrecht traurig, wenn sich dieses harmonische Geschmackserlebnis seinem Ende nähert und nur noch ein wenig pulverfeine Asche zurück bleibt. Wer nun glaubt, er könne sich den "Scottish Cake" schenken, weil er den "Scottish Flake" schon kennt, der irrt genauso gewaltig, wie ich es getan habe. Hier die Unterschiede zu erläutern, würde zu weit führen... sie sind aber erstaunlich. Genauso erstaunlich wie die eher angenehme Raumnote, die der "Cake" entwickelt - beileibe bei Tabaken seines Schlages keine Selbstverständlichkeit.


Fazit? Dieses in Deutschland erhältliche Kraut haut viele Mc Clellands und Co. ansatzlos aus dem Hemd. DAS haben die amerikanischen Kollegen schon längst bemerkt... und SIE sollten es auch tun, falls noch nicht geschehen. Nein, wir vergeben hier keine Sterne. Täten wir es, bekäme er vier von mir... und die würden auch noch im Takt blinken.

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Lieber Ralf,
    na der Tabak klingt doch vielversprechend und ist sogar bei meinem Händler zu bekommen. Da mache ich mich doch gleich mal auf die Socken ... vielen Dank für diese schöne Tabakbesprechung !
    Liebe Grüße von Sybille

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    1. Danke Dir, liebe Freundin !
      Ich bin mir sicher, wenn Du ihn probiert hast, wirst Du mit Deiner Wahl SEHR zufrieden sein ! :-)
      Liebe Grüße, RALF

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  2. Immer in meiner tabakbar zu finden. deine Beschreibung passt wie Faust aufs Auge.

    LG Onkelmarc

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    1. Danke, Onkelmarc...in meiner Tabaklade ist er auch Dauergast!:-)
      Lieben Gruß, RALF

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  3. Hallo Ralf,

    wie war ... Das gute liegt oft so nahe (bzw. in Umgebung)!

    Ich meine damit zB aus BellaItalia - zwei TopTabake (zumindest Geruch in Packung und vorallem während dem rauchen!):
    • den GOLF Armonia
    • und den ITALIA (Classico)

    [Und zusätzlich superB die "DeMedici Classico" MezzoSigaro !!!]

    Info hier - ist übrigens der Italia-Produzent DER Toscano/Toscanello-Zigarren (aus purem Kentucky):
    ° http://www.tobaccoreviews.com/brand/763/manifatture-sigaro-toscano

    Wäre toll, wenn es mehr "Besprechung" über 'Auslandstabake' gebe, die es leider NUR dort gibt - wie die oben genannten (nix Inet&Co.) ...
    - vorallem jetzt im Sommer bzw. zur Ferienzeit - aus Urlaubsländern oder JobVisits typische Inländer mitnehmen und kosten ...

    Wie Du, lieber Ralf, "früher" aus Spanien ...

    Oder von Nachbarländer wie Polen, Frankreich ... Oder auch Ungarn (typisch Ungarischer - heißt nur OberstCavendish und riecht nach purer Schoko&Co.) ...

    Gerald

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  4. Hallo Gerald,
    danke für den Tip und die Anregung. Soweit möglich werde ich sicher weiterhin Tabake vorstellen, die nicht zum deutschen Angebot zählen.
    Mancher ist dann zwar böse, weil er sie nicht oder nur schwer bekommt. Ich allerdings finde den "Exoten-Status" schon aus Gründen der Neugier super spannend.

    Lieben Gruß, RALF

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  5. Lieber Ralf,

    Hört sich toll an. Würdest Du diesen Tabak auch mir als Einsteiger empfehlen? Ich weiß, dass Anfänger-Tipps meist in Richtung zugänglicherer Tabake wie MBs Mixture gehen, fände es aber interessant, auch eine Mischung mit Perique in der Pfeife zu haben. Auch ein für Anfänger geeigneter Tabak mit Latakia würde mich interessieren - einfach, um eine Ahnung von verschiedenen Richtungen zu bekommen. Oder ist das Quark und ich zu ungeduldig?

    Liebe Grüße,

    Sven

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  6. Hallo Sven,
    nö...das ist kein Quark. Irgendwann will man alle Geschmäcker kennenlernen...warum nicht jetzt ? Also, der Scottish Cake ist weder zu wuchtig, noch kompliziert zu handhaben. Gut, er hat Gehalt...daher zu Beginn vielleicht keinen Riesenkopf damit füllen. Durch die relativ geringe Menge Perique ist er allerdings kein "typischer " Vertreter dieser Art. Da wären dann Mixturen, wie "Louisiana Broken" von H.U. passender...der könnte aber noch ein wenig zu "fett" sein.
    Beim Latakia empfehle ich zu Einstieg gern "The Solent" von Mac Baren...auch hier ist der Latakia eher vorsichtig beigemischt, offenbart aber klar seinen Charakter...und überfordert nicht !
    Lieben Gruß, RALF

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  7. Lieber Ralf,

    Dank Dir. Die erste Pfeife ist gekauft, die Scottish Cake-Probe ist unterwegs zu mir, die restlichen Tabak-Tipps habe ich im Hinterkopf und ich bin jetzt gespannt.

    Lieben Gruß,
    Sven

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  8. Hallo Ralf,
    heute habe ich einige Proben von Cigarworld sowie den Scottish Cake und den Glen Piper erhalten. Nun habe ich den Scottish Cake erstmals in meiner Pfeife. Wunderbar! Er erfüllt alle Voraussetzungen eines Spitzentabaks. Ich habe schon einige Tabake von McConnel genießen dürfen. Der Scottish Cake ist aber der bislang der interessanteste Tabak.Mal sehen wie die Proben sich machen...
    Viele Grüße
    Alexander

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