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Samstag, 23. August 2014

DTM - Bulldog Roper's Roundels

Bulldog Roper's Roundels - New Coins In Town

Man nennt sie "Coins" (Tabakmünzen) und wenn man den Deckel der Dose öffnet, liegen sie darin appetitlich gestapelt und verraten auf den ersten Blick ihren Status als wahre Tabak-Kunstwerke. Die Szene für diese speziellen, kompliziert zu fertigenden und daher auch nicht ganz billigen Tabake ist klein. Neulinge, die sich auf diese Freak-Bühne trauen, haben sofort mit zwei Gefahren zu rechnen: Das sie der Platzhirsch verjagt und, noch schlimmer, dass sie vom Geist des Escudo-Saurus einfach niedergetrampelt werden. Doch dazu gleich mehr.

Copyright: Ralf Ruhenstroth

Wer die "Roper's"-Dose öffnet, wird mit heuigem, mild-süßem Virginiaduft empfangen. Darunter mischen sich säuerlich-delikate Noten des Perique, das allerdings nur in sehr sanfter Dosierung. Ihn in die Pfeife einzubringen, ist eigentlich auch kein Hexenwerk. Manche zerreiben die Münzen einfach... das verursacht mir persönlich aber körperliche Schmerzen... und man bringt sich damit auch um den Genuss! Wer nicht zu den Geschicktesten gehört, formt aus den Scheiben lockere Kugeln und bringt ein-zwei davon ohne wirklichen Druck in den Kopf ein. Zweitbeste Lösung! Bei ordentlich großem Tabakraum-Umfang ist es durchaus möglich, die Scheiben liegend vorsichtig in den Kopf zu drücken. Der Kern der Tabakmünze liegt dann flach im Kopf. Während sich der äußere Teil im Tabakraum an den Rändern hoch drückt. So und mit etwas zusätzlicher Improvisation lässt sich der Kopf SO füllen, wie es sein soll und es der komplex aufgebaute Tabak verdient hat. Der Genuss wird Sie für die Mühe belohnen!

...und Genuss bietet der "Roper's" durchaus. Mit etwas Übung ist er recht leicht anzuglimmen, entwickelt rasch satten, cremigen Rauch und mischt reife Virginia-Süße mit einem sanft-säuerlichen Perique-Aroma. Der Black Cavendish-Kern sorgt für zusätzliche Milde und hohe Bekömmlichkeit. Schön kühl geraucht (er hat die Zeit verdient) bleibt diese entspannte und entspannende Kombination bis zum letzten Aschehäufchen erhalten.

Copyright: Ralf Ruhenstroth

Wer die Davidoff „Flake Medaillons" kennt, weiß, wie der "Roper's" schmeckt. Sie sind Zwillinge, wobei der "Roper's" hilft, bei gleichem Genuss ein paar Euros zu sparen. (Davidoff 100 Gramm: 29,50,-- €; Roper's Roundels: 100 Gramm 24,00 €) Zu der Gruppe mit BC-Kern gesellt sich z.B. noch der "Stokkebye's „Bulls Eye“, der ebenfalls der beschriebenen Richtung entspricht.... die eher "sanften Münzen"! Diese Tabake tragen mit Recht die Bezeichnung "Bullseye" und damit kommen wir zu wirklich wichtigen Details dieser Tabakgruppe.

Beim Davidoff und beim "Roper's" werden aus verschiedenen Tabaken dünne Platten gepresst. Diese werden dann um einen Kern aus Black Cavendish gewickelt und später in Scheiben geschnitten. So ergibt jede Scheibe die Optik eines Auges. Dunkle Pupille aus BC, darum das restliche Auge aus gepressten Tabaken. Die Bullenaugen-Bulls Eyes. Bei der Legende dieser "Tabakmünzen-Gruppe", dem „Escudo“, der seinerzeit von den Cope Brothers gefertigt wurde und seinem "Kronprinzen", dem Dunhill „de Luxe Navy Rolls" sieht das anders aus. Hier wurden und werden verschiedene Tabake aufeinander geschichtet und dann zu einem "Seil" (dem Rope) verdrillt. Nach der Reife werden auch daraus Scheiben geschnitten, wer sich DIE aber ansieht, bemerkt den Unterschied sofort. Hier gibt es keinen Kern aus Black Cavendish.

An diesem Punkt kommen wir dann zur Geschmackssache. Virginia und Perique enthalten beide Gruppen. Der DdLNR hat aber nicht den zusätzlich "besänftigenden" Kern aus Black Cavendish. Das macht die Geschmacksentwicklung der Virginias und vor allem des Perique direkter, intensiver... ich persönlich behaupte: aromatischer.... so, wie es auch beim seligen „Escudo“ der Fall war. Nein, ich schließe mich jetzt nicht der kollektiven Hysterie und Heldenverehrung um diesen, verblichenen Tabak an. Mein Favorit unter den "Münzen" ist der DdLNR... auch ohne, dass ich Tränen um den „Escudo“ vergieße.

Der Kern aus BC macht in diesem Fall den Unterschied. Eher direkt und hocharomatisch oder eher sanft, bekömmlich und rund. Daher kann ich auch die Raucher nicht verstehen, die den Davidoff und den Dunhill in einen Topf werfen. Die Gemeinsamkeiten dieser Tabake enden bei ihrer Form.

Sie müssen selbst entscheiden, welche Richtung Ihnen besser liegt. Entscheiden Sie sich für die sanfte Fassung, empfehle ich Ihnen den "Roper's Roundels" bei DTM (auch hier wieder ACHTUNG: BEI DTM, nicht VON DTM) von Herzen. Sind Sie eher "Dunhill-Jünger", wird Ihnen bei dem Genuss etwas fehlen.

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

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