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Mittwoch, 2. Juli 2014

Petersen & Sörensen - The Banker's

Ich bin ein altmodischer Kerl. Ich mag Taschenuhren, Gehstöcke und nahezu alles was die "gute alte" Zeit betrifft. Ich liebe Filme, die sich mit der Zeit um die Jahrhundertwende befassen und die Literatur aus dieser Epoche. Dementsprechend erwische ich mich bei meinem allabendlichen Spaziergang von der Arbeit nach Hause, wie ich mich in diese vergangene Zeit träume. Dann verschwinden die Geräusche der Autos und machen dem Hufgeklapper der Pferde und dem Knirschen der Kutschenräder Platz. Dann schlendere ich in Gedanken am Hafen vorbei, höre das Rufen der Arbeiter, die die Ladung lichten. Ich nehme die herben Gerüche war, sehe Dampf aufsteigen. Hach ja...

Und trotzdem war mir (bisher) noch kein Genuss eines Latakiahaltigen Tabaks vergönnt. Die "Early Morning Pipe" war ganz angenehm aber noch nicht das Richtige. Es fehlte die absolute Erfüllung. Und die beginnt bei mir schon am Dosenlayout. Und hier kommt dann der „Banker's“ ins Spiel.


Dieser schwarze Aufkleber mit dem goldenen Aufdruck mit stilisiertem Gebäude drauf. Das sieht doch schon mal alt genug aus, dachte ich mir. Und somit bestellte ich mir eine Dose beim Händler meines Vertrauens, der sich immer freut, wenn jemand einen, wie er sagt, ehrlichen Tabak haben will. Ein wenig Angst hatte ich ja schon. Bisher war ich ja doch eher im naturnahen Virginialager zu finden. Aber die Neugier war mal wieder zu groß. Einige Tage später konnte ich die Dose dann auch in Empfang nehmen. Ich setzte mich in ein Straßencafé, bestellte mir meinen geliebten Tee, ließ ihn ziehen, erfreute mich am Aroma, wählte für den Erstkontakt meine Vauen 4415 und öffnete die Dose. Und da war er... Der Geruch, der mich an den alten Beamten im Rathaus meiner alten Heimat erinnern ließ. Ein Hauch von Leder und Weihrauch, um mich herum erschienen wieder Gaslaternen... Ein Gefühl wie wenn man nach einer langen Reise nach Hause kommt.


Aufgrund des einfachen Schnittes war es auch keine Herausforderung die Pfeife zu füllen, und nach zwei Zündungen brannte er auch ohne Gemecker herunter. Ich konnte auch kein Größenproblem seitens des Dosendeckels feststellen. Die Dose schließt schön und der Tabak steht auch gut in der Kondition. Eine milde würzige Süße wird begleitet vom rauchigen Charakter des Latakia. Da ich mit Havannatabak keine Erfahrungen gemacht habe, schiebe ich diesem einfach den m.E. dezenten zigarrigen Unterton ab der zweiten Hälfte in die Schuhe, der diesem Tabak aber einen angenehmen Würzeschub gibt. Als besonders stark empfinde ich ihn nicht, aber ich habe seinerzeit als Zigarettensklave auch Schwarzer Krauser gedreht. Von daher sehe ich eine Einteilung in der Stärke eines Tabaks immer schwierig, da dies an der subjektiven Meinung des Rauchers scheitert.

Er entwickelt, bei gediegenem Rauchverhalten zumindest, wenig Kondensat, und brennt schön langsam und gleichmäßig ab. Leider hat jeder Genuss einmal ein Ende und somit verschwinden langsam die Kutschen im Nebel meines Geistes, als die Pfeife erlischt. Ich rühre die mittelgraue Asche um, lasse diese noch den Rest an Feuchtigkeit aufsaugen, bezahle und gehe meines Weges.

Mein Resümee: Man sollte gegenüber eines Tabakproduzenten sich nicht auf fremde Meinungen verlassen, sondern nur sich selbst vertrauen. Ich habe hier einen englischen Tabak entdeckt, den ich wahrscheinlich weiterhin rauchen werde. Ich finde sowohl den Geschmack, als auch den Preis von derzeit 8,50,-- Euro für 50 g durchaus angenehm. Im Gegensatz zu meiner altmodischen Einstellung rauche ich mit Filter. Das sollte man noch dazu noch erwähnen.



Autor: Chris Henck

Kommentare:

  1. Das ist auch mal sehr schön beschrieben :-) Diesen "zigarrigen" Unterton findet man auch beim Peterson 3P. Wenn du das genauso magst wie ich. Aber ich habe gelesen, dass es beim 3P am Burley liegt. Ob das stimmt, weiß ich nicht.

    Lieber Grüß Til!

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    1. Danke für die Blumen ;)
      Den 3P werde ich als in Bälde mal testen. Aber immer einen nach dem anderen ;)

      Liebe Grüße Chris

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  2. Hach ja, und wenn der schönschreibene Gedankendandy mal die erwähnten Hafenarbeiter befragt, erfährt er von weiteren ehrlichen Planta-Tabaken – und wie beschissen die gute alte Zeit doch ist.

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  3. Und da denkt der schönschreibende Gedankendandy (find ich gut) daran, daß auch andere Hersteller furchtbare Tabake in ihrem Repertoire haben.
    Und das damals genauso wie heute nicht alles bombig läuft, weiß jeder der nicht blind durch das Leben geht.
    Liebe Grüße Chris

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  4. Gut und schlecht ist relativ. Die Geschmäcker sind verschieden... So ist es nun mal. Die Seven Seas von Mac Baren werden zu hauf verkauft. Oder von Planta Danish Vanilla - Chemischer geht´s nimmer. Trotzdem sind diese Tabake bei einigen sehr beliebt.
    Ralf hat mal beim "stärksten Pfeifentabak der Welt" Review einen Tipp gegeben wo man die Tabake kaufen kann, die es hier bei uns nicht gibt.... Einfach mal nach dem Tambolaka schauen ;-)
    Und nicht alle Planta Tabake sind schlecht ;-) Genieß das was dir gefällt lieber Chris!

    Lieber Gruß Til

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    1. Da hast Du recht, lieber Til.;) Wenn Planta nur seltsame Kräuter auf den Markt werfen würde, wäre die Firma schätzungsweise schon pleite, und es würden sich manche Händler ihre Hausmarken woanders mischen lassen bzw einkaufen.Aber wie Du sagst, jedem schmeckt sein Pfeifchen auf andere Art und Weise.;) Btw... Wenn ich Adjektive wie schlecht oder furchtbar oder ähnliches benutze geben diese in diesem Zusammenhang meine persönliche Meinung wieder.;) Von wem welcher Tabak im Endeffekt dann hergestellt wird ist mir egal. Ich halte nichts von Dogmen und Vorurteilen in jeglicher Art.;) Liebe Grüße Chris

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