Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Samstag, 5. Juli 2014

McClelland - #610 - Caramel

Es ist mit den amerikanischen Tabaken auch eine Krux. Vor allen Dingen dann, wenn sie aromatisiert sind. Dabei rede ich nicht von klebrigen, hocharomatischen Mischungen, sondern auch von auf guten Virginias basierenden Kräutern, denen ganz dezent ein Aroma hinzu gefügt wurde. Warum? Nun, ich finde, das McClellands „#610 – Caramel“ dafür ein gutes Beispiel ist.


Da findet man im Bulk ein dunkelbraunes Schnittbild, weicher Tabak, Virginia und etwas dunkler Black Cavendish, der sich völlig unproblematisch in die Pfeife einbringen lässt. In der Folge ist auch das Anzünden eine Wonne, selten so schnell eine gleichmäßig glimmende Fläche hinbekommen. Der Duft aus dem Tütchen ist leicht schokoladig und auch die ersten Züge offenbaren einen an sich sehr angenehmen caramelligen? Geschmack.

Der Rauch ist rund und geschmeidig, sowohl mit als auch ohne Filter kein Problem. Und dennoch wird mir schnell langweilig. Das Aroma ist beim besten Willen nicht überbordend, auf der anderen Seite gibt es dem Hauptbestandteil an Virginias eigentlich keine Chance, ihre erwarteten positiven Eigenschaften zu entfalten. Da ist bis auf die Aromatisierung, die nicht unbedingt ein Brüller ist, einfach kein Charakter angesagt. Ein laues Lüftchen, sonst kaum etwas. Ehrlich gesagt: Enttäuschend!

Über die nicht vorhandene, sonderliche Stärke mag ich gar nicht weiter berichten, das Kraut raucht sich zudem recht flott runter, so dass sich schnell nichts anderes als mittelgraue Asche im Kopf befindet. Positiv kann ich anmerken, dass der Filter recht trocken bleibt. Und das ist für einen künstlichen aromatischen Tabak nicht das Schlechteste.

Alles in allem kann die „#610 – Caramel“ für den einen oder anderen ein Kompromiss sein. Ich persönlich kann dem nicht viel abgewinnen. Da komme ich zu dem Schluss: Allein die Tatsache, dass das Zeug aus den USA kommt, bedeutet noch lange nicht, dass sich da ein geschmacklicher Überflieger in der Pfeife findet. Es ist gut den Tabak mal geraucht zu haben, ansonsten bekommt der Rest vom Bulk jetzt eine Briefmarke und verlässt mein Haus per Post in Richtung eines neugierigen Pfeifenfreundes.



Autor: Ralf Ruhenstroth



Kommentare:

  1. Guten Morgen allerseits,
    gerne würde ich ja mal einen (Hoch)aromaten (Vanille) aus den USA probieren...
    Nur, wie kommt man in Deutschland an die Tabake heran?!?

    LG
    Carsten

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Carsten,

      da bleibt Dir nur die Möglichkeit, die auch alle anderen haben. Entweder über die großen Online-Stores in den USA bestellen (dann mit Risiko, vom Zoll zur Kasse gebeten zu werden), oder Kontakt mit einem amerikanischen Pfeifenkumpel aufnehmen (Youtube, Facebook, google+ etc.). Der schickt bestimmt mal einen Tabak über den Teich. Zuletzt gibt es auch zahlreiche US-Tabake in der Schweiz. Dort sind sie allerdings inzwischen sehr teuer.

      Viele Grüße,
      Jogi

      Löschen