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Sonntag, 18. Mai 2014

Die Pfeifenmesse Lohmar - Versuch einer sachlichen Betrachtung!

Nun ist die 9. Pfeifenmesse in Lohmar schon wieder seit einer Woche Geschichte - Kinder, wie die Zeit vergeht! Zeit, etwas Abstand zu gewinnen und ein paar sachliche Blicke zu riskieren. Die Euphorie ist abgekühlt... aber die Begeisterung ist geblieben!

Nein, eine Veranstaltung wie diese ist kein "Selbstläufer". Gut, ein paar organisatorische Dinge wiederholen sich und sind allein durch die Routine in den Griff zu bekommen. Trotzdem muss auch bei diesen Punkten die Sorgfalt walten, soll Reibungslosigkeit garantiert sein. Komplexer ist da schon der Punkt, bei doch gleichem Ablauf immer mal wieder mit etwas Neuem, etwas Besonderem aufzuwarten, um die Messe dauerhaft attraktiv zu halten.


Das gelingt dem Veranstalter Volker Bier recht gut, in dem er immer mal wieder neue Aussteller gewinnt, die den "harten Kern" ergänzen. Selbst eigentlich "artfremde Artikel", wie selbst gemachte Seifen, Lederartikel oder Messer, erfreuen sich bei den Besuchern großer Beliebtheit. Wobei ich der Überzeugung bin, dass es hier unbedingt bei Ergänzungen bleiben sollte, um den eigentlichen Charakter der Veranstaltung nicht zu verwässern. Ich denke allerdings auch nicht, dass es anders geplant ist.


In diesem Jahr nun kam der "große Schritt" dazu - eine wesentliche Vergrößerung der Ausstellungsfläche. Man mag nun glauben, dass solche Maßnahme doch automatisch die Akzeptanz des besuchenden Publikums findet - doch grau, liebe Freunde, ist alle Theorie. Größer reicht nicht. Es musste unbedingt darum gehen, den Charakter der bisherigen Messen zu erhalten. Ist und war die heimelige, familiäre Atmosphäre doch einer der dicksten Pluspunkte der Pfeifenmesse in Lohmar. Eben nicht unpersönlich und perfekt verchromt... sondern " nach Hausmacher Art".


Dieses Ziel ist sicher erreicht worden. Nicht zuletzt dem Charisma von "Bierchen" ist es zu verdanken, dass sich wieder "die Familie" traf... es wurde nur die Wohnung ausgebaut... und die hat an Gemütlichkeit sogar noch gewonnen. Der Stress und die etwas gedrückte Stimmung der letzten zwei Jahre waren Ergebnisse des "Käfighuhn-Syndroms", dem man als Besucher und Aussteller spätestens zur Mittagszeit erlag, wenn vor lauter Menschen keine Pfeifen mehr zu sehen waren. Spätestens dann waren ansprechende Präsentation, gute Gespräche und gemütliche Besichtigung der ausgestellten Artikel absolut unmöglich... und das drückte die Gemütslage dann doch.

Wie viel anders gestaltete sich doch die diesjährige Messe. Das Angebot in der Villa wurde deutlich reduziert, die Fläche wurde offener und so konnte man sogar in den Räumlichkeiten die dort präsentierten Pfeifen und Zubehöre gebührend bewundern und würdigen - was für ein schönes Gefühl! Die höchst angenehm empfundene Luftigkeit setzte sich draußen fort - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zelte im Park waren geräumig und auch hier ein Bummel und ein Schwatz mit Machern und Besuchern durchaus möglich. Wer allerdings glaubte, nun sei mehr Fläche als nötig vorhanden, sah sich getäuscht. Zur Spitzenzeit kam es in den Zelten dann doch zu recht beengten Verhältnissen. Macht aber nichts, daraus lässt sich lernen. Die Konsequenz: Im kommenden Jahr wird es sogar noch ein Zelt mehr geben.


Einen Kritikpunkt bei der Platzvergabe gab es dann doch. Es war wohl nicht sonderlich geschickt, mit Hans Wiedemann und Olaf Langner zwei "Publikumsmagnete" in ein Zelt und auch noch räumlich recht nah zueinander zu packen. Das wäre es aber auch schon. Ansonsten verdient die Aufteilung und die Aufmerksamkeit nur Bestnoten. So gab es reichlich Sitzplätze und Ruhezonen, auf und in denen es sich trefflich entspannen, fachsimpeln, auftanken und futtern ließ.



Genau DAS war dann wohl auch der Grund, warum die Gesamtstimmung derart friedlich, freundlich und gemütlich war - ganz im Gegensatz zu manchem, tatsächlichen Familientreffen. Mit wem man auch sprach, man sah in lächelnde oder doch zumindest sehr entspannte Gesichter. Das war richtig schön, das war tatsächlich ein Genuss! Natürlich prägen die Besucher eine solche Veranstaltung maßgeblich mit. Ich denke, das Publikum ist dem Ruf der Pfeifenraucher mehr als gerecht geworden. Alle Beteiligten, ob Organisatoren, Aussteller oder Fans dürfen für sich in Anspruch nehmen, eine tolle Messe erlebt und mitgestaltet zu haben.

Ein paar Leute, deren Besuch man sich erhofft hatte, haben noch gefehlt... ein paar Leute, die nicht da waren, wurden auch nicht wirklich vermisst. Das Positivste, was ich persönlich aus Lohmar mit nach Hause nahm, waren viele interessante Gespräche, war die Freude am Wiedersehen, war der Spaß am Kennenlernen... und die große Menge sehr junger Leute, die sich als engagierter „Pfeifennachwuchs“ präsentierten. Um die Zukunft der Pfeife muss einem nicht mehr bange sein - DAS weiß ich spätestens seit dieser Messe... und das freut mich unbändig.


Dieser immer mehr zunehmende Nachwuchs ist inzwischen sogar der Industrie aufgefallen - und sie feiert sich dafür. Zu Unrecht, denn die großen Tabak- und Pfeifenproduzenten haben zu dieser erfreulichen Entwicklung nicht das GERINGSTE beigetragen. Wenn sich jemand den Verdienst dafür an die Jacke heften kann, dann sind das WIR. Die Enthusiasten, die "Verrückten", die Fans und Freaks mit Leib und Seele. Wir haben mit viel Herz eine Atmosphäre geschaffen, in der sich wohl auch Beginner und Wiedereinsteiger zunehmend wohl fühlen.

Ein scharfzüngiger Kritiker hat das mir gegenüber kürzlich als "Pfeife von unten" bezeichnet. Na und? Scheint doch zu funktionieren... außerdem wachsen Dinge doch meistens von unten, oder? Mag schon sein, dass die eigentliche Pfeifenszene liebenswert chaotisch ist... aber, sie ist auch produktiv, phantasievoll, menschlich... und selbstständig. Sie braucht keine "Möchtegern-Herrscher", keinen großen Organisator... keine Lenkung. Dafür war Lohmar 2014 mal wieder ein schöner und erfolgreicher Beweis.

In diesem Sinne... wir sehen uns 2015!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Hallo Ralf,

    ich glaube, dass die Industrie mit dem Status Quo sehr zufrieden ist. Sie tragen weder Kosten, noch Aufwand, müssen sich keine Vorwürfe, bezüglich Umgehung des Werbeverbots gefallen lassen, und profitieren trotzdem mit. Ausserdem kann es sich die Industrie nicht mit dem Fachhandel verscherzen, der naturgemäß für Direktmarketing kein Verständnis zeigt.
    Ich denke, es ist für alle Beteiligten das beste, wenn es so unabhängig bleibt, wie es ist.

    lg,
    Peter

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    1. Hallo Peter,
      es wird sich von Seiten der Industrie eh`nichts tun...daher wirst Du sicher recht haben.
      Lieben Gruß, RALF

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  2. Hallo Ralf,

    zuerst herzlichen Dank für das Video und diese Review bzw. Rückbetrachtung!

    ENDLICH sind die "alten Hasen" ;-) , ich hoffe Du Verzeihst, auch darauf gekommen bzw. GESEHEN, dass es mittlerweile sehr sehr viele "Junge" oder eben 'Nachwuchs' gibt ... !!!?!!! :-D

    Ich zähle mich dazu, zu den "Jungen" :-D - und habe primär das richtige stopfen, Pfeifen, Tabakarten & das "komplette" Wissen von Dir und Dieter per YouTube & diesen Blog "gelernt"! Vorallem VERSTANDEN!?! ;-)
    Und ich denke, sooo(!) gehts den meisten "Jungen" bzw. Anfängern ... ?!?

    ABER, ohne die Industrie, die fantastische Tabake produziert und auch vernünftige Pfeifen zu halbwegs moderaten Preisen -> WÄRE DAS AUCH NICHT MÖGLICH!?!

    LG.
    Gerald

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    1. Nun, lieber Gerald...die tollen Tabake und Pfeifen zu vernünftigen Preisen sind ja nicht nur für die Beginner...und ansonsten kam und kommt von der grossen Industrie nur Arroganz und Gleichgültigkeit...und das finde ich schade.
      Nene...die "alten Hasen" sehen diese Entwicklung schon lange...ich erinnere mich, das schon seit drei Jahren zu predigen. Deshalb habe ich bei der Industrie viele Klinken geputzt...doch, ausser Desinteresse habe ich nichts gefunden-leider...
      Liebe Grüße, RALF

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  3. Das Entzerrung der Stände in Lohmar war für den Besucher dieses Jahr ein großer Vorteil. Man hatte mehr Platz und Zeit, die Ausstellungsstücke zu besichtigen. Auch wir möchten mit der 2. Pipe and Art am 30. August in Büdingen den Nachwuchs ansprechen. Deshalb auch der ausgeschriebene Innovationspreis für Neuerungen rund um die Pfeife.

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    1. ...und dafür von mir, lieber Markus, die besten Wünsche für ein gutes Gelingen...und haltet die Idioten ( Entschuldigung, das musste so hart sein) von der Kommentarseite im Web fern.
      Soviel hirnloser Neid, wie ich ihn da lesen musste...Ich finde die Pipe and Art eine tolle Idee mit anderem Ansatz.
      Lieben Gruß, RALF

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