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Mittwoch, 9. April 2014

F & K - Merde de Cheval

Kein Apfel in der Dose - Merde de Cheval!

Zugegeben: Allein durch den Namen dieses US-Tabaks habe ich mich zum Kauf verleiten lassen. Zudem verspricht der Vertreiber 4noggins.com eine naturbelassene English Mixture mit besonderer Note. Das ist nicht zu viel versprochen, doch nun mal der Reihe nach:

Der Tabak wird als Eigenmarke der F&K Cigars Co., St. Louis, MO angeboten. Über den wirklichen Hersteller konnte ich nichts in Erfahrung bringen. Die Mischung besteht aus flue cured Virginias und einer gehörigen Portion Latakia. Nach dem Öffnen der Dose erblickt man ein wunderschönes rot-blondes Tabakbild, durchzogen von den deutlichen Latakia- Anteilen. Man sollte diesen Anblick genießen, bevor man seinen Riechkolben dem Inhalt nähert!


Mit der berühmt-berüchtigten und oft fälschlich verteufelten Ketchup Note US amerikanischer Tabake habe ich ohnehin gerechnet. Doch ich erhielt einen linken Haken von unten auf mein olfaktorisches Sensorium: Schwelbrand, Räucheraal, Küche im Bauernhofmuseum oder doch Schwarzwälder Schinken? Die Vorsicht ließ mich zu einer kleinen, uralten Big Ben 641H ohne Filter greifen. Der ideal befeuchtete Tabak lässt sich mühelos entzünden und ohne nennenswerte Kondensatbildung technisch gut rauchen. Aber das Aroma! Die Süße der Virginias ist deutlich und angenehm spürbar. Die vorgenannten Geruchseindrücke bleiben jedoch auch im Rauch voll erhalten, wobei sich jedoch noch ein deutlich wahrnehmbarer Weihrauch Geschmack (!) hinzugesellt. Während bei mir schwere Zweifel aufkeimten, zeigte sich meine Partnerin von der Raumnote, welche bei 4noggins.com vorsichtig als „tolerable“ bezeichnet wird, schlicht entsetzt. Gegen Ende der Füllung lässt die Süße deutlich nach und der Latakia fordert sein Recht ein.

Nachdem der Tabak nun ja die Eigenmarke eines in den Südstaaten ansässigen Unternehmens ist, verfiel ich auf die Idee das Kraut in einer größeren, filterlosen, Maiskolben Pfeife zu verköstigen. Und siehe da! Die genannten Aromen bleiben zwar in vollem Umfang erhalten, wirken aber viel harmonischer. In diesen Pfeifen könnte ich mich mit jenem Kraut glatt anfreunden.


Obwohl nikotinarm, stellt der „Merde de Cheval“ für mich sicherlich keinen „all day smoke“ dar. Aber zu einer sommerlichen Grillparty, auf der Terrasse in einer Corn Cob geraucht, lasse ich das Kraut mir gefallen, zumal seine Raumnote unliebsame Besucher aus dem Reich der Insekten, wie aus der Nachbarschaft (Kinder, kommt! Das Essen wird welk!), zuverlässig fernhält! Der aktuelle Preis der 50 Gramm Dose beträgt US-$ 10,49,--.


Liebe Grüße aus dem bayerischen Süden,
Max



Autor: Dr. Max Kellner

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