Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Freitag, 28. März 2014

TAMBOLAKA Pipe Tobacco

Godzilla lebt!

Hier kommt der Frankenstein unter den Pfeifentabaken. Ein Tabak, der schmeckt, als hätte man Jägermeister mit einer vorher zerfaserten Zigarre aufgewischt. Der absolute "Vitamin N-Lieferant". Ein Kraut, dass im Verdacht steht, von den produzierenden Indonesiern vor der Trocknung in Affen-Urin getaucht zu werden. ...und den man nur rauchen sollte, wenn man es liebt, dass einem ein Ziegelstein aus Nikotin an die Birne fliegt! Soweit die Äußerungen unserer amerikanischen Kollegen - hossa!


Musste ich haben - klare Sache! Allein der faszinierende Werdegang dieses Krautes. In Jahrhunderte alter Tradition wird der Tabak rein organisch angebaut, dann geerntet, leicht getrocknet und zu langen Rollen gedreht. Diese werden umwickelt, um den Tabak vor äußeren Einflüssen zu schützen und dürfen dann 5 (!) Jahre reifen. Danach wird der Tabak in handliche Rollenstücke geschnitten oder direkt rauchfertig aufgefasert, wie in meinem Fall. Solche Schnittform der extrem langen und groben Fasern sehe ich allerdings zum ersten Mal. Robert Tomko und seine Firma "Tambolaka Natural Tobaccos" sorgen dann dafür, dass interessierte Raucher an dieses Wunderkraut gelangen können.

Das Ergebnis ist ein Tabak aus Burley und verschiedenen Cigarrentabak-Arten, gegen den Thors Hammer bestenfalls eine Gänsefeder ist. Die mir häufig gestellte Frage, welches denn der stärkste, mir bekannte Pfeifentabak ist, findet hier eine deutliche Antwort. Dagegen sind "XX", "Irish Flake" und "Blockade Runner" milde Frühlingslüftchen!


Trotzdem ist er ein delikater Genuss. Während die Geruchsprobe kaum mehr als erdige Noten und einen leichten Nuss-Duft ergibt, präsentieren sich schon die ersten Züge mit einer wunderbaren Samtigkeit, reichem, cremigem Rauch und dem Geschmack nach Haselnüssen, Kräutern und Sumatra-Cigarren. Echt kernig, aber unglaublich weich. Er glimmt gleichmäßig, sehr kühl und langsam.

Doch wehe dem, der ihn unterschätzt. Was zu Beginn der Füllung noch übertrieben erscheint, erfüllt sich zur Mitte hin sehr nachdrücklich. Deutliches Prickeln auf der Zunge, das Ausblasen aus der Nase erzeugt das Gefühl, Pfeffer geschnupft zu haben und jede Faser des Körpers merkt, dass hier Nikotin mit der Bagger-Schaufel angeliefert wird.


Einige Pfeifenraucher betrachten solche Kräuter als pubertäre Mutprobe. Der "Tambo" ist aber soviel mehr. Ein feinnerviger, pikanter und erfüllender Genuss für die Freunde der "Vollfett-Stufe", für die Fans der XXXL-Fraktion. Nachhaltig erdig, mit Noten bitterer Schokolade, kraftvolle und tiefe Würze... herrlich! Trotzdem sei die ehrlich gemeinte Warnung an Beginner und Raucher eher leichter Tabake noch einmal wiederholt. Dieser "Tabak-Fels" kann dafür sorgen, dass man sich RICHTIG ÜBEL fühlt, Rundflüge im geschlossenen Raum erlebt und das dringende Bedürfnis verspürt, sich zu setzen. ...und, um noch einmal mit den Worten eines amerikanischen Pfeifenfreundes zu sprechen: "God bless you, if you inhale it!"... und glauben sie mir, die Amis sind was gewöhnt!

TAMBOLAKA - ein echter Charakterkopf am obersten Ende der Skala. Verantwortungsbewusst genossen ein sattes Erlebnis, unterschätzt eine echter Knock Out!
Meine persönliche "Prinzessin N ".

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Moin, man das hört sich echt heftig an, was du da schreibst!
    Also:
    Ave, Caesar, morituri te salutant,
    und die Pfeife angezündet ;)))
    LG
    Cord

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Cord!
      Da mir der "Black XX" immer noch die Grenzen meines persönlichen Masochismus aufzeigt, hoffe ich nicht, daß Dich meine Frage posthum erreicht: Bist Du noch immer "moriturus" in der Futur-Form oder gilt bereits das Perfekt "animam eius exflavit"?

      Löschen
    2. Hallo Arnulf,
      nein noch weile ich unter den Lebenden, ABER ich werde das Zeug DEFINITIV probieren und JA ich bin ein bißchen IRRE ;) !!!
      P.S.:
      Boah da gräbt man einmal sein kleines bißchen Asterix Latein aus und muss dann für die Antworten ewig Google bemühen ;) Leute Stop mit dem Latein ich hab nur
      Sec.I, FOR :-D
      LG
      Cord

      Löschen
    3. Hehehe...tja lieber Freund...die Geister, die ich rief...
      Nein, irre bist Du nicht...aber offen für jede Form von Tabakexperiment. Das weiss und bewundere ich. :-)
      Ich klappe jetzt auch meine Asterix-Bände wieder zu...:-)
      Lieben Gruß, RALF

      Löschen
  2. Tja, liebe Brüder im lateinschen Gedanken: De gustibus non est disputandum ! Gut, wenn man seine Grenzen kennt und besser, sie nicht zu überschreiten. MIR schmeckt er und ich lebe (noch)! :-)
    Ist es Standfestigkeit oder Glück...nun, wohl eher Glück, denn:
    Audaces fortuna adiuvat !

    Ave Atque Vale

    RALF

    AntwortenLöschen
  3. Hallo lieber Ralf,
    wo kann man diesen interessanten Tabak kaufen?
    Lieber Gruß
    Andreas

    AntwortenLöschen
  4. Moin lieber Andreas,

    meiner stammt von 4 Noggins. 100 Gramm für knapp 18 $.
    Lieben Gruß, RALF

    AntwortenLöschen
  5. Hallo

    Ich kenne den Tambolaka. So stark ist er nicht; nur etwas zigarrig. Versuch es mal mit einer Mischung, die wirklich "Pep" hat. 50% Tambolaka gemischt mit 50% Cimette Toscani (Toscani-Abschnitte), günstig erhältlich bei Synjeco. Da geht die Post ab. Den rauche selbst ich nur draussen; drinnen würde er allerdings alle Fliegen verscheuchen (oder ersticken). Aber schmecken tut er nach richtigem, ursprünglichem Tabak. Ich erinnere mich daran, dass mein Ohnkel schon vor 40 Jahren Toscani (heute Toscano) geraucht hat und die Stummel dann in die Pfeife stopfte. Den Geruch habe ich noch heute in der Nase. Wenn er dann seine Pfeife im Stall geraucht hat, waren alle Kühe sehr ruhig. Wahrscheinlich eine Vorstufe der Betäubung.

    Herzliche Grüsse

    Hans

    AntwortenLöschen