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Freitag, 7. März 2014

Peterson - Irish Flake - Mac Baren - Kohlhase & Kopp - ein Vergleich

Man kennt ihn und man schätzt ihn als starken, kräftigen und würzigen Flake für den erfahrenen Genießer. Jetzt hat vor kurzem der Hersteller und der Vertrieb des Peterson „Irish Flake“ gewechselt.
Der „Irish Flake“ wird nun von Mac Baren produziert und von Arnold André in Deutschland vertrieben. Kohlhase & Kopp hat die Rezepturen „seiner“ Peterson“ Tabake behalten und vertreibt jetzt seit kurzem den Tabak unter dem Namen „Stirling Flake“ unter der Marke Rattray’s.
Mich hat ein Vergleich der Mischungen interessiert und daher habe ich die „alte“ Kohlhase & Kopp-Mischung, die neue Mac Baren-Mischung des Peterson „Irish Flake“, sowie den neuen „Stirling Flake“ probiert.

Alle drei Mischungen sind sehr nikotinstark, daher haben mir pro Füllung eine bis anderthalb Flakescheiben gereicht. Pro Mischung habe ich Füllungen mit und ohne Filter geraucht, wobei mir persönlich der „alte“ Irish Flake am besten mit Filter und der „Stirling Flake“ am besten aus Pfeifen ohne Filter geschmeckt hat.
Die Beschreibung des Tabaks durch die Hersteller ist nahezu identisch: „Ein vollmundiger Blend für den erfahrenen Raucher, der zu gleichen Teilen aus air-cured, flue-cured und dark-fired Tabaken besteht.“
Von Kohlhase und Kopp sowie von Mac Baren werden ausgesuchte Virginias, Burleys und Kentuckys für die Flakes verwendet. Als Referenz für den Vergleich soll ein kurzer Eindruck der „alten“ Kohlhase & Kopp“ Mischung des „Irish Flake“ dienen, da dies die Mischung ist, die uns am längsten geläufig seien sollte.

Peterson „Irish Flake“ von Kohlhase & Kopp
Beim Öffnen der Dose verströmt der Tabak bereits einen kräftigen, würzigen Geruch mit einer ganz leichten Note von getrocknetem Obst. Das Tabakbild ist ein schön gemaserter, dunkler Flake, leicht mürbe. Die Flakescheibe lässt sich problemlos knicken, falten und in die Pfeife einbringen. Beim Anzünden bäumt sich der Tabak ordentlich auf, glimmt aber gut an und lässt sich nach dem Niederdrücken und mit einem zweiten Streichholz problemlos in Brand halten und durch rauchen. Aufgrund der Stärke ist es empfehlenswert, nur dezent an der Pfeife zu ziehen und sich beim Rauchen die notwendige Zeit zu lassen, sonst erwischt einen spätestens bei der zweiten Hälfte der Füllung die volle Breitseite des Nikotins und sorgt für ein flaues Gefühl in der Magengegend. Der Tabak ist definitiv nichts für Anfänger! Der Peterson „Irish Flake“ schmeckt wie er riecht: Stark, schwer, vollmundig und würzig. Herbe, erdige Geschmacksnoten entfalten sich mit dem ersten Zug. Ab der Hälfte etwa entwickelt sich eine milde Süße und eine ganz leichte Note von Dörrobst.

Insgesamt ist und bleibt der „Irish Flake“ aber von Anfang bis Ende ein kompromissloser Tabak, der durch seine Vollmundigkeit, Kraft und Würze überzeugt.
Gesamteindruck
Tabak: Peterson „Irish Flake“
Meine Bewertung : Gut
Hersteller: Kohlhase & Kopp
Tabak-Typ : Virginia, Burley, Kentucky
Stärke: sehr stark
Schnittart: Flake
Aromatisierung: naturbelassen; kaum wahrzunehmende Note von Dörrobst
Raucheigenschaften: angenehm, kühl,
Abbrandeigenschaften: langsam, gleichmäßig und kühl


Peterson „Irish Flake“ von Mac Baren
Die „neue“ Mischung des Peterson „Irish Flake“ von Mac Baren unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von der alten Version. Der geöffneten Tabakdose entströmen ebenso kräftige, würzige und vollmundige Tabakaromen. Die Flakes sind in der Konsistenz vielleicht etwas feuchter und nicht ganz so mürbe, als es die Flakes von Kohlhase & Kopp waren und das Tabakbild ist eine Spur dunkler. Der Tabak lässt sich ebenso problemlos knicken, falten und stopfen. Er bäumt sich beim Entzünden auch ordentlich auf, lässt sich aber nach dem Niederdrücken mit dem Stopfer mit dem zweiten Streichholz leicht entzünden und brennt genauso problemlos herunter . Er lässt sich ohne großen Aufwand durch rauchen.
Geschmacklich habe ich die Mac Baren Version des „Irish Flake“ als etwas herber und würziger empfunden. Es fehlt die Süße, die bei der alten Mischung vor allem während der zweiten Hälfte der Füllung spürbar war. Der Tabak bleibt während der gesamten Füllung über ein sehr würziger, kräftiger und insgesamt harmonischer Genuss; schnörkellos, gradlinig, gut. Obwohl der Tabak auch einen ordentlichen Nikotingehalt besitzt, habe ich ihn nicht ganz so stark empfunden wie die alte Kohlhase & Kopp-Mischung des „Irish Flake“. Auch bei dem Mac Baren ist es ratsam, die Füllung bedächtig und ruhig zu rauchen, sonst macht einem die Stärke des Tabaks zu schaffen. Der „Irish Flake“ bleibt kein Tabak für Anfänger, sondern ist etwas für den erfahrenen Raucher.
Gesamteindruck
Tabak: Peterson „Irish Flake“
Meine Bewertung: gut
Hersteller: Mac Baren
Tabak-Typ: Virginia, Burley, Kentucky
Stärke: stark
Schnittart: Flake
Aromatisierung: naturbelassen
Raucheigenschaften: angenehm, kühl,
Abbrandeigenschaften: langsam, gleichmäßig und kühl


"Stirling Flake" von Rattray's
Zu guter Letzt möchte ich noch meinen Eindruck von dem neuen Rattray’s „Stirling Flake“ schildern, der ja auf den Kohlhase & Kopp Rezepturen des „Irish Flake“ basieren soll.
Der „Stirling Flake“ kommt ebenfalls nicht als Leichtgewicht daher. Er ist vollmundig, stark und kräftig. Sein Aroma ist herb, erdig, leicht süßlich und das Tabakbild ist etwas dunkler als es bei den beiden „Irish Flakes“ gewesen ist. Die Flakes sind leicht mürbe und lassen sich problemlos knicken, falten und stopfen. Die Feuchtigkeit liegt zwischen den beiden „Irish Flakes“. Der Tabak lässt sich im Vergleich zu den „Irish Flakes“ ohne große Gegenwehr entzünden und bequem bis zum Ende rauchen. Im Vergleich zum dem alten „Irish Flake“ von Kohlhase & Kopp habe ich ihn als etwas süßer und milder empfunden, was aber nicht über seine Stärke hinwegtäuschen sollte. Auch der „Stirling Flake“ ist eine vollmundige, kräftige Mischung, die eher für erfahrene Raucher zu empfehlen ist.
Gesamteindruck
Tabak: Rattray‘s „Stirling Flake“
Meine Bewertung : gut
Hersteller: Kohlhase & Kopp
Tabak-Typ: Virginia, Burley, Kentucky
Stärke: stark
Schnittart: Flake
Aromatisierung : naturbelassen, milde Süße
Raucheigenschaften: angenehm, kühl, ausgewogen
Abbrandeigenschaften: langsam, gleichmäßig und kühl

Fazit:
Alle beiden Nachfolger des alten Peterson „Irish Flake“ sind gelungene und sehr ausgewogene, harmonische Tabake. Der Mac Baren „Irish Flake“ ist ein wirklich kompromissloser, schnörkelloser Tabak, der durch seine Würzigkeit und Herbe besticht und auf jegliche Süße verzichtet. Er ist eher denjenigen ans Herz zu legen, die wirklich keine Kompromisse machen möchten und einen herzhaften, starken Tabakgeschmack mit einer ordentlichen Portion Nikotin bevorzugen. Der neue Rattray’s „Stirling Flake“ ist runder, milder, vielleicht etwas ausgewogener als der alte Peterson „Irish Flake“ von Kohlhase & Kopp. Er wird vielleicht eher diejenigen begeistern können, die eine leichte Süße und Milde bevorzugen, aber ansonsten auf die Würze und Vollmundigkeit der dark-fired Tabake nicht verzichten wollen.

Mir persönlich hat er von den drei Flakes am besten geschmeckt, weil er durch seine Ausgewogenheit besticht. Die beiden neuen Flakes waren nach meinem Empfinden vom Nikotingehalt etwas leichter als der alte „Irish Flake“. Sie sind für mich überzeugende Flakes, die ich aber aufgrund ihrer Stärke nur ab und zu genießen werde.


Da die Steuernummer auf der Verpackung nicht immer ein verlässliches Zeichen für den Hersteller ist, gerade bei einem Wechsel, wenn noch alte Lagerbestände mit abverkauft werden, lässt sich der Herstellerwechsel am besten anhand des Barcodes auf der Tabakdose, der Global Trade Item Number dokumentieren. Die ersten drei Ziffern bezeichnen immer das Herstellungsland. Für Deutschland wird der Nummernkreis 400-440 verwendet, für Dänemark 570-579.






Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land

Ihr Torsten Wieczorek

Kommentare:

  1. Nach den Äusserungen unseres Kohlhase-Außendienstlers kommen die von Mac Baren hergestellten Petersons nicht vor Ende März in den Handel.
    Die Steuernummer sei kein Indiz für die Herstellung, da ab Stichtag Vertriebswechsel auch vorhandene KK-Lagerware vom neuen Vertreiber verkauft wird.
    Dies vorausgeschickt, woher weiß der Autor sicher, dass sein MB-Irish Flake von MB hergestellt wurde? Gibt es kleine Detailänderungen beim Label?

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    1. Hallo Michael, anhand des Barcodes auf der Dose, oder Global Trade Item Number, wie es jetzt heisst, lässt sich das Herstellungsland aus den ersten drei Ziffern ablesen. Für in Deutschland, also in diesem Fall K&K, produzierte Waren wird der Nummerkreis 400-440 verwendet. Für in Dänemark, also in diesem Fall MB, produzierte Waren wird der Nummernkreis 570-579 verwendet. Somit ist zweifelsfrei festzustellen in welchem Land der Tabak produziert wurde. K&K Tabake haben bisher ausschliesslich eine 400er Nummer im GTIN und die Tabak von MacBaren eine 571.
      Viele Grüße

      Torsten

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    2. Mit Verlaub, vielleicht! Damit ist lediglich eindeutig festzustellen in welchem Land die EAN/GTIN von der GS1 gekauft wurde. In welchem Land die Ware produziert wird, ist damit nicht eindeutig. Zitat aus der GS1 Spezifikation: "The GS1 Company Prefix is allocated by a GS1 Member Organisation to a system user. It makes the ID number unique worldwide but does not identify the origin of the item."

      Fragen über Fragen ;)

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  2. Mir wurde heute von meinem Händler auch bestätigt, das der Vertrieb zwar schon gewechselt hat, aber noch Lagerabverkäufe stattfinden. Auch er sprach von Ende März, Anfang April. Davon abgesehen, habe ich zwischen den Irish Flakes von K&K und AA bisher keine Unterschiede feststellen können. Leichte Schwankungen im Geschmack sind doch selbst bei ein und demselben Hersteller möglich.

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  3. Vielen Dank für den tollen ausführlichen Vergleich!
    Am Irish Flake habe ich mich bis jetzt noch nicht versucht. Ist er in der Stärke in etwa mit dem HH Old Dark Fired von MacBaren zu vergleichen. Oder legt der noch ne Schippe drauf?
    Herzliche Grüße
    Erik

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  4. Hallo Erik,
    Geschmacklich ist der Irish Flake dem HH old Dark Fired ähnlich, halt etwas kompromissloser. Vom Nikotingehalt ist er für mein Empfinden stärker; wie gesagt mir haben eine bis anderthalb Flakescheibe völlig ausgereicht. Er ist aber auf jeden Fall zu empfehlen für Freunde die einen kräftigen, kompromisslosen Tabak mit ordentlich Nikotin mögen.
    Gruß

    Torsten

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  5. Hallo,
    ich bin etwas verwundert?! Hier wird K&K als Hersteller des IF genannt. (vor dem Wechsel zu MB) Dies ist aber nicht korrekt.

    Gruß

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