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Samstag, 8. Februar 2014

"PORTORICO" (STG) - Ein alter (vielleicht ganz alter) Kamerad!

Lust auf ein wenig "Tabak-Archäologie"?

Der "Portorico" zählt zu den "Überlebenden" der alten Garde an Pfeifentabaken. Sein Werdegang ist entsprechend bewegt. Heute unter der Flagge der STG segelnd, habe ich ihn noch aus dem Haus Brinkmann kommend gekannt. Es könnte sogar sein, dass er ursprünglich vom Tabakhersteller "Rauch-und Kautabak-Fabrik Stephan Niederehe und Sohn" stammt, die von 1817-1956 bestand und somit deutlich älter ist, als vermutet. Doch wie es bei Forschungen nach längst vergangener Tabakherrlichkeit oft ist... bis auf dieses Bild hier habe ich keinen verlässlichen Beweis:

Copyright: Der Schwanhof, Marburg

Der „Portorico“ ist einer, der früher so beliebten "holländischen Mischungen". Was den älteren Pfeifenfüchsen durchaus noch geläufig ist, ist für die jüngere Generation eher geschmackliches Neuland... aufgrund seines ausgeprägten Charakters ist der „Portorico“ aber sicher auch für diese Raucher einen Versuch wert. Er zeichnet sich durch eine heute nicht mehr gebräuchliche Mischung aus Burley, Virginia und Java aus. Die Burleys sind "getoastet", dass heißt kurzfristig auf 80 Grad erhitzt und wieder abgekühlt. Ein Verfahren, dass gerade dieser Tabaksorte zusätzlich geschmackliche Tiefe gibt, ihren nussigen Charakter besonders betont.


Fein geschnitten entfaltet er gerade in kleineren Köpfen ein stimmiges, beinahe elegantes Aroma. Die ausgeprägte Nussigkeit verdankt er dem Burley, dazu kommt eine pikant-süße Note, die der Kombination der Virginias mit dem Java zu verdanken ist. Die gelegentlich prägende Zigarren-Anmutung des Java hält sich hier vornehm zurück, sorgt aber trotzdem durch ihre Würze für entsprechende Abrundung. Die angebliche Nuss-Nougat-Aromatisierung stelle ich nicht fest... bis auf einen zarten Hauch, der aber wohl eher auf Rechnung des Burley geht.


Wie früher schon üblich, ist das Raumaroma tabakecht... und anhänglich. Es bedarf schon engagierter Stoßlüftung, um es aus der guten Stube wieder zu verbannen - es gibt aber wirklich schlimmeres.


Een heerliijk Agglomeratie, Dames en Heren! Dank U wel! Eine holländische Mischung, die beweist, dass sie nicht zu den "Altherren-Tabaken" gezählt werden sollte, sondern gerade bei Freunden naturnaher Kräuter auch in der heutigen Zeit noch Freude und Genuss bereiten kann.

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Hallo Ralf,
    deine Ausführungen in die Tabak-Nostalgie geniesse ich immer besonders, hier und auf Ytube.
    Wäre es möglich, daß du vielleicht auch ab und an bei solchen alten Mischungen eine Bezugsmöglichkeit mit angibst?
    Vieles lässt sich googlen, aber auch diese Institution hat (gott sei Dank!) nicht immer alles parat.
    Viele herzliche Grüße,
    und bitte weiter so,
    Thomas

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    1. Das freut mich, Thomas...lieben Dank !
      Ich werde die Anregung gern übernehmen- macht Sinn, was Du da sagst.
      Liebe Grüße, RALF

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  2. Obwohl ich nach der Aussage meiner mittlerweile hochbetagten Mutter scheinbar nahtlos den Übergang vom Schnuller zum Mundstück fand, was freilich den Charakter einer Anekdote in sich trägt, muß ich zu diesem Tabak eingestehen: Nie gehört, nie gesehen, nie geraucht!!
    Und da ich immer noch den niederländischen "Theodorus Niemeier" Mischungen nachtrauere, werde ich in diesem Falle wohl mal meinen Fachhändler in Weilheim (Dietlmeier #9) bemühen müssen. Mal sehen!

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    1. Tja, mein Lieber...gelegentlich geht es mir ähnlich. Es liegt aber auch oft daran, dass in den Zeiten der "Tabakflut" täglich neue Kräuter kamen, man wurde von der Welle regelrecht erfasst und bis in die heutige Zeit getragen. Selbst hier gibt es gelegentlich noch neue, interessante Kräuter...und dazu noch Bezugsmöglichkeiten, von denen man früher nicht einmal zu träumen wagte.
      ...und durch all`die "Überreizung" hat man die ganz Alten aus den Augen verloren. Die, die weit zurück geblieben sind...und immer noch die Fahne hochhalten...auch, wenn sie kaum noch wer sieht.
      Liebe Grüße, RALF

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  3. Hallo Ralf,

    ich probiere auch gerne was neues, und rauche diese Tabake auch, je nachdem, wie gut sie sind, eine Weile ganz gerne, aber wenn ich ehrlich bin, kehre ich stets zu alten zuverlässigen Mischungen, wie Sweet Dublin, oder MB Mixture, zurück.

    In die ganz alten holländischen Mischungen habe ich mich noch nie so vertieft, auch weil es sie bei uns nicht mehr gibt. Früher gabs den (alten) Clan, Amsterdamer, Flying Dutchman und Mayflower No.1 bei uns zu kaufen, heute sind sie leider alle verschwunden.

    lg,
    Peter

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    1. Flying Dutchman und Mayflower gibt es nach wie vor, letzteren halt nur noch in der 100g Dose (die Produktion der 50g Pouches wurde letztes Jahr eingestellt). Theoretisch könnten die Händler das (auch den Portorico) jederzeit beim Großhändler bestellen.

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